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Jüdische Rundschau · 1908-05-28 · Heft 22 (28.5.1908) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 22 (28.5.1908)
Date
1908-05-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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'? t*? י' *■*•'־*'׳■f■״* /*י־,“"׳*’־4׳״■•*^""* * ' * ' * ־<״^jM*.1^־N«a1«i 1 No. 22 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 195 Durch eine Eingabe an das preussischc Kultusministerium soll die Anregung: gegeben werden, auch hier, wie in anderen Bundesstaaten leistungsschwachen jüdischen Gemeinden durch Staatsmittel zu helfen. Die Schritte, welche Wegen aljgcmeiner Durchführung des Religionsunterrichts an höheren Lehranstalten zu unternehmen sind, sollen־ zunächst vom Verbandc gemeinsam mit dem Rabbinerverband und dem Gemeindebnnde vorbereitet werden. Der Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Lehrervercine. Rektor Feiner in Harnbürg, wird dem Ausschüsse zugewählt. Die Mitteilung, dass die vom Verbände ve ran lasst c Arbeit des Herrn Dr. Freund über das in Prcussen geltende jüdische Schulrecht im Drucke vollendet ist und ln nächster Zeit im Buchhandel erscheint. w׳urdc mit Befriedigung aufgeno'mmcn. Liberaler Asemitismus Aus Greifswaid wird der N. J. K. von einem gclegcntliehen Mitarbeiter geschrieben: In einer liberalen Wählerveisammlung. die vor einigen Tagen hier stattfand, erzählte der Herr Geheime Justizrat Dr. Buddec, der als liberaler Kandidat zu den .Landtagswahlen für Greifswald-Grimmen aufgestellt ist. ein sehr interessantes Vorkommnis, das verdient, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Herr Justizrat Dr. Buddce wolfle der Versammlung erklären, wieso Gothcin seinerzeit zu dem Mandat für Greifswald-Grimmen gekommen sei: er Sä<ie wörtlich folgendes: ״Damals (1901) wurden uns vom Wahlvcrein der Liberalen in Berlin zwei Herren vorgc.schlaecn. Goldschmid und Gothcin. Ich hatte kauin die Namen gehört, da sagte ich sofort: Na. da nehmen wir natürlich Gotheln. den Goldschmidt.!“ und cs iolgte die übliche Begründnug. dass man einen Mann, der Goldschmidt heisse, doch unmöglich wählen könnte, schon mit Rücksicht aui die Angriffe der Antisemiten usw. — Wie man sieht, war es auch schon vor der Blockpolitik für einen Liberalen nicht ratsam. Jude zu sein. Aber es musste doch beschämend für einen liberalen Politiker sein, einem anderen nur deshalb a priori vorgezogen zu werden, weil dieser andere Jude ist. Antisemitische Bade-, Kur- und Erholungsorte Augustusbad bei Radelberg. Bansin. Hotel Aegir (Necker und Naumann). Concordia (Naumann). Familienpension Strandhaus (Nccker) nebst zugehörigen Villen, Pensionen und Gartenhaus. Haus ״Kehrwieder“. Die Villen ״Eltriede“ und ״Minna“. Haus ״Aegir“. Binz. Villa ״Glückspilz“. Villa ״Quisisana“. Villa ..Seeblick“. Potenbcrgs Hotel. Villa ״Sonnenschein“. Restaurant ״Imperial“. St. Blasien (bad. Schwarzwald). Pension ״Kehre wieder“. Borkum. Bozen. ״Zur weissen Rosen“. Juni Rcusscn“. Braunlage (Braunschweig). Brucfe&auscn (Schwarzwald). Cabarz in Thüringen. Chiemsee. Die Fraucniitsel. Cuxhaven. Kaiserhof und See- Pavillon. Einöd. Luft- und