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Jüdische Rundschau · 1908-12-25 · Heft 52 (25.12.1908) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 52 (25.12.1908)
Date
1908-12-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 518 'JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 52 mit der argentinischen Regierung in Verbindung gesetzt und ihre Hilfe im Kampfe gegen die Müdchenhündlcr angernfen. Der Klub verlangt Ausnahmegesetze gegen die Händler. Die Regierung unterstützt die Forderung der Juden nach Kräften. An dem Meeting werden Minister und Parlamentarier t e i 1 n e h m c n. Es ist daher zu erwarten, dass dem Treiben der Unholde, die ihr *Geschäft“ bis nach Russland, Rumänien und Ungarn ausdehnen, ein Ende gesetzt wird. Stiftung Der bekannte Philanthrop I. F c i n b e r g in Irkutsk, der bereits vor einem Jahre JO 000 Rubel und vor einigen Monaten 10 000 Frcs. dem Odcssaer Komitee für die Zwecke der jüdischen Kolonisation in Palästina zur Verfügung gestellt hatte, hat diesem Komitee neuerdings 20000 Rubel überwiesen. — Es ist erfreulich, dass die jüdischen Philanthropen allmählich einzusehen beginnen, dass cs nicht damit getan ist, wenn man momentan die Not mildert, sondern dass es darauf ankommt, dicicnigen jüdischen Unternehmungen zu unterstützen, die dazu angetan sind, den notleidenden Juden das zu schaffen, dessen Fehlen die Ursache aller ihrer Leiden ist, nämlich eine Heimat, in der man sic nicht verfolgt und. drangsaliert. Jüdische Wohltätigkeit Der Zentralstelle für die WoliltätigkcitsanstaUen in der indischen Gemeinde, Roscnstr. 2/1. ist eine besondere Abteilung für männliche und weibliche Studierende. Kunstschüler. Seminaristen usw. angcgliedert worden, um eine genaue Prüfung der Verhältnisse der Stipendiaten — auch auf ihre Eignung zum gewählten Berui ־— vorzunelinien. Den Vereinen und in* stituten. die Studierende regelmässig unterstützen, wie auch Privatpersonen, die der Zentralstelle rls Wohltäter bekannt sind, soll auf Anfrage Auskunft über die Petenten gegeben werden. Für Privatpersonen und diejenigen Vereine, die keine eigene Auszalilnngsstelle haben wird eine einheitliche Aus- Zahlung der regelmässigen Unterstützung durch das Bankhaus A. E. Wassermann, Berlin C., Burgstr. 23, das sich dazu iremidlieh zur Verfügung gestellt hat, erfolgen. Um diese Einrichtung wirksam zu machen, wird ersucht: Bei Unterstützung von männlichen und weiblichen Studierenden. Kimstscb.ülcrn und Seminaristen usw. die Meldungen und Anfragen der Zentralstelle. Rosenthalcrstr. 2/4. zugelten zu lassen. Neue Gesuche — eventuell auch ältere — zur Prüfung der Zentralstelle zu übersenden (für Vereine gilt dies nur, soweit keine eigene nähere Prüfung vorgenomnten wird). Bewilligte Beträge mit einer Anweisung über die Art der Auszahlung an das genannte Bankhaus auf *Studentenkonto“ gelangen zu lassen. Die Benachrichtigung' der einzelnen Studierenden wird durch dtc: Zentralstelle erfolgen. In Frankfurt a. M. hat sich unter dem Vorsitz von Frau Martha Schlesinger eine Ortsgruppe des jüdischen Frauenbundes gebildet. Die neue Vereinigung hat ausser der allgenieinen Propaganda für die Ideen des Bundes als nächstliegende Arbeitsgebiete: die Bekämpfung des Mädchenhandels und die Anregung für unentgeltlichen Arbeitsnachweis in einigen Nachbarstädten in Angriff genommen. Ueber die Ergebnisse der Tätigkeit hohen wir unseren Lesern in einiger Zeit berichten zu können. Kleine Mitteilungen - ES — -־ ־ ־־־ — Bitte zu beachten Indem Icfi von der Redaktion scheide, spreche Ich tneünem Freunde Salo Translatour den herzlichsten Dank dafür aus, dass er während dreier Jahre fiir mich die pressgesetzliche Verantwortung übernommen und die vielen grossen und kleinen Unannehmlichkeiten opferfreudig auf sich genommen hat, die das Amt, das nur Lasten kennt, mit sich bringt. Ausserdem aber hat er fast während der ganzen Zelt mir namentlich bei den Korrekturen stets bereitwillig Hilfe geleistet. Dem liebet! Kollegen, der aus herzlichem Interesse an Judentum und Zionismus sich dieser Mühe und Widerwärtigkelt selbstlos unterzog, meinen herzlichsten Dank. Zugleich mache Ich darauf aufmerksam, dass meine persönliche Adresse auch nach den! 1. Januar 1909. BERLIN NW, 52, MELANCHTHONSTRASSE 4 bleibt. Telephon habe ich nicht mehr. Dr Heinrich Loewc, Berlin. Der Jüdische Turnverein Bar Kochba veranstaltet heute, den 24. Dezember 1908. in den Festsälen des Berliner Lehrer-Vereins. Alexandcrstr. 