Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1908-08-21 · Heft 34 (21.8.1908) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 34 (21.8.1908)
Date
1908-08-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2651552-2651586--05844-2662893
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

No. 34 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 331 mul der bei den Fördcratioucn liegenden Summen gewiss den Betrag schon auf 2500 £ erhöht haben werden, da an dem Todestage Herzls überall besonders eifrig gesammelt wurde. Es würden also nur noch 350 £ oder ca. 1000 Bäume fehlen, bis die Summe erreicht sein wird, bei der unser Qesinunngsgenösse Moser uns die letzten 500 Bäume zugesagt hat, um den Herzlwald voll zu machen. Bekanntlich ist ja das Land Hulda an der Eisenbahn Jaffa- Jerusalem, nahe Ramleli, für den Herzlwald bestimmt; da dieses Land aber die doppelte Anzahl Bäume, d. b. zirka 20 000, lassen kann, so sind wir der Ansicht, dass die Sammlung fortgesetzt werden muss, bis das ganze Landgut aufgeforstet ist; natürlich soll hier auch für die näheren Freunde Herzls, soweit sie darauf reflektieren, Land für Haine auf ihren Namen reserviert werden. Ausserdem liegen noch 1300 £ für ülbäume bei dem Jcwish Colonial Trust, die nicht speziell für den Herzlwald bestimmt sind. Ein kleiner Teil des Oeldes wird zur Vollendung des (joldberghaincs bei Gliedern!! dienen, der sich prächtig entwickelt;' der andere Teil soll zu Ncuanptlauzuugeu verwendet werden, wofür speziell der Teil von Beth Arif bei *Lydda in Betracht kommt, der nicht an Kiriatli Stier verpachtet ist, sowie ferner Teiler von Puleika-Umeldjunc, welches Gut jetzt den Namen Kincrctli erhalten hat. Für die ()!baumspemle im allgemeinen und den Herzlwald im speziellen ist in BetU Arii bei Lydda im Winter eine grosse Baumschule angelegt, die sich gut entwickelt und auch später dazu dienen soll, stets kräftige und gut gepfropfte Bäume für die ölbaumpflanzungen bereitzuhaUun. Wenn die Ölbaum־ spende sich in der gleichen Weise auch weiterhin des Woldwollens der Zionisten erfreuen wird wie bisher, so w ird sie dermaleinst eine wichtige Rolle zu spielen berufen sein. Die Frage der Anlegung einer Versuchsstation ist insofern einen Schritt weiter gekommen, als das Palüstinaamt uns in den letzten Tagen berichtet hat, dass im Herbst Athiit aufgcteilt wild und wir das für uns bestimmte Terrain crlialten werden. Wir hoffen dann gleich mit der Bearbeitung des Landes beginnen und auch die Baumschule und Obstplantage sofort anlegcn zu können. Wir werden dann auch eine utnlassende Agitation für die Versuchsstation beginnen müssen, denn die der Versuchsstation bisher zur Verfügung stehenden Mittel reichen, ausser zum Landkauf, nur noch für Errichtung der wichtigsten Wirtschaftsgebäude und Anschaffung des Inventars, aber nicht für den wissenschaftlichen Ausbau der Station. Wir wichtig eine solche Versuchsstation ist, hat wieder einmal der Besuch des landwirtschaftlichen Sachverständigen Lothar Meyer in Palästina erwiesen. Das Bedenken, dass Athiit zu sehr abseits von den grossen Zentren indischer Kolonisationstätlgkcit liege, ist insofern nicht stichhaltig, als ruhige Versuchsarbeiten möglichst unbeeinflusst von wohl- oder übelwollenden, durch ihre ständige Kontrolle die ruhigen Versnclisansicllungcri störenden Nachbarn durchgttiilirt werden sollten. Hingegen ist es, w ie auch Lothar Meyer in seinem Gutachten mit Recht hervorhebt, durchaus wünschenswert, dass in den Hauptkolonieu ein Bauernhof einem in Europa gut ausgebildetc'.i Landwirt pachtfiei zur Verfügung gestellt werde, der dafür verpflichtet ist, die Ergebnisse der modernen Land- Wirtschaft und die Resultate der Experimente der Versuchs- Station in die Praxis überzuführen. Bekanntlich hat der letzte Kongress das Palüstinarcssort beauftragt, Vorstudien behufs Schaffung einer Sicdlungsg en o ssc ns c ha f t zu machen und der Jahrcskonfercnz diesbezüglich Bericht zu erstatten. Wir sind der Ansicht, dass die Schaffung einer Siedluiigsgcnossciisehaft eine bei der jetzigen türkischen Gruiulgesctzgebuiig ausserordentlich kom-!