Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1909-01-08 · Heft 2 (8.1.1909) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 2 (8.1.1909)
Date
1909-01-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2651273-2651605-2651608--06160-2663229
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 11־ J üiilS C U L RUNDSCHAU N«. 2. A. Regierungsbezirk Posen: 1. Miloslaw Stadt Kreis Wreschcn 2ü Schüler 2. Jaratschcwo P 1t Jarotschim 6 M .1. Zcrkow «1 ו«י 4 »1 <1. Kurtttk Schrtmtn 12 11 6. Pudewitz tt »1 Poscn-Ost 16 «1 6. Pinne Samtcr 13 11 7. Schwerin a:W. ״ Schwerin 19 11 S. Tirschtiegcl P י יו Mcseritz 9 1) 9. Buk 1* Grätz I! 11 In. Rakwitz tl 1« Bomst 8 11 II. Wöllstein tl 1* Praustadt 29 %* 12. Fraustadt 7 1 13. Schmiege! 1 tl Schmiegel 7 11 M. Czcmpin 1 II Kosten 18 י1 15. Jutroschin י« 1« Rawitsch 11 «1 16. Gostyn Gostyn 13 17. Harek Kosehmin 11 II 18. Schildberg •י t« Schildbcrg 19 II 19. Schrimm p 1« Schrimm!3 11 20. Xions p 1» tt 1 «« 2׳M senuter Durchschnitt!2 Kinder au( 1 Schule. I i. Regierungsbezirk 11 r o tu b c rg : 2L Filchne Stadt Kreis Fitchnc Schulkinder 17 22. Samotschin «1 Kolmar 18 23. Nakel 1• tl Wirsitz ,. 13 24. Exin tt Schubin ״ 10 25. Scluihiu 11 1» יי וו 9 26. Strelno Strelno s 27. Pakosch 11 tt Mogilno 7 28. Trcmossen 1t 1t יי יו 12 29. Rogowo tt tt Znin 9 30. Zntn 15 31. Witkowo 41 1% Witkowo 14 Schulkinder 1.12 1 Durchschnitt 12 Kinder auf 1 Schule. | Ich begnügte mich, mir die Reihe jüdischer j Koniessionssehule» auiznznlilen, um dem Leser | selbst die Krage zu überlassen, <»b durch Wci*! terbestelien derartiger Zwergschulen nicht die I Intelligenz üurcli d:ese durcliaus niangelhaitc > Schulbildung gefährdet ist! Die Kostspieligkeit! derartiger Schulapparate 111 r den Ktat der ,luden 1 könnte schliesslich in Kauf genommen werden, j aber der pädagogische Unwert gegenüber der j Simultanschule legt nirgends so klar zu Tage. l wie gerade hier; denn mau muss heriicksieli- I tigen, dass jene Zahlen der Schüler keineswegs! gloichbedeuteud sind mit der Schiilerzalil desbetreffenden Ortes überhaupt: beziehen doch teilweise die Knaben vom 9. Lebensjahre au höhere Schulen des Ortes selbst oder müssen diese auswärts besuchen. Von der schulpflichtigen! .lugend (fl 14, Lebensjahr) 1'älit also ein guter Prozentsatz fort. Und wenn wir gar von den Zahlen noch die Kinder ahziehen, die erst, nachdein sic d'c drei ersten Schuljahre in der jlidisehen Schule gesessen, diese verlassen, um höhere Selmle.» zu besuchen, die jüdische Schule also nur als Vorbercitungsseliule benutzt haben, so regelt sieh dieser Abgang doch immer wieder durch neuen Zuzug. Wie gross aber auch der Stamm bleiben möge, der mit der Absolvierung der Zwergschule seinen BiUhmg.sweg absehliesst, bleibt die kulturelle Rechnung, dass diese Art Schulen eine kulturelle Schädigung der .luden und auch der ostmärkisehen (lesamtheit ist. bestehen. Wollte man sie auflicben, daun würde man mit Hilfe