Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 37 (11.9.1908)
- Date
- 1908-09-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite m JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 37 Mommenheim (Kanton Brumath). Eine grosse Grabschändüng wurde von bisher noch unbekannten Tätern auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe verübt: etwa 40 Orabsteine wurden umgestürzt und beschädigt. — So etwas war ia einige Wochen gar nicht zu melden gewesen. Hellbronn. Der ״Verein israelitischer Lehrer und Vor- Sänger in Württemberg“ versendet den Rechenschaftsbericht über das Rechnungsiahr 1907/1908. Der Verein durfte im abgelaufenen Jahre sich der Teilnahme des Königs und der Unterstützung der Königin erfreuen. Eine grosse Anzahl ausserordentlicher Vercinsmitglieder stand helfend bei und aus den meisten Gemeinden des Landes gingen Unterstützungen ein. Die Ansprüche an die Kasse wachsen auch mehr und mehr, da die Lebensführung der Witwen und Waisen eine immer schwerere wird infolge der Verteuerung der unentbehrlichstcn Lebensmittel. 14 Witwen und Waisen erhielten aus den Vereinsmitteln 3800 Mark. Die Zahl der Vercinsmitglieder ist auf 59 gestiegen; neuer Vorstand ist Lehrer Pressburger in Creglingen. Die Vereinskapitalien betrugen am 31. März 190S 64 300 Mark und haben um 1000 Mark zugenommen, die Gesamteinnahmen im Rechnungsiahr waren 5212 Mark 76 Pf., denen 4413 Mk. 56 Pi. Ausgaben gegenüberstehen. Das ganze Vermögen berechnete sich am 31. M.rz 1908 auf 65 199 Mk. 20 Pf. bei einer Zunahme von 166S Mk. 61 Pi. gegen das Vorjahr. ״Juden können wir nicht gebrauchen'1 Ein Freund unseres Blattes teilt uns folgendes mit: Die Gasmotoren-Fakrik Deutz, Zweigniederlassung Berlin W. S, Kronenstr. 14. bei der ich mich auf Grund eines unter Chiffre erschienenen Inserats als Stenotypist beworben hatte, schrieb mir, ich möchte mich zwischen 2—3 Uhr nachmittags bei ihr vorstellen. Nachdem ich längere Zeit im Vorzimmer des betreffenden Bureaus gewartet hatte, erschien ein Beamter dieser Firma, anscheinend der Bureauchef und fragte nach meinen Gchaltsansprüchen etc. Zum Schluss wollte er noch wissen, welche ״Religio n" Ich habe. Als ich ihm darauf erwiderte: ״mosaisch", erhielt ich in barschem Tone die Antwort: ״Können wir nicht gebrauchen!" Im Interesse aller Stammes- und Glaubensgenossen, die vielleicht mit dieser Firma in Verbindung treten sollten, sei dieser Vorfall hier wiedergegeben. Ein Kommentar dazu ist wirklich überflüssig. Einö Warnung! Aus London wird der NEUEM JÜDISCHEN KORRES- PONDENZ von ihrem dortigen Korrespondenten geschrieben: Von hier aus gehen von Zeit zu Zeit Nachrichten in die kontinentale Presse, die von grossen Fortschritten. Aussichten auf Erfolge der vor drei Jahren begründeten jüdischen Territorial-Organisation zu melden wissen. Letzthin wurde berichtet, dass die English Zionist Federation mit der genannten Organisation gemeinsam eine Versammlung abgehalten habe, in der man für eine ״Kombination der beiden Richtungen" eingetreten sei. In der Mitteilung war auch von der bevorstehenden Gründung einer Kolonie in Nordafrika die Rede. Da muss nun festgestellt werden, dass an dieser ganzen Nachricht kein wahres Wort ist. Die beiden genannten Gesellschaften — die J.T.O, ist nämlich eine Absplitterung von der zionistischen Organisation — verfolgen bekanntlich ganz verschiedene Zwecke. Während die zionistische Organisation seit elf Jahren an der1 Realisierung ihres Zieles, der Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für die Juden in Palästina arbeitet, will die J.T.O. irgendwo auf der Welt selbständige jüdische Kolonien gründen. Es Ist klar, dass Nachrichten, wie die genannten, keinen anderen Zweck haben können, als Verwirrung zu schaffen, um desto besser für gewisse