Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1909)
- Date
- 1909-01-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 30. .1 GDI SC ii E R U HD.SCJIAU No. .1. die Gemüter in unsere•• •Stadt unlängst sehr erregen• den S c 11 ii e 111 a 11 g e 1 e g c 1111 c 11 hat die Synagogcnverwaltung mit Erfolg ciiuccirriffcn• Was mm im allgemeinen die Pflege Jüdischer Gesinnung au• betrifft, so ist zu Gunsten des Zionismus gegen früher eine merkliche Besserung zu verzeichnen. Alan ist unserer praktischen Arbeit durchaus freundlieh gesinnt. Der letzte Jaliresriiekblick der .,Strass• burger Israelitischen Wochenschrift“ spricht von dem blühenden Vcrciuslchcn, das fast allein im Ulsass im hiesigen jüdischen Turnverein, dem Jüdisch• literarischen Braiicnvcrcfii und der zionistischen Ortsgruppe herrscht, er hebt besonders die Ver• dienste des Hundes Jüdischer Korporationen, dem bekunntlich der V. J. St.-Strassburg angehdrt, hervm•, und beschäftigt sich mit der jüdischen Arbeit der Zionisten und des Hilfsvercfns in Palästina. Trotz, des prinzipiell abweichenden Standpunktes muss jeder, der über jüdische Arbeit heute beachten will, immer wieder auf die von den Zionisten geleistete Arbeit zurückknmmen. Audi die entschiedensten Gegner können ein Gefühl der Achtung vor ihrer :;ufopfcrtiiigsvnllcn Tätigkeit mul Worte der Auer- Keimung: filn ihre Erfolge nicht mehr unterdrücken. In ganz Strasslmrg lässt sieh ohne die wenigen tätigen Zionisten, meistens Studenten, kein blühendes jüdisches Vcrciuslchcn konstatieren; wo nur einiger, müssen ein Erfolg ist, lässt er sielt auf zionistische Arbeit, zionistische Kräfte zitrückfiilircn. Bczetchnciid ist z. H., dass ein hiesiger jüdischer Literatur• ve*ein trotz vorhandener Geldmittel, Hibliotlick und ansehnlicher Mitglioderzahl nur kümmerlich vegi. tiercu Kanu, und ein Wiederaufleben nur möglich ist, wenn die Zionisten sich seiner aimdnucn. Slerenz. (Ulsass). Her in der hiesigen israciitisehen Gemeinde nusgebn •diene Synagogen• streik ist heute nach fast sechs Monate 11 noch im gleichen Stadium, denn seither besuchen von 25 Gcmeimlcmitglieiicrn mir 4—5 die Synagoge. Es wäre nun bald an der Zeit, dass das 0 1» er• vlsässische Konsistorium friedlich ein• lenken würde, indem es den hiesigen Oenieimlciuitgliedern die Berechtigung gäbe, ihren Vorstand zu w ä 11 len, wie verschiedene andere Gemeinden in letzter Zeit auch taten; ״der bestehen vielleicht für die hiesige Gemeinde Ausnahmegesetze? Oer bis• herige Vorstand, mit dem die meisten GemeiuUcmit• glieder aus triftigen Gründen unzufrieden sind, wurde vor neun Jahren vom Konsistorium ern a ח n t. Stimmen durften wir hier noch nie, obwohl schon zu verschiedenen Malen ein Gesuch an das Konsistorium sowie an das Kultusministerium gerichtet wurde. Wir fragen uns. wie lange dieser Zu• stand eigentlich noch dauern soll! xy. (Die Verhältnisse in dieser ״kleinen Gemeinde" scheinen in der Tat recht eigenartige zu sein. Vielleieitt hilft da die Ocficntlichkcit dazu, dass einmal Ordnung geschaffen wird! Red. d. 1״. R."l Köln a. Rh. Hie .,.Indische Lesehalle*‘, die von der Zionistischen Vereinigung• am 1. Hezember v. .ls, in der Petcrstr. No, 3 I. eröffnet wiOde. ist im verflosseiicn Monat von •121־ Lesern besucht worden. An Samstagen und Sonntagen erreichte die Besucherzahl die Hohe von J5. an Wochentagen schwankt dieselbe zwischen ר mid 20. Der erste Monat hat bewiesen, dass diese Einrichtung für die in Köhl Jchcndcn. hcsoiidcis für die ausländischen Jaden, eine direkte Notwendigkeit war. wie der Besuch zeigt und