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Jüdische Rundschau · 1909-01-08 · Heft 2 (8.1.1909) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 2 (8.1.1909)
Date
1909-01-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seile in. J o I) j s C 11 [ •: RUN n s C H A U No Die berichte des von der Jahrcskoiiicren■« einj gesetzte» Finanzausschusses ,״:ui der Ku;!> | itiission zur Aendcrmig der Geschäftsordnung wur- , de:'■ eingehend behandelt und die ־״;,*..re Häutung ciiiiger Pmikto ungeordnet.! Das L. A.-K. beschloss ferner, eine grosse j Aktion ״..* den Verkauf von Aktien der j Jüdische» K 010 n i a 1 b a n k und insbesondere j von solchen der Anglo Palcsliiic Company cimat-! •-(M״! * » •*»'■* | Es wurde beschlossen, das Grosse Aktions• ן Komitee auf den IS. und 16. Mürz nach Kühl 01117.11• berufen. Gleichzeitig sollen Sitzungen der Dank, des! NatiouaKonds usw. stattfinden. ן I Neunter Delegierten!«)(] \ des Niederländischen Zionisfenbundes Am JO. Dezember 1908 fand ln Amsterdam! der neunte Dclegiortentag des Nicdc'rläudiscticu; Zioiiistaibuiuks statt, der von etwa SO Delegierten besucht war. Nach Eröffnung durch •den Vorsitzenden. Herr S. Seel i gm an 11 und dem durch Herrn S. Hoof i d 11 erstatteten Jahresbericht, der einen! guten, wenn auch langsamen Fortschritt konstatierte, laml eine längere Debatte über einen Antrag Polak- Pool-dc Liane statt der schliesslich mit einer geringen Acndcrimg angenommen wurde. Der Autrag, der sieh au das Engere Aktions-Komitee wender, betont den das ganz jüdische Volk umfassenden nn.l demokratische» Charakter der zionistischen Bewegung und riigt einige vorgebliche Missstände, um deren Aufklärung mul Publikation das E. A.-K• ersucht wird. (Wir werden auf diese Angelegen- « heit evtl, noch /urückknimneii. D. Red.) Zum Vor- ' sitzenden des Bundes wurde Dr. S. Franzic» , Beerenstein (Haag), zum Schriftführer Dr, D.! C o 11 c 11 (Dcveiiter) zum Redakteur des Bundesorgniis A. B, Klecrcknper gewählt. Die Adresse des Hundes ist ״Niederländischer Ziouistenhimd," D e v e n t e r (Holland). Mitteilungen des Zentralburcuus der Zionistischen Vereinig, für Deutschland; Den vcrchrlichvn Ortsgruppen miü Vertranciisniänneni ist in d;esen Tagen ein Hxeniplar des neuen SclicUcl-Aiifruies zur Ansicht zugegangen. Wir bitten, soweit dies noch nicht geschehen ist, uns!!’?Stellungen auf dieses Flugblatt 11 m gellend zukointnen zu lassen. , 1011 l:\cinplare kosten zusammen mit Postkarten 1.50 Mk. AUS D€N Ö6M€IMD€M Die .Mil.irbvit unserer Leser .־in dieser Rubrik Isi iiesoiulers erwünscht. Berlin. Am (. Jaimar, dem 12.1. Todestage;M o s c s M e!1 d c I s s 0 b 11 sollte eine Büste des Geleinten im Vorgarten der Indischen Knabenschule, Grosse iiamburgerstr. 26. enthüllt werden. Das Denkmal das aus einem hohen Dolomitsoekel mit DrnnzchOstc bestellt, ist jedoch nicht Rechtzeitig fertig geworden, und erst l'.mlc dieser Woche wird die Arbeit von Professor Lieberniaini abgaioimiicii werden können. Alsdann soll die Enthiihuiig des Denkmals au einem noch zu bestimmenden Tage er* folgen. Kusel (Oberschlesien). Am 29. Dezember 19(18 wurden im Ratliatise unter Vorsitz des Bürger• mcisters Kremser die Renräseutaiiteiiwahlen für die iiiesige Svuugogcu-Gaiicindc fiel »lässiger Be• teiligmig abgclialtai. Für eine .sechsjährige, bilde I9N ahlaiifemle Auitspcriode wurden die Herren Samuel Seidannnii, Slgmiiiid Boss, Simon Berger und Heinrich Capaimer als Repräsentanten gewühlt. Aus der Neuwahl der Repräsentanten Stellvertreter gingen die Herren Brauer Kosel-Odcrhafcn, Brust Pollak