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Jüdische Rundschau · 1908-03-06 · Heft 10 (6.3.1908) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 10 (6.3.1908)
Date
1908-03-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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I Seite 52 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 10 2. Palästinakurse, welche die Mitglieder über das alte und neue Palästina und über den Stand der gegenwärtigen praktischen Paliistinaarbeit unterrichten. 3. Hebräische Sprachkurse, in denen die Jüdin mit der Sprache ihres Volkes vertraut wird. 4. Vorträge, die Fragen zionistischen Inhalts bchandeln. 5. Gesellige Veranstaltungen. 6. Propaganda unter der Jugend! Ein besonders schönes Arbeitsfeld hat die jüdisch-nationale Frauenvereinigung mit ihrer Jtigcndpropaganda geschaffen. An jedem Sonntag Nachmittag findet im Heimatshaus in der. Oorniannstr. 3 eine Zusammenkunft des Jugendklubs statt. Auf eine hebräische Unterrichtsstunde folgt ein belehrender Vortrag, dem sich noch eine Stunde geselligen Beisammcnscins anschliesst. Der regelmässige Besuch der Knaben und Mädchen beweist, welche Freude die jugendlichen Teilr.chmcr an dieser Veranstaltung haben. Aus gelegentlichen Vorträgen der Kinder geht hervor, auf wie fruchtbaren Boden die Anregungen, die sic empfangen habe״, gefallen sind. .Ausserdem veranstaltet die Jüdisch-nationale Fraucnvereinigung Kinderfeste bei passenden Gelegenheiten sowie während der Sommerferien K i 11 d e r a 1! s fl ii g c. Jüdische Frauen und Mädchen! Schliesst Euch der Jüdisch-nationalen Frauenvereinigung an, die Flieh ein grosses Arbeitsfeld für das jüdische Volk bietet. Lasst diesen Appell an Euer jüdisches Gewissen nicht verhallen! Besinnt Euch auf Euch selbst und auf Eure Piliclit Eurem Volke gegenüber. Die jüdischen Frauen waren cs einst, so heisst cs. die Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft bcfreien halfen. Seid Ihr cs nun. Ihr jüdischen Frauen der Jetztzeit, die Israel eine neue Heimat schaffen helfen. Beitrittserklärungen für die Jüdisch-nationale Fraucnvereinigung sind zu richten an Frau Lina Wagner- Taub!»er, Prenzlauerallce 9 und Frl. Regina K r u c z, M fl n z s t r. 30. Engeres Aktionskomitee Am Freitag, dem •2s. Februar 1908. hat in Köln eine Sitz!»• * des Engeren Aktionskomitees der zionistischen Be- \v. g stattgefunden, die der Erledigung wichtiger und dr .,־•.:»der Geschäfte galt. W ie wir hören, hat an der Sitzung ausser den drei Mitgliedern des Komitees, dem Präsidenten W o I f f s o h n lind den Herren Prof. Dr. W a r I! 11 r g (Berlin) und .1. H. Kann (Haag! auch der Direktor der Atiglo- Palestinc-Bank in Jafia. Levoutin. der auf einer Gcschaftsreise in Europa weilt, teilgcnommen. Der Leiter des Palästina-Amtes. Dr. R u ס d i 11. war durch seinen Wiener Vortrag verhindert. Aus den Ortsgruppen Berlin. Bezüglich des Zwischenfalls Schnelling Meyer gehen uns dauernd so viele Zuschriften zu. dass es nicht möglich ist. auch nur einen Bruchteil der Zuschriften, die uns in dieser Angelegenheit zugegangen sind, zu bringen• Auch glauben wir, dass die huportanz der Sache nicht so ungeheuer wichtig ist, um damit die Spalten der RUNDSCHAU monatelang zn füllen. Immerhin hielten w׳ir cs fiir eine Pflicht ausgleichender Gerechtigkeit, aus dem Schreiben des Herrn Meyer einiges liervorzuheben. Herr Ludwig Meyer bekennt sich zur Autorschaft des ersten Artikels und:erklärt, dass er I. auf dem Standpunkt steht, dass ein Unterschied zwischen deutschen und nichtdeutscllcn Zionisten uic 1t t zu machen sei und 2. dass cs ihm fern ge־ legen habe, Herrn Schnelling persönlich angreffen zu wollen, oder gar ihm das Suchen persönlicher Vorteile im Zionismus zu impu ti er eil. Die Sache ist damit wohl endgittig erledigt. Berlin. Der Jugendklub der Jüdischnation a I c n Frauen Vereinigung veranstaltet am Sonntag, dem 15. März, nachmittags 3 Uhr. in Dräscls Festsälen, Neue Friedrichstr. 