Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1908)
- Date
- 1908-08-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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זו Sehe 324 JÜDISCHE frUNbSCHAÜ No. 33 beteiligt hätten, ist ein solches Verlangen durchaus gerechtfertigt. Die Durchführung einer solchen Bestimmung würde der zionistischen Organisation alljährlich eine bestimmte regelmässlge materielle Grundlage geben und ihr dadurch ihre beschlossen, dass jeder Scbckelzahlcr eine einmalige Steuer von mindestens 4 Mk. zum Parteifonds leisten sollte. Nehmen wir diesen Massstab, so ergibt sich (an Hand der Schekelzahlcrliste von!9071, dass ihrer Verpflichtung nachgckomnicn Aufgaben in beträchtlichem Masse erleichtern. Änderung der Geschäftsordnung i Einem Beschluss des Kongresses zufolge, Vorschläge für eine Änderung der Geschäftsordnung des Kongresses zu machen, haben wir das Berliner Bureau beauftragt, einen Entwurf für eine abgeänderte Geschäftsordnung des Zionisten- Kongresses zu machen. Herr Rechtsanwalt Groncmann, Mitglicd des Berliner Bureaus, hat sich daraufhin in dankenswerter Weise dieser Aufgabe unterzogen und einen Entwurf fertiggesteUt, der der .fahreskonferenz vorliegt. Ein zweiter Entwurf, der uns von Herrn Dr. Franzic Bcrenstciti liebenswürdigerweise unterbreitet worden ist, liegt Ihnen ebenfalls vor. Für den Fall, dass die Jalireskonfcrcnz wegen der Kürze der Zeit nicht in der Lage sein sollte, über die Entwürfe endgiltig zu entscheiden, schlagen wir Ihnen vor, die Frage der Änderung der Geschäftsordnung durch Veröffentlichung in der WELT zur önentlichcn Diskussion zu stellen und es uns zu überlassen, einen endgiltigcn Entwuri rechtzeitig für den nächsten Kongress fertigzustellen. Einsetzung eines Ehrengerichtes Es hat sich hcrausgestellt, dass das in unserem Organisationsstatut vorgesehene Kongressgericht den Ansprüchen insofern nicht genügt, als cs nur zum Zwecke der Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Körperschaften unserer zionistisehen Organisation geschaffen ist. Ein spezieller, höchst bcdauerliclier Fall hat die schon öfters empfundene Notwendigkeit eines Ehrengerichtes wiederum zum Ausdruck gebracht, das zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Gesinnungsgenossen berufen sein soll. Ein entsprechender Antrag liegt Ihnen vor. Tabellen über die Eingänge für den Parteifonds (bis zum 1. August 1908). Nach der a b s o 1 u t e n H ö h e d e r Eingänge für den Parteifonds rangieren die Länder, wie folgt: Deutschland . . .. 222-13,65 Mk. Russland. 10279,85 ״ Vereinigte Staaten von Nordamerika . . . 6039,15 ,. Südafrika.5449,20 ״ Rumänien.5 285,20 ״ (Böhmen . . . 2 728,07 Mk.) Österreich (Galizien ... 1 353,48 .. ) 4 986,74 * (übr. österr. Länder 905,19 .. ) England . Belgien . Holland . Canada . . Schweiz. Ungarn . Kroatien, Siavonien und Bosnien . . . . Serbien . . . .. Bulgarien. Argentinien. Frank reich . Palästina.. ־ * ־ Italien . .. China ... ׳ * Dänemark..* Verschiedene Länder . 4 597,90 3052,95 1 825,60 1 535,30 897,23 805,10 477,05 396,82 390,80 344,15 265,25 17730 125,60 102,— 6630 52,38 ♦1 *• •« *« י* •t n 69396,02 Mk. | Ein Bild dessen, was in den einzelnen Landern tatsächlich für den Pa rteifonds geie ist ct wurde, ' erhalten wir aber erst, wenn wir die Ziffern der Sehekclzahler ( zum Vergleiche heranziehen. •Der Kongress hatte bekanntlich; sind: Belgien .... zu 112,8% Deutschland . . 94,4 % Holland .... M 65,9 % Serbien .... ff 48,5 % Kföaticn-Slawomen t• 303 % Rumänien . . . M 26,9% Schweiz .... H 25,0 % Bulgarien .... t• 22,4 % Argentinien . . M 20,0 % Canada .... י* 18.3 % Ungarn .... 16,9 % Südafrika .... 163 % England .... 16.1 % Frankreich . . . Skandinavien . . *f 9,3 % Nordamerika . . t* 8,4% Russland .... tt 8.2% Italien. 5,0% Österreich, Galizien Böhmen) . . utid Bukowina (jcdocl! ausser ♦י 4,5 % Böhmen .... 53.0 % Kunascnau Protest gegen das ״Internationale Jüdische Komitee“ Gegen die merkwürdige Verwässerung des Planes einer allgemeinen jüdischen Organisation, die von der JCA und der Alliance ausgeht und bezweckt, eine angebliche Gesamt- Organisation zu schaffen, in der die wichtigsten jüdischen Organisationen, insbesondere die der russischen Juden, nicht vertreten sein sollen, legen jetzt auch die russischen Juden energischen Protest ein. Man kann es Ihnen nachfühl.en, wenn sie es ntüde sind, sich als Objekte des Ehrgeizes und des philanthropischen Konkurrenzneides der verschiedenen Organisationen gebrauchen zu lassen. Sie stehen der Idee einer jüdischen Gesamtorganisation begeistert gegenüber, verlangen aber mit Recht, dass die geplante Organisation tatsächlich auch alle Juden umfasse, und dass es nicht dahin komme, dass diese angebliche Ge- Samtorganisation ausschliesslich aus Vertretern der Minorität der Judenhcit bestehe. Sie bezeichnen cs als eine Anmassung, dass ausgerechnet das französischc oder auch das deutsche Judentum durch je vier Vertreter vertreten sein soll, während die grossen Massen der Juden, die auch das geistige und kulturelle Zentrum der Juden 11 eit bilden, die von Russland, Rumänien und dem Orient, überhaupt darin nicht vertreten sein sollen. Sie seien es müde, so heisst es, als ״die armen Brüder, die sich in Not befinden und von der neuen Organisation Hilfe erhalten sollen," betrachtet zu werden. Israel ayf Reisen Der *N. J. K.“ wird geschrieben.• Unter dieser Spitzmarke bringen antisemitische Zeitungen bisweilen tendenziöse Nachrichten von Juden, die sich auf Reisen irgendwie auffallend benommen haben sollen usw. — cs gibt aber ein anderes traurigeres Kapitel, das diesen Titel tragen könnte. So wenn jetzt berichtet wird, dass nach einer kurzen Stockung im Auswandercrstrom bereits wieder tagtäglich 500—600 ״Russen“ allein über Berlin bzw. den Berliner Auswandcrcrbahuliof Ruhiebcn nach Amerika aus* wandern. Dass diese ״Russen" wenigstens zu 90 Prozent Juden sind, bedarf für den Beobachter der Gestalten auf dem Bahnhof Ruhiebcn keines Beweises. Während also wieder allmonatlich viele Tausende von Juden das ״rettende Amerika" a u f s u c h e n, wandern aber noch fast ebensoviele jeden Monat aus Amerika zurück! Und aus Gesprächen mit