Wasserkurort bei Priesach in Obersteiermark. Ebbs und Erl am Inn. Ettlingenweller (Schwarzwald). Finsterbergen bei Friedrichroda. Kurhaus Fclsenstein. Freudenstadt (Schwarzwald). Pension Palmenwald. Fürstenblick bei Tambach in Thüringen. Galsenstcln. Garmisch. Gasthof zum Lamm. Gchlberger Mühle bei Oberhol in Thüringen. Goslar. Niedersächsischer Hof und Kaffee Niedersacbsen. Hahnenklee. Pension Bergfriede. Harzburg. Villa Winterberg. Hasscrode bei Wernigerode. Kurhaus der Frau Dr. Kübel.' Helllgenhafcn. Herzberg am Harz. Innsbruck. Die Gasthöfc ..Zum weissen Kreuz" und ״Zum roten Adler“. Hotel Kreid. St. Johann bei Heiden in Appenzell. Juist. Karlsbad. Hotel Morgenstern. Hotel National. Hotel de Russie. Residenz-Hotel. Haus Grillparzer. Alte Wiese. Haus Römischer Feldherr. Neue Wiese. Haus Oelzwcig. Marienbader Strasse. Haus Italia. Schlossberg. Haus Stadt Warschau. Kaiserstrasse. Haus Malta. Kaiserstrasse. Haus Ros־enstock, Kaiserstrasse. Haus Brandenburger Tor. Kreuz- Strasse. Haus Germania. Schlossberg. Haus Egcria, Eger- Strasse. Haus Diamant. Egerstrassc. Haus Engl. Krone. Egerstrassc. Kielerfclden a. Inn. Gasthof zur Gräfin von Kufstein. Kltzbühcl (Tirol). Könlgsfeld im Schwarzwald. Klausen. Gasthof zur Post. Kudow'a. Villa Wunsch. Kufstein. Gastbof zur Schanz b. K. Sandwirt zum Sparclicn b. K. Lakoik a. Rom. Landeck i. Schl. Logierhaus Elysium. Langhatnplcn. Lfgau bei Dresden. Mctiisalp (Berner Oberland). Mezzolcmbardo. Rest. Grübner. Montavon. Inner Bartholomä und Bandaus (Vorarlberg). Mühlcntiial (Ferienheim bei Wernigerode). Mühlgraben bei Oberaudorf (Tirol). Müllhelm in Baden. fHotcl zum Löwen. Münchweiler, Bez. Pirmasens. Müritz. Neustadt an der T a f e l f i c h t c im Isergebirge. St. Nicolai bei Ebbs. Oberaudorf a. Inn. ObCrbdzen;! Oberwellcr. Kurhaus im Schw׳arzwald. Ottllfenbcrg. Pensionat am Frauenkloster. Pyrmont. Richters Pension. Rctisch bei Bozen. Rupoldlng in Oberbayern. Salzbrumi L Schl. Dachroedens Hof. christliches Logierhaus. Schierke (Harz). Hotel Hoppe und Haus Tannenheim. Schärlng am Inn. Kuranstalt Dr. Ehenhecht. Schwarzach bei W c i g a n d s t a 1. Schreiberhau. Landhaus Maria Elisabeth. Sermione a. Gardasee. Hotel prnrncssi sposi. Sielbeck bei Uklci. Hotel und Pension Kellersee. Spindelmühle. Hotel Wiesenbaus und Villa Hercynia. Swinemünde. Beckers Strandhotel (Bes. Wvve. Becker). Villa Sccschloss (Bes. Geschwister Schnür). Villa Heiderosc (Bes. F. Böttcher). Villa Hedwig (Pensionat und Logierhaus. Bes. Wwe. Hübner). Szczawnica (Galizien). Tabarz (Grosstabarz und Kleintabarz) in Thüringen. Kurhaus. Hotel Schicsshaus. Thiersee. Travemünde. Villa ״Mira Marc“, Kaiserallee. Unterriss (Bayern). Vilm, Insel, im Riigcnschcn Bodden. Volderbad bei Hall in Tirol. Warnemünde. Villa Secblick. Westerland auf Sylt . Pensen Lambeck (Bes. Krone und Frau. geh. Lambeck). Wltdbad im Schwarzhaid. Villa Montobello. Pension Reuss und Waldcck. Wildungen. Villa Wald-Eck. Wildbilil (Tirol). Zellerfeld im Harz. Johanneser Kurhaus. Zimiowitz. Polen mosaischer Konfession Aus Lemberg wird der N. J. K. von ihrem dortigen Korrespondenten geschrieben: In Krakau!st kürzlich ein historische! Atlas erschienen, der