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Jüdische Rundschau · 1908-09-25 · Heft 39 (25.9.1908) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 39 (25.9.1908)
Date
1908-09-25
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 392 JODISCHE RUKDSCHÄU. ר No. 39 Stadt Jerusalem ca. SöQO männliche Juden verzeichnet gegen •1000 Christen und 4000 Muhammedaner. Durch ein Zirkulartclegramm aus Konstantinopel Ist die Zensur vollständig aufgehoben worden, und es können jetzt Bücher und Zeitungen ohne iede Schwierigkeit nach Palästina hineinkommen. Leider ist das bisher die einzige Frucht der Konstitution. Andere Beschwerden dauern nach wie vor an. Insbesondere werden den in Jaffa cinwandcrenden Juden noch immer die Pässe bei der Einwanderung abvcrlangt und von der Passbehörde in Verwahrung genommen. Haifa: Hier hat sich ein Verein Aehduth (Einheit) gebildet. dessen Ziel ist. die aschkcnasischcn und scfardischcn Juden zu vereinigen. Auel» sollen Kurse für hebräische, arabische, französische und türkische Sprache eingerichtet werden. de! cii Leitung der Direktor der Allianceschule, Herr Nahm» und Herr Bugsalon übernommen haben. Das 300jährige Jubiläum von Quebeck und die Juden Vor kiir/.cni wurde bekanntlich das 300jührigc Jubiläum der Stadt Qucbeck (Kanada) gefeiert. An den Feierlichkeiten haben sich auch die 30 000 Juden, die gegenwärtig in Kanada leben, beteiligt Nach Kanada sind die Juden viel späten gckommen, als nach den Vereinigten Staaten. Der erste Jude Aliron Mart war ein englischer Beamter und kam mit der siegreichen englischen Armee nach Kanada. Mit ihm zusaminen kamen noch einige Juden, und nachdem diese sich ständig in Kanada niedergelassen hatten, begann» dann allmählich eine jüdische Einwanderung nach Kanada. Die ersten jüdischen Einwanderer waren gleich wie in Amerika spanische und portugiesische Juden, die mit Auglosacliscn in die neue Welt gekommen sind. Das Judentum hat in den katholischromanischen Ländern sich niemals ruhig entwickeln können, in den spanischen und französischen Kolonien war ihnen auch nie volle Ruhe gegönnt. Viel besser erging und ergeht cs ihnen dort, wo sic unter englischer Obermacht stehen. Die Juden von Kanada hatten viel zu leiden, ehe ihnen die Gleichherechtiguug gewährt wurde. Im Jahre 1807 wurde der Sohn des ersten jüdischen Einwanderers Hart in die Legislatur gewühlt. Daraus entstand ein heftiger Streit darüber, ob ein Jude das Recht habe, in der gesetzgebenden Körper- Schaft zu sitzen oder nicht. Das war der Ausgangspunkt zu einen! langjährigen heftigen politischen Kampfe zwischen den verschiedenen Parteien, der erst im Jahre 1831 mit der vollen Gleichberechtigung der Juden endete. Kleine Mitteilungen ■יי*■‘■'***™*■'*■"** ■9וי■ «-■״■״י■■■mmmmmmmmmmrnmmmmmmmmM Zehn Semester sind verflossen, seitdem die Vereinigung jüdischer Akademiker zu Berlin ins Leben trat, und ihr Wachstum und Blühen ist der beste Beweis, dass die Ziele, die sic sich gestreckt hat. wahres Judentum mit echter Bildung zu Ncreinen und in diesem Sinne allen gesetzestreue!! Studenten einen Sammelpunkt zu bieten. Kraft genug besitzen, um einen Verein den Bestand zu sichern. Auch im vergangenen Semester hat sie, ihrem Ziele treu, eine wiche Tätigkeit im Innern entfaltet. Zahlreiche Vorträge dienten dazu. Klarheit über die Fragen zu schaffen, die an einen jungen, auf gesetz.es־ treuen Boden setehenden Studenten herantreten. Es sprachen die Herren Dr. M. Hildesheimer über ..Kultur und Judentum“, Oberlehrer J. Carlebach über ״Nisclimath-ha-Midotli, das älteste mathematische Werk in hebräischer Sprache". Rabb. Dr. E. Munk über ..einige Fragen in betreff der Feuerbestattung“, cand. phil. M. Munk über ״Die physikalischen Grundlagen des Monismus“, stud. ehern. W. Halberstadt über ״Das Gebet im Judentum“, Dr. med. S. Möller über ״Die biologischen Grundlagen des Monismus“. Anlässlich der 300. Wiederkehr des Geburtstags von Rabbiner S. R. Hirsch veranstaltete der Verein eine öiientliche Gedenkfeier, die besonders dank der trefüichcu Festrede des Herrn Dr. Ed. Biberfell! einen würdigen Verlauf nahm. Der Vereinsschiur in Üemarah wurde von Herrn Rabb. Dr. Munk, der Fuxcnuntcrricht von Herrn cand. phil. Max Munk erteilt. Daneben suchte der Verein durch zahlreiche gesellige Veranstaltungen — Ausflüge. Kegeln und Rudern — den jungen Studenten des öfteren Gelegenheit zu geben, mit gleichgesinnten Genossen in näheren Verkehr zu treten. Dem für das kommende Winter-Semester gewählten Vorstande gehören an die Herren cand. phil. M. Munk 1. Vorsitzender, Dr. M. Hildesheimer 2. Vorsitzender, cand. jur. E. Meyer 1. Schriftführer, stud. ehern. W. Halberstadt 2. Schriftführer, stud. med. J. Haarburg’er Kassenwart, Zucshriften Anfragen, Beitrittserklärungen sind zu'richten an die Adresse des 2. Schriftführers stud. ehern. W. Halberstadt ,Berlin N. 24, Krausnickstr. 