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Jüdische Rundschau · 1908-11-27 · Heft 48 (27.11.1908) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 48 (27.11.1908)
Date
1908-11-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 212 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 48 anwalt Groneinann. Dr. Auerbach und im Schlussworte an Stelle des Referenten, auf dessen Wunsch. Herr Studiosus J.ichtheim. — Der Versammlung war die Versendung eines von Herrn Llchtheim verfassten Aufrufs an alle jüdischen Studenten vorangegaugen. In der Versammlung selbst wurden Propagandabroschtiren verteilt. Der an! Saalcmgang etablierte Bf׳chcr\erkauf unter der Leitung des Herrn Studiosus R״senbaum brachte einen sehr erfreulichen Umsatz. Berlin. In der jüdisch-nationalen Frauenvereinlgnng hält Herr Rabbiner Dr. Emil Levy am Sonntag, dem 29. d. Mts., im Fürstenbergbräu. Rosemluilerstr. 28. präz. 1•9■״ lihr, einen Vortrag mit Lichtbildern •über die Erlebnisse und Eindrücke seiner Palästinareise. Das ־Ihema lautet: ..Ein Zug durch den Orient.“ üäste. Damen und Herren, sind willkommen. Um uiiüktliihcs Erscheinen wird dringend gebeten. Berlin. Herzl-Klub. Im Herzl-Klub hält am Domiertag, dem 3. Dezember, abends 9 llhr. Herr Kurt Rosenbauin ein p ress-Referat über die Ereignisse der letzten Monate ab. Oäste. Damen und Herren willkommen. Lokal: Dräsels l estsäle. Neue Eriedriehstr. 35. Zionistische Ortsgruppe Cltarlottenburg. Am Dienstag, dem 1. Dezember, abends 8“; Uhr. fjiidet im Restaurant Voges, N c II cn d o r ipla \ /. 9. eine Mitgliederversammlung statt.‘ in der Herr Dr. H. G. Heymann über ..Die Zukunft der dcutsehen .luden“ sprechen wird, üäste sind herzlich willkommen. Dessau. Das zionistische Leben ist hier in vollem Gange. Die üesehiebtsvorträge wurden wieder atifgenommen. Jeden Renntag trägt Herr Kantor Blitz einen geschichtlichen Abschnitt vor. Diese Vorträge sind interessant und tragen zur Hebung des jüdischen Bewusstseins viel bei. — Am* Mittwoch, dem 18. d. Mts. hielt Herr Isidor Nussbaum von hier, zurzeit in Berlin, in unserer Gruppe einen Vortrag über ..Der Lebensgang des plibs< plüschen Gedankens". In edler Sprache und Begeisterung führte er die Systeme aller Philosophen, von der ältesten bis auf die jüngste Zeit. vor. An den Vortrag schloss sich eine lebhat.e Diskussion an. an der sich Herr Landeslabbincr Dr. Walter. Herr Dr. Ascher und Kantor Blitz bctciligten. Die VetSammlung dankte dem Redner des Abends für die Fälle von Gedanken und Anregungen, die seine Ausführiingen boten. Hamburg. Am 9. November hielt Herr Pastor Eberhard in unserer Ortsgrupp einen Vortrag über das Thema ״Volksleben in P a I ä s t i n a“. Ein zahlreiches Auditorium füllte den grossen Saal des Logenheims bis zum letzten Platz. Der Vorsitzende D r. Kalmus crönncte die Versammlung mit folgender Erklärung: ״Wir bewussten Juden müssen den uns allerdings aus edlen Motiven gewährten Schutz des ״Verein zur Abwehr des Antisemitismus“ ableimen, wenn von uns als Preis dafür, wie die Ausführungen des Professors G ü n 111 c r - M ü n c h c n zeigen, die Assimilation gefordert wird. Angesichts der ungerechten Angriffe, die jetzt zum ersten Male von christlicher Seite gegen den Zionismus ans missverstündlicher Auffassung gerichtet werden, ist cs für uns