Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1909)
- Date
- 1909-01-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
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Seite 54. Meiner Meinung nach sollte diese Kolonisation begünstigt werden. Oewisse Schritte in dieser Richtung lassen ein schnelles Gdingen erwarten. Als Jude muss Ich sauen, dass die Schwierigkeiten nicht in der Erlangung der Eriaubnis von seiten der Regierung Heuen, sondern viel eher in den Verschiedenheiten, die die scpltardischeu und asehkenasischen Gemeinden trennen. Aber man muss daran denken und /.uschcn. das Heilmittel zur Herstellung eines Einvernehmens zw finden. — Herr Sclinbotinski wie Herr Dr. Jacobson, der Direktor der anclo-levantinisehcn Bank, sprachen in Konstantlnopcl mit mir über die Frage. Wir befanden uns in voll, koinmcncr Ucbcreiiistiimmiiig. Man sollte zur Verj wirklicluiiig der Sache an die Bildung eines j Zentralkomitees schreiten, zu dem auch e i n- | flitssr eiche Mohammedaner zuzuzichen wären. Ich werde mir ein Vergnügen und eine!,(lieht daraus machen. Sie über olles, was weiter erfolgen wird, aul dem laulenden zu halten, damit llire Leser imstande sind, alle Phasen dieser Bewegung fortdauernd zu verfolgen, die dem Laude von grossem S e g־ c n sein wird. Das ist meine aufrichtige Meinung über den Zionismus.״ Man muss abwarten, oh den Abgeordnete diese Meinung auch im Parlament '׳ertreten wird. Amerika Vor einigen Tagen hoben die Herren Jacob Schiff. Louis M u r s hall und einige andere eine Konferenz mit dem Police Commissioncr Bing 11 am gehabt, tun für die .Inden, die am Sonnabend ihre Geschüite schliesscn. die P.rkmbiils zu erwirken, am Sonntag ihre Geschäfte offen zu halten. Die genannten Herren machten den Polizcielicf darauf aufmerksam, dass für die indischen Kauflcute der Konkurreiizkampf ein sehr ungleicher und ungünstiger wäre, (ia sie gezwungen seien, zwei volle Tage in der Woche zu feiern. Herr Biugham teilte durchans die Ansicht der Jüdischen Deputation, dass in dieser Präge ein Ausweg gefunden werden müsse und versprach, für die Polizei eine Anordnung zu er• lassen, dass man den Juden, die den Sonnabend streng feiern, gestatte, ihre Loden am Sonntag zu offnen. ln der jüdischen Bevölkerung New Yorks, für die dieser Angelegenheit natürlich eine ganz •ausserordentliche Bedeutung zuko׳ntnt, anerkennt mau gern den guten Willen der Herren Schiff. Marshall und anderen, meint aber, dass es richtiger gewesen wäre, sich in dieser Angelegenheit nicht an eine I’.,h־. k 111 i v - Behörde, sondern an die g c s e t /. g c b e 11 den K ö r p e r s 01! a f t c 11 zu wenden und dort die Präge zur Behandlung z.n bringen. Line Losung dieser Präge muss unbedingt gefunden werden, denn für die jüdischen Kauflcute in den neu entstandenen grossen jüdischen Zentren Amerikas ist dies nicht eine Angelegenheit unter vielen anderen, sondern geradezu die Existenzfrage. * Während des Jahres!!)().< sind in den Hafen von New York 17 .Kl iiidische Männer. 