und Max briedmaim-Koscl hervor. München, Ikv PrUw.Yegcm hv»\ ־aaVass'ne'n des Neujahrsfestes den I׳‘abrikl1csitzer Karl Wasserin a 1111 in München zum Kgl. baver. Kommerziellrat. den Rechtsanwalt Herz fehl er zum Justizrat ernannt; dem Rabbiner Dr. Werner wurde der JMieliaelsorilai •I. Klasse verliehen. Mainz. Am 17. Dezember 1908 fanden die Neuwallten von drei Mitgliedern des aus fünf Personen bestehenden Qcincindcvorstandcs statt, die manche leider charakteristischen Vorkomm- ״Isse zeitigten. Herr Sicgimmd Cohn, dessen Amtszeit »!}gelaufen war, und der sich allgemeiner Sympatiiic erfreut, wurde wicdcrgcwählt. Die beiden anderen Vorstandsmitglieder, Herr Justizrat Dr. Perdinarid Phil. Mayer und Herr Justizrat Dr. Oppenheim, deren Amtszeit noch nicht abgclaufcu war, legten ihre Aemter freiwillig nieder, und zwar ersterer. weil sein Sohn sich kürzlich taufen Hess, und letzterer, weil sein Sohn angeblich dasselbe beabsichtigt. Neugcwählt wurde Herr Jusfizrat Dr. Max Löh, der durch sein vortreffliches, von jüdischem Selbstbewusstsein getragencs und aucli der zionistischen Bewegung Anerkennung zolloiidcs Referat auf, der Frankfurter Tagung des Verbandes Deutscher Juden weiten Kreisen als begeisterter Jude bekannt geworden ist, mul der vielen jüdischen Fragen sein Interesse und seine Kraft widmet. Die Wahl des dritten Vorstnudsmitghcdcs \v;.r eine iiviss 1111!.‘trittaic. Justizrat Dr. Mayer hatte trotz der Taufe seines Sohnes, seinen Schwiegersohn Dr. Leopold Mayer als Kandi* dateii präsentiert, was denn doch allgemeinem Miss• fallen begegnet, so dass diese Kandidatur alsbald zurückgezogen wurde*. Dann stellte man Herrn binil Lüweiisberg auf, einen Mann, dessen Name bisher mit Jüdischen Dingen irgendwelcher Art in keinerlei Beziehung stand. Dem selbstbewussteren Teil der Gemeinde, der bei dem Vorstände etwas mehr als nur den Besitz eines gewissen Vermögens verlangt, war diese neue Kandidatur zu farblos, und; man stellte als Gegenkandidaten Herrn Ludwig j Krotienberger auf, einen kräftigen .Selfmademan mit ן jüdische» Bewusstsein mul inanciieii anderen; schätzenswerten jüdischen Charaktereigenschaften. ״Gott schütze mich vor meinen Freunden" mag Herr j Kronenberger sagen, denn die A g i t a t i o 11 mit un- י vernünftigen Flugblättern etc. erfolgte so 1111 gej s 11 i c k t und »»zulänglich, dass die grösste Ver- wirrnng entstand, Kronberger unterlag, Lüwcnberg ■ wurde gewühlt. — Bezeichnend ist ein Umblick, , zu dem gerade niese Wahl lockt, in denjenigen! Mainzer Familien, deren Väter und Grossväter in! den letzten JOD .fahren dem Gcmciiidcvorstaud anj gehört hallen. Fast keine Familie, ,in der keine 1 Täuflinge vorhanden sind, v i e,ly. Fa 111 i i i c 11, die ii 11 e r 11 a 1! p t k c i 11 e .1 u d c 11 m e 11 r aufw eisen! Audi der Grossvater des Staats* sekretürs D ein barg war ja einst Mainzer Gcnieiiulevorstaiul. Wird es so weiter gehen, oder wird unsere bewegte Zeit eine Aenileriing bringen? lfannover. Urner Anteilnahme der weitesten Kreise beging Sc. Hhrwiirdai Herr Laudrabhiucr Dr. (ironaiiaiiu, wie bereits kurz in Nr. I berichtet wurde, am 24. Dezember sein 25jältrigcs Amts- •iibilüiim als Landrabbiner von Hannover. Am Fahbath fand in der Synagoge, die prächtig mit Bliiuieu 1111U frischem Grün geschmückt war au feierlicher i־cstgottesdienst statt. Der Jubilar betrat selbst die Kanzel mul in formvollendeter Predigt, die ein Meisterstück moderner Kaiizdbercdsamkeit gaiamit werden muss, flilutc er aus, wie er seinen Beruf als Rahbincr, als Leiter der Gemeinde Banuover und als Laudrabhiucr seiner Bezirke aufgcfasst habe. F.r halte sich für die Thora verbürgt, er wolle die religiösen Heiligtümer auch so wieder abliefern wie er sie erhalten halte. Die Gemeinde sei aber eine Miistergaueiiutc durch ihre F. i 1111 r i t geworden. I!r halte sieh stets älter die Parteien gestellt mul die Einheit der Gemeinde in religiöser Hinsicht zu hallen gesucht, wie er sie als grosses Frlte seines sei. Vorgängers Laudraltlt. Dr. Meyer übernommen halt••. Die eigentliche Feier fand Sour.