von besonderem Interesse, das Urteil eines objektiv denkenden christlichen Mannes zu hören, der Palästina und den Zionismus aus fachmännischer''Erfahrung kennt. — Hierauf ergriff Herr Pastor Eberhard das Wort, um etwa folgendes aiisztiiiihrcn: Das heilige Land hat trotz seines geringen Umfanges nichts von der Anziehungskraft cingebiisst. die diese historische Stätte seit dem frühesten Mittelalter zum Zielpunkt zahlreicher Pilgerscharen gemacht hat. Diese Palästina-Sehnsucht hat nach ihrer jeweiligen Stärke, einen literarischen Niederschlag erzeugt. Früher gab es eine mehr oberflächliche Reiseliteratur; erst in den letzten Jahrzehnten hat die Palästina-Literatur das Gepräge wissenschaftlich vertiefter Kenntnis erhalten. Die moderne Popularisicrungstendenz und die Entwicklung eines erleichterten Verkehrs nach Palästina haben diese Kenntnis in weite Kreise getragen. Aber dieses literarische Wissen bleibt nur ein Surrogat für die wirkliche Anschauung. ״Hinauf nach Jerusalem“ muss es fiir alle heissen, die ein Herz fiir Palästina Haben. Von den palustUUscUen Ausweitungen, die uns luteressieren. kann die imihammedanische. d. h. die tscherkcssisclie. als bedeutungslos erscheinen. Die Kolonisation der Deutschen, der Templer, war bisher im wesentlichen städtisch: sie beginnen sich Jetzt auch mehr der Landwirtschaft *uzuwcndeii. Ihre Lage ist günstig. Das (]erficht von einer Abwanderung nach Deutsch-Üstafrika ist übertrieben, es trifft nur au? einzelne zu. Das Land befindet sich in einem allgemeinen Auf- Schwung. Je mehr fleissige und intelligente Ansiedler nach Palästina kommen, desto günstiger gestaltet sich die allgemeine wirtschaftliche Lage und darum besteht für die deutschen Kolonisten kein Grund, in dem starken Zuzug von jüdischen Kolonisten nach Palästina fiir sich eine Gefahr zu erblicken. Deutsche und jüdische Kolonisation sind durch Interessen gemciuschaft verknüpft. Die jüdische» Kolonien haben die Bedeutung eines Kulturfaktors erlangt. Sic haben die Kinderkrankheiten aller Kolonisationen durchgemacht, aber jetzt, wo an die Stelle eines verfehlten Wohitätigkcitssystems zielbewusste Arbeit getreten ist, stehen wir vor schönen Resultaten. Ein weniger erfreuliches Bild gewähren uns die städtischen Juden. Tiefe Schatten lagern über der Judenhcit von Jerusalem. Die verderbliche Institution der Chalukah hat ein erbärmliches Geschlecht gross gezogen; systematisch der Arbeitsscheu und Trägheit in die Arme getrieben, bleibt cs im grössten sozialen und geistigen Elend stecken. Zudem bildet die Chalukah auch eine materielle Waffe in der Hand zelotischcr Rabbinen. um alle diejenigen von der Aimoscnverteilung auszuschliessen, die ihnen der Teilnahme an modernen Einrichtungen, z. B. neueren Schulen, verdächtig scheinen, mögen diese in religiöser Hinsicht noch so unbedenklich sein. Pilicht aller denkenden und ehrlichen Juden ist es. diesen schmachvollen Zuständen ein Ende zu machen. l>1e grossen Summen der Chalukah dürfen nicht sinnlos vergeudet werden, sondern müssen gemäss ihrem ursprünglichen Zweck eia Mittel ,zum Wiederaufbau Zions werden. Aber schon fallen einzelne Lichtstrahlen einer neueren Zeit in die stickige Atmosphäre des jcriisalemiüsehen Judentums. Es gibt Gruppen jüdischer junger Leute, die lieber ehrlicher Arbeit als Almosen