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Jüdische Rundschau · 1908-06-12 · Heft 24 (12.6.1908) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 24 (12.6.1908)
Date
1908-06-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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־, -r '״׳ *׳— A’’UV■ rC-־s1*T.--'CE3«S־=. mrnmmwmmmmmmm ’^Sיי« »»’‘י*!». No. 24 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 217 wirken lind den staatsbürgerlichen Pflichten, die wir als Angehörige der Knlturstaatcn, in denen wir leben, übernommen haben. Wir glauben so gleichzeitig unserem Vaterlandc zu dienen, und den uralten Traditionen des jüdischin Stammes. Einer der grössten Söhne Breslaus, Lassalle, hat iu seiner Jugend ein Wort ausgesprochen, das In un,- seren Herzen nachhallt. Er hat gesagt, er wolle gern das Schaffott besteigen, wenn er dadurch dem jüdischen Volke seine Freiheit und sein altes Vaterland wieder erringen könnte. Dieses Wort ist von dem Geiste getragen, der Tausende jüdischer Märtyrer freudig den Flammentod hat erleiden lassen für die Ehre und dii Ideale, des jüdischen Volkes. Möge auch uns dieser Geist erfüllen, dass wir die Zeit näher bringen, wo das jüdische Volk aut eigenem Boden unter Wahrung seiner Eigenart in der Reihe der Völker an den Menschhchs- , idealen schaffen kann. Ich erkläre nunmehr den 11. deutschen Delegiertentag für eröffnet. Sodann verlas der Vorsitzende die Liste der im letzten Jahre , verstorbenen Gesinnungsgenossen, zu deren Ehrung sich der Delegiertentag von seinen Plätzen erhob. Danach findet die Wahl in das Bureau des Delegiertentages statt. Vorsitzender wird Rechtsanwalt Bo denhei m er ־ Köln, stellvertretende Vorsitzende: Zahnarzt Schachtel* Bres* lau und Julius Simon*Mannheim; Schriftführer: Dr. Hoppe* Königsberg und Rappaport - Kattowitz. Der Vorsitzende begrüsste die zahlreichen Gäste und ins* besondere den Vizepräsidenten des engeren Aktions* komitees, Prof. Dr. W a r b u r g, und den von der Ver* Sammlung mit Beifall ausgezeichneten Leiter der west* österreichischen Organisation, Dr. E m i I M a r g u I i e s, und verlas darauf ein Begrüssungsschreiben des Präsidenten der zionistischen Bewegung, Herrn W o I f f s o h n, das mit lebhaftem Beifall zur Kenntnis genommen und durch ein ein Telegramm des Delegiertentages erwidert wurde. Das Präsidium konstituiert sich. Sodann bcgri'tsst Dr. B 0 d e n h c i m e r die Gäste, insbesondere den Vizepräsidenten des E. A.-K. Prof. Warburg. und den Vertreter der west* österreichischen Organisation Dr. Ernil Margulics. die beide vom Delegiertentag mit besonderem Beifall ausgc* zeichnet werden. Sodann verliest der Vorsitzende den folgen* den Brief unseres Präsidenten David Woiffsohn an den D.-T. Brief des Präsidenten an den Delegiertentag An den 11. zionistischen Delegiertentag in Breslau. Der 11. Delegiertentag der Zionisten Deutschlands ist für mich persönlich ein erhebendes Freudenfest. Ich hatte seit dem ersten Aufblitzen der zionistischen Idee die Ehre, mit unseren Brüdern in Deutschland zusatu* men einer der ersten ״Rufer in der Wüste‘* zu sein, die erste achsclzuckende Ironie und die ersten Proteste zu ernten, uni dann durch die Hemmnisse und Widerwärtigkeiten nicht geschwächt, sondern ermutigt und angespornt unentwegt unserem grossen Ziele zuzustreben. Indem ich jetzt an Ihre ansehnliche und würdige Versammlung meine herzlichsten Glückwünsche sende, kann ich nicht umhin, auf die winzige Zusammenkunft zurückzublicken, die wir vor elf Jahren in Bingen als erste Tagung zionistischer Delegierten Deutschlands bezeichnet haben. Ein