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Jüdische Rundschau · 1909-01-22 · Heft 4 (22.1.1909) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 4 (22.1.1909)
Date
1909-01-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Jüdische Kunstgewerbeschule Bezatel In Jerusalem In lirisiinzuii« unseres Berlclitcs In 2 ,,)*ן der ״Jüdischen Rundschau", bringen v׳ir heute noch eine Abbildung von den m der ״Rahmen-Abteilung" des Bczalct borge* stellten Blldcrralimcn. Die kleinen Arbeiten jind so geschmackvoll und modern nusgcflilirt, das» *ie sich als Andenken-Artikel 111 Palästina Kreits nuls Beste olngcfilhrt haben. Sic verdienen cs ober mich, in weiteren Kreisen betonnt zu werden, zumal sic bei ihren ver• iiällnlsnn'issiR־ sehr niedrigen Preisen durchaus geeignet sind, die namentlich ln Deutschland vielfach auf dem Markt vorherrschende llbcr- Rvsclanacklosc Schundwarc zu verdrän-;V11. Damit wäre dem aufstrebenden Kunst* Pnl.'istiuns mul der Erziehung• des l'uhiiknins /.11m Kauf wirklich kflnntfcrlRclicr gtvc!Midier Erzeugnisse Klclclicrinnsscii ge• dient. Der ״Bczalcl" sollte gerade diesen Produkten, ebenso wie den Gold- und Silber* Filigranarbeiten, deren Jüngst clngctroffcnc Proben sehr rusch Absatz fanden, die grösste Aufmerksamkeit widmen. Mit diesen Klclnlg* kcltcn wird der Bczalcl am schnellsten populär* werden und sich auch rasch einen aufnahmefähigen Markt schaffen können. — Das andere Bild zeigt eine Holzschnitzerei aus der Schnitzerei-Abteilung des ״Bczalcl" noch einer Bronze von Prof. Boris Schatz, dem verdienstvollen Leiter der Kunstgewerbe* schule ״Bczalcl", der, wie man sicht, eine eminente Bedeutung für Palästina zukommt. (Wir bitten unsere Leser, den In dieser Nummer enthaltenen Artikel (Iber die gegen* wfirtige Lage des ״Bczalcl" beachten zu wollen I) m,t - Per Streit um Ule Wald eines Cha* 1 cham*Basel»! Hl r Jerusalem nimmt Immer j jfüssi're Dimensionen m» und droht. In ein persön* י liebes י ieziink nnsziiartcn. Jeder Kolcl tritt mit : seine» eigenen Kandidaten hervor und betreibt hart' j wtfkk׳ eine ungezügelte Agitation gegen den Kan* | liidatei» des andern Kolcl. Sowohl die Presse wie { die Sir.isscn und Miirkte sind von diesem unfrucht*; baren Pnrtcikampf beherrscht. Dabei werden alle ׳ einstigen Ocmeindeintcrcsscii im weitesten Masse j vernachlässigt, und cs ist seliwcr abzuscheu,! «1>/11 dieses znm grössten Teile willkürlich aufgc* huschte Parteigezünk iiocli führen wird, wenn nicht nircli das Eingreifen einflussreicher Persönlichkeiten ein zustande kommt. 1 *! Kliiereih. Die Arbeiter der hiesigen, von der \ P.LD.C. iPalcstinc Land Development Company) begründeten Sicdeltmg veranstalteten eine Cha* mikaliicier. der auch Herr Dr. Arthur Rn pp In aus Jaffa beiwohnte. — Der I a 11 ü w i r t c 11 a f 111 c 11 c Betrieb ist in letzter Zelt fast verdoppelt «nrdcii. Sechs Arbeiter sind letzt ausschliesslich mit den Arbeiten in detn zu Klncretl» gehörenden Ini-el-Pseliumc (Ostjordnngcbict) bcschüftlgt. * Jüdische Landwirtschaftsschule ״Klrlath Sefer“ Die jüdische Landwirtscliaftsschulc ..Klrlath SeiVr". die siel» in einer wunderbar schön gelegenen Hegend Palästinas auf detn Boden des Jüdischen NMinmiKmids hei Lydda tan der Bahnstrecke Jaffa* 1crnsaUm) befindet, und die• vor Jahren von Israel Bclkind unter grossen Opfern