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Jüdische Rundschau · 1908-10-09 · Heft 41 (9.10.1908) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 41 (9.10.1908)
Date
1908-10-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 409 No. 41 . Aüs dem Lande Israel 1 Zu Ehren des Andenkens des sei. Dr. Leo Kohan beschloss der Palästinarat in einer der jüngern palästinaisehen Kolonien ein Bctli-Am (Volkshatts) zu errichten, das für ewige Zeiten den Namen des Verstorbenen trauen soll. Zu diesem Zwecke wurde, in Palästina eiic Sammlung eingeleitet, die bereits einige hundert Pranken ergab. Mescha: Bei einem Streite, der aus nichtiger Ursache zwischen den luden ans Meucha und Moghrebincrn (marokkanisehen Arabern) aus einem in der Nähe von Mescha gelegenen tnoglircbir’isclicm!)orte ausbrach, wurde ein Jude und ein Moghrebiner verwundet. Der Moghrebiner wurde später i1׳ das Hospital von Ha.ia gebracht und starb dort. Obwohl cs sehr wahrscheinlich ist. dass der Mo-Jirebincr nicht von einem Juden verwundet, sondern von derselben Kugel getroffen worden ist. von weleiier der Jude valet/t wurde, so schrieben dii Moghrebiiier den .Inden die Schuld am Tode ihres Kämeradelt zu. ut’d es schien eine ZcitUng. als ob sie dicserhalb nach ihrer Gewohnheit an den .Inden vr 11 Mescha blutige Racke nehmen wollten Die Mcsciiacr Kolonisten richteten mit Ver- Stärkung aus den umliegenden jüdischen Kolonien eine nusgezeichnete Selbstvehr ein, w elche Tau und Nacht aut Wache lat׳. Infolge dieser energischen Massregeh. •uui des später erfolgten Einschreitens der 'türkischen l.okai!egicrung i.ו| •יei> die Ruhe in ״Mt.sei.:! ungestört. Haifa: Die Zage aui der Strecke Paiia Damaskus, die bisher in jeder Richtung nur dreimal wöchentlich verkehrten, verkehre׳! seit dein I. September täglich in beiden Riehturnten. Dies ist ein grosser VirkehrsiortsehrUt. nicht nur für die am Tihcriassce gelegcnui Kolonien, sottd.ru für ganz Galiläa. Insbesondere wird auch die Verbindung zwisclea Judäa und Galiläa durch die Verkehrs*.׳erb.sscnmg wesentlicij vereinfacht nn 1 beschleunigt. Haifa: Es ist letzt sicher, dass das vom liiifsve: ein der Deutschen Juden geplante Tcchuiknti! seinen Sitz in Haifa haben wird. Das Terrain iiir das Gebäude ist bereits gekauft. Ts ist ein grosses. 1*1 ausgezeichneter hoher Ltge gelegenes Plateau, von dem matt eine herrliche Aussicht aut die Stad: und die Bucht von Hnra und die dieselben betreuzenden Höhnezüge hat. Das Terrain it.'.t oberhalb des einem frattzösiselien Kloster gehörigen «rossen (Matzes. Es ist nur wenige Minuten von de! Platze emiernt. den die Häuserbau־ ucscllschaft ..Agudath Achim** gekauft hat. und auf dem sie zunächst 12 Häuser errichten will. Jetzt ist auf diesem Terrain mit dem Bau eines Brunnens begonnen worden. Der Bau der Häuser soll spfdestens im Prühiahr 191:9 erfolgen. Aus den Kolonien, a) J u d ä a. Risch011 l’Zion. Im Lnttic von 28 Tagen der diesjährigen Weinerntezeit sind in unsern Weinkeller von Mitgliedern des Wchtbauersyndikals in Rischo!! 