der jetzigen itiinöl‘- gen Verschwendung leicht das Selmliüvenii und damit die Intellgenz heben, also eine Kapitals- . anlage schaffen, deren Verzinsung eine bedeuj tendere sein würde, als dies jetzt der Kall '׳st. Kür die Reste des jüdischen Deutschtums j wächst von Jahr zu Jahr die Notwendigkeit, I ihre Konkurrenzfähigkeit zu kräftigen, wofern sie stell iiberlinuiH hier we'ter halten wollen. Die hierzu erforderliche llelmug der Intelligenz kann aber nur durch eine gute Selmle erfolgen. Die ganze Ostmarkenfrage. ihre Oeschiehtc | mul ('legenwart, könnte in einem grossen Zahj leiitahlean dargelegt werden. Die baden Sehiiltabelleit würden darin nicht genule die 1111• wesentlichste Bedeutung haben.! (Nachdruck verholen.) Die Judenfrage in der dritten Reichs-Duma Bericht von L. N. N i s s c l» w i t s e b. Mitglied d e r R e i c 11 s D ti tu a. t Kortsetzii'ig.) Nncli cliiiraktwri'tisclicr in der Kurickthctl den luden gce.cniihei11:11 ׳ sieh das Verhalten der I)um; 1 zu mir während der Hmlgetueraiuitgeu des Mitlisteriiutis der V<1lksaufkl::rung erwiesen. Jeder, der die Tätigkeil 41er jüdischen Deputierten in der ReiDi.sdune! verfolgt, hat zweifellos hemerkt, dass uns die Müglicliknt entzogen wurde, uns (Uier das Verludteil des Ministeriums 41er VDIksauiklärung zur Aufnähme der .1114144 111 11־!ie allgemeinen russischen Lehr, austalicii zu äusseru. Während 41er itllgcineincn Dchnttcn ulier ilas Budget war es den Rednern überlassen, über die allgemeine Politik des Ministeriums Tabelle Zahlschulen Volksschulen Pfjvatschulen Gymnasien V.'fii..11014 dorIJswcgung der Znhlschulcn t, der). I. ev. katli. jüd. ev. katli. jüd. ev. katli. jüd, ev. kath. Jüd. d4׳r Volksschu.cn•) cv.! katli, 1 liid. lnon }־.,־::I 11 ׳,2 ו :5*23!.־.211 8721 117 11:17 7.7) im m— .״-• _ t: L, 1 < ז,2' :1 mm 172.'# 1::tiS 2־0:־. 2|8fi ss!0 12U <• •י U.» 700 177 su2־ 711 :114 1! 1.,: 1: (1,4 2.4: 1 1uu2 ItiäS 11.72 2־0:: 2U0I!«01 lio uns >2S!1;!; Stjli 710 .־:2.־: t: 1,״ 1:1: 2.4;!,!ו l : U.t 1 :,-,2־ mn.'i 177• 1.722 ‘2S2 2721 5>1;> 1!11!) (itili 7.72 17:; H i! 1 s.7l :522 1:1 moi 1*57 17)1 .־20 2 s 10!0:187!0:1 717 7 m ItiO!־.;11! s.s! 1 :!:«! : 1.'■ 1: (!,:» 2>a : 1 1 : ti.-1 2,1 :.־ ו do.% m1;n «־.״17 21 i(5 27! H!10021 10:. 711 s 13 171'. 10.75 n:u :511 ״.1:1 mou mis .־■177 271 2s70 II iCC.!!:; •**» #.»«» SOI 183 1117 : 0.71 :511 t:lM l-־U; 1:.־,2'!4.;>:1 1 *! *itH 1 7״10 20a:» 1*21 2!7 ־.!Hl I2l(i:;!)tl sin ,!)27 17:; 1101 1 101X1 .*um •) IriCM• VvieivicnsrcchnuugscliHcsstdic IVivaischutcn u. Qyntnnsicu aus. Audi 141114־ in •tcr Aulstclli.ug eine höhere MildchcnschuU*. ohne ZcUhesehräiikutig zu sprechen. Als aller die Beratung der einzelnen Assignierungen nach Para, graphen slattfand, standen Jedem Teilnehmer au der Debatte mir noch 10 Minuten zur Verfügung. Dieser Umstand, der uns Juden die Möglichkeit genommen hat, während der allgemeinen Debatte aufzutreten, bedarf einer näheren Besprechung. I'.s muss hierzu