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Jüdische Rundschau · 1908-06-05 · Heft 23 (5.6.1908) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 23 (5.6.1908)
Date
1908-06-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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No. 23 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 20 t t Friedemann für seine jahrelange mühevolle und aufopfernde Tätigkeit für das Zustandekommen des Werkes auch an dieser Stelle unseren wärmsten Dank aus. Mit besonderer Freude begrüssen wir das Erscheinen des Buches unseres Freundes, des Rabbiners Dr. Joseph- Stolp ״Das Judentum am Scheidewege“. Diese ernste, tief durchdachte und in ihren logischen Folgerungen zwingende Darstellung, wird uns ohne Zweifel gerade in den intellektuellen Kreisen der deutschen Juvlenhcit für die Propaganda wertvolle Dienste leisten. Die Palästinapropaganda insbesondere haben wir durch Anschaffung von 150 Lichtbildern mit palästinischen Sujets, die wir den Ortsgruppen zusammen mit einem von Herrn Dr. R u p p i n ausgearbeiteten Vortrag zur Verfügung stellen, zu fördern gesucht. Wir hoffen, dieses Propagandamittel noch weiter ausbauen zu können. Zwei Flugblätter gedenkei wir noch im Laufe dieses Sommers herauszugeben. Auch wird die Herausgabe einer Sarnmhing zionistischer Lieder mit Noten vorbereitet. Das Flugblatt des A.-K. über der. Parteifond und das neue Nationalfond-Flugblatt haben uns bei der Agitation für beide Institutionen wesentliche Dienste geleistet. Wie in früheren Jahren, haben wir auch diesmal durch die Vcisendung von Rundschreiben und Veröffentlichungen unserer Mitteilungen in der JÜDISCHEN RUNDSCHAU versucht, in ständigem Kontakt mit unseren Gruppen und Vertrauensmännern zu bleiben. Es sind in den beiden Berichtsjahren den Ortsgruppen und Vertrauensmännern insgesamt 32 Rundschreiben, die eine grosse Zahl von Anregungen und Mitteilungen enthielten, zugegangen. Wir können konstatieren, dass dieselben im wesentlichen ihren Zweck erfüllt haben. Dagegen haben leider unsere Mitteilungen in der JÜDISCHEN RUNDSCHAU nicht überall genügende Beachtung gefunden. Wir wurden viel Schreibwerk und Arbeit ersparen, wenn man überall unseren Bekanntmachungen in der JÜDISCHEN RUNDSCHAU dieselbe Aufmerksamkeit schenken würde, wie unseren direkten Mitteilungen. Unsere Rundschreiben gehen auch einer Reihe anderer Landesorganisationen, insbesondere den deutscksprecheaden, zu. Wir haben auf diese Weise den von uns, bezw. vom Verlag JÜDISCHE RUNDSCHAU herausgegebenen Agitationsschriften auch ausserhalb Deutschlands eine grössere Verbreitung als bisher geschaffen. Auch sind mehrfach unsere Anregungen von anderen Landesorganisationen aufgenommen worden. In der Berichtszeit ist es uns auch gelungen, .eine Anzahl von Rednertournees zu veranstalten. Insbesondere danken wir den Herren Dr. Bloede, Sokolow und Dr. L c w׳ i n für die Bereitwilligkeit, mit der sie sich in den Dienst der Agitation gestellt haben. Im übrigen haben wir aber leider nach wie vor mit einen» grossen Mangel an Rednern zu kämpfen, sodass w׳ir die berechtigten Wünsche der Ortsgruppen nach dieser Richtung nicht immer befriedigen konnten. Nur die Herren Dr. Elias Auerbach und Dr. Heinrich L o c w c haben eine grössere Anzahl von Vorträgen gehalten. Die Sammlungen für zionistische Zwecke haben einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Insgesamt sind im Jahre 1906/07 für den Natioualfond, palästinische Institutionen usw138־32 .