- tag im Hause des Jubilars statt. Dort versammelten sich am Vounittage liehen vielen Gratulanten aus allen Kreisen der Gemeinde, die Vertreter aller Geineiiuleii, der Korporationen usw׳. Die Feier wurde eingeleitct durch herrlichen Gesang des Männereliors der Synagogciigcnieindc Maiumvcr. Für die Gemeinde Hannover sprach ihr Vorsteher Herr Justiz!1 ־t Wolter Der Redner schloss seine herzliehe, warme und formell klassische Ansprache mit dem Wunsche, dass Dr. Gronemami der Gemeinde in körperlicher mul geistiger Frische allalle» bleiben möge und überreichte namens der Gemeinde ein kostbares Silhcrgexcheitk. Der Chor sang darauf das Lied ״Danket dem Herrn", — Herr Jako!) Berliner gratulierte sodann im Namen des Woldtütigkeitsvereins der Gemeinde mul überreichte eine Adresse und ferner eine Urkmule über eine aus Anlass des Uhrentages ins Leben gerufene 0 111 0 ׳ c m a » 11 - S t i f - tiing. die seinen Namen in der Gemeinde erhalten solle. Dr. Mündlich», der Arzt des Wohltätigkeitsvereins, gratulierte namens der Kranken, Sar* torius Rein hold namens des Kuratoriums und des Vorstandes dev ILzieHuugsaasVaU Ahlen. Die Vorsteiler der Gemeinden der Bezirke Hannover, Lii11c• bürg, Stade hatten ihre Glückwünsche in einer kirnstvollen kostbaren Adresse medcrgclegt. Der Verein jüdischer Lehrer in der .Provinz Hannover iiatte ebenfalls eine Deputation gesandt, die eine kostbare kunstvolle Menorah und eine herrlich ausgestattde Adresse überreichte. Alien diesen sowie den zahlreichen Deputationen, die noch W'citcr folgten, anwoi'tcte der Jubilar in herzliche» mul formvollendeten Worten. — Audi die zionistische Ortsgruppe hatte eine Deputation entsandt. Herr Referendar Dr. L ö h hielt eine Ansprache, in der er betonte, dass in diesen 25 Jahren mancher Sturm über die Jüdische Gesamtheit dnhingchraust sei. Der Zionisums wolle nicht nur de» iiidischeu Stamm regencriaen; auch die Renaissance des Juden- 111ms halte er auf seine Faliuo geschrieben. Der Jubilar dankte und betonte, dass er. obgleich er kein Zionist sei. von Anfang־ an, wie heute die meisten seiner Kollegen, dem Zionismus das richtige Inter* esse und Verständnis cntgcgcngcbraclit habe. Der Zionlsnuiu.s habe Verdienste um die Erhaltung des Judentums, er habe auch in anderen Kreisen wieder Begeisterung geweckt und darum wünsche er, dass ■seil alle diese Kreise ziisaiiiinciiiimlai mögen zu geinciiisamcr Arbeit für das Judentum mul seine heilig, sten Güter. Vom Magistrat der Stadt Hannover war ein kostbares Bliimainrranganuit und ein herzlicli gehauenes Schreiben cingcgaiigai. Ausserdem Iiatte bereits am Sonnabend eine Deputation eine Ergebeuheitsadresse überreicht, die vo» liiimlertcn vo» Oauciiidanitglicdaii unterzeichnet war. Am Nachmitlage fand im Konzcrtliaiisc ein Festdiner statt, au dem als Vertreter des Regierungspräsidenten Oberregicrmigsrat Gr ns hoff und als Vertreter des Magistrats Senator Fr ick tcilnahmcn. Nach emllosen Toasten dankte der Jubilar in bew egten Worteil fiir alle Ehrungen, die für ihn von um so grösseren Wert seien, als sie nicht :1111 das Gebot