bemerkt werden, dass noch vor Beginn der allge• meinen Debatten die Kraktionen untereinander eine Rednerliste verabredet hatten. Diese Liste ent• hielt im ganzen nur 35. Personen. Weder ich noch ein anderer jüdischer Deputierter war darin aufge• fiilirt. Nur meinem enc'rgisehen Proteste ist es zu danken, dass mein Name nachträglich eingefngt wurde. Als aller die Debatten begannen, wurde dir Liste beseitigt, so dass sieli die Deputierten selbst schriftlich zum Worte melden mussten. So entstam: eine neue Liste, auf der ich als dreizehnter vermerk, war. Im ganzen waren laut Verzeichnis 120 Redmr gemeldet. Diese alle anziihören, war oiienliar m:. möglich. Daher begannen unter den Kraktionen uii deriim Besprechungen zur Verkürzung der Redner• zahl. Man machte eine neue Liste von üb Rednern unter denen ich als acliiinulzwaii/igster aufgeiulu: war. Auf Antrag des Zentrums beschloss rlie Ihm:.« auch diese Liste zu verwerfen und nur 6 Rednern 4las Wort zu erteilen. Um ein Einverständnis herbei• ziifiibien. winde eine private Beratung veranstaltet, zu der 41er Vorsitzemle 41er l'raktion der VoIRsfrcdirit P. N. Miljukow nicht mich, sondern den am!.; . jüdischen Deputierten eingcladvn hatte. Bei ü.e^r Beratung hat der Lülirer 4ies polnischen .Kolo". Herr Dmowski. der bereits selbst mit mehr als einstiuid..:«.! Progratuuirede über die Schulen m Polen aufgetreten war, gefordert,!lass unter die /.ahl de; (» Rc4lner Herr Nakonetselmi als Vertreter 4les polnisebcn Bauerntums aufguioimnen werde. Da icdocli die übrigen Plätze bereits verteilt waren, s.. schlug Herr Dnmwski vor. die Krage betrefis eines sechsten Redners zwischen Herrn Nakonetselmi und dem anwesenden .jiulisclirn Deputierten durch 4las Los zu 4 utsclteideu. Das Los entschied iiir Herrn N'ako• netselmi. Nach Beendigung der allgemeinen Debatte .staml es jedem Redner zu. ln Minuten lang zu spreeheu. Ich benutzte diese (iclcgcnheit, um in der Abendsitzimg vom II. Juni vom Rcdiierpodium aus Protest zu erheben gegen das ungerechte Verfahren, durch das 4lcn hübschen Deputierten das Wort entzogen wur4le, Am solche Weise war diesen nämlich 4'ie Möglichkeit genommen, sich über die Iiir die .luden brennende Krage zu äusseru. die das Vcrhalten <les Ministeriums der Volksauiklärmig beziiglieh ilei Aufnahme von jüdischen Kindern in die allgemeinen russischen Lehranstalten betrifft. Mein l'.inwaiul gegen dieses Verhalten eiuligtc mit der Verzichtlcistimg auf die lb-Miuuleiidaiier bei der l).1ragraph:;1ässigen Bmlgctdebattc, Die Dumamehrheit beschloss infolge meiner Zurückhaltung, mir am nächsten Tage,!?. Juni, unbeschränkte Redefrist zu gewähren über die allgemeine Politik, die das Ministerium der Volksaufklärtmg bezüglich 41er Ausbildniig der Juden verfolgt. Linen unmittelbaren und praktischen Erfolg batte meine Rede nicht. Sie Ein Richlerspruch Mose (4. Bttcli Mose 3C>, 1• -13). \'on I )r. K1־ a;1 z 0 p p c tt 11 e i tu e r, Gross-Lichterfclde.