auch die Sympathiebczeiigungcn. die dem Vorstände v״;• verschiedenen Seiten aus zugingeii. In der Lesehalle liegen gegenwärtig etwa Ml vcr.schiedenc Zeitungen auf, die. wenn die Mittel es erlauben, uoelt vermehr! werden sollen, und zwar deutsche '■ agcszeitimgen, iiidisehe und hebräische Tages• z.eituugen. jüdische Wochenschriften, jüdische Monatsschriften, Zeitungen und Zeitschriften Immoristij sehen, belletristischen und allgemeinen Inhaltes, sowie kaufmännische Zeitschriften. Dur,eh eine j grössere Schenkung von l׳’rau Höllenstein wurde 1 ferner die Grundlage für eine Bibliothek gelegt. Die I Lesehalle ist geöfinet täglich von Uhr abends.! freitags und Samstags von 7 Uhr ab. Samstags ferner von 1—4 Uhr und Sonntags von 3-5 IJlir iiiiehmittags. Görlitz. Eine hochherzige Schenkung hat anlässlich seines 70. Geburtstages Herr Babrikbesitzer Sally Hcymaim det hiesigen Synagogengemeinde zugewiesen; er stiftete zum Bau der neuen Synagoge die Summe von 30 000 Mark. Schweiz (Westpr.) Am Sonntag fand auf dem Ericilhofe der jüdischen Gemeinde die Einweihung tkr neuen, schönen und geräumigen Leichenhalle statt, welche der hochherzigen Spende des hier ver- slorbcncn Herrn Gcrson Rosenberg und seiner letzt in Stettin wohnenden Ehefrau Adeline Roseuhcrg zu verdanken ist, die mit ihren Angehörigen zur Pcier erschienen war. Antwerpen, Unter grosser Beteiligung der hiesigen jüdischen Bevölkerung Ist vor kurzem der Neubau der Jüdischen Reohtcliulo ciugosveilit worden. Herr Direktor Dr. M i rkin, unter dessen vortreff• llelier Leitung die Schule in jeder Beziehung empor• geblüht Ist, hielt die Pestrede, die nach Inhalt und J'orm hervorragend war. Der Redner hezeielmete als Programm der Jüdischen Realschule die organische Verbindung der gründlichen Kenntnis des Judentums mit wahrer moderner Bildung. — Diu Eröffmingsrede hielt der Präsident des Schulvorstandes, Herr Sally Wolff, dessen unermüdlichem Eifer der prächtige Schulbau zu danken ist, da allein durch seine ungewöhnliche Energie alle Schwierigkeiten überwunden wurden. Wohlvorgctrageite Chorgesänge des Scbiilerciiors und kunstgerechte, ja zum Teil entzückende Deklamationen einer grösseren Anzahl von Schülern in hebräischer, französischer, vläniiseher und deutscher Sprache lieferten den sicheren Beweis, dass die Jüdische Realschule Grosses leistet. M, G, zioMisriscfje eet/eeuMG MiifeiIun0cn des Zenlralbureaus der Zionistischen Vereinig, für Deutschland 1. Wir beabsichtigen, nach dem Muster der in der vorigen Nummer veröffentlichten Mitteilungen aus M ii n e h e n und Königsberg i. P r. (siehe No. 2 ״Vercin.s-Rundsclmu“) in regetmassigen Zsvisclienränmen in der ״Jüdischen Rundschau" eine Aufstellung zu publizieren, welche die im Lame des Monats sattfiudctulen Veranstaltungen, sowie Ort und Zeit der r ege I ,- m i\ s s I g e 11 Z 11 s a m in c n k Ü11 f t c der Ortsgruppen und Vereine enthält. 2. Rechtsanwalt findet in einer kleinen aufblühenden Industriestadt (Amtsgericht) in der Nähe von Cassel gute Praxis. 3. Praktischer Arzt könnte •sielt in einer kleinen Industriestadt in der Nähe von Cassei nicderlasseii. Niihvre Auskunft erteilt das Zionistische 1 Zeutraibureaii, Ucrlin-Charlottenburg 2, Bleibtreustr. 49. Nationalfonds-Kommission für Deutschland Zur Verstärkung der Arbeit für Jeu JiUliselien Natiomdimids in Deutschland lut das Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland eine Nationulfoiuls-Kouiiulssion für Deutschland mit dem Sitz in Berlin eingerichtet Der Kommission gehören die He yen Dr. Adolf 1' r i e d c 111 a n 11. Prolessnr Carl Lcwin, Max Wo llst einer. Dr. Hadrian und Martin Sehren er an. Alle Zu- Schriften für die Kommission sind an die Adresse des Zionistischen Zentrnllmreaus, Bcrlin-Cbarlottenlnirg 2, Bleibtrcust 19■ .