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Jüdische Rundschau · 1909-01-01 · Heft 1 (1.1.1909) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 1 (1.1.1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Suite S möchte. Diu Manpts;1cl1c ist, dass die vereinzelten Kräfte bei Hreignissen solch tragischen Charakters wie sie Kischincw, alle die Pogrome der letzten •lalire «sw. zeigten, zum einmütigen Zusammenwirken bereit stehen.'* Worum sieh also im (Irmule aller Streit dreht eine gewisse Gruppe will eben kein permanentes Komitee! — das erscheint hier als ״nicht von solcher Bedeutung“. Der bekannte Bürgermeister ist nun überflügelt, der jene weise Anordnung erliess, es seien ,JU Stunden vor jedem Brande die Lösch•!:erbte in Ordnung zu bringen" — es ist sogar erst 24 Stunden 11 a e 1111 e r nötig! Budapest Zu der in Berlin im Vorgarten der jüdischen Knabenschule kürzlich erfolgten Aufstellung eines ״M c u d e I s s o 11 n - D e n k m a l s" iiussert sich die Bmlapcster ״Allgemeine Jüdische Rundschau": ..Das gesetzestreue Judentum hat keinerlei Ver* anlassung. sich dieser ״Hrrimgcnschaft" irgendwie zu treuen, da diese Art der Hliruug direkt den mosaischen (lesetzen widerspricht. Aber auch was den (leieicrten anhelaugt, so haben wir keine Ursaclic. denselben als einen Segen des Judentums zu betrachten, Bei aller Anerkennung seines grossen י leistes und seiner bedeutenden Gelehrsamkeit müssen .wir doch vor Augen halten, dass Moses Mendelssohn einen neuen (leist in der damaligen Jüdischen < Icscllsclmft verbreitete, der von zursetzender Wirkung auf das Uesamtjudcntum war und zur Böige hatte, dass seine Nachkommen und seine Schüler aus dem Judentum ausgetreten sind und dort, wo er im Judentum verblichen, einen Auf• losimgspro/.ess hcrhcigcfllhrt Imt und heute noch iierheiiiilirt." Wien Die ״deutsche Tapferkeit" erscheint in recht eigentümlichem Lichte in einem Aufruf zur Gründung muck Jüdischen Studentenheims in Wien, den in der Wiener ״Jüdischen Zeitung" die in Wien bestehenden jüdisch-akademischen Verbinduugcu mul Vereine erlassen, nachdem bekanntlieh die jüdischen Studenten aus dem zu drei Vierteln von jüdischem Gel de unterhaltenen Deutschen Studentenheim hinausgedriingt worden sind. Hs heisst dort 11. a.: ״Wir sind auch in diesem Kampfe wie in allen bisherigen Kümpfen nicht die Herausfordernden gewesen. Der jüdische Student benützt seine Hochsclniljahrc nicht dazu, um sich ־zu besaufen, zu raufen, zu gröhlen, zu demonstrieren und zu stänkern. Wer die Kultur der jüdischen Rasse kennt, weiss das ohnehin zu genau, als dass svir's erst beteuern brauchen. Wir sind zu sehr von Abneigung. Missgnnst, Hass und ewig bereiter Ven'olguugssuclit umlauert, sind ausserdem wirtschaftlich zu sehr hedrängt, als dass uns der Uebermut plagen könnte. In diesen Tumulten kam nur ein lange verhultcncr Zorn, eine lange im Stillen glühend gewordene Hinpürung zum Ausbruch. Wir haben als Juden von unseren deutschnationalen Gegnern unzählige Beschimpfungen in verächtlicher Geduld liingciiommen. Aber wir werden nicht bloss in den Wandelgängen, sondern auch in den Hörsälcn und Laboratorien von der Frechheit dieser Bande verfolgt, wir werden In unserer Arbeit durch Schimpf. Holm und Infamie gestört, gehindert und geschädigt. Der Verantwortung, die unter Studenten üblich ist, entziehen sich diese deutschen M Sinn er in ihrer allzeit ruhmredigen Tapferkeit, indem sie jenen Waidlwfncr Beschluss verschätzen, in welchem es heisst, ״der Jude ist nach unseren