gegründet wurde, M ict/t crwcliert worden. (Bclkiml Ist einer jener vidin Miidentischcn Ponlcrc, die als Kolonisten nach I'al.istina gingen (Gesellschaft ..U i 1 u") »nid dort ,1•וי• in den achtziger Jahren die Kolonie Katrn'h;(gründet hohen.) Bekind hat eine Reihe neuer t'idi.igcr Lehrkräfte für die Schule gewonnen und m die ganze Anstalt reorganisiert. Unter den neuen Ulircrn sind vor allein zu nennen Dr. Müller aus ''im iiir Naturkunde und Mathematik und der Agro- י om W i | k a n s k y. der in Königsberg seine Studie!» absolviert hat. und der ausserdem als hcbrüischcr >ci!riltstcllcr bekannt und geschützt ist. Diese Schule ''ird von Uem bekannten Kolonisator Palästinas. Baron li d n\ u 11 d von Rothschild, subventio* 1Ji’.rt. Da jedoch der Zuspruch sehr gross Ist, und ‘iie Rothschildsclic Subvention von 5000 Franken jfllir-!di nur einen geringen Teil der Kosten deckt, und Ja sehr wenige Schüler In der Lago sind. Schulgeld «ad Pension zu bezahlen, so wiirc cs wünschenswert, «ws diese Schule auch von anderen Personen und •«eine« unterstützt würde. Unter den Züstinsccn '(י״ Kiriath Sefer befindet sich übrigens auch clno 'n/aiii Pogromwalscn. die selbstredend voll* Mindig mittellos sind. Hin dcutscli-jlldlschcr Land* "irt. der schon eine zwanzigjährige Praxis besitzt, «itd der jetzt In Palästina weilt, schreibt über dlo •^mlc Klrlath Sc(cr folgendes: ..Hin wie guter Kern doch Im Jüdischen Volke für «;n Ackerbau steckt, habe Ich tilgllch In den Bol* Jindxchcn Schule zu beobachten Oelegcnhclt. Es ist wirklich herzerfreuend, zu sehen, mit welcher Lust “nd mit wie regem F.ifcr die Kinder Im Felde ar* «eiten. Schade nur. dass so unzureichende Mittel |ur Entwicklung der Schule vorhanden sind. Klrlath ^ffer entspricht wirklich einem Bedürfnis und sollte überall Unterstützung finden. Von den gegenwärtig ^rtmndcnen 40 Schillern wird sicherlich ein grosser ein vorzügliches Kolonlstcn-Matorlal ab* «eben." p, Zur Beantwortung von etwaigen Anfragen und ,־rtcilung von Auskünften wendet man sich am besten?" Herrn Dr. Arthur Ruppln, Jaffa (Pa• 1ästina). RUNDSCHAU D£R-PR65Se Israelit Familienblatt Hamburg In einem Artikel ״Die deutsche Jiulcnlicit im Jahre 1908" heisst es: ״Wenn so der politische Antisemitismus in seiner reinen Form im letzten Jahre auch keine ersichtlichen Fortschritte, eher eine Schwächung erfahren hat, so hat doch umsomehr der inoffizielle A n tl - sein It Ismus, gcwlsscrmasscn der Anti senil- 11sm us in GIaed 11 andse 111111 c 11, eher zu* als ahgenommen. Es ist geradezu beschämend für das Staatsbürgerin! der deutschen Juden, wenn uns das Jnlm 190S wieder einmal belehrt hat, wie weit und in wie liolic Kreise das antisemitische Empfinden und das antisemitische Handeln gelangt ist. Mau erinnere sich nur an den Falt des Dr. Mnscs-Mannhelm, dom man einen Vortrag in einem wissenschaftlichen Ver* ein versagte, weil man befürchtete, die prcussisclic Regierung werde an dem Namen des Referenten Anstoss nehmen und keinen Vertreter zu der Tagung dieser wissenschaftlichen Vereinigung entsenden. Man denke ferner an die Mnssrcgeluug des Lehrers Brandau, weil er bei der Stichwahl nicht für einen Antisemiten stimmen wollte; man denke an die Auf* forderung der ״Konservativer» Korrespondenz" zur l ן—ע. K waltungswcgc, siel» durch Aufklärungsarbeit etc. etwas ändern lässt. Deshalb klingt der optimistische Schluss, der das ״nicht nachlasscn In unserem zähen Rcchtsvcrlangcn" ankündlgt, sehr gezwungen, und der Autor erhofft offenbar selbst nicht allzuviel davon. 