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Jüdische Rundschau · 1908-08-28 · Heft 35 (28.8.1908) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 35 (28.8.1908)
Date
1908-08-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 352 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 35 Anglo Lcvantlnc Banking Company nur Angelegenheiten rein geschäftlicher Natur verhandelt. In der Direktoriumsitzung der Anglo Palestlne Company wurde berichtet, dass der Manager T. Hirsch bei Gclegcnhcit seiner Reise nach Konstantinopcl auch die Filialen der Anglo Palestine Company in Palästina besuchen wird. Es wird beabsichtigt, dass Herr Hirsch zusammen mit Herrn Levontin beschlicssen soll, wie die zukünftige Leitung der Belruter Filiale zu gestalten wäre, nachdem Herr Dr. Victor Jacohson, der frühere Manager dieser Filiale, als zweiter Managcr bei der Anglo Levantine Banking Company in Konstantinopel angestellt worden ist. In der Direktoriumsitzung der Anglo Levantine Banking Company wurde berichtet, dass die statutarische Gcneralvcr- Sammlung der Gesellschaft bereits am 5. August d. Js. stattgefunden hat. Der Geschäftsbeginn in Konstatlnopel wurde auf den 1. Oktober d. Js. festgesetzt. Am 12. August fand die 11. ordentliche Gcneralvcrsammhing des Jewisli Colonial Trust statt. Aus dem Berichte des Direktoriums ging hervor, dass trotz der allgemeinen finanziellen Depression das Geschäftsjahr 1907 für die Company günstig verlaufen ist. Das Diiektorium empialti die Zahlung einer Dividende von 6 Pence pro 1 Pfund Aktie auf Kupon No. 4 für das Jahr 1907. Dieser Vorschlag wurde von der Generalversammlung einstimmig angenommen. Auf die von verschiedenen Seiten gestellten Fragen bezüglich des Kosten- Punktes des Prozesses betreuend der Abänderung des Meihoraudums antwortete der Herr Vorsitzende, dass die Gesamtkosten 1661 Piund betrugen. Der Aufsichtsrat hat bcschlossen, eine eingehende Darstellung dieser Sache zu veröffentlichen, um den irrigen Meinungen, die durch falsche und übertriebene Berichte in gewissen Zeitungen Verbreitung fanden, die rcelen Tatsachen entgegenzustellen. Der Vorsitzende, Herr J. H. Kann, gab der Versammlung Kenntnis von einem Telegramm, dass der Vorsitzende des Direktoriums, Jicrr Dr. Katzen elso 11 n, der verhindert war, hierherzukommen, an die Versammlung gesandt hat, worin er der Versammlung den besten F.rfolg iiir ihre Verhandlungen wünscht. Die Vor- Sammlung beschloss ein ßcantwortungstelegrannn;in Herrn Dr. Katzeneisolin abzusenden und ihm für seine Wünsche bestens zu danken. Am 12. August fand auch eine ausserordentliche General- Versammlung des Jewish Colonial Trust statt. Dieser Generalversammlung wurde die folgende Resolution, welche aal eine Abänderung: der Statuten bezug hat, zur Annahme unterbreitet: Dass die Statuten in folgender Weise geändert werden: Der folgende Paragraph soll nach § 85 als § 85a hinzugefügt werden: ״Ungeachtet des Inhaltes irgendwelches anderen Paragraphen der Gescllschaftsstatuten solh die Gesellschaft weder durch den Aufsichtsrat oder das Direktorium noch mittels derselben noch in irgend anderer Weise irgend ein Kolonisationsprojekt in oder Auswanderung nach irgend einem anderen Teil der Welt als Palästina, Syrien und anderen Teilen der asiatischen Türkei und der Halbinsel Sinai und der Insel Cypern gründen, entwickeln betreiben und weiter führen oder unternehmen.“ Das Resultat der Abstimmung war das folgende: Für die Abänderung der Statuten stimmten 4S79 Stirnmen, gegen die Abänderung $5 Stimmen. Eine zweite ausserordentliche Generalversammlung zwecks Bestätigung vorbesagter Resolution wird am 9. September d. Js. in London abgehalten werden. Der Jüdische Nationalfonds Die Generalversammlung der Genossenschaft Jüdischer Natlonallonds. (Ausführlicher Bericht). Die Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds wurde am Donnerstag, dem 13. August, nachmittags Uhr eröffnet. Nach Verlesung der Bilanz ergriff der Vorsitzende, Dr. B 0d e n h e i m e r. das Wort zu folgender Ansprache: Sie haben in der Jahreskonferenz den Bericht des Hauptbureaus bereits erhalten. Dieser Bericht enthält eine Dar- Stellung der Tätigkeit des Bureaus, das der Leitung des Direktoriums und insbesondere des Vorsitzenden unterstellt ist. In diesem Berichte sind aber auch prinzipielle Acusscrungcn enthalten. Ich möchte die Erklärung abgeben, dass diese prinzipiellen Acusscrungcn keine Erklärungen des Direktoriums bilden, sondern lediglich Meinungsäusserungen des Leiters des Direktoriums, welche sich für ihn bei der Leitung des Hauptbureaus als zweckmässig ergeben haben. ’ Das Direktorium trägt daher für diese Acusscrungcn keine Verantwortung, und ich füge hinzu, dass infolge von Ueberlastung des Hauptbureaus mit Arbeiten und der weit auseinander