deutschen Begriffen der Klire völlig bar". Dieser Waidhofncr Beschluss, der viel schlauer ist, als Berncstchcnde erraten können, gestattet es jenen Heldcnsöltncn, vor unserem Säbel ausziiknciien. Diese Ger m a 11 e u j ü n g l i n g e tragen die Spuren unserer Ohrfeigen im Gesicht, haben die Striemen unserer Züelitigungen auf ihren Wangen, beverben sic 11 aber in der Armee um den Offiziersrang, dessen wir Juden nach ihrer Meinung nicht würdig sind, mul sie klammern sieh je heftiger au ihren pfiffigen Waidhofncr Prüservativ-Besehluss, )0 mehr cs notorisch wird, dass sich unter den jüdisehen Studenten zahlreiche Meister der Fcchtkunst und des Pistolenschiessens befinden." Zürich Der Aufruf, den ein ״Comite serbisch er Israeliten" an die Juden aller Länder erliess, um sie für die serbische Politik zu gewinnen, wird von der gesamten jüdischen Presse einmütig zurückgewiesen. So schreibt das ״Israelitischo Wochen• blatt" in Zürich: ״Und wenn auch die Robltsclicks, Azricls Kobens* ete, etc. glauben sich bemerkbar machen zu müssen, um Ihren Patriotismus zu beweisen, so .lODISC 111■: Jv'iLN )!* CJ±AIJ hätten sie sicher besser getan, .sich zu bescheiden und den Weg der politischen Vermittelung betreten sollen, Die Juden der ganzen Welt h a b c 11 w a 11 r 1 i c h g a n 7. a 11 d e r e Sorgen, als diejenigen, welche die Kopie der Serben gegenwärtig erfüllen. Hs gibt noch viel Wichtigeres zu tun ziiiii Heile der jüdischen Gesamtheit als an die Grossnmt der Grossmäelite zu appellieren, damit die Integrität Serbiens vertraglich festgelegt wird.“ New-York Der bekannte Schriftsteller Herbert Cassous veröffentlicht in der amerikanischen Monatsschrift ״IJamptons Broadway Magazine" einen Artikel, in dem er sich hlx־r den Zionismus in folgender Weis« auslässt: ״Gelict den Juden einen tatkräftigen und politisch erfahrenen Führer, und im Verlaufe von zehn Jahren werden sie von der Türkei Palästina erhalten, cs mit Millionen russischer Juden besiedeln und ihren Wert unter den Völkern sich ziiriiekcrobcrn. Dieses ist die Hauptsache; es ist kein Traum, keine Zukunfts- Phantasie. Jetzt, da sich der Sultan zum jungtiirkischeu Programm bekennt, und das ottouianische Volk in eine neue Lcbeiisepoehe ciutritt, eine Hpoeiiu der allgemeinen Zivilisation und der freien Meimmgs• äusscrimg, jetzt ist auch der g e e i g n e t e Augenblick für die Juden, das Ia n d wieder zu gc w in nc n• a 11 f d css c n Bode 11 die Bibel entstanden ist, Die Verbandlimgcii sind jetzt nicht mehr mit einzelnen, sondern mit dem ganzen türkischen Volke zu führen. Dieses hat aber immer den Juden grosse Sympathien entgcgciigchrncht. I e 11 11 i 11 w e d e 1׳ T ii r k e 11 o c 11 J11 d e und hahe daher kein privates Interesse an der ganzen Sache. Aber als freier amerikanischer Bürger wünsche ich mit meinem ganzen Volke, dass die langwierige Tragödie der jüdischen Geschichte einen würdigen Abschluss findet. Das Schwert der Römer iiat die Juden aus Pnkistimi, ihrem Gelmrtslaude, verjagt. Nichts in der Welt ist imstande, ihnen das Bewusstsein zu nehmen, dass dieses Land ihnen gehört. Das allgemein geltende Völkerrecht spricht es ihnen zu, und freiwillig oder nicht werden alle anderen Völker /(!stimmen müssen, dass dem jiidisehen Volk das jüdische Land zuriickgegel>en wird." VeReiNS-RUNDSCfiAU Die SchrltilührO( der Vereine werden geheten, die berichte miigiichsl knnpp zu Hallen und sie stets rcciu/citit! eiiuiisendcn. Manuukrlpto nur auf o!n״r Qolto boaohrolben — douilloha Eohrlft t Berlin. Am