von einzelm.11 Männern oilcr nur als Zoll an die allgemeine Sitiu ihm zu teil geworden, sondern weil die Anregung dazu aus den: Schosse der Gemeinde erfolgt sei und auch diu anderen Gemeinden aus siel! heraus der Hingebung ihres Herzens folgend, diese Feier veranstaitet hätten. -- Nach der Tafel veranstalteten die Kinder der Ahlcmcr Hrzieliungs-instalt und die Religionssehiiler einen herrlichen F a c k e I r c i g c 11 jin dunklen Saale. Hin Kiuiiiensüiigcr-Clior trug hübsche Lieder vor. Dann konzertierte ein Jugend• orehester, und den Schluss bildeten lebende Bilder, und zwar nach Oppeulicimsciiai Gemälden zu Genen Fräulein Paula K a t z e 11 s t e i n m vollendetster Weise den verbindenden Text sprach. Darauf richtete Rabl». De. B c!1 r c n s Güttingen nochmals einige Worte an den Jubilar, und Rechtsanwalt Saiimiy G r o 11 e in a 1111 * Berlin dankte dem Festausschuss hu Namen der Familie. Die herrliche P'cicr wird allen Teilnehmer» unvergesslich bleiben. Möchte sie auch dazu lieigctrageu haben, dem hoelivorelinai Jubilar neue Kraft und neuen Mut zu ״eben, ihn mit freudigen Vertrauen zu Märken für sein schweres Amt, das er noch lange Jahre zum Heile lies Judentums verwalten möge. L. Wegen Raummangel musste» leider in letzter Stunde die ״Literarische Rmidscliau“ und eine Anzahl anderer Berichte etc. wcggciassc» werden. An unsere Abonnenten Wir bitten alle dlcicnlgen Abonnenten, die de« Abomiamiaitshclrag fiir das I. Quartal 1909 noch nicht bezahlt haben, dies mngohaid zu tun. Alle Betrüge, die bis zum 15. Januar nicht cingcgujgc« sind, werden am 18. d. Mts. durch Nachnahme erhohen, was 30 Pie. Mehrkosten verursacht. Verlag Jüdische Rmidscliau, E. G ui. h. H. Berlin SW, 68, ZiintuerMr. 77. wcnc1no1־tunuotl1i4L f)ic StltiidllihH11 .׳er Vereine wertlcn geheien, die Ik -ci, muglielns knapp?u lialicn 11 ml mc Meis refln/eiue ein/nsv׳! v Manuükrlpto nur auf oln״r Solto bo«chralb«nr douilioho Sohrift! 1 Berlin. Hiuc ausserordentliche Gaieraiversaimi bmg der Berliner Zionistischen V e 1׳ e i n i g u n g findet am Dienstag d c 1» 19. I niiar 19(«9.י i» D r : ־, s c l s Festsülen. Neu Friedriehstrassc .15 9 Uhr ־abends »riizise. Mat 1׳'a g csur d 11 u 11 g: Antrag des Vorstandes ai Erhöhung der Beiträge auf 12 Mari Zutritt haben 11 u r M i t g I i e d e r der Berlins Zionistischen Vereinigung. Bei Hm He r z I * K I u b. Durch einen Irrlu war als Beginn des Pa 1 ü s t ina - Z v k l us (Ri Herr Davies T riet sch) der 27. Januar h zeichnet, während er bereits am Donnerstag, de 7. d. Mts. seinen Anfang nahm. Der /.weil A beud. der sehr interessant zu werde» versprid :iudet am Donnerstag, dem H. Jauuu abends 9 Uhr, im Lokale des Klubs, Uorm.umstr. ׳Bin, Burse) statt. Damen mul Herren, die m׳ noch daran zu beteiligen wünschen, sind als Gä> willkommen. — Ein dritter Abend ist für den 21.' Mts. in Aussicht genommen. - Ferner teilt der*Kl mit, dass er am 3. Februar einen jüdischen R c z tat oiisabend mit dem bekannten Rezimt tu,\K H״rdt 1111 des Charlottcnlmrg Scliillcrtiicatcrs zu veranstalten gedenkt. CharJottcnbnrg. Die Zionistische Ort f.1?l]PC,<r’״Jrl0ttC1״,I,rvJ vcra»st״!tet am Donna tag, dem 14. Januar, abends 89» Uhr, im Gartens: MH 11״,catcrs dcs Westens, Kantslr. 12, ei Mitgliederversammlung, in der Herr Dr Wi L?r״V»V\ nb*r •׳Jüdische KulturvcrliiiUrilsse ׳ heroi lanlbc ״סו Zeitalter“ sprechen wird. Gäste si herzlich willkommen. Mit diesem Abend wird « £151 wiz‘is*°Ilschcr Vorträge eröffnet, die au sonen'tC C ill(J!scbc״ Geschichte behänd«

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