17II. Budapest. Die den Samstag feiernden orthodoxen jüdischen Gross- und Kleinhändler, Fabrikanten und Kleingewerbetreibeoden hielten am 8. d. Mts. in der Hauptstadt eine Konferenz, an welcher zahlreiche Provinzdelegierte teilnahmen. Die Konferenz. wählte Dr. J a k o b S c h äc h t e r (Budapest) zum Präsidenten. Pesidcr Korein (Szombathcly) zum Vizcpräsideuten und Leopold Orussbcrg (Budapest) zum Schriftführer. Gegenstand der Beratung bildete der Oese tzentw 11 r f betreffend die Regelung der Sonntagsruhe in,den Gewerbebetrieben. Die Konferenz fasste in dieser Beziehung einhellige Beschlüsse, die in Form einem Memorandums an den Handelsminister geleitet werden sollen. Die Konferenz sendete an den Handclsministcr Kossuth und Staatssekretär Szterenyi Begriissungsdepeschen. In Wilna besteht ein jüdischer, musikalisch-dramatischer Verein, dessen Statuten von der Behörde genehmigt wurden. Der Verin, der auch Diskussionsabendc veranstaltete, bat nun um die Erlaubnis, die Diskussion in hebräischer Sprache führen zu dürfen. Die Vereiiisbchördc bewilligte jedoch das Ansuchen nicht, weil die hebräische Sprache keine Laudesspraclie sei und die Verhandlungen in dieser S p r a c h c nicht kontrolliert werden könnten. Ob sich die Behörde dabei nach dem neuen liberalen deutschen Vereinsgesetz richtete, wonach die hebräische Sprache ebenfalls nicht zulässig wäre? New York. Einer Kabclnicldung der Londoner TIMES zufolge hat vorigen Montag im New Yorker East-End, dem iast ausschliesslich von cingcwandcrten Juden bewohnten Stadtteil, ein grosser Brand gewütet, der 31 Werkstätten, sogenannte Sweating Shops (Schwitzbuden) cingeäschert ]rat. Auch mehrere Menschenleben sind zu beklagen. Es besteht der Verdacht, dass das Feuer von frcvlerischer Hand gelegt wurde, da in der vergangenen Woche gleichfalls an 25. yerscliiedcncn Stellen des East-End gelegtes Feuer zum Ausbruch gekommen war, jedoch rasch unterdrückt werden konnte. Die Opfer des Brandunglückes sind zum Teile Werkstatthüter, die über Nacht in der Werkstätte schlafen müssen und nun dort den Feuertod gefunden haben. Ausserdem pflegen arme Arbeiter, die den teuren Mietzins in dem dichtbevölkerten Ghetto nicht zu erschwingen vermögen, ihr Nachtquartier in den Werkstätten oder Gcschäftslokalen ihrer Arbeitgeber aufzuschlagen. Die übrigen rekrutieren sich aus frisch äugekommenen Emigranten, die jeden Groschen zusammen spareji, um den In der Heimat zurückgebliebenen Angehörigen das Geld zur Überfahrt schicken zu können. Auch diese Leute verzichten auf ein eigenes Quartier und nächtigen in Werk- Stätten, woselbst manche von ihnen jetzt den Flammentod gefunden haben. Briefkasten Llchtwltz in Guben. Ihre ״zwei Vorschläge“ haben wir besser den! Zentralbureau übergeben. Sie hatten nicht gcnügend irankiert. Werfen Sic 20 Piennig, bitte, in Ihre Nationaliondbüchse. Nur auf diesem Wege die besten Wünsche einer בתיבה והתיבה טובה Dr. Heinrich Loewe und Familie. Geschäftliche Mitteilungen Die nächsten Abfahrten von Post und Passagierdampfcrn finden statt: Nach New York: 26. 9. Postd. President Grant. 1. 10. Postd. Kaiserin Auguste Victoria. 3. 10. Postd. Peiisyivaiila. 8. 10. Schncllpostd. Deutschland. 10. 10. Postd. Patricia. — Nach Boston: 29. 9. Postd. Bclgravia. 16. 10. Postd. Bosnia. — Nach Baltimore: 29. 9. Postd. Bclgravia. 16. 10. Postd. Bosnia. — Nach Philadelphia: 30. 9. Postd. Barcelona. 16. 10. Postd. Armenia. — Nach Ncw-Orleans: 13j 10. Postd. Sevilla. — Nach Qnebck-Montreal: 26. 9. Postd. Nordamerika. — Nach Westindier!; 1. 10. Postd. Patagonia. 5. 10. Postd. Odenwald. 7. 10. Postd. Bolivia. — Nach Mexiko: 28. 9. Postd. Albingia. 3. 10. Postd. Cheruskia. 14. 10. Postd. Kronprinzessin Cccilie. — Nach Ostasien: 30. 9. Postd. Scandia. 12. 10. Postd. C. Ford. Lacisz. 15. 10. Postd. Istria. 30. 10. Ppstd. Brisgavia. — Nach Wladiwostok: Dampfer C.׳ Ferd. Laelsz 1 ab Hamburg 12. 10. — Arabisch-Persischer Dienst: 17. 10. * Postd. Hispania ab Hamburg.

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