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Jüdische Rundschau · 1908-08-14 · Heft 33 (14.8.1908) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 33 (14.8.1908)
Date
1908-08-14
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 322 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 33 Die Kosten der versuchten Abänderung ׳ des Bankraemorandurus Nachdem das englische Qericht die beantragte Ab!erung des Memorandums der Jüdischen Kolonialbank abge :nt hat, sind vielfach übertriebene und unrichtige Behauptu an über die angebliche Höhe der Kosten, laut gcwoi n. in jüngster Zeit hat das englische Gericht nunmehr auch die Kesten des letzten Termins, der in dieser Angelegenheit stattgefunden hat, festgestellt, und es ist Jetzt möglich geworden, eine genaue Aufstellung der Kosten zu machen. Darnach betragen die sämtlichen Spesen, die der Jüdischen Kolonialbank in dieser Angelegenheit seit 1905, wo die Versuche auf Abänderung des Bankmeinorandmns zuerst greifbare Formen annahmen, erwachsen sind, einschliesslich aller Ausgaben an die Gerichte, Rechtsanwälte. Inserate, zurückerstatteten Kosten der Gegenpartei usw. Insgesamt 1661 Pfd. Sterling (־- ca. 33 000 Mark). Ergänzung der Bankstatnten Für den Fall, dass das Memorandum nicht abgeändert würde, hatte der letzte Kongress beschlossen, dass die Statuten der Bank derart ergänzt werden sollen, dass sic eine Besehränkling des Geschäftsbereichs der Bank auf Palästina und die Nachbarländer ausdrückcn. Fine entsprechende Resolution ist vom Auisicbtsratc bereits gefasst worden und wird der in diesen Tagen hier stattiindenden (leneralvcrsammiung der Bank vorgelcgt werden. VI. Palästinaarbeit Im allgemeinen kann man konstatieren, dass innerhalb der Organisation seit dem VIII. Kongress ein frischer und lebendigcr Geist herrscht. Das Palästinaressort und das Palast inaanit in Jafia entfalteten eine lebhafte Tätigkeit. Die neugegründete Palest in c Land Development Company, die berufen sein soll, für die Kolonisation in Palästina vorbildlich zu wirken, hat ihren Arbeitsplan aufgcstellt und hat ihre Tätigkeit schon begonnen. Es ist zu hoffen, dass die Zeichnungen für die Gesellschaft den im Prospekt bestimmten Betrag bald erreicht haben werden. Bemerkenswert ist das wachsende Interesse, das sich allenthalben in jüdischen und nichtjüdischen Kreisen für Palästina zeigt. Weitere Kreise der Judenhcit, die unseren Bestrebungen bisher ablehnend gegenü berstariden, interessieren sich heute lebhaft für die jüdische Wiederaufrichtung Palästinas Anglo Palestlne Company Auch sonst hat die Konsolidierung der jüdischen Verhältuissc in Palästina erfreuliche Fortschritte gemacht. Insbcsondere wächst sich die Anglo Palestine Company mehr und mehr zu der bedeutsamsten Stütze des jüdischen Elementes in Palästina aus. Mit ihrer tatkräftigen Mithilfe war es im verflossenen Jahre trotz der Einwirkung der allgemeinen wirtschaftlichen Depression nicht nur möglich, die bestehenden Erwerbs- und Wirtschaftsorganisationen in Palästina zu erhalten und auszubaucn, sondern es haben sich auch unter ihrer tätigen Mitwirkung im Inlande wie im Auslande eine Reihe neuer jüdischer Organisationen zum Zwecke der wirtschaftlichen Hebung und Ausbeutung des Landes gebildet. VII. Unsere Bankinstitute Die Lage unserer Banken ist eine durchaus befriedigende. Trotz der besonders schwierigen Umstände, unter denen der Geschäftsgang irn verflossenen Jahre zu leiden hatte, und die durch die wirtschaftliche Krise dieses Jahres bedingt waren, haben beide Banken sehr günstig abgeschabten. Der Jewish Colonial