׳ zu richten, Geldsendungen für den Jüdischen Nathmalfomls sind dagegen nach wie vor ausschliesslich au Herrn Alax Wollstcincr, Berlin- Cliarlotieithiifg •1, Sybdstr. 51) zu adressieren. Postwerlzeichen-Sammelstelle des J.-N.-F. in letzter Zeit sind mir wieder mehrere Pakete nur deutscher kursieren d e r At a r k c n der niederen Wertstufen zugegangen. Ich mache darauf aufmerksam, dass sieh das Satntncln dieser Marken in grössere» Mengen nicht lohnt, da der Wert derselben nicht einmal das dafür »!»gewendete Porto erreicht; nur die höheren Werte davon sind branclibar und zwar von 20 Pi. au. Jedoch habe ich für E i s e 111! a 1111 - M a r k e 11 mul •S t c in p e 1 - marken gute Verwendung. Ich bitte int Interesse des Nationalfonds stets um recht gute Marken- Sendungen, bitte aber, die Marken nicht zu bündeln. Dr. Julius 1.0 c \v c n 11 e i »1.!*ersonutia j Herr Rechtsanwalt Dr. Arthur liantke hat < sicli mit Prl. Edith Heymann, Tochter des verstorbenen Jnstizrats Hcymaim. verlobt. — Es )Hesse I Eule» nach Athen tragen, wählen wir 111er nui die Verdienste des Herrn Dr. Hantkc um die zionistische Sache und «an־/, besonders um die zionistische Orgasation in Deutschland näher cingchcn. Dr. Hantkc hat in der ״Z i 0 n l s 11 s c h c 11 V e r c i n i g u 11 g für 1) e 111sch 1 an d" —• er ist bekanntlich seit .Inhnen Vorsitzender des Zcntralbnrcaus der Z. V, f. D. — und in der .,J iid isc 11 cn Rundsc 11 au", deren Erwerbung und Erhaltung ihm nicht zuletzt zu danken ist, eine zionistische Arbeit geleistet, die selbst tiir ihn spricht. Wir sprechen dem Brautpaar mich au dieser Stelle die herzlichsten Glückwünsche aus. uciNcina-KuriDSCH* t)lo RchrtlUÜUrct• der Vereine worden ßcheicn, nie l'e mPgllelus tnnnp zu Inltcn ■ind de stets rechtsel'M Maouukrlpto nur auf alnnr Sotto bosohrolbt douttloho QoHntft J Berlin. Mit Beginn des Jahres Hat derlsrnclltl Eoribllduiigsvcrclii ״Moiiteliore" die Reiitc seine Vorcinstokul, Gips-Strasse 12a, stattfindenden L vortriige wiederum vermehrt. — Zu den bishci Ix'hrvorträgen: Sonntag, VI5- Vir» Uhr na ״Psalmen'*, Herr Dozent Dr. W » 111 g e m u 111; Dienstag, 9—• 111 Uhr abends ״Das jüdische Gebet", Herr Rabbiner I)r. Munk; Ercitag, E!9—,׳St 10 Uhr abends ״Mischnah'*. Herr Rabbiuci Dr. Biberfcld; Sabbatli, U!12— Eil Ulir vorm. ״Chaie Odom‘־. Mitgliedcrscliiur; treten iiitch hinzu• Sonntag, ,/»j-'/tS Uhr naeliin. ,,Hebräische Spraclistimdc**, Herr ()!»erlchrcr Carlebach; Sabbatli. E13 •ü4 Uhr nachm• .,Talmud'*, Mitglicdcrschiiir. Zu allen Lehrvorträgen sind Gäste licrzlichst willkommen! Berlin. Buntes Leben und Treiben, freudestrahlende Kindcrgcsichlcr und Kimlerjiibel eriitlllcn am 29. Kislcw den weiten Pestsaal in der Neuen Briedriehstras.se. Kein Wunder, Chamikali, das lielit- und weihevolle Pest, hatte über 200 jüdische Kinder zur frohen Ecicr in die ״Jüdisch-Nationale!