ihren Lebensunterhalt verdanken wollen. Die Schulen des rührige:) und verdienten ״Hilfsvereines der Deutschen Juden" verbreiten moderne Bildung lind verdrängen immer mehr den in hygienischer und pädagogischer Hinsicht minderwertigen Unterricht im Che vier. Einzelne jüdische Hospitäler und Schulen können sich getrost mit den Einrichtungen eines Kulturstantes messen. Das hebräische Ovn1nasit1.il in Jaffa, der Bezalel in Jerusalem, das Technikum in Haifa, alle künden sie eine neue, bessere Zeit und weisen darauf hin. dass sich für die Juden im heiligen Lande eine glückliche Entwicklung der Dinge vorbereitet. -- Stürmischer, nicht citdenwollcndcr Beifall folgte den geistvollen, warmherzig vorgetragenen Ausiiihrungcn. die in plastischer Form eine Fülle von seibsterlebten Details und Stimmungen enthielten. Die Ortsgruppe Hamburg- Altona spricht noch einmal au dieser Stelle Herrn Pasto; Eberhard fiir seinen Vortrag ihren herzlichsten Dank aus. Breslau. Für Sonntag, den 22. Dezember, berief der Vorstand der hiesigen Vereinigung eine Versammlung der Arbeitsgruppe in dem Saal der Gesellschaft ״Eintracht" zusammen. Erschienen waren über •10 Damen und Herren, die den instruktiven Ausführungen des 1. Vorsitzenden. Herrn Zahnarzt Schachtel, mit gespannter Aufmerksamkeit folgten. Herr Zahnar/t Schachtel führte, von den Verhältnissen in der Türkei ausgehend, aus. dass es unbedingt notwendig wäre, jetzt mit allen Kräften die Arbeit für alle unsre zionistischen Institutionen und iiir die Propaganda aufznnelimen. Dies wurde von der Versammlung einstimmig gebilligt, und cs entspann, sich über die Realisierung der Vorschläge eine lebhafte Debatte, an der sich die Herren Battfeld. Lewin. stud. Notlmiami. Borger. Dr. Schneller. Dr. Landsberger. Dr. Hofmaim. Lachmann. Mittwoch. Dr. Weiss. Dr. Klasnicr. Lcwandowski beteiligten. Am Schluss xcrpflichtctcn sicli alle jüngeren anwesenden Damen und Herren durch Eintragung in die umhergereiehteii Listen, sich an de-• ihnen vom Vorland ztigewieseiien Arbeit zu beteiligen. Line Biichscnsammlung iiir den Nationalfond ergab 5,80 Mark. J L. Rosd/In-Schoppinitz. Nach längerer Pause fand in unserer Gemeinde am Mittwoch, dem 18. November, wieder ein zionistischer Vertrag statt und zwar im Anschluss an die Generalversammlung des Kultusvercins. Herr Dr. Cassirer aus Kattowitz erörterte in interessanter Weise — an der Hand der Enquete einer Beiliner jüdischen Zeitung -- aie Beurteilung, die das Problem der Lösung der Judenfrage bei den verschiedensten Richtungen gefunden habe und zeigte klar und überzeugend, dass fiir denjenigen, der eine Erlialtung 111\d Weiterentwicklung des Judentums wünscht, die einzig richtige Antwort nur der Zionismus gibt. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall atifgenommen. Der Leiter der Versammlung. Herr Dr. Tichauer: einer der Vorsteher des Kultusvercins. dankte dem Referenten und forderte zum Beitritt in die zionistische Organisation auf. Es erfolgten einige Neuaiimgldungcn zur Ortsgruppe Kattowitz. Das hiesige Lokaikotnitec bestellt aus de״ Herren Dr. Ticliaucr. Kutncr, Kiksmann und Frau Lina Bänder. Laiirahiitte. Die hiesigen Mitglieder der Kattowitzcr Ortsgruppe hielten am 19. er. in der Wciss'schen Konditorei' eine

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