Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1908)
- Date
- 1908-11-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 202 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 46 § 24. Die Leitune der Ortsgruppe obliegt dem Vorstand. Einkünfte § 25. Die Einkünfte der Organisation bestehen;aus den über den Betrag einer Mark hinausgeilenden Beiträgen der Schekeizahier, aus Spenden und Zuwendungen jeglicher Art. § 26. Jeder Zionist soll einen Landesbeitrag von mindestens einer Mark zahlen. Die Ortsgruppen sind verpflichtet, für jeden Schekeizahier eine Mark Landesbeitrag emzuzieljen und haften für den Eingang dieser Beträge. Statuten-Acnderiing § 27. Eine Statuten-Aenderung kann nur durch den Delegiertentag mit Zweidrittel-Maiorität beschlossen werden. Bericht des Hauptbureaus des JüdischenNationalfondsinKöln über die Im Monat Oktober I90S cingegangencn Natloiinlfoiids- Spenden. Das Gesamtrcsultat der dicsmonatüclien Spendenstatistik (29 291,31 Mk.) scheint auf den ersten Bück einen ungewöhulieh grossen Fortschritt gegenüber allen verflossenen Monaten dieses Jahres zu verraten. Bei etwas genauerer Beobachtung modifiziert sich jedoch dieser erste Kindruck nicht unerheblich. Denn es muss berücksichtigt werden, dass in diesem Monate fünf Nummern der WELT erschienen sind und folglich eine Nummer mehr als gewöhnlich das Material zur Statistik lieferte. Ziehen wir den Durchschnittsausweis einer Nummer 5S5S26 Mk. vom Gesamtergebnis der!Tm! Wochen ab. so würde sich für vier Wochen ein Betrag־ von 23 •133,05 Mk. ergeben. Immerhin übersteigt auch diese Summe den In diesem Jahre erzielten monatlichen Durchschnitt, und es erweist sielt demnach das dicsmonatliche Resultat tatsächlich höher als das Ergebnis der verflossenen Monate. Zum grossen Teil ist dies auf die Feiertage zurückzuführen, welche zu den Sammlungen der verschiedensten Art Veranlassung boten! Wie wir bereits in No. 41 der WELT hervorhoben, erscheint in der vorliegenden Statistik ein ganz neues Gebiet utisern Sammlungen erschlossen. Wenn auch erst eine einzige Spende aus Griechenland eingclaufen ist, so haben wir doch die begründete Hoffnung, dass dort bald eine geeignete Organisatlon ins Dasein treten und einen belebenden Einfluss auf die Sammeltätigkeit der gesamten Balkanländer ausüben wird. Das entfernteste Gebiet des den N.-F.-Satnmlungeu er• schlossencn Ländcrkrelscs. Australien, hat sich wieder eiligestellt. Es ist in diesem Jahre bereits das zweite Mal, dass wir eine Spende aus Australien zu verzeichnten haben. Allerdings konnte diesmal nur eine Oelbaumspcndc ausgewiesen werden, aber sie ist doch ein Zeichen dafür, dass die Organisation selbst ln diesem entlegenen Erdteil mit minimaler jüdischer Bevölkc־ rung beginnt, erfolgreiche Arbeit zu leisten. Das Ergebnis der verschiedenen Sammelarten hat sich fast gar nicht verschoben. Leider lässt der Erfolg der Büchsensammiung noch immer viel zu wünschen übrig. Es ist Jedoch nicht daran zu zweifeln, dass im Laufe der nächsten Monate die Ziffern der Rubrik ״Sammelbüchsen״ in unserer Statistik ständig steigen werden und dass dieses Sammeimittci allmihiich die erste Stelle erringen wird. Eine. Vorbedingueg hierfür ist jedoch, dass die Sammclstellen gemäss unseren wiederholten Weisungen ihr besonderes Augenmerk auf eine genaue Evidenzhaltung und regelmässige Leerung der Büchsen richten, nme Tatsache, die gewiss manche Gesinnungsgenossen in Erstaunen setzen wird, ist. dass kaum mehr als 8 Prozent der