Zwecke im Trüben fischen zu können. Warschau. Jüdische Kooperatlvgesellschaft. Dieser Tage beginnt hier ihre Tätigkeit die erste jüdische Gesellschaft auf kooperativer Grundlage, deren Mitgliedern aus jüdischen Arbeitern bestehen. Eine Jüdin als Rechtsanwalt in Algier Vorige Woche leistete Mademoiselle Blnnche Azoulay. der erste weibliche Rechtsanwalt in Algier, den Advokateneid in die Hände des Präsidenten des Appellsenates von Algier. Die Eidesleistung vollzog sich unter besonderer Feierlichkeit. Der Präsident der Advokatenkammer begrüsste die ״Portia des zwanzigsten Jahrhunderts" im Namen der Kollegenschait. Dann richtete der Präsident des Appellsenates eine längere, «chmetcheihafte Rede an die ״Verteidigerin des Rechtes", mit der er hoffentlich lange und oft im Gerichtssaal zusammentreffen werde. Hierauf wurde zu Ehren der ״einzigen Kollegin" ein Bankett veranstaltet. ' r- "..' ' 1 KÄ I - -- ■ -.-I״‘ j Briefkasten der Redaktion Dr. Elias. Wir haben die Expedition ersucht. Ihnen die Exemplare der Nummer 36 zuzusenden. Zionsgruss. Geschäftliche und literarische Mitteilungen Die Hamburg-Araerika-LInle meldet: Nordamerika: D. Amerika, 3. September 2 Uhr nachm, von New York über Plymouth und Cherbourg nach Hamburg. SD. Deutschland, von New York kommend, 3. September 5 Uhr 35 nachm, auf der Elbe. I). Gral Walderscc, von New York kommend, 3. September 6 Uhr 30 Min. nachm, auf der Flbc. D. Hamburg, nach New York, 3. September 7 Uhr 40 Min. morgens von Cherbourg. D. Hoerde, von Neworleans kommend, 3. September 3 Uhr nachm. Dover passiert. D. Kaiserin Augusta Victoria, nach New York, 4. September 7 Uhr morgens Dover passiert. D. Pennsylvania. 4. September 1 Uhr morgen.» in New York. Westindien, Mexiko, Südamerika: D. Acllla, nach der Westküste Amerikas, 4. September 2 Uhr morgens Cuxhaven passiert. D. Alblngla, von Mexiko kommend. 2. September nachm, von Havana. D. Alster, nach Mexiko. 2. September 9 Uhr abends in Antwerpen. D. Granada, nacli dem La Plata, 3. September 4 Uhr morgens von Antwerpen. D. König Friedrich August, nach dem La Plata, 3. September 2 Uhr nachm, von Vigo. D. König Wilhelm IL, von dem La Plata kommend, 2. September von Bahia. D. Schaumhurg, von Westindien kommend, 4. September 7 Uhr 30 Min. morgens auf der Elbe. D. Westerwald, von Havana und Mexiko kommend, 3. September 9 Uhr abends weitergegangen. Ostasien: D. Alcsla, 1. September 3 Uhr nachm, von Astoria nach Hongkong. D. Ambria, 3. September 4 Uhr nachm, von Yokohama nach Kobe. D. Slavonia, aui der Heimreise von Ostasien, 3. September in Shanghai. Verschiedene Fahrten: D. Kamerun, von Westafrika kommend, 2. September in Konakry. D. Lome, nach Westafrika, 3. September 7 Uhr 30 Min. morgens von Nordenham. D. Oceana, Aerzte-Studienfahrt, 3. September 6 Uhr morgers in Rydc angekommen und 7 Uhr abends weitergegangen. Le Traducteur (16. Jahrs:.), The Translator (5. Jahrg.), II Traduttore (1. Jahrg.), Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englischen, italienischen und deutschen Sprache. Das Studium einer fremden Sprache auf Grundlage der Uebersetzung bezweckt vorzüglich einen eingehenden Ver* gleich mit der Muttersprache und bedingt deshalb ein tieferes Eindringen in die Eigenheiten beider Sprachen. Obige Zeit* Schriften bringen die modernen und der Umgangssprache an* gepassten Sprachausdrücke, wie man sic meist vergebens in klassischen Werken suchen würde. Die in jeder Nummer auftretenden praktischen Gespräche sind so recht dem Leben entnommen und leiten auf zweckmässige Weise zum praktischen Gebrauch der zu studierenden Sprache hin. — Probenummern für Französisch, Englisch oder Italienisch kostenfrei durch den Verlag des ״Traducteur" in La Chaux-de-Fonds (Schweiz). 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