Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1908)
- Date
- 1908-09-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No 33 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 377 Mitteilung des vorbereitenden Komitees der Palestine Land Development Co. 1 Auf vielfache Anfragen teilen wir mit, dass laut bcifolgcnder Aufstellung bis zum 1. September fiir die P.L.D.C. £3613, und zwar von 1352 Aktionären gezeichnet sind. Wenn diese Summe auch zweifellos genügt, um die Lehrfarm in Kincrrcth (Duleika) in dem von uns beabsichtigten Umfange ausbauen zu können, so wird sie jedoch hierdurch erschöpft, und kommt also zur Ausführung des Hauptpunktes unseres Progiamms nicht in betracht. Unser wichtigster Zweck besteht bekanntlich darin, grössere Tertaiits für eigene Rechnung zu erwerben, zu amelioriercn, zu parzellieren und sie stückweise wiederzuverkaufen oder auf langjährige Fristen zu verpachten. Selbstredend denken wir dabei nicht nur an die Zöglinge unserer Lclirfarm, sondern vor allem an die vielen vermögenden Bewerber, die sich täglich a!1 uns wenden und ihr Kapital und ihre Arbeitskraft in den Dienst der palästinischen Land- Wirtschaft stellen w ollen, jedoch als Einzelpersonen oder kleine Gruppen nicht in der Lage sind, sich mit dem komplizierten Terrainerwerb zu belassen und ausserdem nur in den seltenslen bällen passende kleine Grundstücke von den bisherigen Besitzern erstehen können. Dies kann vielmehr nur Aufgabe eines besonderen Unteriiciimeus sein, das über die nötigen fachmännischen Kräfte und vor allem über reichliche Mittel verfügt, und sich mit dem Aufkauf und der Vorbereitung von grösseren Landflächcn für Siedlungs/.weckc speziell befasst. Wenn cs auch wahr ist, dass zur völligen Landwirtschaftliehen Erschliessung Palästinas viele hunderte Millionen erforderlich sind, die für uns vorläufig unerreichbar sind, so Ist cs doch andererseits sicher, dass die P.L.D.C. schon jetzt Bedeutendes leisten könnte, wenn sic das statutarisch vorgesehene Anfangskapital von 50 000 £ bcsitz.cn würde. In allen Kulturländern bat sieb das Terrain- und Parzcllicrungsgcscliäit — richtig geleitet — als ein rentables erwiesen und zweifellos wird es mich in Palästina seine Lebensfäbigkeit beweisen. Der durch die Wiederherstellung der türkischen Verfassuiig dem Orient bevorstehende wirtschaftliche Aufschwung dürfte wahrscheinlich diesen Erwerbszweig an! meisten hegünstigen, weil sich in der Regel die wirtschaftliche Ent- W icklung eines Landes vor allem in dem schnellen Steigen seiner Bodenpreise iiiisscrt. Der rechtzeitige Erwerb grosser Terrains ist aber nicht nur eine vom rein geschäftlichen Standpunkt grosse Gewinnclianccn bietende Massrcgcl, sondern zugleich auch eine nationale Notwendigkeit, der zu gehorchen es Pflicht eines um seine Zukunft besorgten Volkes ist. Wir richten daher an alle treuen Zionsfreundc den dringenden Mahnruf, mit dein Erwerb von Shares der P.L.D.C. Jetzt nicht länger zu zögern. Ebenso erwarten wir, dass unsere Gesinnungsgenossen, die bisher nur Inhaber einzelner oder weniger Aktien sind, ihren Aktienbesitz entsprechend ihrem Vcrmögcnsstandc recht bald erhöhen werden. Unsere