16 016־ Praucn, ]17-1.1 Kinder, zusammen 15 172 Personen eingewan. den. Von diesen wollten .12991 in New York Huben, 12 IM einen anderen Plal׳־. anisnclien. Aus Russland stammten von den Einwanderern;1117(). aus Oesterreich-Ungarn י9אא, aus Rumänien 2021. aus England •151, aus der Tii-kei 2ül aus Deutschland UH.;ms Holland 12. aus Praukrvich 9. aus Spanien (׳. aus Schweden!, aus Belgien 1, aus Bulgarien 2. aus Piimlaud, Griechenland. Italien ie I. Die Gesamtzahl der jüdischen Einwanderer während des Jahres 1907 betrug |(1f1%S. Die Einwanderung ist somit um 57,8 Prozent zuriiekgegange«. Jo/.ei Israels 85. Geburistag Am 27. Januar feierte .loz.ef Israels, der bckannte holländisch-jüdische Maler, seinen 85. Gehuvtstag. Die jüngsten Werke des Meisters ׳/.eigen, dass die Jahre der iiigendfrisehcn Kunst des Alten keinen Abbruch tun konnten, und ein Besucher rUluute gerade dem neuesten, noch nicht vollendeten Werke nach, dass es an Parhenfreude und äugendlieber Kraft des Ausdrucks alle früheren iibcrtr.'ifc. Israels hat bekanntlich der jüdischen Seite seines Piihlcns in der Wahl seiner Motive vielfach Ausdruck gegeben und verdankt dem eigenartigen Milieu des Amsterdamer Ghettos seine erfolgreichsten Typen. Am bekanntesten ist wohl sein Bild ״.Ein Sohn des alten Volkes“. Auf der vorjährigen ״Aus- Stellung für jüdische Kunst" in Berlin und Kopenhagen war Israels mit einer grosseren Anzahl von Werken vertreten; auch wurde sein künstlerisches Schaffen unseren Kreisen durch eine Monographie des ,.Jüdlsehen Verlages" näher gebracht. =S'Ü0M״ßeZÄL6L“ ~~ Jerusalem. Für Purlm-Fctcrn eignen sich hesonders gu» zmn Verkauf oder zur Verlosung Er- Zeugnisse der Kunstgcwcrbcschulc ״Bozalcl" In Jerusalem. Die Schule hat zu diesem Zwecke passende KoUoktionon, welche Filigran-Ar״ betten In Sil her, Damaskus-Arholten JÜDISCHE RUNDSCHAU ._ in Kupfer- Bi Me r rali men, Teppiche odcrKissc 11 platten c״tl‘:llt®”• 56י"״ P״ s״ V,?)'j 2 f. (i*'rs. 50, Mk. ‘10, Kr. SO, Ruh. J'A J)׳״1 •״״ uiul mehr zusammmcngcstellt. Bestellungen unter gleichzeitiger Uehcrscudung' des Betrages an die Anglo Paicstine Company in Jerusalem, sind zu richten an die Kunstgcwcrbcschulc *Bezalcl 111 Jerusalem. — Mit Rücksicht auf die lange Reisedauer von Pakctsemluugcn ist eine baldige Ucberinittlung der Bestellung notwendig, damit sie rechtzeitig ausgeführt werden kann! ■rjLßfc'SnWA-RUNDSCHAU Aufhebung des Elnwanderungsvcrbotes Bckitiinllieh wurde Infolge des für die Juden gelteiiden (in der Praxis freilich nie angewandten!) Hinwanderiuigsverbo'.c.s nach Palästina den jüdischen Ankönimliiigcn der Reisepass abgenoumien und ein roter Schein eimaliäiuliet. Es sollte damit bekundet werden. dass der Inhaber dieses Scheines nicht länger als drei Monate im Lande zu weilen berechtigt sei: wiewohl dies lediglich eine Formalität war und in der Tat niemals ein Versuch gemacht wurde, die Inhalier des roten Aufeiithultsschcines zum Jozof Israolo (1V\I fK'ltcil'.U'lieiul.i No. 5. Zessionen für elektrische Anlagen im Reiche hören. Das Beispiel Aegyptens, wo man mit ulek- Irischen Anlagen vielfach ebensogut und besser ver• sehen ist als in entsprechenden europäischen Plätzen, kann einen Begrifi von den bestehenden Möglichkeilen geben. In der Türkei selbst bat man cs mit der Eintührtmg elektrischer Lieht-, Kraft- und Bahn• Anlagen umsovicl leichter, als eine Konkurrenz, mit Leuchtgas mir in den wenigsten!