׳!:zierte und schwierige I'ränge ist. welche genaue Studien seitens Sachverständiger erfordert, und die nur nur nach gifmdlichstcr Prüfung praktisch in Angriff genommen werden solite. Wir haben demgemäss das Pakistiiiaamt beauftragt, die Frage zu studieren; cs werden aber gewiss ausserdem auch Tiocli Gutachten seitens anderer Sachverständiger cingcfordert werden müssen. Das ist natürlich schon wegen des Fehlens jeglicher Mittel dem Palästinaressort unmöglich; wir glauben aber, dass die Verwaltung des Nationalfonds, der ja auch wohl einen Teil der pekuniären Grundlage der zu gründenden Siedlungsgcnosscnscliaft zu liefern bestimmt ist, die geeignete Instanz ist, diese Untersuchungen anstellen zu lassen. Das Palüstinaamt hat bei seinem erst dreimonatlichen Bestehen aus!Mangel an Zeit und Überhäufung" mit anderen dringenderen Aufgaben die Materie noch nicht studieren können. Immerhin ist es nicht ausgeschlossen, dass schon dem nächsten Kongress die Unterlagen für eine Beschlussfassung vorgelegt werden. Eine Übereilung scheint uns aber um so weniger angebracht zu sein, als die in Aussicht stehende parlamentarische Vertretung in der Türkei wohl bald die dringende Reform der bebender Stimme rief er aus: ״Ein Christ bei meinem Rind, wehe geschrien über euch beide!“ ״Mein Vater!“ wimmerte Rachel. ״Schweiß,“ fuhr sie der Alte an. ״Gott Israels vertilge ihn mit den Feueratigen von Sodom, und du, entartetes Kind - “ ״Barmherzigkeit!" flehte die Tochter. ״Barmherzig soll ich sein, mit dir soll ich barmherzig sen?“ und er fasste sie beim Schleier und der schwarzen Haarilechte zugleich, um sie in sein Haus hinein zu zerren. Da sprang der Ritter, der bis dahin mit Mähe an sieh gehalten, auf den Alten los, schleuderte ihn bei Seite, und zückte den Dolch gegen ihn. ״Lass sie, sonst stirbst du.“ ״Er ist mein Vater,“ rief Rachel, ihm in den Arir! fallend. ״Lass mich, er hat kein Recht mehr auf dich; denn du bist mein." ״Wer hat sie euch geschenkt?“ schrie der Jude erbittert. Der Ritter hob auf’s neue den Dolch, da fasste Rachel ihren Vater an der d, und zog ihn rasch durch die Türe des Hauses, die hinter ihnen zufiel. Der Ritter blieb vernichtet zurück, das Eisen ent;i״l kl־rrCnd seiner Faust, und kraftlos sank er an die kalte Wand. , IV. Rabbi Löw stand verabredeter Massen an der Tiire seines Hauses, als die Glocken der Kirchtürme die neunte Stunde schlugen. Er hatte nur wenige Augenblicke geharrt, als von der Moldau herkommend zwei verhüllte Gestalten sichtbar wurden, die geradezu auf sein Haus gingen. Es war der Kaiser und sein Astronom. Er empfing sie mit tiefer Verneigung. Ein Wink mit der Hand bedeutete ihm aber, vorwärts zu gehen, und so stieg er denn auch ungesäumt. Beiden voranleuchtend, die Treppe hinauf bis in sein Gemach, an dessen Tiire er kireend den Kaiser empfing. ״Welch’ eine holte Gnade F.uere Majestät dem Aermsten Euerer Knechte zugeweudet hat, spricht meine Zunge unterwürfig aus. Der Boden, den iiir tretet, wird verherrlicht. —“ (Fortsetzung folgt.) *rrוי^י״ן

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.