41, eine Makkabäer-Fcfcr tnlt Ball Die Festrede hat Herr Rabbiner Dr. Emil Cohn gütigst übernommen. Ein reiches künstlerisches Programm ist vor* gesehen. — Eintrittskarten im Vorverkauf 1 Mk\, iu der Buch* handlung von Louis Lamm, Neue Fricdrichstr. 61/63, mul im Bureau des Vereins, Dragonerstr. 24. Abendhasse 1,25 Mk. Beginn pünktlich 9 Uhr. Ha’olam Die bisher in K ö I n a. R h. erscheinende hebräische Wochenschrift ״Ha’olam“, die zugleich das hebräische Zentralorgan der zionistischen Bewegung ist, erscheint vom 1. Januar 1909 ab in Wilna, dem Zentrum der russischen Judcnhcit. Vom Jüdischen Klub. Der ״Jüdische Klub“ richtete an die jüdischen Abgcordnctcii des türkischen Parlamentes folgende Depesche: ., Lcs :nembres du Club Juii du Parlament Autrichicn so lue nt e*brdiale!nent letirs confreres du Premier Parlament Turc et souhaitent le nicillenr succcs ä Icurs travaux ü!*filteret du penplc juii.“ (Deutsche Übersetzung: Die Mitglieder des ,.Jüdischen Klubs“ des österreichischen Parlamentes begrüsset! ihre Mitbrüder itn ersten türkischen Parlament und wünschen ihren Aibciten iiir die Interessen des jüdischen Volkes besten Erfolg.) Getaufte Juden. Zum Kapitel ..Getaufte Juden“ erhält die katholische KÖLNISCHE VOLKSZEITUNG die folgende Notiz: In der grössten ungarischen Tageszeitung ist vor einigen Tagen die folgende Annonce erschienen: ,.Es möchte sich taufen lassen ein aus intelligenter, feinerer israelitischer Familie stammender junger Mann, welcher seine Studien wegen seiner Armut nicht weiterführen kann. Briete unter Titel: ״Sine pane studia adoiosccntiam non.aliiut 91 273“ vermittelt das Expeditionsburcau des Blattes. BUPAPESTI HIRLAP, 25. November 1908. Die Aufiassung des Tau'kandidateii ist deutlicli und klar. Materielle Verteile allein sind es. die zur Taufe führen. Was müssen übrigens Geistliche von ihrer eignen Religion halten, die ihnen solchen Zuwachs Zufuhren? Unmöglich können sic selbst daran glauben. König Victor EmanucI und Dr. Herz!. Der König von Italien hat dieser Tage den Rabbiner und die Vorsteher der jüdischen Gemeinde aus Pisa in einer Audienz empfangen und mit ihnen eine halbe Stunde gesprochcn. Im Laufe des Gesprächs zeigte der König sich in jüdischen Angelegenheiten ausserordentlich bewandert und äusserte sich unter anderem über seine Begegnung mit Herzl und dessen Verdienste um den Zionismus. Heimgeschickt. Seit einiger Zeit bestellt in Rumänien eine lebhafte Bewegung gegen Österreich. Versammlungen werden abgelialten mit flammenden Reden gegen Österreich-Ungarn, die Presse bringt einen Artikel nach dem anderen usw. Der Redakteur und Herausgeber der NOVA REVISTA ROMANA, Universitäts- Professor Radulcsku Motru. hat im Zusammenhang mit dieser Bewegung jüngst eine Rundfrage an mehrere hervorragende Persönlichkeiten Italiens gerichtet und sie um ihre Meinung wegen der Unterdrückung der Rumänen in Ungarn gefragt. Daraufhin erhielt er von Ccsare Lotnbroso. den er ebenfalls um seine Meinung gebeten hatte, folgende ebenso kurze wie trefiende Antwort, die wir wörtlich nach ihrer Wiedergabe in der obengenannten Revue veröffentlichen: ..Geehrter Kollege! Ich war immer und ich werde sterben als ein unvcrsühuicher Anhänger einer vollständigen Freiheit und der weitgehendsten Entwicklung jeder Nationalität und jeder Koniession. Wenn ich infolgedessen mit euch wegen der Unterdrückung der Serben und Rumänen klage, kann ich nicht umhin, zu stöhnen über die Unterdrückung der Rutheiicu und der Juden iu Rumänien, ihr Ccsare l.otuhceso " Der Fraind Die vor einigen Monaten eingegangene älteste und angescheuste jüdische Tageszeitung ״Der Frai 11 d" in Petersburg erscheint seit dem 14. Dezember (1. a. St.) wieder. Es ist dem Blatte zu wünschen, dass die Schwierig- I keiten, wie es mitteilt, definitiv überwunden seien, und dass 1 sein weiteres Erscheinen nunmehr absolut sicher gestellt ist. ו

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