Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1908-06-05 · Heft 23 (5.6.1908) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 23 (5.6.1908)
Date
1908-06-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2651552-2651575--05663-2662701
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 2Ö2 JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 23 Etat 1906/07 i. E i n n a 11 m e n Betriebsfond 1905/06 . 1640,45 Mk. Schekelquote (15 . (^׳..״ —,1002 Landesbeiträge ... .. 2931,25 ״ 5573,70 Mk. Ausgaben Bureauunkosten .2859,1-1 Mk. Agitationsunkosten (nruppenverbandsbeihülfen tisw.). 723.49 ״ Broschürenagitation inkl. Abschreibungen 787.81 ״ Versendung der Broschüre ״Jüdische Volksbewegung“ 7« 1.1.20 ״ Betriebsfoud. 160,06 ״ 5.573.70 Mk. Aus unseren Etats ergibt sich, dass die Einnahmen ans Landesbeiträgen nicht gewachsen sind. Wir sind aber aut eine Verstärkung dieser Einnahmen angewiesen, da wir Abziige von den Schekelgeldern nicht mehr machen dürfen, während wir früher 25 Prozent und dann 15 Prozent einbehalten durften. Es wird Aufgabe des Pelegierteutages sein, nach dieser Richtung Beschlüsse zu fassen, denn unsere Ausgaben zu verringern, ist uns nicht möglich. Dieselben sind bereits so niedrig als möglich bemessen, und wir sind leider häufig gezwungen. Anträge auf Zuschüsse, die besonders von neugegründeten Gruppen an uns gerichtet werden, ahzulehnci;. Eine Verringerung unserer Ausgaben, die im laufenden Jahre bereits fetzt ca. 5600 Mk. betragen, ist auch schon deshalb nicht möglich, weil die Zahl unserer Korrespondenten von Jahr zu Jahr wächst. So stehen wir jetzt mit Vertrauensmännern in 170 Orten in Verbindung. Für das laufende Rechnungsjahr können wir einen Etat noch nicht vorlegen, da dasselbe, wie schon gesagt, erst mit dem 30. Juni schlicsst, doch ergeben die bisherigen Einnahmen und Ausgaben, dass sich das Bild gegen das Vorjahr nicht ändern wird. Für das Jahr 1996/07 ist unser Reclmungswesen, einschliesslich der N'ationalfondverwaltung, durch Herrn Dr. Hans Heymann als Revisor geprüft worden. Die Tätigkeit des Zentralbureaus hat sich somit in der zum Bericht stehenden Zeit im grossen und ganzer, in denselben Bahnen bewegt, wie in den Vorjahren. Wir haben uns im wesentlichen darauf beschränken müssen, den Ortsgruppen das Agitationsmaterial zur Verfügung zu stellen und allgemeine Anregungen für die Propaganda zu geben. Dagegen ist es uns nur in seltenen Fällen möglich gewesen, neue Gruppen zu schafien. Nach dieser Richtung waren wir vollkommen auf die Initiative einzelner Ortsgruppen und Vertrauensmänncr angewiesen. Abhilfe liesse sich nur schafien, wenn ein besoldeter Parteisekretär angestellt werden könnte, oder wenn wir sonst in grosserem Masse Gelder fiir die Gründung neuer Ortsgruppen verwenden könnten. Die Frage der Erhöhung unserer Einnahmen ist umso dringender, als wir ja' auch jetzt mit denselben nicht mehr auskommen. Wir schlagen daher vor, dass die bisherige Verpflichtung der Ortsgruppen zur Aufbringung der Landesbeitrüge dahin erweitert wird, dass jede Ortsgruppe in Zukunit so viel Landesbeitrüge ahzuiühren hat, als die Zahl der Schekelzahler beträgt. Bisher war •diese Verpflichtung nur auf diejenigen Schekelzahler bcschränkt, welche Mitglieder der Ortsgruppen sind. Die nunmehr geforderten Mehrleistungen werden zum grossen Teil von