1 ״Jung-Israel“ ״Jung*Isracl" erscheint in No. 5 zum ersten Male, und dann regelmässig alle vierzehn Tage ab* wechselnd mit der ״Literarischen Rundschau", die ebenfalls in Jeden zweiten Nummer enthalten sein wird. Wir bitten unsere Jungen Freunde, die sich so angelegentlich für die neue Rubrik interessieren, um Entschuldigung׳ wegen des verzögerten Erscheinens von ״Jung*Isracl". Der Orund liegt In der Ansamnilung einer grossen Zahl von Berichten etc., die nicht länger wcgbleihen können. In Zukunft werden wir Jedoch regelmässig־ flir die beiden Einlagen Raum schaffen. Red. der ״J. R." Zunz-Stiftung Die Zunz-Stiftung unterstätzt nur diejenigen ungedruckten Arbeiten durch eine Beihilfe zu den Druckkosten, welche In philologischhistorischer Methode dlo Wissenschaft des Judentums fördern. Die Anträgo sind ln deutscher Sprache und begleitet von der ganzen Arbeit oder von einem für eine Be* urtcjlung ausreichenden Teile bis zum 1. Mol 1909 dem Vorsitzenden clnztirclchcn. Für 1909 sind 2000 Mark verfügbar. Berlin, ßcndlcrstr. F. LI e I) c r m a n n, Vorsitzender. 10. Jnnuar Dr. 1909. H. V. Simon, Justizrat. Friedrich Lenz Kontingentierung Jüdischer Akademker, d. 11. an dlo Forderung der Konservativen, das russische Prozen• tualsystcni auch in deutschen Landen olnzulühron. Man denko schliesslich an die Enthüllung des Professor Schücking-Marhurg und die Massregclung die* scs Gelehrten, well er einem Jüdischen Referendar zu seinem Rechte verliolfci» hatte. Dieser letzte Fall reiht siel» ein In das leider noch Immer K'cllbto prcussisclic Verwaltungssyatcm, das, wie la bekannt, vielfach den Juden das verfassungsmässige Recht vor* enthält. Noch Immer ist auch im letzten Jahre ln dieser Hinsicht kaum eine Besserung zu verzeichnen.״ Das Blatt gibt sich kaum der Hoffnung hin, dass an diesem viel gefährlicheren ״Ascmltlsmus", der all* mählichen AusscliHcssung der Juden auf dem Ver* Am Freitag, dem 15. Januar 1909, Ist Herr Friedrich Lenz, Mitinhaber der Druckerei F. Lenz u. Co., Im 45. Lebensjahre gestorben. Redaktion und Verlag der ״Jüdischen Rundschau", die seit acht Jahren In der Offizin von P. Lenz u. Co. Iicrgcstellt wird, haben die liebenswürdige und sym* pathisclic Persönlichkeit des Verstorbenen in lang- )ührlß'cm Verkehr kennen zu lernen Gelegenheit ge* habt und sprechen auch an dieser Stelle der Familie und der Firma ihr aufrichtiges Beileid zu dem schweren Verlust aus. AUSD6N 66M£1riD€N Dl• Mitarbeit unierer Leier «n dleier Rubrik Ist beiondtr• ..erwUnicht.-— . Berlin. Der ״Verband der Sabbathfreundc" sendet uns folgende Mitteilung, der wir gern Raum geben: In der nächsten Woche gehen ln Berlin rund 42000 Geschäftsinhabern aller Branchen von» Magistrat Fragebogen zu. Diese sollen dazu dienen, fcstzustcllcn, ob die Berliner für oder gegen olno Erweiterung der Sonntagsruhe im Kleinhandel sind. Die befragten Geschäfts* Inhaber werden um bestimmte Angaben Uber Branche, Umfang und Betrieb des Geschäfts ersucht und um genaue Acusscrungcn darüber, wie sie dlo Aus* dehnung der Sonntagsruhe geregelt wünschen, oder

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