Mittwoch, dein 6. Januar 1909. abends 9 Uhr, veranstalten die Berliner Zionistisciie Vereinigung, die Zionistische Ortsgruppe Cliarlottenbiirg, die Jüdisch-nationale Hrauciivereiuigütig, die Misrachi-Oruppc Berlin, die Breie Verhindung ״Hasmonaea" und Abteilung Bnei Zion in den S o p 11 i c 11 - S ii le n , Sophieustr, 17—|s, ge* meinsaiii eine Makkabücr-Fclcr (Gesangsvorträge, K i u c m a 10 g r a p 11 mit jüdischen Darstellungen und Ball). Hierzu sind B. i 111 r i 11 s k a r t e 11;1 I״SO Mark sowie Bamilienkarteii (für 4 Personen gültig) ä *I Mark in der Hxpcditiou der ״Jüdischen Rundschau", Zimmcrstr. 77 (T-6 nachm.), int Zionistischen Zentrallmreau, Charlottenburg, Bleibtrenstr. 19־ sowie hei den nachfolgenden Na t ion a I* ז o 11 d in a r k e n •V c r k a u f s s t c 11 e 11 zu haben: Louis La 111 in, Buchhandlung, Neue Friedrich- .strasse öl—6.1; Sigismund Jacob, Drogerie, Kleine Andreasstr. II; Kobulski, Zigarcttengeseiiäft, Qontordstr, 3; Arthur Hirse 11, Dragonerstr. 24; J. H. W a g 11 c r, Prenzlauer Allee 9; Feld in a 1111, Blcnshurgcrstr. 27; Dr. J. Lewinski, Charlottenburg, Berliner Strasse 121), gegenüber dem Rathaus im Lokal der Birma A. B. Neuuutuu SäUue, Drogenhaus; Brau Ziclinsjti, Charlottcnlmrg, Rankcstr. 13 l; Louis Bleich rode, Buchhaml* hing. Berlin. Branzstr. 7. (Siehe Inserat!) Berlin, Line ausserordentliche Gonerulversanun* hing der Berliner Zionistischen Verein i g u 11 g iiiidet am Dienstag, dem 19, .1 n* nuar 1909, in Drüsels Bestsiileu, Neue Briedriehstr, 35, 9 Uhr abends präzise statt. T a g e s o r d 111111 g: Antrag des Vorstandes auf H r höh 1111 g der B e i t rä ge auf 12 Ma r k. Zutritt liaben nur Mitglieder der Berliner Zionistischen Vereinigung. Berlin. Im H 0 1־ z 1 * K1 u b findet am Donnerstag, dem 27, Januar, abends 9 Uhr, im neuen Vereins lokale, Gormannstr. H (Bahnhof Börse) der erste Abend des Pnlüstlna-Cyelus statt, zu dem sich, wie bereits berichtet, Herr Davis Tr letsch aus Jaiia liebenswürdigerweise z,ur Ver• fügtmg gestellt hat. Das Interesse für den Cyclus, a 11 dem sich לוa 111 cn undHorron völlig kostenlos beteiligen können, scheint erfreulicherweise rege zu sein, so dass wir atii eir.e grössere Beteiligung rechnen können. Wie von Herrn Trietsch mitgeteilt wird. wi,־.l der Palästina-Kurs ungefähr folgeiulermassen gegliedert sein: Die Palästina-Interessen der versehicdeiicn jüdischen Organisationen. — Die jüdischen Palästina-Bestrebungen unter dem alten und dem neuen türkischen Regime. - Die allgemeinen Landes- Verhältnisse. Die jüdischen Ackerbau-Kolonien. Die sonstigen Ackerbau-Kolonien in Palästina. - l»1c jüdische Stfidtehevölkeruiig. — Die Handels• und Industrie-Verhältnisse Palestinas. — Ibis Verkehrs, wesen. Die Bnropäisieriing Palästinas. I »;1 s Wachstum des jüdischen B.lemeiites in Palästina. Möglichkeiten der nächsten Zukimii. Königsberg I. Pr. Am 29. Oktober fand die statutenmässige Generalversammlung der Zionistisehen Ortsgruppe statt; am 5. November eine Mitgliederversaiiimluug Beratung über die w(ichentlieh zu entrichtende Parteisteuer um dem Normalsatz von 20 Pi. Der diesbezüglich«. Antrag wurde angenommen. — Am 12. November sprach Herr Redakteur Michaelis eingehend über Rabbiner Josephs Buch ,.Das Judentum am Scheidewege.