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Jüdische Rundschau · 1908-08-14 · Heft 33 (14.8.1908) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 33 (14.8.1908)
Date
1908-08-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. 33 י; * j * JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 325 einigen Auswandern ersieht man, dass unter den Jetzt Emigrierenden nicht wenige sind, die Amerika erst vor wenigen Monaten nach Russland zurückgeschickt hat. Mit der bekannten jüdischen Aufdringlichkeit‘ versuchen sie es eben zum zweiten Male! Natürlich nur zum Vergnügen und Um die Kassen der Bahnen und Schiffahrtsgesellschaften zu füllen.Das ist das ״Israel auf Reisen“, das die Oefient-;iichkeit endlich einmal mehr als bisher beschäftigen sollte! ״Ritualmord“ in Galizien ln Naszclszowa» einem Dorfe bei Neu-Sandez, befindet sich eine Ziegelei, die dem Juden Wolf Reichscheid gehört, ln dieser Ziegelei arbeitet schon seit Jahren ein Bauer aus demselben Dorfe, der auch eine Wohnung im Hause des Juden hat. Vorige Woche verschwand nun plötzlich das neunjährige Kind des Bauern. Der Vater erklärte, nachdem das Kind nach einigen Stunden nicht zum Vorschein gekommen war, dass das Kind vom Juden Reichsclieid ermordet worden sei. der für gottesdienstliche Zwecke christliches Blut in Bereitschaft haben wollte. Ohne viel Uebcrlegen machte der Bauer bei der Gendarmerie die Anzeige gegen Reich scheid wegen R i 111 a l m o r d c s. Tatsächlich erschienen auch bald ein Gendarm und ein Polizist in der Wohnung des Juden, hielten in der ganzen Wohnung strenge Haussuchung, warten alles durcheinander und zogen die Hausbewohner in ein hochnotpeinliches Kreuzverhör. Herr Reichsclieid, der natürlich von nichts wusste, beklagte sicii dein Gendarm gegenüber: ,.Ich selbst wollte bei der Gendarmerie die Anzeige erstatten, dass der Bauer mir grundlos die Fenster zertrümmerte und fast die Wohnung demolierte.“ Der Postcnfiihrer antwortete hieran!' barsch: ״Ich wäre in seinem Falle a u c 11 nicht besser gewesen!“ Als der Gendarin auf den! Tische ein scharigcschliiieties Taschennicsser liegen sah. schrie er die Hausleute an: ,.Wozu braucht Ihr denn ein so scharics Messer?!“ Während der Haussuchung meldete sieh eine Bäuerin, die aus der Stadt gekommen war und erzählte, dass sie das Kind am selben Tage in der Stadt gesehen habe. Der Posteniiihrer •wies jedoch die Frau mit der Bemerkung zurück, dass sie wahrscheinlich von dem Juden bestochen worden sei. um günstig auszusagen. Inzwischen hatte sich im ganzen Dorie die Nachricht verbreitet, die Juden hätten ein C h r i s t c 11 k i n d ,u m g e b r a c h t. Zum Glücke wurde das Kind noch am selben Tage aus einem Naeltbardori unversehrt nach Hause gebracht und den Eltern übergeben. Der Gendarm zog ״tmverrichteter Dinge“ ab. Wegen des unqtialifizierbaren Benehmens des Fostenifihrers hat Herr Reichscheid die Klage überreicht. Es wird ihm halt nichts passieren, da er ein Pole ist und nur Juden gegenüber sielt vergangen hat. Das ist in dem Lande, wo man gewohnheitsmässig ungestrait jüdische Kinder stehlen darf, um sie zur Taute abzurichten, eher ein Verdienst als eine Ueberschreitung seiner Beiugnisse. Die Jungtürken und die Juden Aus Paris wird der ״N. J. K.“ geschrieben: Von hier aus gehen jetzt vielfach Nachrichten in die Welt, die sich mit der Stellung der Jungtürken zu den Juden, und besonders zum Zionismus, befassen. Es wird dabei vielfach aut Unterredungen mit Persönlichkeiten aus hiesigen Jungtürkischen Kreisen Bezug genommen und erklärt, dass die Jungtürken gar nicht daran dächten, den Juden irgendwelche Privilegien zu geben oder gar den Judenstaat in Palästina wieder zu errichten. Schon die geringe Vertrautheit mit den Bestrebungen der Juden, und der Zionisten im besonderen, die aus solchen Aeusserungcn spricht, lässt darauf schliessen, dass es nicht führende Persönlichkeiten der jungtürkischen Partei sind, von denen diese Verlautbarungen herstammen. Ausserdem wird die Jungtürkische Politik Jetzt keineswegs mehr in Paris, sondern in Konstantinopcl gemacht. Hier sitzen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur noch die radikalen Outsiders der jungtürkischen Bewegung. Es muss aber gegenüber anderen Ausstreuungen betont werden, dass die Bestrebungen der Zionistgn. ebenso wie die der Juden überhaupt, mit der neuen Verfassung in der Türkei durchaus harmonieren, und dass daher gar keine Rede davon sein kann, dass die Jungtürken gegen den Zionismus auf treten müssten. Die Juden verlangen keinerlei Privilegien, und die Nachrichten aus Konstantinopel lassen Ja auch erkennen, dass Juden und Jungtürken gemeinsam sich der neuen Freiheiten freuen. Da die Juden in der Türkei von Jeher in ihrer Politik von dem Gedanken sich leiten liessen, dass ein starkes t ii r k i - sch es Reich ihr bester Schutz sei, so ist eine Kollision türkischer und Jüdischer Interessen wie In der Vergangenheit so auch in der Zukunft ganz unmöglich. Das ist denn auch die Ansicht aller nicht extrem chauvinistischen Jungtürken, deren es nur wenige gibt. _ Infolge des langen Berichtes des Engeren A.-Kt den wir unseren Iesern noch in dieser Nummer vollständig bieten wollten, mussten eine Reihe kleinerer Mitteilungen Wegfällen. Red. d. J. R. Original-Radierung Theodor Herzl von Hermann Struck. Preis netto Mk. 10. excl. Verpackung’.und Porto zu beziehen vom Uerlag ״Jüdische Rundschau“. Berlin SU. 88, Zimmerst!*. 11. immer nach amerikanischer Methode. j .Varzen, Leberflecke, sämtliche Unschönheiten im Gesicht r׳~"Nv. entfernt schmerzlos unter Garantie für ' FH■ Oa imtunui, V7 יג BERLIN W.. Büloxvstr t7 l •*' BQ : frfc; nVor Bchandt. LangJährtja F Praxi». Sehü'trinxtn Nach Behandt. fl ».־den auija'i'Mst J,J ryrg״!•■• t Streng rituell am Oranienburger Tor. Vorzügliche Köche. Elegarue Fremdenzimmer. Spezialitäten: frriuj fitäu. Sonnabend Schalet. 6ngl opohen. 13. Fifar. IV eu eröffnet! ]üeu eröffnet! 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