2513 890 kg. ferner aus Wadi-Hanen und Rechoblmt ca. I UdOOdtl kg Trauben aufgenonauen worden. Sämtliche Pflanzungsbesitzer haben liier einen Verein unter dem Namen ״Chaikla * (Agrikultur) gegründet, dessen Zweck es ist. die einschlägigen Kulturen genau zu studieren, den Umfang des Animus mit den Absatzverhültnissci! auf dem Weltmarkt im Einklang zu erhalten und eine Krisis, wie sie im Weinbau emgetretcr! ist. reehb׳e!tig zu verhüten. Die J.C.A. hat unsere Kolonie eine Anleihe von 10 000 Pt cs. gewährt, um die Strassen von der Grenze der Kolonie von Jaffa aus bis zur Svnagoge mul vom Weinkeller bis zur (irenze gegen Rechohhoth ansaihcsscrn. Am 15. Aw wurde das 2öjü!:rige Bestellen unserer Kolonie von allen Einwohnern gefeiert. In den umliegenden arabischen Dörfern ist eine Rindet- Pest ausgebrochen. Seitens der Regierung und unsc'er Kolo-!:ieverwaltung sind Massnahmen getrottet! worden, um einer Ausdehnung der Seuche vor/.»beugen. Bei dieser Gelegenheit ist zu bemerken, dass ein tüchtiger Tierarzt in Judäa und zwei 'I ierärzlc in Galiläa grosse Praxis linden und der Landwirt- Schaft von Nutz.cn sein könnten. Beet Jak ob (B i r S a 1 e m ) Endlich wurde in der.Tiefe von 38 m an der Stille, an der sich Ruinen des alten Brunnens befanden. Wasser gefunden, und einzelne Bestandteile der einsiigeti Wasserschöpfvorrichtungen entdeckt. Jetzt ist alo ein grosser Uebclstand. an dem die junge Kolonie empfindlich zu leiden hatte, behoben. Die Pflanzungen des letzten Winters haben sehr befriedigende Resultate ergeben, dagegen Italien Kartoffeln, Tomaten und anderes Gemüse wegen der niedrigen Preise dieses Jahres nur geringe Einnahmen gebracht- Jedoch würde im allgemeinen gerade ein Gemüseanbau in grösserem Umfange den Kolonisten eine Existenz sichern: hierzu wäre die Errichtung einer Bewässerungsanlage, die 25 000 Eres, kosten müsste, ei forderlich. B e t h A r i f b. L y d d a. Ini Monat Abh fanden Prüfungen in der Schule Kiriath-Sefer statt: die Schule, die jetzt an 30 Schüler bereits zählt, ist?'»־׳ die Zeit bis nach den Eeicrtagcn geschlossen. Die Fabrik ״Atliid‘* vergrdssert ihre Arbeitsräume durch einen Neubau und w ird nach einiger Zeit neben der Oclfabrikation auch die Scitenfabnkation in ihrer hiesigen Filiale einführen. Jetzt sind in de׳. Fabrik in Beth-Arii 15 Arbeiter bcschäftigt. W a d ו - C11 a 11 i n. Der Bau der sechs Häuser auf der Strasse, die den älteren Teil unserer Kolonie (Wadi-Cliatiiu) mit dem neueren (Nes Zionah) verbinden soll (aui dem seinerzeit von der (teulali angekauiten Boden), hat bereits bcgönnen. Die Errichtung dieser Häuser wurzle durch ein Darleben der LC.A. im Betrage von 18 00') Eres, ermöglicht. Rcchoboth. Unsere Kolonie zeichnet sich durch sehr gesundes Wasser aus. Es ist Je •Joch ein grosser Ucbclstand, insbesondere f!:r die entfernteren und auf Anhöhen gekgeucn Wohnungen, dass das Wasser von einem entlegenen Brunnen geholt werden muss. 'Diesem IJcbcrlstand wird jetzt durch Anlage einer Wasserleitung abgehoben werden. Für diese Anlage hat Herr Sachs ״.־s Chicago, der unsere Kolonie vor kurzem besuchte. 