׳rauen- Vereinigung" gelockt, nach altgewohnter Welse die Erinnerung au Gottes Wumlpr und Volkesgrössc zu feiern. Die durch und durch jüdische, das religiöse mit dem nationalen Gefühl verknüpfende Weiheredv des Herrn I)r. Emil Lcvy, welche zudem den echten Griindton tiir das Kindcrliorz traf, fand ihren Schluss in dem Cliamihah-Liclitbeiisehcn, vereint um dem freudigen ״Moa11ss-Zur"-Gcsang. -־ Ein sinn• reiches Eestspicl, der Wettstreit zwischen Chanukal! und Purim, geschlichtet durch die Gerechtigkeit, inte;׳• cssierte die kleinen Zuhörer nufs Höchste, die daran! die Kaffeetafel verlicssen, um mit einer Piiloimahc den übliche» Kinderball zu eröffnen. Hübsch׳. Chaimkahgcschciikc überraschten ausserdem unsere kleinen Gäste, die gewiss vollauf befriedigt tu! geistigem wie vergnüglichem Ecstgciiuss die ״Jüdisch• Nationale * am Abend verlicssen. Königsberg 1, Pr. Die Z i o » i s 11 s e 11 v Vei e i n i g 1111 g veranstaltete am Donnerstag, den 24. Dezember 1)s einen Rezitationsabeml. an den. jiingjüdisehe Dichtungen zum Vortrag gebracht wui• den. Zunächst las Dr. Atoscs die Herzlschc Et• zälilmig ..Die Meuorab". in der in sinniger Art um! Weise das allmähliche Aufglimmen des natioiiaUn Lebenswillens im jüdischen Volke symbolisch darge• stellt wird, ferner mehrere Gedichte des iimgjüdisehe.i Lyrikers Morris Rnsciifcld, in denen die verzweifelte Goliisstimimmg. die den Dichtungen Roseniclds ihren Grundton verleiht, zu tief ergreifendein Ausdruck gelangt. Den Abschluss dieses Teils tk- Programms bildete das mit zündendem Pathos vor• getragene Kampflied au* der Gediohtsanmilum. ״Juda" von Börrics von Aliiuclihaiise«. AB• dann brachte Erl. O uh er mann, eine talentvoll junge Kunstnovize. mit feinem Verständnis und elm• raktcristischcr Vortragsweise melircrc Novellen vo, Sclialom Asch zum Vortrag. Den Beschluss In!• deten zwei von Herrn Alba 1:1 mit vielem llmin!: voigetragene Novellen des jüdischen Humoristen S e 11 o I e 11! A I e i c 11 c tu , der dem westeuropäischen Lcseiuiblikiini noch fast gänzlich unbekannt ist. Dain grosser Zahl erschienene Publikum liess sämtlichen Vortragenden lebhaften Beifall zuteil werde». Königsberg I. Pr. Die Wohltätige Gesell• sehaft in Königsberg wird Ende Januar das Best des l(H1 jährigen Bestehens feiern. De; Verein ist im Jahre 1S09 aus der bekannten Berliner ״Gesellschaft der Freunde** hervorgegange« und erfüllt seitdem in der Königsberger israelitischen Gemcittdc sehr hohe Aufgaben. Die Wohltätige Ge• Seilschaft unterstützt bediiiftige Glaubensgenossen m sehr beträchtlicher Höhe und sorgt für den Unterricht armer Kinder, sie gewährt Stipendien bei Erlcrmuu von Handwerken mul bei Studien. . •׳uitiy #.»! ilnsscu sind, ist sie in der glücklichen Lage. 1 überaus segensreiche Tätigkeit zu entfalten bildet somit in unserer Stadt einen wesentlic EahtoY m suzvMct Beziehung. Die Jnhelicier v Sonnabend, den 30. Januar, durch ei Ecstgtittesdicnst in der Synagoge eiugclcitet wcr< Au demselben Abend findet, ebenfalls in t Synagoge (B ein grosses öiicntliclies Kon statt, in dem neben Orgclvorträgen des Organi: Emst Bevor Aufführungen gemischter Cborsvc das Wendel-Gnartctt. Ernst Wendel als Solist Orgcihcglcitung, sowie die Sängeriiuien Erau P. Rabovv-Wohlgcnuitlu Fräulein Berta Biller ihre i Wirkung zugesagt buhen. Da bei dieser Gelcv heit znin ersten Male in dem schürn•» Mummten bau der Synagoge mit ihrer vortrciiüche» Aku ein öffentliches Konzert gegeben wird, .so dürfte in weitesten Kreisen eine grosse Anzicliiingsk aiisüben. In den nächsten Tagen wird das Progra dieses Konzerts veröffentlicht werden, der Kar verkauf findet In der Musikalienhandlung von Jliterboek, Prinzcssiiistrassc, statt. Das Jubel wird Sonntag, den 31, Januar, durch ein Beste.' der Mitglieder der Wohltätigen Gesellschaft und geladenen Gäste beschlossen werden. P01! n. Die National-jüdische Brau Vereinigung veranstaltete tun 22. Dezember 1 ein Clmiiukah-Kiiulerfest, das sich überaus reger tciligimg zu erfreuen hatte. Mit dem Gesänge Liedes ״Mit vollem Klang aus froher Brust" zog י