Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1908-08-21 · Heft 34 (21.8.1908) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 34 (21.8.1908)
Date
1908-08-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2651552-2651586--05851-2662900
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 338 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 34 denjenigen Ländern, in denen die Nationaliondssammclstcllc über ein eigenes Ausweisorgan verfügt, in der WELT bloss summarisch auszuweisen. Diese Neueinrichtung erleichtert uns die Kontrolle und setzt uns in den Stand, ohne allzuviel Raum zu gebrauchen, in der WELT den Ausweis sämtlicher aus allen Ländern eingehenden Nationalfondsspendcn zu veröffentlichen. Der Ausweis erfolgt erst, wenn die Beträge bei der Kasse unseres Hauptbureaus in London oder auch Köln eiiigegangen sind, und es ist demnach der Ausweis in der WELT die öffentliche Quittung über alle beim Fonds eingehenden Gelder. Seit Januar ds. J. bringen wir jeweils in der ersten Monatsnummer der WELT statistische Aufstellungen über die Monatseingänge. Ausserdem veröffentlichten wir bisher zwei Vierteljahrs- und eine Halbjahrsstatistik. Unsere statistischen Tabellen begegnen dem lebhaftesten Interesse der Gcsinnungsgenossen in allen Ländern. Sie haben sich als Ansporn für säumige Organisationen bewährt und der Verwaltung manchen wertvollen Anhalt für die zukünftige Ausgestaltung der Propaganda geboten. Neben dem Ausweis der Spenden und der Statistik haben wir in der Nationalfondsabteilung der WELT eine besondere Rubrik für Mitteilungen unseres Bureaus eingerichtet, in der wir auch die verschiedenen Anregungen mul Vorschläge zugunsten des Nationalfonds, die uns aus gesinnungsgenössisehen Kreisen?.!!kommen, zum Abdruck bringen. Ende v. J. veröffentlichten wir ein alphabetisches Verzciclinis der damals bestehenden fioldenbuchkonti mit genauer Angabe der Höhe eines jeden Kontos. Ferner haben wir auch, um das Interesse 1'iir das goldene Buch zu heben, in der WELT eine Liste sämtlicher bis Mai 190/ erfolgten Eintragungen abgedruckt. Eine Aufstellung der Goldenbuchkonti, welche seit Januar 1906 offen sind und gemäss der früheren Praxis Ende ds. J. erlöschen, soll demnächst veröffentlicht werden. Die Anfertigung der Goldenbuchdiplome sow ie die Eintragungen ins goldene Buch, werden durch unser Bureau bewirkt. Die Versendung der Diplome ist stets prompt und rechtzeitig erfolgt. Zwecks Kontrollicrung der Nationalfondsbiichsen bezw. ihrer Leerung haben wir eine Kartothek angelegt, welche es uns ermöglichen wird, jede einzelne Büchse in genauer Evidenz zu ha{tcn. fcstzustcllen, welche Beträge aus den einzelnen Leerungen eingehen. Den Verkauf der Telegrammblankettc und Nationalfondsmarken haben wir. nachdem auch die russischen Telegrammblankette fertiggestellt waren, unserem Londoner Bureau übertragen und den hier liegenden Vorrat dorthin abgeschickt. Wir haben jetzt Telegrammblankettc mit aufgedruckter deutscher, österreichischer, englischer, französischer, nordamerikanischer und rusisscher Wahiung. Den Verkauf der Broschüren und der verschiedensprachigen Ansichtskarten haben wir auch für späterhin dem hiesigen Hauptbureau Vorbehalten. Unser eben erwähntes Londoner Bureau stellt eine Abtellung des Jcwish Colonial Trust dar. Derselbe durfte bisher als Entgelt für seine Auslagen bei Führung der Nationalfondsagenden einen bestimmten Prozentsatz von den cingclaufencn Spenden in Abzug bringen. Neuerdings wurde nun mit dem j. C. T. vereinbart dass er vom Nationalionds als Gehälter und Mietebeitrag ein Jahrespauschale von £•100.— erhalten solle. B. Propaganda. Die vom ehemaligen Wiener Zentralburcau herausgegebene Broschüre ״Was ist und was bezweckt der Jüdische Nationalfonds“, welche als erschöpfende Darstellung des Wesens, der Ziele und der Mittel des Nationalionds der Agitation sehr gute Dienste geleistet hatte, war infolge der Legalisierung dos Jüdischen Nationalionds und der hierdurch geschaffenen neuen Sachlage veraltet und bedurfte einer gründlichen Umarbeitung. Wir haben diese vorgenommen und die Broschüre unter dem Titel ״Was Ist und will der Jüdische Nationalionds?