Karten des Königreiches Polen zur Zeit der verschiedenen Teilungen Polens enthält. Bei jeder Karte sind nun anClj die Bilder der p 01 n i s c h c n Abgeordneten angebracht’ Bei der neuesten Karte fehlen aber bezeichnender Weise vier, nämlich die Herren Löw׳enstein. Kolischcr. Gold und Oall! Da haben sich diese vier nun jahrelang ihres Judentums bis zur Se.lbstentwürdigung begeben und haben immer nur als ״Polen“ geglänzt — und nun müssen sie den spöttischen Ruf hören: ..Mauschel. wo bist du?“ Die edle Tugend, der Dankbarkeit scheinen die Polen danach nicht sehr zu schätzen, denn diesen vier Herren und ihren Vorgängern ist es ausschliesslich zu danken, wenn heute noch inmiet: ein grosser Teil der calizischen Juden die polnische Clique unterstützt. Den Löwensteins hier und anderswo aber mag dieser bezeichnende Tatsache ein Anlass zum Nachdenken werden! Die Berejuden im Kaukasus Es ist bekannt dass im Kaukasus ein kleiner armer Stamm von Juden lebt, über den selten einmal Nachrichten in die Oefientlichkcit dringen. Dieser Stamm, die sogenannten ״Bergjuden", zumeist grosse, starke und breitschultrige Gestalten mit gebräuntem Gesicht und schwarzem Bart, mag etwa 20000 Seelen zählen. Ihre Sprache ist das Tat. der medisehe Dialekt des Iramischen in Nord-Persicn und im Gouvernement Baku. Obgleich sie sich in Sitten und Gebräuchen wenig von den anderen Völkern ihrer Umgebung unterscheiden, werden sic doch vielfach angefeindet. Früher waren die Bergjuden Sklaven des jeweiligen Herrschers des Kaukasus, während sie sich jetzt seit langer Zeit ihre Selbständigkeit erkämpft haben,, Sie wohnen verstreut von der Provinz Wartaschin bis zum Kuban: ihre Hauptstädte sind Kuba und Derb ent. Ueber die Vergangenheit dieses Stammes existieren bloss Sagen und Vermutungen. Die Bergjuden selbst betrachten sich als Nachkommen der ״verlorenen zehn Stämme." Zur Zeit ihrer Sklaverei unter den muhammcdanlsehen Herren mussten sie den muhanuncdanischen Arbeitern Monate lang Unterkunft und Verpflegung gewähren, und wenn die Arbeiter die Gegend verliessen. so verlangten sic von den Bcrgjudcn Belohnungen ״für die Miilie des Essens"! Ertraglicher wurde ihre Lage, als sic unter die Herrschaft' der russischen Fürsten kamen. Der kaukasische Fürst Michael Nikolaicwitsch hatte den Bergjuden völlige Gleichberechtigung zuerkannt: diese blieb indes, wie anderwärts, nur auf dem Papier bestehen. In Russland unterliegen sie heute allen für die Juden bestehenden Beschränkungen, die allerdings den Bergjnden gegenüber nicht so streng angewendet w׳erden. Z. B. w erden sic an den Universitäten auch in höherer Zahl als die übrigen Juden aufgenommen. Mau hielt sic ihrer heikulischen Gestalt w׳cgcn für besonders geeignet, Schutz- I eu tc zu werden, aber sic lehnten diese. Posten als ihrer Würde als freie Bergbewohner nicht entsprechend ab. Der neue Katmakam V Aus Jaffa wird uns von unserem dortbren Korrespondenten geschrieben: * Nach der Absetzung des letzten Kaimakams. der bekanntlicli wegen־ der von ihm willkürlich provozierten Krawalle zwischen Juden und Arabern seinen Posten verlassen musste. 5? ' I

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