Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 42 (16.10.1908)
- Date
- 1908-10-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 3× ep/1047930
- Aleppo 1× ep/1047811
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I lg >%M) tiMPP* « A ...' Np. 42 JÜDISCHE RUNDSCHAU _Seite 419 Die Umgangssprache der Juden in Lande Israel Es ist bekannt, dass in den letzten Jahrzehnten Juden aus aller Welt in Palästina cingewandcrt sind, so dass Palästina jetzt eine bunte Musterkarte von Juden aller Länder aufweist. Eine treffliche Illustration hierzu gibt der sechste Geschäftsbericht des Hilfsvcreins der Deutschen Juden, indem er die Herkunft und Umgangssprache der in seinen Kindergärten in Jerusalem und Jaffa untcrgebrachtcn Kinder angibt. ln den drei Kindergärten in Jerusalem Scfardium Aschkenasim Jemeniten Bucharcr Perser Grusiner Aus Bagdad Marokkaner Bulgaren Muhammedaner 393=120 38,0־116 und Aleppo (Moglirebiner) 17= 16= 16= 9= 4= 3= 3= 1waren: Umgangs- (Haus-) Sprache Spaniolisch Jüdisch Arabisch Bitcharisch Persisch Grusinisch Arabisch Marokk. Dial. d. Arab. Bulgarisch Arabisch 5,6 י5 5.2 י3 1.3 1.0 1.0 : tu %; %; %: %; fr 0C; C* w; r* , % In den beiden Kindergärten in Jaffa waren: Aschkenasim 131 Sc ,fardim 51 Jemeniten 19 Maiokkaner 16 Grusiner 9 226 tigen Schritte unternommen, um auch hier wie in Jaffa die «roten Zettel* einzufiihrcn, was aber bis letzt nicht gelangen ist. Jüdische Institutionen. Wir besitzen eine kleine ״Bikur Cholim“ (Krankenpflege) welche jTihrlich mit 500 Franken vom Baron de Rothschild subventioniert wird, und den Rest von den besseren jüdischen Einwohnern in monatlichen Raten erhält. Dafür werden armen Kranke Sefardim und Aschkeuasim unentgeltlich von einem Arzte behandelt, und erhalten auch Arzneien frei. Jüdische Schulen. Wir haben hier 2 Schulen der Alliance lsraelitc Universelle, von denen die eine 2011 Knaben unterrichtet und die andere ca. 160 Mädchen. Der Hilfsvcrcin der Deutschen Juden hat im Jahre!907 einen Kindergarten gegründet, der letzt über 65 Zöglinge zählt, welche nur in Hebräisch unterrichtet werden. Krankheiten. Haifa ist eine der Städte Palästinas, welche ein sehr gutes Klima besitzt, seine Einwohner erfreuen sich daher einer guten Gesundheit. Jüdischer Gcmclndcvorstand. Haifa Ist die erste Stadt Palästinas, wo die Aschkenasim und Sefardim nur eine Ciemcindc bilden, welche zusammen für das Wohl der ganzen jüdischen Bevölkerung arbeitet. Wir . haben hier ein ger.iischtes Komitee, d. h. Vertreter. der Aschkenasim und Scfardim. Die Rabbiner der Aschkenasim und Sciardim sind auch immer einig. Verhältnis zu den türkischen Behörden. Das Verhältnis der hiesigen Behörden zu der jüdischen Gemeinde ist treuudlieh. Hafenbau in Haifa Davon sptacheu als Umgangssprache: / Hebräisch 11 Arabisch 37 Spaniolisch 46 Jüdisch 105 Russiscli 27 u.. 226 Haifa Von Molse Berkoit-Haifa. Haifa ist eine der Städte Palästinas, welche eine grosse Zukunft haben und einen grossen Aufschwung nehmen werden. sobald die Hcdschäsbahn dem Verkehr übergeben w ird und die Eisenbahnlinie Haifa-Jerusalem sowie der geplante Hafen gebaut sein werden. Schon jetzt nimmt die Stadt an Bcvölkerung erheblich zu: Im Jahre 1905 hatte sie nur 15 000 Einwohncr. jetzt zählt sie bereits IS 000. was einen Mangel an Wohnhäusern. Geschüitsläden und eine Verteuerung der Lebensmittel verteuert hat Hcdschäsbahn. Wie gemeldet w ird. soll die offizielle E־׳üiinung der Strecke Haifa-Medina am 1. September d. Js. stattfinden, und zwar anlässlich der Wiederkehr des Krönungstages S. M. des Sultans. Der Verkehr zwischen Haifa und Dumaskus wird dadurch bedeutend verbessert werden, bis jetzt litt der Handel zwischen Haifa und Damaskus an Waggmimangel. weil die Waggons für den Materialicntransport zum Bahnbau verwendet wurden. Lage der jüdischen Kaufleute. In