liegenden Wohnorte der Mitglieder eine vorherige Aussprache über die prinzipiellen Fragen herbcizufiihren unmöglich war. Es ist selbstverständlich, dass das Hauptburcau nach Uebernahme der Geschäfte des Wiener Bureaus mit letzterem in eine eingehende Korrespondenz cintrctcn musste, um die Organisation durchzuführen. Es entstanden nun zunächst einige Differenzen, die Jedoch zum grössten Teile auf Mlssverstündnissen beruhten. Diese Differenzen sind nun geschlichtet, und wir stehen gegenwärtig mit Wien in einer sehr kollegialen und angenehmen Korrespondenz. Aehnlich verhält sich die Sache mit Russland, insbesondere seitdem Herr Dr. Tschlcnow dortselbst die Leitung der Sammclstelle übernommen hat, und wir konstatieren mit Vergnügen, dass Russland seither mit seinen Beiträgen wieder an die erste Stelle gerückt ist. Mit England sind wir leider über die Schwierigkeiten noch nicht hinweggekonmien, und ich muss gerade bei Bctrachtung der englischen Zustande eine Bemerkung machen, die in gewissem Sinne von prinzipieller Bedeutung ist und worüber wir uns evcntl. in der Generalversammlung noch aussprechen müssen, ln England sind durch die Differenzen innerhalb der dortigen Organisation die Sammlungen für den Nationalfonds beeinträchtigt worden, da nicht mit der nötigen Uebercinstirnmung seitens aller Kräfte an die Arbeit geschritten werden konnte. Es ist deshalb von der Leitung des Hauptbureaus die Frage in Erwägung gezogen worden, ob es nicht notwendig wäre, den Na t i on a 1 f o n d s in England von der Föderation soweit unabhängig zu stellen, dass die vorhandenen Kräfte zu einer crspricsslichen Arbeit für den Nationalfonds vereinigt werden könnten. Was die Arbeit des Direktoriums anbelangt, so haben Sic aus dem offiziellen Bericht ersehen, dass wir bestrebt waren, die Beschlüsse der letzten Generalversammlung durchzufüliren. Es handelt sich vor allem um die Kreditgewährung au die Häuserbaugenossenschaft ״Acliuzath Baith“. Durch persönliche Besprechungen die wir mit dem Direktor der A. P. Herrn Levontin, bei seiner Anwesenheit in Köln gepflogen haben, zeigte sich, dass die A. P. C. den beanspruchten Kredit von 300 000 Franken für Jaffa nicht im vollen Umfange benötige. Der Direktor erklärte, dass es voraussichtlich infolge bestehender Schwierigkeiten noch einige Jahre dauern dürfte, bis die Gesellschaft bauen könne. Die A. P. C. machte deshalb den Vorschlag, den zu gewährenden Kredit so zu verwenden, dass auch HäuserbaugescHscliaften in Haifa und Petach-Tikvah Kredit gewährt würde. Herr Direktor Levontin hob hervor, dass gerade in Haifa sich mit Erfolg arbeiten lasse, besonders, da bereits der Grund und Boden vorhanden ist. Dies gilt im gleichen Masse von Petach- Tikwah, wo Handwerkerfamilien in ganz unhygienischen Wohn- Stätten zusanimengedrängt seien. Wir haben uns demnach entschlossen, vorbehaltlich der Genehmigung des Direktoriums mit der A. P. C. einen Vertrag zu schliessen, wonach wir von dem gestatteten Kredit von 300000 Franken auch andere jüdische Bau-Gcnosscnschaftcn in Palästina unterstützen, mit dem Vorbehalt, dass von Fall zu Fall ein Beschluss des Direktoriums einzuholen sei. Auf Grund dessen hat die A. P. C. einen Kredit von 50 000 Frauken einer Gesellschaft in Haifa zugesagt, und teilt uns mit, dass voraussichtlich Obligationen herausgegeben werden, durch welche die Summen wahrscheinlich in kurzer Zeit wieder hereingebracht werden können. Wir müssen nun zuschen. ob die Obligationen wirklich in kurzer Zeit untergebracht werden können. Von einem Gelingen dieses Versuches wird es abhängen, ob auch andere Gesellschaften zu unterstützen sind. Was die Palestine Land Development Co. betrifft, so konnten wir mit ihr einen Vertrag upeh nicht abschliessen. da die Gesellschaft noch nicht registriert ist. Wir haben Jedoch mit der A. P. C. verhandelt und ebenso mit Herrn Prof. Warburg und sind zu folgendem Resultat gelangt: Pie P.L.D.C. wird nicht das ganze Land für ihre Zwecke gebrauchen, sondern voraussichtlich nur einen Teil. Um nun den Rest nicht unverwendet liegen zu lassen, haben wir mit Herrn Prof. Warburg besprochen, dass dieser Teil der P. L. D. C. nicht in Erbpacht gegeben, sondern auf kurze Frist verpachtet werden soll, so dass die Gesellschaft in der Lage ist, den Boden an einzelne Päciitcr abzugeben. Wir haben hierbei In Erwägung gezogen, dass das Land an die kaukasischen Bergjuden abgegeben w׳erden soll. Das sind die beiden Angelegenheiten, die nach der letzten Generalversammlung erledigt worden sind. Es sind nun inzwischen andere Angelegenheiten an das Direktorium herangetreten, über die ich kurz berichten will: Aus einem Berichte, dem ersten offiziellen Bericht, den Herr Dr. Ruppia im Aufträge des Natiouaifonds an das Direk-

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