׳ ML, im Jahre!907/08 (10 Monate) ca. 29 998 Mk. eitigegaitgcn. Im einzelnen wird auf den Bericht der Nationalfond-Verwaltung hingewiesen. Insbesondere ist cs die Oelbaumspende, welche sich steigender Aufmerksamkeit erfreut. Auch für die neugegründete Palestine Land Development Co. sind in Deutschland 800 Shares gezeichnet worden. Für den vom 8. Kongress beschlossenen Parteifond sind bisher ca. 21900־ Mk. eingegangen. Unsere Sammlungen haben somit den vom Kongress geforderten Minimalbetrag erreicht. Wir hoffen aber auf das Bestimmteste, dass diese Summe sich bis zum 9. Kongress .verdoppeln wird. Zur Stärkung der Propaganda für den Natioualfond ist eine besondere Propagandastelle in Breslau unter Leitung von Herrn Zahnarzt Hugo Schachtel eingerichtet worden. Auch die Briefinarkensammelstelle, welche von Herrn Dr. Julius L ö w c n h e i m in Berlin verwaltet wird, kann allmählich zur Erhöhung der Einnahmen des Naticr.alfuiids in grösserem Masse beitragen. Dagegen ist die Einführung von ״Palästinabeiträgen“ nicht geglückt, da nur wenige Gruppen die von uns herausgegebenen Palästiuabeitragsheite benutzt haben. Die Sanunclstelle von Materialien für den Nationalfond hat ihre Tätigkeit unter der Leitung von Frau Dr. Margarete Joel in Lübeck in gewohnter Weise fortgesetzt und befriedigende Resultate erzielt. Die Shareklubzentralc bat bis zum I. April d. J. 116־ Aktien und Sliaremarken im Werte von 5-17,30 Mk. abgesetzt. Der Leiter der Shareklubzentralc, Herr Moritz G o 1 d s c hin i d t - Hamburg führt die im letzten Halbjahr erheblich gesteigerte Zunahme des Aktienverkautes auf die Dividendencrhöhuiig zurück und ist überzeugt, dass der Verkauf von Aktien der Kolonialbank sich weiter erhöhen w ird, wenn die Bank ständig Dividende verteilt. Die stärkere Versendung von Broschüren, sowie die Vcrsorgung unserer Gesinnungsgenossen mit zionistischer Literatur überhaupt, ist uns nur durch ständige gemeinsame Arbeit mit dem Verlag JÜDISCHE RUNDSCHAU möglich gewesen. Wir haben wiederholt Verzeichnisse zionistischer Bücher, Broschären und Reproduktionen veröffentlicht. Auch sonst haben wir uns bemüht, die Geschäftsleitung des Verlages JÜDISCHE RUNDSCHAU zu unterstützen. Ebenso standen wir in dauernder Verbindung mit der Redaktion der JÜDISCHEN RUND- SCHAU. Wir wollen an dieser Stelle konstatieren, dass sich der Leserkreis unseres Parteiorgans auch in den letzten Jahren vermehrt hat. Der Verlag war daher in der Lage, die Zeitschrift in besserer Ausstattung als bisher herzustellen. Auch durch den ״Jüdischen Verlag“ haben wir reiches Agitationsmaterial bezogen. Die Protokolle des 7. und 8. Kongresses, die Broschüren 10״ Jahre Zionismus“ und die Eröffnungsreden des 8. Kongresses, sowie die Neuauilage des ״J u d e n s* t a a t e s“ von Theodor H e r z I sind im Jüdischen Verlage erschienen. Wiederholt haben wir die Frage einer Vereinigung der WELT mit der JÜDISCHEN RUNDSCHAU, des ״Jüdischen Verlages“ mit dem Verlag JÜDISCHE RUNDSCHAU, mit dein A.-K. erwogen. Leider haben diese Fusionsbestrehungen bisher zu keinem Ergebnis geführt. Unsere Finanzlage hat sich nicht befriedigend entwickelt. Wir legen zunächst die abgeschlossenen Etats für die Jahre 1905/06 und 1906/07 vor: Etat 1905/06 Einnahmen Reservekonto, Bestand ex 1903/0־,1600 . . 1־— Mk. Schekelquote ex 1905/1)6 . 781,— ״ Landesbeiträge 1905/06 . 3062,— ״ 5+13,— Mk. Ausgaben Burcauuiikosten. 2343,80 Mk. Agitationsunkosten . 349,30 ״ Gruppenverbändeunkosten. 2U0,— ״ Zentralkomiteeunkosten .. 909,45 ״ Jetziger Bestand. 1640,45 ״ 5443,— Mk.

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