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Jüdische Rundschau · 1909-01-08 · Heft 2 (8.1.1909) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 2 (8.1.1909)
Date
1909-01-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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r f I; i ( . t j 1• ■ t 3 ך r >, Konnte Ilm und» nicht hüben, da lu da» einzige Kr• jtebnls darin!»cstclicn konnte, eine Ucbcrgaitgsform zu schatten, verknüpft mit dem Wunsche der Duma, die Bestimmungen über den Prozentsatz hei der Aufnähme von jüdischen Kindern in die allgemeinen russischen Lehrnustalton nicht mehr aiiziiwcndcn. Da es mir jeJoch einerseits an Zeit gebrach, mich über die Möglichkeit der Annahme eines solchen Wunsches von seiten der Dumamchrhclt genügend m unterrichten, undrcrscits aber Irgendein unmittelbarer praktische! Nutzen kaum in Erwartung *tund, selbst wenn die Dumu einen derartigen Vorichlug annalun, so stand ich selbst davon ab, Irgendeine Übergangsiorin in Vorschlag zu bringen, folgt etwa daraus, dass es in diesem falle unnötig erschien, wegen der Pede soviel Anthebens zu machen? Ich glaube, diese Folgerung ist hieraus nicht zu ziehen, da nielit nur alle übrigen nationalistischen Gruppen sich in derselben Lage wie die Juden befanden, sondern, wie ich zu behaupten wage, sogar sitmtllcho numnfraktioucu mit alleiniger Ausnahme der;'׳ussersteo Rechten, die allerdings die Politik der ictzigcn Leiter des Ministeriums der Volksaulkllirung tiir durchaus gut befunden bat. Trotz.dem hat die Dumu den allgemeinen Debatten über das Budget des Ministeriums der Volksaufkliirung fast eine ganze Woche gewidmet. Warum mussten nur wir Juden schweigen? — Welchen Eindruck »»eine Rede auf die iiusserste rechte Gruppe liervorgerufcu hat, ist daraus ersichtlich, dass der Deputierte der Rechten Beresowsky am niiehsten Tage eine Rede hielt, m der er laut Stenogramm folgendes sagte: ..Gestern sprach eines der Diimamitglicdcr. Nisseiowitsch darüber, dass seit der Regierungs• zeit des Zar Mirotworetz (Zar Friedensstifter, wie Alexander l!f. genannt wird!) eine ganze Reihe Gesetzgebungen die Rechte beschränken, die den indischen Kindern beim Eintritte in Lehranstalten zustande»». Da i c 11 die <1 efa 11 r b cf ii rc 1» tc, dass die A 11 sfii 11 r»111 ge 11 des Herrn N. ן auf d i e R e i c ii .s d »1 in a e i 1» w i r k e n , ׳ mochte icli auch nielit, dass sic die D n in a verleiten k 11111״ c 11, unter die Z a I» 1 der Wünsche n e h s t andern a u c h noch den Wunsch a 11 f z 1111 eh ine n, wcl- . eher J a 11 i 11 g e 111. die B c s e 11 ni 11 k u 11 g, die a 111 ii s s I i e h der A 11 i n u 11111 e der Juden in die h011 crcn und mittleren I״ c I» r a n s t a i t e ״ existiert, a b z u ü n d c r n. Dies z 11 sagen, erachte ich als in eine Pflicht tisw. Mögen die Leser nielit etwa glauben dass ich alle diese Details aus Eigenlob aufillirc. Ich bin in der Tat weit davon entfernt, meine Beredsamkeit und die Ucbcrzcngmigskraft meiner Auseinander- Setzungen zu überschätzen. Ich itioclitc aber gegenüber der Annahme, die unter meinen Parteigenossen vmherrscht, betonen: Ich bin der Ansicht, dass ein aufriehtiges und wahres Wort, das von uns s e 11) s 1 a 11 s g c 111 und durch Tatsachen und Zah* len unterstützt ist, die mächtigste Waffe In unseren Händen zur Verteidigung unserer gerechten fordcrimgen Ist. wenn man uns nur מ»hören wollte. Und eben dieses Resultat glaube Ich 7.11111 Schluss der verflossenen Session der dritten Reichsdumu erreicht zu haben. Aber, — werden sogar viele meiner Partclgc* nosseii sagen — was bedeutet diese flusscrliclic Korrekthett der Dimuunehrliclt im Vergleich zu der antlsemitischen Tendenz, die selbst bei solchen Kiclnlg* ketten an den Tag gelegt wurde, wie z, B. ln der frage, die den Wunsch ausdrückt, dass die Juden die kaukasischen Mlncralwusscrqucilcit zur Kur uufstielten dürfen. Dieser Antrag wurde von der Arbclts* gruppe elngerclcht, von der Dumuinchrhclt Jedoch 1tl>gcwicscn, Ebenso verhütt cs sich mit der Annahme der Oesetzcsvnrluge über die Starudubsehe Schule, der