Trust ist in der Lage, für das verflossene Jahr einen Dividende von 6 Pence auszuschütten, und auch die A n g I o Palestine Company hat für das abgelaufcnc Jahr eine Dividende von 9 Pence verteilen können. VIII. Natlonatfonds Die Neueinrichtung des Nationalfonds, die nunmehr zum Abschluss gelangt ist, beginnt bereits sich zu bewähren. F.in besonderer Bericht darüber wird Ihnen vom Vorsitzenden des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds vorgelcgt werden. Einen Auszug aus diesem interessanten Bericht, der eine stattliche Broschüre von 20 Seiten füllt, können wir wegen Raummangels erst in nächster Nummer bringen. Red. d. J. R. ' IX. Zionistisches Zentralbureau Das Zionistische Zentralbureau in Köln batte im Bcrichtsiahrc eine Fülle der verschiedenartigsten Aufgaben z.!1 losen. Die vielfachen Neueinrichtungen, die getroffen wurden und für die das Zcntralburcati in Köln die eigentliche Zentralinstanz bildet, von wo aus die Anregungen ausgehen oder gcl.idit werden, und der auch die Überwachung des Betriebs der einzelnen aPrteiinstitntioiicn obliegt, vermehrten selbstverständlich die Menge der zu erledigenden Arbeiten in der mannigfachsten Weise. Die ausgedehnte Agitation für den Parteifonds, uie vom Zcutralburcau betrieben wurde, wie auch die Redaktion der beiden offiziellen Organe, die nunmehr vom Zentralbureau ausgeübt wurde, und die Leitung und Gescbäftsffihrung' des Jüdischen Verlags stellten an seine Arbcitskraft hobt‘ Ansprüche. Das Zentralbureau war bemüht, die Verbindung mit den Landesorganisationen möglichst eng zu gestalten, eine Aufgabe, der die Landeskomitecs leider nur wenig gerecht wurden. Auch wurden durch die Bemühungen des Zcntralbuicaus die LaiuJesorganisationen in mehreren Bezirken reorganisiert und in den Stand gesetzt, ihre Arbeiten in verstärktem Masse wieder atifzunchnien. X. DIE WELT Die Entwicklung der WEIT war durchaus befriedigend. Der neuen Leitung des Blattes ist es gelungen, den Ausgabenctat ganz beträchtlich zu vermindern. Wahrend in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres der vom Aktionskomitee zu leistende Zuschuss noch rund 8500 Mark betrug, war er In der zweiten Halite des Jahres, in der die Vorteile der Neueinrichtung erst zur Geltung kamen, nur mehr in Höhe von rund 3000 Mark erfordernde Demnach dürfen wir annelimen, dass im nächsten Jahre der hohe Zuschuss, den wir bisher alljährlich an die WELT zu zahlen hatten, sich auf ein Minimum verringern oder gar ganz verschwinden wird. XI. HA-0LAM Die Verbreitung unseres hebräischen Zentralorgans hat im Laufe des letzten Jahres einige Fortschritte gemacht. Die A b o n;1 c 111 c n z a 111 nahm in manchen Ländern, ganz besonders in Galizien, bedeutend zu. Dank der grossen Ausbreitung unserer Nationalsprache drang das Blatt in die entferntesten Länder und verscliafite sich Eingang in die bis jetzt gar,z unzugänglichen Kreise unserer sep bardische 11 Brüder. Der weltumspannende Charakter und die Verbindungen, die das Blatt ang'eknüpft hat, Hessen sich auch in der Reichhaltigkeit mancher schätzenswerten Originalkorrespondcnzen, unter denen natürlich Palästina die erste Reihe einninimt, wahrnehmen. Trotz dieser Vorzüge stellte cs sich jedoch im Laufe der Zeit heraus, dass das Blatt in seiner jetzigen Einrichtung die Erwartungen nicht erfüllen kann, die an sein Bestehen geknüpft worden sind. Zweierlei Erwägungen veranlassteu uns, einen Versuch mit der Gründung eines hebräischen Zentralorgans zu machen: das *kulturell'-nationale Moment, das uns als V * V

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