den Ortsgruppen dadurch gedeckt werden können, dass üherall darauf hingewukt wird, dass auch die nichtorganisierten Schckclzahlcr den Landesbeitrag entrichten. Soweit dies nicht gelingt, würden allerdings die Ortsgruppen zu den Kosten der Zentrale geringe Zuschüsse aus ihrer Kasse leisten oder für ihre Mitglieder die Landesbeiträge erhöhen müssen. Dann glauben wir in der Lage zu sein, auch diejenigen Wünsche zu befriedigen, welche wir bisher aus Mangel an Mitteln nicht erfüllen konnten, und unsere propagandistische Tätigkeit weiter auszuhaueii. G r o 11 e u! a n 11. II a 111 k e. L e s z y iisk y. W o 11 s t e i n e r. Bericht der Nationalfond-Verwaltung für Deutschland Da im vorigen Jahre ein deutscher Delegiertentag nicht stattgefunden hat und somit auch ein Bericht der Nationalioml- Verwaltung nicht erschienen ist, umfasst-der gegenwärtige erstens den Zeitraum vom I. Juli 1906 bis 30. Juni 1907. sodann denjenigen vom 1. Juli 1907 bis 30. Juni 1908; was den letztereu anbelangt, so liegen wieder tatsächlich nur die Ziffern von 10 Monaten vor; die• weitem! 2 Monate, die zum Vergleich gegen das Vorjahr notwendig sind, sind auch diesmal schätzungsweise eingestellt. Mit grosser Befriedigung können wir jetzt wieder konstatieren, dass der Nationalfond und seine sämtlichen Unterahteilungcn höhere Vergleichsziffern aufzuweiseti haben als beim vorigen Bericht. Während in der Epoche 1905/06 insgesamt zirka 20 01)0 Mk. vereinnahmt wurden, waren es in dem Jahre 1906/07 rund 28 000 Mk., und in 1907/08 ungefähr ebensoviel. Es ist daraus zu ersehen, dass die Einnahmen .des Fonds im Jahre 1906/07 zwar eine wesentliche Steigerung erfahren haben, 1907/0S jedoch diese Steigerung keine ׳ weiteren Fortschritte gemacht hat. Was die einzelnen Abteilungen des Nationalfonds anhciangt, so sind 1906/07 an Geldern ohne Zweckbestimmung 10 400 Mk9000 1907/08 ,.־ Mk. eingegangen. Fiir Eintragungen in das Goldene Buch sind 19136/07 75013 Mk., 1907/08 50110 Mk. zusanunengekonimcn. Es muss , auch diesmal wieder hieran die Bitte geknüpft werden, dass > nur solche Neu-Eiutraguiigen beantragt werden möchten, bei : denen die Spender sich auch für die volle Summe, die bekanntj lieh 205 Mk. beträgt, verbürgen können. Wir waren im vorigen ' Jahre gezwungen, 18 angefangene Eintragungen zu stornieren 1 und die Gelder anderweitig zu plazieren, da sich um diese! während dreier Jahre niemand mehr gekümmert hat, obwohl 1 alle 6 Monate einmal eine Liste der offenen Conti in der JÜDISCHEN RUNDSCHAU veröffentlicht wurde. Die grössten Fortschritte hat die Oelbaum-Spendc rvsp. der Herzl-Wald gemacht; diese Institution bürgert sich bei unseren Gesinnungsgenossen immer mehr ein, und es vergeht bei den deutschen Zionisten wohl kein Familienfest, bei wclchem nicht der Oelbaum-Spende gedacht wird. Es sind im Berichtsjahr 1906/07 9100 Mk. fiir diesen Zweig zusammengekommen, 1907/08 dagegen 11 000 Mk. Jede Person, auf deren Namen ein Oelbaum gestiftet wird, erhält eine gesclunaek* voll ausgeführte Poftkarte, auf welcher sich die Bestätigung befindet. Spender von fünf und mehr Oelbüurtieu erhalten ein künstlerisch ausgestattetes Diplom. Wir hatten ursprünglich die Absicht, diese Bestätigungskarten nach Palästina zu schicken, damit solche von da aus den Interessenten zugesidit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.