verholen wurde, Haitdwcrkcrzetigitlsse zu erteilen Mich schmerzt cs, wenn ich an diese beiden Begebenheiten znriickdenkc, da Ich zu meinem Beduuerit ukht In der Lage bin, sie mit voller Offenhcrzigkclt'uufzuklfircn, weil mir die Absicht fcrulicgt, persönlich zu werden. Es war mir Jedoch bereits möglich, mich anlüsslich dieser beiden Vorfülle Im ״Rasswicl“ zu ilussern, und so will cs es auch an dieser Stelle tun. Meine Ansicht geht dahin, dass hu ersten full die Schuld ausschliesslich an der Voreiligkeit der Initiatoren obigen Vorschlages Hegt, die Im Gegensätze stellt zu der in unserer Duma angenommenen Ocschüftsordming, und der Infolge eines unglücklichen Zufalles nicht rechtzeitig vorgebeugt worden ist. Die Sache verhält sich niimllch so: Der in Rede stellende Wunsch war von der Arheitsgruppe unter einer ganzen Reihe anderer Anträge in später Nachtstunde vorgcsehlagcn worden, ohne voraiifgcguiigcnc Rlieksprnclic mit den übrigen fraktionell; und da die Initiatoren der Vorlage die Arbeiter gewesen, so wurde diese von der Majorität en 1110c abgelebt!(. Es geschah dies tim so eher, als niemand versuchte, den obigen Wunsch aus der allgemeinen Liste licrvorzuhcbcn. (Infolge einer Krkrnnknug weilte leb an lenem Abend nicht in der Duma.) Es kommt natililich \or, dass die Opposition eine Ucherguimshcstimiuung zu den Geschäften bcantragt, ohne vorher eine Uehcreiiikuiift mit der leitenden Majorität zu treffen: sie ist dann überzeugt, dass letztere sie nielit aimchmen wird. Derartige Anträge lalicu stets die prinzipielle Bedeutung, den Standpunkt der Opposition in gegebener Kruge huvorzuliebcn, der von einem oder mehreren Rednern in ihren Ausfülmiugcn entwickelt wurde. Es Ist zum mindesten unvorsichtig, Anträge zu stellen die plötzlich quasi dcus ex niaelilua der leidigen Situation eine glückliehe Wendung gehen sollen, ohne dass vorher Rückspräche mit 'der leitenden Maloritfit genommen wäre. Derartige Vorlagen etwa mit demonstrativer Absicht zum Nutzen der Juden zu unterbreiten, ist zwecklos; solche Anträge müssen vielmehr׳ sor giill tig vorbereitet werden, und das Ist eben eine der Hauptatifgabcu der Deputierten der Juden. Was mm den Vorfall mit der Starodubschen Schule betriitt. so kann Ich diesen noch weniger als den vorhergehenden imfklilrcii, ohne dabei Personen nnziigrclien. Damit Jedoch meine Leser einen Begriff bc- >י ו. »s 4 »'״,I i'.i #* 1 1, V ־ i ־ t \ 1 *' ׳; ״ } h 1 I > ח cli e nn i g \v il 11 r t 11 c r S t n m tu; durum ist Recht, Und (Miltes Wilfe, dass Ucr Einzelne, SeiY Mann, sci's Weib, dein Stamme, dem OeseliJeclit Sielt freudig opfere, und wie der Krieger Das Leben willig in die Specre trügt, Weil es dem Ganzen g'it, dess er ein Teilchen, So opfre auch das Mädchen seine Liebe, Wenn es dem Ganzen gilt, Das höhere Recht Dem holleren Lehen! Soll der Tag verschwenden, Was eines J a 11 r e s Notdurft? Das Land des Volk s ist sei ne tiefste Kraft. Löst es vom Boden, und es welkt und stirbt, In seiner tiefsten Wurzel Kern verfault, Nur wo der Mensch in Gottes Erdreich wurzelt, Kanu er in Freiheit leben und in Zucht. Darum gab euch der Ewige das Land Und grenzte jedem Stamme und Ocschlccltte Und Jedem einzelnen das Erbgut ab Für ewige Zeiten — Selbst der Schuldner so«! Der Sklave soll, den Schuld , in Knechtschaft warf, Wenn feierlich des Halljahrs Klflngc drOh|101», Ein freier Mnim, rilekkehren seinem Erbe Und als ein Gleicher hausen unter Gleichen. Welt meinem Volk, wenn le es das vergisst, Wenn wie ein Stcppenbraml im dürren Grase Der Wucher um sich frisst mit eurem Lande, Wvmt der Vcrstossire durch die Stiidtc irrt, Und wie ein Hund nach eklen Bissen giert, Die von dein Tisch des Reichen fallen möchten. Wenn go'lc Ueppigkeit das Mark der Vüter Vergeudet in Gelagen, und der Grundherr Den kleinen Nachbarn drückt im Uebermut. Dann werden Miinner: Sklaven, Frauen: Dirnen, Und libermüchtig dringt der Feind herein, Und schlügt sic alle in der Knechtschaft Fessel. Drum halte jeder fest an seinem Los, Das!