35, eine Purimleier. Erwachsene haben keinen Zutritt. Billets ä 20 Pf. inkl. Kaffee und Kuchen für Kinder — n ich t 11 n tc r 10 Ja h r c 11 — sind bei Frau Lina Wagner-Tauber, Prenzlauer Allee 9. zu haben. Besondere Einladungen ergehen nicht. Berlin. Am 22. Januar fand in Dräscls Festsälen eine Ver- Sammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung statt, in der Herr N. S o k o (o w aus Köln über Jüdische Kulturauf gäbe n referierte. Ein zahlreiches Publikum folgte mit grösstem Interesse den aiiderthalbstiindigen Ausführungen des geschätzten Redners, der die Bedeutung des kulturellen Moments für den Zionismus ins rechte Licht setzte. Eine grosse Bewegung, so führte der Rcduei aus, müsse ihre Kraft aus vielerlei Quellen schöpfen. Die Organisation, der Schekel, der Parteifonds — das alles seien notwendige Dinge. Ihren Sinn aller erhielten sie erst durch die Idee des jüdischen Volkstums und dieses Volkstum müsse erhalten und entwickelt werden durch Pflege der jüdischen Kultur, vor allem derhebrfiischeii Sprache. Zum Schluss der Versammlung forderte der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Gronemann zu eifriger Tätigkeif für den Parteifonds auf. Berlin. Dienstag, den•25. Februar, veranstalteten die alten Herren der Verbindung in! K. Z. V. Hasmonaca eine J ü d i s c h e S t n d e n t e n v e r s a in in 1 u 11 g in den Germaniasälen «Chatisscestrassc). ־ Herr Rechtsanwalt Pr. Pincus leitete' die Ver- Sammlung. Vor etwa 200 jüdischen Akademikern entwickelte Herr Dr. Elias Auerbach ..Das Problem des jüdischen Studeuten“. Er charakterisierte in feinster Weise die psyebologische Wirkung der Aufklärimgs- und Assimilationsperiode in ihren verschiedenen Phasen und w ies die Parallelerschciaungen dieser Entwicklung in der Studentenschaft nach. Heute sei der jüdische Student, der sich vom Judentum losgerissen habe und von seinen christlichen Kommilitonen überall zurückgestossen ver de, genötigt, zum Judentum zuriickzukehren, um wieder ein ganzer Mensch zu werden. In der Diskussion sorach ein österreichischer Student seine Eieudc darüber a»s. in Berlin so gute Juden gefunden zu haben und verbreitete sich sodann über österreichische Verhältnisse. Herr Lichtheim (Hasmonaeae) erwiderte, man könne die für Oesterreich gfiltigcn Anschauungen, insbesondere die Forderung der nationalen Autonomie, nicht auf Deutschland übertragen. Er skizzierte sodann die allgemeine Lage der Judenhcit und vies auf den Zionismus als die allein mögliche und würdige Lesung der Judenfrage bin. Darauf sprach ein Herr aus der. Versammlung, der sich als Nichtzionist bezeichnete. aber hinzufügte, er sei bisher über dm Zionismus nicht informiert gevtsen. Wichtig erscheine ihm vor allem die Ausbildung von Landwirten. Gegner des Zionismus meldeten sieb nicht zum Wort obgleich solche im Saale anwesend waren. Herr Dr. H. G. Heymanu forderte In seinem Scnlusswort die jüdischen Akademiker auf, sich den! Zionismus anzuschlicsscn. Pie Versammlung war sicherlich für die Propagierung des Zionismus unter der Berliner Studentenschaft von grosser Bedeutung. Berlin. ״Bnel Zion*1, Untergruppe der Berliner Zionistischen Vereinigung. Am 27. Februar fand in Wittners Restaurant eine. Festsitzung zur Feier der Eröffnung der hebräischen Sprachkurse statt. Ansorachen hielten: Gg. O o 111 i e b Lin. P i n s k y und Gesang. In allen wurde die Notwendigkeit der F.rlernung derselben und die Pflege und der Ausbau derartiger Kurse als c'ne Pflicht der zionistischen Partei bezeichnet. Dann folgten ™eistcrliaft-musikalische Vorträge des Frl. Schulcinstv. Gg. Rosen berg und Fisch! 11. a. trugen durch auf Palästina bezügliche iiidische Vorträge zur Erhöhung der Stimmung bei. Gemeinsamer Gesang ״H a t i k wa h“. Sammlung iül den Nationalfoud fand statt. Königsberg I Pr. Auf der Generalversammlung im Herbst vorigen Jahres wurde auf Antrag des Vorstandes beschlossen, von nun an allmonatlich anstatt einer zwei Mitplicdcrvcrsammhingen zu veranstalten, in der Erw׳artung. durch häufigere Zusammenkünfte und Veranstaltungen einen engeren Zusammen- Schluss der Gesinnungsgenossen herbeizuführen und das Intcrcsse an unserer Sache zu beleben und zn vertiefen. Pie damals geäusserten Bedenken, dass man fiir so häufige Ver- Sammlungen nicht das genügende Publikum finden werde, haben sich nicht nur nicht bewahrheitet, der Erfolg der neuen

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