׳fallen in!,rage kommt und auch die Verkehrsmittel noch meist von äusserster Primitivität sind. Dabei mangelt es keineswegs au benutzbaren Wasserkräften. Ihne solche liefert die Krait. (Iticilc für die Anlage in Damaskus; der Jordan und seine östlichen Nebenflüsse könnten für Anlagen ntn Tibcrlas-Scc und tiir Jerusalem nutz. Imr gemacht werden, für welchen Platz, noch nilicr gelegene kleine Wasserkräfte in Betracht kämen. Plir Jaffa würde der nahe gelegene kleine, aber wasserreiche Audsehc-Pluss in Betracht kommen. Gerade Jaffa und Jerusalem sind jetzt von aktuellerem Interesse insofern, als soeben der Regierung ein Koiizessionsgesuclt unterbreitet worden ist, das siel! auf Lichtanlagen in beiden Plätzen und auf eine elektrische Bahn zwischen Jaffa und Jerusalem bezieht. Zu letzterer sei bemerkt, dass cs eine Bahnverbindung Jaffa—Jerusalem he• kaniitlieh bereits gibt. Sie hat eine Länge \nn 87 Kilometer und weist in den letzten Jahren eine steigende Rentabilität auf — hauptsächlich auf Grund des von Jahr zu Jahr niiwachsenden TounV.cn• .Stromes. Eine elektrisch betriebene Bahn, di. ja grössere Steigungen bewältigt, könnte sieh enger an die mir f>5 Kilometer lange Landstrasse jafi'a- Jerusalem halten, die übrigens auch einem Auto• mobilverkeil• gute Chancen böte. \‘e!lassen des Landes aiii/m'ordcrn. wurde doch diese Behandln׳״: der •Inden als eine Eliienkränkung schwer enipi'nmlen. Insbesondere war e.s ganz. Unverstandlieli. dass, als der Passzwang überall üi der Türkei ohne besondere Verordnung seine Geltung verlor, "״d man in den nahe gelegenen Häfen Beirut und Haifa bereits ohne iede Kontrolle ein- und ausiahren konnte, in .1 a f f a _ dennoch alles heim alten blieb mul die jiidiseheu Fremden weiter den roten Zettel einsUehen mussten. Der Redakteur der hebräischen Tageszeitung ..II a / e w׳ i". Herr Ben .1 e 11 n d a , begali sich zum Jerusalemer Gouverneur Souhhi Uev und klagte vor ihm über diesen gesetzwidrigen Zustand, der die Jüdischen Bürger auis üusserste verletze. Der (1 o u v e r 1t c 11 r er k I ä r t e mm I lern! Ben Jelmda, dass auch er durchaus g e g e 11 die Weg n n 11111 c der Pässe hei jüdischen Einwanderern sei, und dass er die zuständigen Beamten bereits aufg e f o 1־ d e r t habe, d .i e s e Praxis in Zukuiift einz. uste Ile 11. Auch bereite er einen ausführlichen Bericht über diese Angelegenheit an die Xeiitraliegicrnng ׳ vor mul werde die Auf* h e 1) 1111 g dies e r, V c r o r d ti ti u e' beantragen. — Der Pascha stellte hei dieser Gelegenheit ausdrücklich fest, dass die Behauptung, er wäre der jüdischen EinWanderung und Anstellung in Palästina abgeneigt, durchaus unzutreffend sei. mul berief sieh auf <!us Zeugnis der Jüdischen Abgeordneten Carasso Effeiuli. Nissim Eftendi Masliah und des jüdischen Senators Bclior Effeiuli Asehkcnaz.i. die seine guten Bekannten seien und bezeugen können, dass er den Juden durchaus freundlich gesinnt sei. * HIcKtrischc Anlagen In Palüslina Noch bis vor wenigen Jahren war die Elcktriz.itüt im türkischen Reiche verboten. Die elektrische Lieht- und Trambahn-Anlage in Damaskus, die im Herbst 1905 fertig'gcstcllt wurde, war das erste , derartige Unternehmen im ganzen Lande. Dann folgte eine Konzession für eine ähnliche Anlage in Beirut, an welch letzterem Platze auch eine der wenigen Gasanstalten des türkischen Reiches hesteht, und