״ in einer Auflage von 10000 Exemplaren drucken lassen. Beim Einzelbezug durch das Hauptbureau verkaufen w ir diese Broschüre zum Preise von 20 Pig. pro Stück, dagegen stellen wir dieselbe den Landessammeisteilen zu systematischer Propaganda j«: nach Bedarf gratis zur Verfügung. Wir seihst haben diese Broschüre nebst einen! geeigneten Zirkular bereits an sämtliche deutsche Kultusgemcinden, Rabbiner, Lehrer und Kantoren versr.ndt und beabsichtigen, dieselbe auch den jüdischen Vereinen Deutschlands noch zuzuschicken. Eine spanlollsche Uebersetzung der neuen Broschüre hat vor kurzem in 2000 Exemplaren die Presse verlassen. Eine hebräische und Jargoiüibersctzuug wurde dagegen noch nicht veranlasst, da in diesen Sprachen nocli ein sehr grosser Vorrat der alten Broschüre vorhanden ist. Die Drucklegung der englischen Uebersetzung ist bedauerlicherweise von der englischcn Landcssammclstcilc trotz mehrfacher Urgcnzcn nach nahezu ׳'־“■ Jaliien noch immer nicht beendet worden. Vor kurzem erhielten w ir zum erstenmal einen Bürstenabzug, derselben. Neben dieser umfangreichen Broschüre war iiir die Zwecke der Propaganda ein kleineres, volkstümlich gehaltenes Flugblatt notwendig. Auf Grund eines Entwurfes des Oesinmmgsgenossen Hugo Schachtel verfassten wir ein solches Elugblatt, das Im November v. J. unter dem Titel «.Etwas zum Nachdenken“ (Elugblatt No. I) herauskam und sogleich zur Versendung an unsere Sammelstellen und einzelne Vertrauensmänner und Vereine in den Ländern deutscher Zunge gelangte. Von diesem Elugblatt licssen wir eine spaniolisehe. ferner eine hebräische, eine jüdische (Jargon-) und eine ungarische Uebersetzung hcisteiien. Eine französische und englische Uebersetzung befindet sich iu Vorbereitung. Anlässlich des Purimfestcs gaben wir in zweites, ganz kurzes (iclcgcnheitsflughlatt heraus, welches w ir ebenfalls den einzelnen Sammelstellcn und zionistischen Organisationen in grösserer Anzahl zur Verfügung stellten. Ein d. Flugblatt ..Zum 9. Ab“ ist soeben in deutscher und hebräischer Sprache zur Ausgabe gelangt. Wir beabsichtigen, künftighin unsere sämtlichen Zirkulare und Broschüren, sowie unsere Ouittungsformulare etc. zumindest׳ in deutscher und hebräischer Sprache herzustellcu. Die vorhin erwähnten Mitteilungen des Hauptl ureaus haben wir. soweit sic von allgemeinem Interesse waren, der gesamten jüdischen!,resse zur Veronentlicliung zugehen hissen. 11׳ einigen Fällen haben wir auch die Anregung gegeben, vermittelst Redner iiir Jen Nationalionds zu w irken. \Vir können nicht umhin, hier darauf hinzuweisen, dass die Bedeutung von Agitationsrednern für den Nationalionds nicht zu unterschätzen ist. Leider kann in dieser Beziehung das Hauptbureau nur die Anregung geben, es ,st ancr mit Rücksicht auf die sprachlichen Verschiedenheiten und mit!Rücksicht auf die grossen Entfernungen nicht in der Lage, selbst Agitationsredner zu werben. Es wäre zu erwägen, ob das Hauptbureau die Kosten dieser Propaganda vielleicht teilweise den Landcs-Sammelstellcn abnehmen sollte. Von der Ansicht ausgehend, dass auch eine Kenntnis des rechtlichen Aufbaues des Jüdischen Nationalionds weiteren Kreisen wünschenswert sei und dass eine solche das Interesse für unsere Institution lieben könne, haben wir einen Auszug aus den Statuten und dein Memorandum des J.-N.-F. drucken lassen, der zwar sämtliche wesentlichen Bestimmungen enthält, aber in klarer, gemeinverständlicher Sprache geschrieben ist und die Auseinandersetzungen der englischen juristischen Formalistik übergeht. Wir können mit Freude konstatieren, dass es uns gelungen ist. die Propaganda des Jüdischen Nationalfonds intensiver zu gestalten und ihr neue Gebiete zugänglich zu machen. C. Organisation. I. Aeusserc Organisation. Die zur Zeit der Verlegung der Nationalfondszcntralc von Wien nach Köln in geringer Zahl bestellenden Sammelstellcn Hessen In ihrer Arbeit zu wünschen übrig. Eine genaue Abgrenzung der Kompetenzen ist für das erspriesslichc Zusammenarbeiten aller Funktionäre unerlässlich. Vor allen! haben w׳ir die bestehenden Sammelstcllen genau über ihre Aufgabe informiert und diejenigen Arbeiten, welche besser von einzelnen Kommissionen oder den Vereinen und Vertrauensmännern geleistet werden, diesen zugewiesen. Der Ausweis, welcher bisher infolge der oben erwähnten Ucbelstände eine genaue Kontrolle nicht zuliess. wurde insofern neu organisiert, als wir unsere Sammelstellen, soweit es möglich war, veraniassten. sich eigener Ausw־eisorgaue zu bedienen, iu welchen die bei ihnen eingehenden Spenden detailliert zum Ausweis kommen Sollten. Als offizielle Ausweisorgane gelten bis jetzt * für Oesterreich: JÜDISCHE ZEITUNG. ״ Deutschland: JÜDISCH!• RUNDSCHAU, ״ England: JHW1SH EXPRESS. ״ Russland: RASSWJET, ., Kroatien: ZIDOWSKA SMOTRA. ״ Rumänien: EGALITATEA, ,. Holland: JOODSCHE WÄCHTER. ״ Belgien: HAT1KWAH. Schweiz: ISRAELITISCHES WOCHENBLATT FÜR DIP. SCHWEIZ. .. Ungarn: ALLGEMEINE JÜDISCHE RUNDSCHAU. Ostasien: ISRAELS MESSENGER.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.