25 <•"<» Pres, auf 25 Jahre, zu 6 Prozent ve zinslieh, geliehen. Zum Dank dafür wurde beschlossen, Herrn Sachs aus dem Besitze der Kolonie einen Bauplatz fiii eit: Haus eiitzurätimen. In den letzter, Taget: ist die Vereinigung der Rechobothtr Weinbauer-Genossenschaft (Agudath-Hakortnim) mit dem 8V11dikat der Weinbauer in Khchoti. dessen Weit! durch die Nctsebieedcuen Ka־׳m1lgoseHschaitcn in allen Ländern der Well al gesetzt w ird, e folgt. Die Agudath Hakornum in Rcehoblioth hat sich \or vier Jahren als Aktiengesellschaft mit Anteilen von je 5(10 Pres, gebildet• Sie hat einen eigenen Keller enichtet, der mit Inventar gegenwärtig einen Wert von ca. /nfn.Ht Pres, repräsentiert. Trotz grosser materieller Opfer der Mitglieder war die Rechowotitcr W cinbaugenossensehait schliesslich doch nicht in der Lage, das mit liehen Kosten verbtmdene Weittgcschäft erfolgreich fortziifiihren. Der Rischoner Weinkeller zahlte den bisherigen Mitgliedern der Agudath Hakormitn in Rcehoblioth 13 Pres, pro Kantar für die diesjährigen Trauben nach deren Zustellung nach Rjschoti. Nach längeren Unterhandlungen ist es schliesslich ge-!:tilgen, die übermässig hoben Oscherfordgrtmgen der Bezirks- Verwaltung in Ramie zuriickztiweisen und den Oscher aui die HnltA <1/11* C*\mff •I .I_ b) Galiläa. Sichron Jacob. Die Aussiebten für die diesjährige Ernte lassen ein besseres als durchschnittliches Ergebnis erwarten. Freilich wird das Resultat der vorjährigen Ernte, die für Getreide eine ausserordentlich gute war. nicht erreicht werden. Die Pferdebohne hat sehr vom Hagel gelitten, ebenso teilweise die Kichererbse. Bemerkenswert ist, dass in Maralt, wo die Ernten bisher mt־׳. sehr mittelmässig waren, dieses Jahr eine recht gute Weizen- und Gerstenernte zu erwarten ist. Die erdgiltigen Ernteresultate werden erst gegen Ende September bekannt sein. Der O s e 11 c r ist dieses Jahr von denselben Personen gepachtet w orden w ie im vorigen Jahre. Sie bilden eine ge- Seilschaft, an deren Spitze eine alte und reiche arabische Familie steht. Der Oscher ist auf ungefähr 105 (Ml!) Piaster (ca. 25 000 Pres.) geschätzt worden (gigen 8/ 000 Piaster im Vorjahre, von denen auf Sichron Jacob mit Beth-Schlomc (Ein cl Djettial) uni Sshet'eja 51 000 Piaster, aui Maral! 3201)0 Piaster und auf Bnrdesh 23100־ Piaster entfallen Arbeiter. Der wunde Punkt im Leben der Kolonie ist der Mangel an jüdischen Atbeitern. Mit Befriedigung kam! man konstatieren, dass jetzt darin eine Besserung sielt attbahut. denn cs gibt schon einige Kolonisten, welche jüdische Arbeiter haben, andere Kolonisten haben alter trootz mehrfacher Bemülumgen keine jüdischen Arbeiter bekommen können. Es bestellt ein Plan, einige jüdische Arbeiter nach Maralt zu nehmen, sie für das ganze ialtr anmtehen. und ihnen ausser einem kleinen Lohne noch einen bestimmten Anteil an der Ernte zu geben. Diese Arbeiter körnten sich organisieren, utt iür sielt Unterhalt und Wohnung zu beschaffen, und sic werden sicherlich durch die Kolonisten und die Administration gefördert werden. Da es hier sehr leicht ist, Vieh aller Art aufzuziehcti, könnten die Arbeiter mit der Zeit atich die Vieltyucht aufnehiueii und sieh hieraus Einnahmen und Lebensmittel verschaffen. Uebiigens würden auch in Sichron Jakob und fkth-Sclilun׳) einige jüdische Arbeiter wählend des ganzen Jahres Beschäftigung finden. \

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