Anhänger mögen sich darüber klar sein, dass es sich im vorliegenden Falle um keine Spenden, sondern um eine wirklich durchaus sichere und voraussichtlich auch recht rentable Kapitalanlage handelt, die einem grossen nationalen Zwecke dient. Unsere aktiven Gesinnungsgenossen mögen sich ferner dessen bewusst sein, dass der energische Vertrieb von Ciiares der P.LD.C. für uns die wichtigste Aufgabe der Gegenwart ist. 1 Hoffen wir, dass unser heutiger Mahnruf nicht unerhört verhalten wird. Berlin, den 13. September!90$. Im Aufträge des vorbereitenden Komitees, gez. O. Wa r bu r g. Aufstellung der bis zum 1. September 1908 für die Palestine Land Development Company cingcgangcnen Zeichnungen. Land Betrag Zahl der Aktionäre Russland £ 1216 665 Deutschland 99 970 278 Rumänien 99 345 106 Inner-Oesterreich 236 36 Galizien 99 208 96 Holland 99 156 23 B ö h וזז c 11 99 110 42 B u k o w i 11 u 99 60 40 B e 1 g i e n 52 9 S c 11 w c i z 99 41 41 S ii d ־ A f r i k a 99 40 4 Serbien 99 35 3 U 11 g a r n 99 23 13 Bulgarien 99 27 7 Vereinigte Statten «•*?0 4 Italien 99 13 3 E n g 1 a 11 d 99 37 4 Ägypten 99 10 2 l) ä 11 e m a r k 99 5 1 K a n a d a 2 1 P a 1 ä s t i 11 a . 2 1 zusammen £ 3613 von 1352 Zahlstellen unserer Gesellschaft sind: T 11 e J e w i s h Colonial Trust, London E. C. Walbrock, Brock-House. Bankhaus A. H. Hey m a 11 n & C 0״ Berlin N.W. 7. Unter den Linden 59. J. L. Goldberg. Wilna. (Russland). S a in m e ls t e 11 c des Jüdischen Nationaliorids lür üstcricicli. Wien 9. Türkenstrasse 9. Marmoroscli Blank 5; Co., Bukarest, für Rechnung des Jewish Colonial Trust .London. Bankierskantoor van Lissa & Kann. Haag. Ferner können Zahlungen zu Gunsten der P.L.D.C. für Rechnung des Jewish Colonial Trust. London, bei folgenden Banken geleistet werden: Frankreich: Comptoir National d’Escompte de Paris, Paris. Italien: Credito Itahano, Rome. Schweiz: Baseler Handelsbank. Wechselstube. Basel. Vereinigte Staaten: S. Jarmulowsky. New-York, $4 Canalstreet. Süd-Afrika: E. Friedländer & Co.. Ltd. Johannesbürg. Belgien: Banque Centrale Anversoise. Anvcrs. Österreich: Union-Bank. Wien. Russland: Gebrüder Bachrach. Kotzehur 10. Lodzer Gesellschaft gegenseitigen Kredits. Lodz. Sibirische Handelsbank. Petersburg. Gebrüder Urysohn. Moskau. Joseph Katzcnelsoliu & Söhne. Libau. Rigaer^ Commer/bank, Riga. Samuel Barbasch. Odessa. St. Pctersturger Privat Handelsbank. Wilna. M. M. Eliaschew׳, Grodno. Samuel Barbasch. Kischincw. Commer/bank in Bialvstok. Bialvstok. ן; £ 1 .Mark 20.50 Kronen 24.25 Franken 253 Rubel 9.60 $ 5 Noch einmal die Parlamentswahlen in der Türkei und der Zionismus. Von Dr. Elias (Mülhausen). Mein Artikel in No. 36 der JÜDISCHEN RUNDSCHAU, der in der Aufforderung gipfelt, die zionistische Leitung und alle Zionisten, die mit der türkischen Judcnheit Kühlung haben, mögen in dem bevorstehenden Wahlkampf die Führung übernehmen, hat die Unzufriedenheit des Herrn Dr. Simonson erregt. In einer Entgegnung sucht er nachzuweisen, dass meine Anregung sinnlos und gefährlich ist. und zwar argumentiert ungefähr in folgender Weise: Die türkischen Juden hätten als türkische Staatsbürger zu fühlen, insbesondere hätten die neu-