Haifa sind nur wenig jüdische Kauileute vorhanden. Der Getreidehandel, welcher den HaupthaitJcIszweig Haifas bildet, liegt meist in Christliehen Händen. Nur zwei sefordischc Firmen sind in diesem Zweige beschäftigt. Alle übrigen Aschkenasim und Seiardim beschäftigen sich nur mit Kleinhandel w ie Kolonial-, Manufaktur- und Kurzwarenartikel. Lage der jüdischen Handwerker. Jüdischer Handwerker gibt cs mir wenige in Haiia und grösstenteils arme Die meisten sind Schuster. Schmiede und Matratzenmachcr. alle übrigen sind Schuhflicker, die in den Strassen den Arabern ihre Schuhe reparieren, wodurch sie täglich von 0,50 bis 1 Franken verdienen und damit ihre Familie zu ernähren haben. Käufe und Verkäufe von Grundstücken durch Juden. Da der grösste 'i’cil der Juden in Haiia arm ist, so hört inan seiten. dass ein Jude ein Grundstück erworben hat. Es kommt aber leider nicht selten vor. dass Juden ihre Häuser verkaufen. Erst letztens wurden von hiesigen Juden 2 Häuser zum Kaufe allgeboten. Die iitdisclie Häuserbaugcsellschaft ,.Agudat Achim" hat vor 3 Jahren ein schönes Grundstück erworben, und hofft dieses Jahr ihre Häuser zu hauen. Einwanderung und Fortzug. Leider ist die Landung ausj ländischer Juden, hauptsächlich russischer, mit Schwierigkeiten verbunden. Das Komitee dei jüdischen Gemeinde hat die 110- ' Aus Haiia (Palästina) wird der ..N\J.K•" von ihrem doitigcn Korrespondenten geschrieben: Das lange Ersehnte soll nun cnJIich Ereignis werden. Die Vorarbeiten für den Bau eines Hafens haben jetzt begonnen: Unternehmer des Baues sind ein sefardischer Jude und ein Araber. Mit dem Ausbau des Hafens wird für Haifa eine vollständig neue Epoche beginnen, und man kann sagen, dass Haiia mit der Fertigstellung des Hafens und der Vollendung des Baues der Eisenbahn H a i f a—J erusalcm, die ebenfalls bereits in Angriff genommen ist, einer der zukunftsreichsten Plätze Palästinas sein wird. * 1 Neues Leben in Jerusalem Die neue türkische Verfassung macht ihre segensreichen W1־kungen bereits auch in Palästina geltend. Wahrend wir bisher keine einzige hier erscheinende Tageszeitung hatten, haben wir jetzt deren gleich zwei bekommen. Die beiden hiesigen hebräischen Z e i t u ng e n HASCHKAFA lind HAZWI. die bis jetzt nur dreimal wöchentlich herauskamen, w c den nun in Zukunft täglich erscheinen, und wir werden hoffentlich bald Gelegenheit haben, den belebenden Einfluss, den eine tägliche Presse auf das gesellige und wärtscliaftlichc Leben der Stadt auszufiben pflegt, auch in Jerusalem zu verspüren. Auch in das Iniormationswcscn soll ein neuer Zug kommen. Das jüdische Informatioiisbureau für Einwanderer hat nämlich tcselilosseii. genaue statistische Daten nber die in Jerusalem vorhandenen Geschäftszweige und Inoustrieii zu sammeln, um Arbeitsuchenden stets mit zuverlässigen und genauen Auskünften auch bezüglich der Arbcitsgelcuenheit dienen zu können. Kebillath Jaakob Verband zur Hebung und Förderung landwirtschaftlicher Bestrebungen im heiligen Lande. Gegründet im Jahr 5665— 1905 in Jerusalem. Teure Brüder! Unsere gegenwärtige materielle Lage ist nicht nur eine höchst missliche und bedrängte, sondern man muss sie geradezu als auf längerhin unerträglich und verzw ciiluiigsvol! bezeichnen. In den letzten Jahren hat man das entehrende und entwürdigende und dabei ganz unzureichende System der Chalukah in Mort und Schrift vielfach einer strengen abweisenden Kritik unterzogen, wir können aber aus eigne! langjähriger trauriger Erfahrung an unserer eignen Person auf die schlimmen und schädlichen Folgen hinweisen, welche dieses in seiner Art so eigentümliche Wohltätigkeits-Institut auf Leih und Geist aiisübt. Wir leben in den Städten in einen• neuen Ghetto, zusammengepfercht in eng aneinander gereihten \ l 1WW ^^^«יי^ייייוןיין* '״׳« ^ייייי' י י ^י1וו«מ*^יי»^״״ז ' f 1׳