bisher versandten Büchsen regelmässig geleert werden. Hierin muss unbedingt Wandel geschaffen werden. Auch der Ertrag der Sammclbogcn und -Büchlein entspricht noch nicht unseren Erwartungen. Von zwölf Ländern, denen wir im Laufe der letzten acht Monate eine Anzahl der neuen Sammclbfichlcin zur Verfügung stellten, haben erst sechs hie und da nennenswerten Erfolg gemeldet. In nächster Zeit wird unser Bureau wieder ein grösseres Quantum Sannnclbüchlein hcrstcllcn lassen und zur Versendung bringen. Wir hoffen, dass dann auch dieses Sammeimittci, welches in seiner neuen Gestalt überall lebhaften Anklang gefunden hat, eine ergiebigere Einnahmequelle für unseren Fonds bilden wird. Der N.-F,-Markenverkauf war in diesem Monate besonders günstig. Viele Sammelstelle״, z. B. Amerika, haben sich aus Anlass der Feiertage einen grösseren Vorrat angeschafft, so dass der in der Statistik fcstgclegtc Betrag der von unserem Londoner Bureau an die Sammclstellen abgegebenen Marken sich auf über 4H* Tausend Mark beläuft. Aber auch der von den Sammclstellen selbst angegebene Verkauf an einzelne Gesinnungsgenossen ist beträchtlich grösser als in den vorigen Monaten. An dem diesmonatlichcn Ausweis sind 13 Gebiete beteiligt. Ihre Reihenfolge nach der Höhe der Spcndcnsun'mc ist die folgende: l. Russland . . . . . . . 7 941,33 Mk. 2. Nordamerika . . . . . . 6 025,93 ** 3. Oesterreich . . *» 4. Deutschland . . *• 3. Rumänien . . . 6. Südafrika . . . 9* 7. England .... . . . . 1 223,36 9• 8. Ungarn .... .... 326,92 9• 9. Belgien .... 99 10. Australien . . . M II. Türkei .... .... 97,50 »9 12. Aegypten . . . .... 73,61 «• 13. Argentinien . . .... 55,08 9* 14. Palästina . . . 9« 15. Griechenland . . .... 24,30 ♦ 9 16. Niederlande . . *9 17. Kanada .... .... 6.- M 18. Frankreich . . . 99 An die Innenarbeitskommission Nun weiss ich wenigstens, an wen ich mich zu wenden habe. Also die ..Innenarheits-Kommisson" ist es. der die geistige und ethische Erziehung der zionistischen Bevölkerung obliegt. Ich trete mit einer Anklage vor die Innen.!rbeits-Kommission. mit der Anklage, dass für die Jugendbelchrung zu wenig getan wird. Es prägt sich ein gut Teil von der jüdischen Passivität oder auch von orientalischem Fatalismus in der zionistischen Propagandatätigkeit aus. die von dem guten Glauben geiürbt ist: .AVas geschehen soll, wird gescheiten, und wer zu uns kommen soll, wir«! zu uns finden." Ich teile den Standpunkt derer, die da meinen, man sollte sielt nicht um diejenigen rcissen. die dem Zionismus ablehnend gegenüberstehen. Ganz gewiss nicht. Alter neben diesen stellt eine grosse Menge von Glaubensgenossen, denen die Ideen der Zionisten noch absolut iremd sind, und da sind es vor allen Dingen die Kinder, denen wir uns zuwenden müssen. In den Schulen wird der Zionismus nicht behandelt, die Mütter, die vielfach selbst die Ideen des Zionismus nicht kennen, sind in grosser Zahl nicht in der Lage, die Kinder darüber zu belehren, oder sind vorn Lager jener, die da sprechen: ..Mir gefällt es hier sehr gut, iclt habe gar keine Lust, nach Palästina zu gehen!״ Dürfen wir es nun dem Zufall überlassen, ob das Kind etwas vom Zionismus erfährt oder nicht? Dürfen wir die wirren Urteile jener, die das wahre Wesen der Bewegung gar nicht kennen und den Zionismus als die utopistisciieii Ideen von Phantasten hinstcllen. in der Kiudessecle Wurzel fassen lassen? Was uns vor allen Dingen fehlt, ist eine zfonistischc Jugendzeitschrift, durch deren Mund das Kmd über den