*' Herr Paul Sachs gab eine sorgfältige Picssrevuc der letzten Wochen. --״ Am 2ö. November sprach Herr M. ()!schwanger über die C/.ern׳,- witzer Jargonkonferem., an welcher er zu Gunsten der hebräischen Sprache scharie Kritik übte. Au das Referat schloss sich eine zweistündige iiusserst anregende Debatte. —• Am 3. Dezember hielt Her Davis Trie tsch einen Vortrag über ״Die Juden um! die neue Türkei" im grossen Saale des Artushofs. Der Andrang war au diesem Abend so stark, das», der Saal, der filier •lim Personen fasst, noch vm Beginn des Vortrags geschlossen werden musste, Vo!; jeher hätten die Juden, begann Redner, in der Türke; grosse Freiheiten genossen. Die Befürchtung, die .limgtürken wären den Juden nicht gut gesinnt, ist vollkommen grundlos. Der türkische Staat setzt sich aus einer Menge sehr verschiedenartigen National!- taten zusammen. Unter diesen einen Ausgleich zu schaffen, erstreben die Reformen, Während der Strom der jüdischen Auswanderung sich bisher nach Amerika lenkte, wird er bald nach der Türkei geleitet werden, wenn diese sich zu einem freien Lande entwickelt haben wird. Die Majorität, die Vorhcdmgnng für die Autonomie, wird besonders in Palästina leichter zu schaffen sein. Auf dieses Ziel hinzuarbeiten, sei nicht nur Sache des Zionismus, sondern der gesamten jüdischen Palästinabestrchuugcn. Dem gediegenen, vortrefflich informierenden Vortrage folgte lebhaiter Beifall. — Am 7. Dezember veranstattete Herr Trietsch iii־׳ die Mitglieder der Otts, gruppe und des V.J.St. einen Paliistina-Diskussioiis abend, der dank der nicht ermüdenden Auskuuttshercitselmit unseres Gastes erst lauge nach Mitter- »acht sei» Hude erreichte. — Am 13. Dezember fand in den Gesamtrütmien des Scliiitzenhaiises das M a k k a h a g r f e s t statt. Die Festrede hielt Herr Kurt B 111 m e n f c I d. Aus dem Programm vci liervorgehoben: ״Jüdische Kunst in lebenden Bitdem.*' Die im Rahmen gestellten Gemälde uac > liirszenberg. Pasternak mul Kaufmann übten grosse Wirkung aus. Zu erwähnen sind noch die Gesangs- Vorträge der Damen Holl und Hitler und des Tenoristen Bürger. Bazar mul Buffet (von den Damen des Festausschusses vorzüglich inszeniert und geleitet) erfreuten sieh in den Pausen stürmischen Zuspruchs. Der Überschuss des Bestes stellt hinter dem des Vorjahres nicht zurück. L. Köthen in \nh. Die vor mehreren Jahren \«.!1 Hirni Rabbiner Dr. Scligkowitz iiier /um erstell Male veranstaltete und sehr sympathisch amgenommene C h a 1111 k a 11 f c i c r hat sich am 22.1 u zemlier d. Js. wiederholt und den Kindern helles Hut■ zücken, den Brwachseuen herzliche Befriedigung ge- | bracht. Die weiten Räume des Tempels waren bi. aut den letzten Platz geiüllt. Man hörte nur Stimme»; des Lobes für die Veranstalter. Mit dem erhebenden Hindere!־״״ ..»Mn t.mwu•*. von Herrn Kantor Hm- Witz vortrefflich einstudiert. nahm das Best seinen I Anfang. Die Clinnukahlichtcr wurden dann entzündet. , worauf der Kinderchor das Chnmiknlilied im Urtest 1 anstinimte. Hierauf richtete Herr Ralihiner IV. I •jcllKkoxyltz eine begeisterte Ansprache an die I KiaUei־. Mit einer Ocschenkverteihing erreichte du■ t erhebende I cicr ihr Hude. Die herzliche Befriedigung 1 . Hl,״K ,a 1 sv*r1' NV°hl die beste Anerkennung 1 sein für die. die zum Gelingen des Bestes beigetragen i 1l״hc״* Fr. Dr. W. ״vs״־g ,!ן״ aoimuig, uem Sir,‘1-; iHcsjäVrivcc Festlichkeit. Mittelpunkt des Programms bildeten Vorträge Kon*׳er?ÄnCjlC VTolksliClj!‘• als Ucren Interpret Kon/trtsungcr Leo 0 o 11 a 11 i 11 - Berlin gew worden war. Nach den vielfachen Krfolgeu, d Künstler gerade auf diesem Gebiet .schon nufzuv hat, konnte cs nicht Wunder nehmen dass aiicl seine Darbietungen den frenetischen Beifall de

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