kleines Häuflein waren wir; wir hatten nichts mehr als die Kraft der ehrlichen Lieber Zeugung. Jetzt sind wir eine Organisation geworden, die in vorderster Reihe zionistischer Landsmannschaften selbstbewusst und tatkräftig cinhcrschreitet, ln diesem Lande wo es vor kurzem nur noch wenige und zerstreute Pioniere gab, befindet sich jetzt der Sitz der Leitung, die sich nicht nur auf die QesanitorganisaFon, sondern aucli auf eine festgefügte Partei im Lande stützen kann. Diesen Fortschritt haben wir der straffen, mustergiltig politischen Zucht und dem Ordnungssinn, wie auch der rühmenswerten Opfcrfreudigkeit unserer Gesinnungsgenossen in diesem Lande zu verdanken. Ich beglückwünsche Sie, meine lieben Brüder, zu den bis jetzt erzielten Erfolgen und gebe meiner innersten Uebcrzeugung Ausdruck, dass w:r hier, in der Mitte des Judentums Deutschlands, das in der allgemeinen Geschichte unseres Stammes taten reiche Epochen und grossartige Leistungen autzuweiseu hat, uns mehr und mehr zu einer unserem Ideal entsprechenden und unserer Würde gebührenden Stellung emporarbeiten werden. Möge Ihr jetziger Delegiertentag dazu beitragen, uns nach innen und nach aussen zu stärken! Möge er die vorhandenen Kräfte in zweckentsprechender Arbeitsteilung harmonisch zur Geltung bringen und neue Kräfte an den Tag fördern und wecken! Mögen seine Beschlüsse von Begeisterung erfüllt und mit weiser Mässigung praktisch durchdacht uns dazu verhelfen, unsere grossen und schweren Aufgaben, unsere Arbeiten und Unternehmungen zu!erleichtern I Das ist der Weg, auf dem wir unserem grossen Ziele — im Lande unserer Ahnen — immer näher und näher rucken werden. Ich hegte den Wunsch, Ihnen persönlich meine und des Engeren Aktionskomitees Begriissung zu übennitteln, doch war ich durch Arbeitsüberbürdung leider verhindert meinem Herzensdrange?11 folgen, und bei Ihnen zu •erscheinen. Ich bin aber am Geiste mit Ihnen bei Ihrer Arbeit vereint und sende Ihnen meine tiefempfundenen Wünsche. David Woiffsohn. Der Vorsitzende wird unter lebhaftem Beifall mit einem Begriissungstelegratmn an den Präsidenten des E. A. K. beauftragt. Präsenzliste Dr. Max Juugntann ־ Berlin. Lazarus Barth - Berlin. Elise Markus-Cöthen (Anh.). A. Goldmann-Dessau. Leo Michael- Hamburg. Mos. Jacoby-Chcrtinitz. Hu«״ Meyer-Liibeck. Paul Odzc-Hannover. J. Schnelling ־ Hannover. J. L. Goitein - Frankfurt. Paul Walk-Breslau (für Hannover). Heinrich Freyfcan-ßreslau {für Halberstadt). Dr. H. G. Heymann-Berlin. Ing. Kantorowltsch - Leipzig, L. Gold-Samter. Dr. Sandler- Breslau. L, Grünthal-Brcslau. Emanuel Flschel-Bcrlin. Frau Dora Süberstelu-Charlottenburg. Josef Lln-Bcrlin. Max Walk- Breslau. Joseph Goldschmidt-Fraustadt. Dr. Wilhelm Brünn- Freiburg i. Br. Richard Lfchthelin-Freiburg i. Br. Martin Ehmann-Namslau i. Schl. Dr. Curt Weiss-Breslau. Lehrer Auerb3ch - Posen. Bertha Majerowltsch Berlin. Mamtock * Berlin-Halcnsce. Lina Wagner-Tauber-BerHn. J. H. Wagner- Berlin. Gottschalk-Breslau (für Mannheim). Rechtsanwalt Dobrzynskl-Bcuthcn 0.*S. Heinz .Koplowltz-Künigshiitte. Referendar Dr. Welssmann-Kattowitz. Referendar -Nothmann- Breslau. Jak. Reich-München. Dr. Walther Stein. Arzt. Königsberg i. Pr. Ludwig Moritz, Kaufrttan aus Breslau. Siegfried Pionkowskl. Kaufmann. Breslau (für Leiozig). Max Paradis. Kaufmann, Posen (für Obersitzko). Frau Frieda Schachtel-Breslau, für Metz). Dr. Bodciihclmer-Köln (Zentralkomitee). Prof. Dr. 0. Warburg-Bcrlin (Aktionskomitee). Julius Shnon-Mannheim (Zentralkomitee). Hermann Struck-Berlin. Arnold Wiener- י׳זי*» *׳4 *וי׳

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