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Jüdische Rundschau · 1908-09-04 · Heft 36 (4.9.1908) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 36 (4.9.1908)
Date
1908-09-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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* ■M <י*«וי**י*■ ► י• •י^מיל^.*" Seite 35 ) JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 36 trage abgeschlossen hat Wir würden also die A. P. C. in arge Verlegenheit bringen, und ich stehe da ganz auf dem Standpunkte des Herrn Wolffsolm, dass eine Institution die andere nicht bekämpfen soll. Für den Nationalfonds ist die Sache erledigt. Es sind noch andere wichtige Fragen zu erörtern, Dinge, die gemacht werden müssen. Nehmen Sie sich nicht die Gelegenheit, aus Zeitmangel über diese Dinge nicht sprechen zu können. Es handelt sich um die Bewilligung von Agrarkredit an die kooperativen Genossenschaften, um die Landverwaltung, um die Schulen und andere wichtige Gegenstände. Dr. Tschlenow bemerkt zur Angelegenheit Achuzatn Baith. dass er als einziges Mitglied in der Dircktoriumssitzuug den Standpunkt vertreten habe, dass die Ausführung dem ursprünglichcn Beschlüsse nicht entspricht und eine gewisse Genugtuung darüber nicht unterdrücken könne, dass die Generalversammlung sich seinem ursprünglichen Standpunkte anschlicsst. Er verweist auf die geänderten Verhältnisse in der Türkei, die es notwendig erscheinen lassen, die Ge'de״ des j Nationalfonds möglichst beisammen und immer zur Verfügung » zu haben. Wenn aber schon ein Betrag von Annpoo Franke!: | bewilligt wurde, so müsse sic unbedingt bei dem ursprünglichen j Beschlüsse bleiben, oder derselbe ganz rückgängig gemacht! werden. Es ist selbstverständlich, dass der Hauptzweck des I Nationalfonds immer die Erwerbung von Boden in Palästina j bleiben müsse. Wir haben uns aber, als wir den Beschluss! seiner;.Jt im Direktorium iassten. gesagt, dass wir damit etwas Grosses und Schönes schatten können, das für die künftige I Entwicklung der Kolonisation Palästinas von grosser Bcdcutung ist. Niemals ist es uns aber eingefallen. Geld für irgendwelche Häuserbaugenossenschatten herzugeben, an denen wir kein Interesse haben. Das. was wir im neuen Vertrage tun sollen, ist nichts anderes als eine Art philantropischcr Arbeit. Ich stelle den Antrag: ,.Die Generalversammlung spricht sich dafür aus. dass der ursprüngliche Beschluss wieder hergestcllt wird.“ Die Debatte wird geschlossen. Hierauf wird zur Wahl eines Direktors an Stelle des ausscheidenden Herrn K r c nt c n c z k v geschritten. Das Direktorium schlägt die Wieder w a h I des Herrn Kremenetzky vor, was per Akklamation einstimmig angenommen wird. Es folgt Erledigung von Punkt 3: Bücherrevisoren und deren Remuneration. Herr Woüisohn beantragt die Fest- Setzung einer Remuneration •von 20 Guineen sowie Bestätigung der bisherigen Revisoren. Der Antrag wird angenommen. Punkt 4: Agrarkredit: Hierzu liegt ein Brief des Herrn Ussischkin vor, welcher zur Verlesung gelangt. Als erster Debattenredner zu Punkt 4 spricht Herr Dr. Kohan-Bernstein. Er Ist dafür, einen Teil des Nationalfonds (%) für andere praktische Zwecke zu verwenden; der Teil aber, dgr für den Ankauf von Boden bcstimmt worden sei, solle auch wirklich zu diesem Zwecke bcnutzt werden, wenn er mit Vorteil dafür verwendet werden könne. Man dürfe damit keinen Augenblick säumen, er halte den gegenwärtigen Zeitpunkt hierfür besonders günstig. Das zum Bodenankauf in Palästina bestimmte Viertel solle dazu verwendet werden, den Kolonisten billige Agrarkredite zu verschaffen. Redner geht nun auf sehr interessante Details der Zustände in den Kolonien in Galiläa und Judäa ein, wie er sie auf seiner letzten Reise in Palästina kennen gelernt hat. Dr. Hantke: Wenn ich recht verstehe, handelt es sich um kurzfristigen und um langfristigen Kredit. Zunächst möchte ich bemerken, dass der Nationalfond nicht in der Lage ist. sein ganzes Vermögen produktiv arbeiten zu lassen. Er muss immer ein gewisses Geschäftskapital besitzen, weil er einen Betrieb unterhält. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass jedes Jahr 2(10 (HK) Mark eingchcn werden. Es fragt sieb nun. wie weit soll der Kredit gehen. Ich stimme nun Herrn Dr. Bernstein-Kohau bei, dass Kredit an Einzelpersonen nicht bewilligt werden soll, sondern nur an Genossenschaften. Wir haben bisher mit der A. P. C. gearbeitet und werden kiinitig auch mit der P. L. D. C. arbeiten. Ich würde es hcgriisscu. wenn der Nationalfouds Erwerbungen für grosse Institute machen würde. Ich bin der Ansicht, dass das einzige, was wir gegenwärtig tun können, das ist. war. Herr Dr. Kolian- Bernstein vorsclilägt: nümlidi Land zu kaufen, wenn es von nationaler Wichtigkeit ist und kurzfristige Kredite gewahren. Dr. Tschlenow stellt folgenden Gegenantrag gegen den Antrag Bernstein-Kohau: Die Generalversammlung möge besehliesscu. der A. P. C. für kurzfristige Kredite an kooperative Gesellschaften ein Darlehen von 10U 000 Franken zu gewähren, wenn dadurch aus andern Quellen grössere Mittel zu diesem Zwecke flüssig gemacht werden können. Prof. Warburg wäre mit dem Vorschläge Dr. Kol• - Bernsteins einverstanden, wenn die Sache ohne weiteres r. machen wäre. Aber in der Praxis ergebet, sich gewiss- Schw ierigkeiten, atit die Herr Dr. Tschlenow schon hingew iesen hat. Die Regelung der Bodenverhältnisse wird wohl eine der ersten Fragen sein, die das neue türkische Parlament beschäitigt, und sind diese geregelt, dann existiert für uns eine Basis, auf der wir weiter arbeiten können. Die P. L. D. C. wäre, wenn sie eingebürgt ist. die richtige Gesellschaft, um derartige Kredite, wie sie in dem Anträge Dr. Kohans enthalten sind, zu gewähren. Ich bin aber dafür, dass wir mehr als einen Versuch nicht unternehmen sollen. Es folgt die Abstimmung über den Antrag Dr. Bernstein- Kohan: Die Generalversammlung des Natlonalfonds beschliesst. das Direktorium des Nationalionds zu ermächtigen, eine Anleihe an die A. P. C. In Jaffa bis zum Betrage von 200 000 Franken, speziell zuin Zwecke der Gewährung von Agrarkrediten an kooperative Genossenschaften in Palästina, unter Garantie der Batik und zu 4 Prozent zu gewähren. Der Antrag wird mit 15 gegen 1 Stimme (Tschlenow) bei Stimmenthaltung des Herr!» Fischer angenommen. Dr. Tschlenow׳: Ich bitte zu protokollieren, dass meiner lass deine Vergangenheit hinter dir, und lass mich die ewige Scheidewand sein zwischen dir und dem Zorn der Deinen.“ Da riss sich Isaak los, den Tycho gebieterisch am Rocke gefasst hatte und schrie: ״Wer seid ihr, dass ihr droht, ich will nicht!“ ״Zittre, Jude, vor dem Zorne des Kaisers!“ ״Well’, wollt ihr mir mein einzig Kind rauben? Zu Hilfe, hoher Rabbi, zu hilfe!“ und’sich zu Ch!un1 wendend, fuhr er mit gesteigerter Heftigkeit fort, ״gebt mir mein Kind, gebt mir meine Rachel! Grosser Gott, Gott Abrahams, tausend Jahre habt!ihr uns unser GoQd geraubt, und nun verfolgt ihr noch, nicht satt im Elende der Väter, unsere Kinder mit euerer Liebe, und blendet die Augen der Töchter Israels mit dem Glanze Eurer Waffen und betört ihr Ohr mit dem Klang eurer Sporen.“ Gleichgiltig, fast hart, erwiderte Chlum: ״Gib dich zufrieden, Alter, morgen soll sie mit mir vor dem Altäre —“ ״Weh״, vor eurem Altar! Und wo soll ich stehen? Vor der Türe draussep? Nicht einmal vor der Türe darf ich stehen, sonst würde mich der Büttel beim Bart fassen, und sein Stab mein graues Haupt schlagen.“ Rachel wollte sich, von den Wehlauten des Alten erschüttert, auf’s Neue dem Arme des Ritters entwinden. Dieser aber fasste sie nur umso stürmischer. Da rief Isaak aus: ״Rachel, als deine Mutter starb, da warst du ein kleines Kind, sie legte die kalte HHand auf dein Haupt und sprach: ״Du sollst so iromm sein wie Rachel, und deinen Vater ehren, wiedic Tochter Jephas, der ein Held war vor Gott und seinem Volk. Willst du die Mutter im Grabe weinen machen und soll dein alter Vater allein Zurückbleiben,während du ins Land der Fremden fliehst?“ Rachel verbarg das Gesicht in beide Hände, sie schwankte sichtbar hin und her. Ben Isaak und der Rabbi blickten sie mit ängstlicher Spannung an, und aus krampfhaft bewegter Brust rief Chlum: ״Halte aus, meine Liebe, es ist der letzte Kampf den du bestellt.“ Da schlug der Kaiser den Mantel zurück und streckte die Hand befehlend gegen den Alten aus. Der Rabbi verhüllte das Haupt und wandte sich ab. Ben Isaak hatte kaum das goldene Vliess erblickt, als ihm eine innere Stimme zuzurufen schien, dass ein Gewaltiger vor ihm stände, auf dessen Wink sein Kind

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