*) I. Aufführung atu 7. Januar 1909 int Neuen Kgl. Operutheater (Kroll) Berlin. Winterfest des Bundes Deutscher Bodenrefariner. Künstlerische Leitung: Y״ Ni, Lilien. Rut. Unter einem hohen Baume Mose, umgehen von den Richtern. Rings um die Schranket! V o 1 k. Diener mit Stäben am Kingang in die Schranken. Sohofarstösse, Herold Lauschet und schw'cigct. Im gesetzten Rat Sitzt (iottes Knecht, des Volkes Herr und Vater, Mose, der das Gesetz herniedertrug. Wer Klage hat, wer Krage hat, Der trete In den Ring und rede. *) Wir sind iniolgc der Liebenswürdigkeit 4h:s Autors in dev Lage, unseren Lesern bereits heute diese interessante kleine Dichtung zur Kenntnis zu bringen, die gestern abends auf einem Lest des Bundes Deutscher Bodenreformer zu einem von unserem (lesiimungsgeimsscn B. M, Li lion. gesteh• ten Bilde zum Vortrag kam, ' ׳ Red. d. ...1. R.“ [ (Die Sühne Gilead und die Töchter Zelaphcads < treten in den Ring.) Hin Alter Herr, vor dem Kciitdc fiel, du weisst cs wohl, Der KrsUiug unsres Stammes, Zclnphcnd. Fünf Töchter hinterliess er, keinen Sohn | Als K.rben seines Loses, das ihm Gott Durch dein Gcsvtz im heiligen Lande gab. Die Mädchen wuchsen auf in meinem Zelt. Wie eigene Töchter hab’ ich sie gehalten. Jetzt sind sie mannbar. Krci nach dem Gesetz Wählt Judas Tochter, w׳ic ihr Herz gebietet; I Denn keinen Zwang erträgt das edle Blut; Freiwillig soll' s’e schmiegen sich ins Joch, j Das ihr der Liehe Macht mit Rosen kränzt. 1 | Doch, wenn ihr Herz der Knaben einen; wählt, Div in der andren Stämme Zehen wuchsen — j Was soll mit ihrem Hrbgut daun gesehehu?! Wird es des Manns, so wird cs seines Stamms, J Und unser Stamm veiTert’s. Ks schmälert sieh , Sein Land, der Grmidbait seiner Macht und Kraft; i Und das will Gott nicht, wenn wir's recht 1 verstehn. Du gi atztest selbst in seinem heiligen Namen Die Lose ab für Stämme und (Jesdileehter Als ewiges Krbc. Dürfen wir's verzetteln, Wenn eine Dirne sich •:n dunkle Augen, In fliegende Locken kinderhatt vergafft? Die späten K.nkel fluchten unserem Namen. Wenn hei des Halljahrs feierlichen Klängen Das nah verwandte und doch fremde. Blut Inmitten ihres K.rhes -־- Krbc würde. Du hist Jehovalis Mund. 111 deine Brust Gab des Gesetzes Weisheit seüc Macht. Wir sind die Knechte nur: entscheide du’s. M 0 s c Seht hier den Baum; jm Krühling deckt er sich Mit ginnen Blättern, und die Vögel singen Und halten Hochzeit und erbau'!! ihr Nest. I nd höher reckt!in jedem Jahr der Stamm Die Schatlcnkrotte aus, und tiefer treibt Die Wurzel er in Fels und Krdreich ein. Und wenn des Winters Stürme ihn umbrausen, So halt er Stand, und wirft die Blätter nur, Die welken, altgewordeneii, zu Boden. Wir Menschen sind die Blätter nur am ... , Zw'c’g. 0411 kurzer?mmmer .... uns verweht der Wind. Und unsere Lust und Liebe war ein Hauch, nut Somtcnglätizcn nur, ein VogelzwUschcru, Km kurzes Kincn-Sonmier-Nesterbau’n.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.