schliesslich wurde Im September vorigen Jahres die von einer englischen Firma nusgcfiihrtc elektrische Beleuchtung der Qrnhino schcc M1111 ammcils ln Medina znm ersten Mnlo m Betrieb gesetzt. Nachdem so das frühere Vorurteil der massgebenden türkischen Kreise vollständig besiegt Ist, dürfte man bald von zahlreichen neuen Kon- VOM ZI0MISMUS•:■: ״Der polnische Zionismus von heule" Einen sehr interessanten Vortrag über ditst» Thema hielt;1111 21. .l.uinar Herr Dr. Sandler in der .,Breslauer Zionistischen Vereinigung״. Her Redner führte etwa folgendes aus; Das Wesen des politischen Zionismus ist durch sein Programm durch• ans festgelegt. Dennoch ist er heute ein anderer wie gestern, in bezug auf Wege, Mittel und Chancen. Die Wandlung, von der neulich die in Marburg vc־• sammelten Rabbiner sprachen, ist eine optische Täuschung, wie die. die man empfindet, wenn 11:;!» im Eisenl'.dm/.ugc an Tclegraphcnstangen vorheiinkrt Mail glaubt selbst stillzuslchcn, während jene still• stehen. Von bedeutsamstem Einfluss auf den G.inc der zionistischen Dinge ist natürlich die Entwicklung in der Türkei. Von allen Möglichkeiten für div Realisierung unserer Ideen ist die uns genehmste ein• getroffen: die neue Türkei, die Türkei in einen! modernen Gewände, vor der alle Welt jetzt Respekt hat und Hochachtung empfindet• Piir die weitert Zukunft ist jetzt am wichtigsten, wie die National(• tätciuTagc sieh gestalten wird, die sehr komplizier! ist mul den Staat unter Umständen zu Grunde rieh• teil kann. Als Utopie muss die Idee eine׳ Ver• s c h tu e I /. 11 n g aller in der Türkei lebenden Natmna• litätcn zu einer homogenen osmanisclien Nation er• scheine״. Zwei Richtungen sehen wir cinaudci gcgeiiiiherstclicn, die zentralistische mul die der De■ Zentralisation, die Partei der J 1111 g t ii r k c 11 mul du sogenannte liberale Partei unter der Führung de! Prinz.cn S a b a 11 c d d i n. Die letztere scheint ictz! im Wachsen begriffen. Auch die Juugtiirken leime» die Idee der Dezentralisation nicht ganz ah. abci sic bezweifeln, dass schon alle Nationalitäten dafiii reif seien. Die Jude« körnten selbst •/.«nächst nichts für s!cl erreichen. Aber für uns arbeiten die G riechen Was die fiir sich erreichen, werde״ wir jedcnia'l auch haben. Wir sehen das schon aus dem Passu betreffend die Schulen in der Antwort auf die Thron rede. Aber unsere Chancen sind viel günstiger a! die der Grieche״. Wir wollen Juden in Palästina, di treue Osmanen sind, fiir die es kein Hinüber n, V,nch irKCntl welchen anderen Staate Kibt. Die Griechen in der Türkei befinden sich abc SCCSCr,1|,»!|SSCn 1"י Slc siml ci״ durchaus m siel eres Element . denen das Griechenland ״übe siebt, wie das türkische Reich. Ihre Kinder werde zn Hellenen erzogen werden, werden ein de Osn ane״ gefährUebes Element werden, die jüdische wmien ׳" יcrdcn 10 Uchc znm Lnru,c crw' *n ״nrd,‘?״s Ncnfahrsartikcl in der ״Nene rimcen ^110ו!°ל n״t sci״c״ interessanten Ausiiili m g I u /rfl ™raj1ssicl1tlichc türkische Entwich T״kCt 8״genommen winde, ist auch fil Wm-'seb Pa?,״'f* S?'י }Vcnn massgebliche Türken der I «״!Uli AJIsdr״ck «chcn. dass die brach liegende könne^Ä* dc? ז. J'nndcs kolon'-iert würden. * können dafür nicht di0 Türken selbst In Betracb (Fortsetzung auf Seite 5fO