׳,hm .Ichovait gab, und dulde nicht Die kleinste Minderung; denn wie ein Datum, Den sieh das Seevolk baute, um der Springflut Die Balm zu sperr'» Ins Heiligtum des Lands, So sichert dich, mein Volk, Jehovahs Recht Vor da'ncm Untergang. Schütze den Damm, Und nicht den kleinsten Riss lass drin entstehn; Denn wo das Meer den kleinsten' Einlass hat, Da wühlt es ohne Unterlass und weitet Die schmale Pforte unbemerkt und spült Dis cs der Quadern Bindung ausgewaschen, Und krachend bricht In einer Sturmesnacht kommen von der Absonderlichkeit des Zufalls, der Im vorliegenden falle spielte will Ich nur darauf aufmerksam, machen, dass das angeführte Gesetz- Projekt von der Kommission für Volksbildung der Plenarversammlung der Duma zur Begutachtung vorgelegt wurde in einer Ini Vergleich zu dem RcglcrungsproJcktc veränderten Verf n s 8 u n g; ganz plötzlich und sogar ohne Wissen der Opposition, so dass auch diese für das Projekt ln der von der Kommission abgcfassten Form gestimmt Imt, Zum Schlüsse holte Ich cs für meine Pflicht, das von der Gruppe der Rechten in Vorschlag «cbrachte Gesetz zu orwlllmen. Dieses soll ln Welss- »ussland die letzte« Reste des ״Tschin-Bcsltztums“ ׳und des ,Tschln-Rcchtcs" (Beamtenbesitz und Beamtcnprivilcglcn), sowie auch das aus diesem hervorgcgatigenc städtische und ländliche Hauspacht• Besitztum aulheben. Der von der Duma einstimmig einer besonderen Kommission überwiesene Gesetzentwurf war mit dem Hinweis verseilen, dass die vorgcsclilagcnen Mnssrcgcln sich auf sämtliche Orte Russlands erstrecken sollten, in denen die Reste des Tschin-lh־sitztutns noch bestehen. Auel» die Regierting hat ilire Bereitwilligkeit erklärt, in abschbarer Zeit der Duma einen entsprechenden Gesetzentwurf mit allen notwendigen Daten zügelten zu lassen. Wem bekannt ist, wie tief diese frage in die Interessen der Juden cinschncidct, der wird 11cgreifen, von welcher ungeheuren Bedeutung die Ver- Dichtung der Tschin-Verhältnissc überhaupt für die gesamte jüdische Bevölkerung und insbesondere für die armen Juden sein dürfte. Dieser Vorschlag ist von um so symptomatischerem Wert durch den Verlauf, den die Angelegenheit infolge der Motivierung der Initiatoren nahm. Die folgenden Zeilen geben den genauen Text der Schlussworte des hier In Rede stellenden Gesetzentwurfes wieder: ..Wir Klauben, dass die Vertretung und Beratung xon Massnahmen zur Beseitigung der Not und zur förderuug der Wohlfahrt der arbeitenden und überbürdeten russischen Untertanen, gleichviel welcher Nationalität sie sind und zu welcher Religion sic sich bekennen, unsere erste Pilicht ist als Mitglieder der Relchsditma.’‘ Den Gesetzentwurf unterschrieben: Elf Geistliehe, und zwar Bischof Ewlogli: Protopopcu: Rosnatowski 1'. Nikonowitsch, W. Kusminskl und A. Stanislawskii Popen: W. Roschdestwcnski, Wernski, W. Kupriannw, W. Solucha, A. Tregubow und M. Dmitriew. Von der Rechten: T. Klemenko. W. Obraszoxv und M. K. Jcrmolaicw; von den Gemässigten: S. Atcxciew und den Bauern: Amnssenok, T. Gorbatow und D. Gulkin; von den Nationalisten: N. Ssolowej und W. Tytscberln und endlich von •den Oktobristen: A. Ssapunow. N. JcwrcJnow, P. 0. Doppcimaycr, J. Pawlowitsch, P. Jewsejew, P. Dasilewitsclt und. den Bauern: I!. Kttsowkow, 1*. Starnstonko, N. Taranenko und J. Ssldorcnko. (Fortsetzung folgt.) Das Werk so vieler Jnltre scliniültlicli nieder, Und Unheil braust in Wogen (Ibers Land. Und darum spricht .Icltovab: ״Freie Wahl Gebührt der Erbin als der Erdgebornen — Doch innerhalb des Stammes soll sic wühlen, Dass nicht sein Recht sich kürzt, sein Los sich mindert, Das ich für ewiglich als Pfand ihm gab. Mein ist das Land! Mein bleibt cs! Als Verwalter Dient ihr mir mir und schuldet Rechenschaft Für jede Scholle, die ich euch vertraut." So geht denn hin, ihr Mägde, wühlet frei! Reich ist Manasscs Stamm an schlanken Knaben, An kühnen Kriegern, und so mancher Seufzer Drang wohl schon nachts durch eures Zeltes Wünde. Verwaltet mir des Stammes Erbe wold Und schenkt ■ihm Münner, eurem Vater gleich, Dem Heiden, der für seinen Stamm verblutet. Geht. Seid gesegnet — gehtl

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