Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1908)
- Date
- 1908-03-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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hih. JUEDISCHE RUNDSCHAUjgxm,ס!.־״ _״_Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. Die Ortsgruppen und Vertrauensmänner werden liierdurch dringend um Ablieferung der am 1. März fälligen Schekel und La ndcsbeä träge an unseren Schatzmeister, Herrn Max W 011 s t e i n e r, Berlin NW. 23. Holsteiner liier 10, ersucht. 2. Die Broschüre ״Jüdische Realpolitik“ von Dr. Alfred Nossig ist jetzt fertig gestellt und wird zum Preise von 3 M. pro 100 Stück abgegeben. Wir bitten unsere Ortsgruppen und Vertrauensmänner um zahlreiche Bcstcliuiigen dieser vorzüglichen Agitationsschnift. 3. Wir beabsichtigen von jetzt an in jeder Nummer der JÜDISCHEN RUNDSCHAU eine Tabelle der regelmassigen w־üchemtichcn Veranstaltungen der Ortsgruppen zu verüffemlichcu und bitten die vcrehrlichcn Ortsgruppen um schleunige Mittetlieig der betreffenden Daten. Selbstbesteuerung zu Gunsten des Nationalfonds Das Zentralbüro der Zionistischen Vereinigung für Deutschland erhielt von Herrn Kantor Blitz in Dessau folgende Anregung, die wir für wichtig genug halten, um sie weiten Kreisen zur Kenntnis zu bringen und zur Nachahmung zu empfehlen. Herr Blitz schreibt: Auch in diesem Jahre habe ich wie früher eine Agitation für die Selbstbesteuerung zugunsten des National• fonds in Anhalt veranstaltet und dieselbe noch weiter ausgedehnt als im Vorjahre; der Erfolg hat infolgedessen den von 1906 noch ganz bedeutend übertroffen. Ich kam nach Plätzen, an denen man von einem Jüdischen Nationalfond noch nie etwas gehört hat, oder wo man dem Zionismus abweisend gegenüberstand; demnach habe ich fast überall von Juden, die nicht Zionisten waren, ziemlich beträchtliche Summen für den Nationalfond er- •halten. Ich meine daher, dass meine Methode, zu den Leuten ins Haus zu gehen, die richtige ist und dass dieselbe in ganz Deutschland nachgeahmt werden müsste; denn das ist doch klar, dass man auf Grund von Broschüren kein Geld erhalten wird, da die meisten Leute doch Geschäftsleute sind, die nur selten Zeit haben, Broschüren zu lesen, und es ja auch schliesslich zuviel verlangt wäre, dass jemand, der vom Zionismus zum ersten Male hört, aus freien Stücken Geld für unsere Institutionen absenden soll. Etwas ganz anderes ist es, wenn man unsere Stammesbrüder in ihrer Wohnung persönlich aufsucht und mit ihnen eine Debatte über Judentum und Zionismus, herbeiführt. Ich kann ruhig die Behauptung aufstellen, dass ich von 4/r. der von mir besuchten Personen Beträge erhalten habe; überall habe ich natürlich den Zionismus gemeinverständlich erklärt und Zweck und Ziele des Nationalfonds auseinandergesetzt und, wie gesagt, fast regelmassig nach unserer Debatte einen Betrag erhalten, was ich besonders betonen möchte, etwa nicht als Schnorrerei oder Almosen, sondern als regel* massige jährliche Beiträge für den Fond. Aus dieser meiner Erfahrung heraus lege ich nochmals meinen Gesinnungsgenossen meine Methode zur Nachahmung ans Herz, denn diese persönlichen Besuche sind schliesslich auch ein sehr wichtiges Agitations• und Propagandamittel und wirken weit besser als grosse Versammlungen, die doch von einer ganzen Anzahl von Leuten nicht besucht werden, und deren Ton auch oftmals dem einfachen Manne zu hoch ist, als dass er sich ein klares Bild von unserer Bewegung machen könnte. Daher müssten sich überall in den Ortsgruppen Männer finden, die sich einer solchen Arbeit unterziehen, und die von Ort zu Ort, von Dorf zu Dorf gehen und für unsere Bewegung agitieren. Vereinskalender Regelmässige Zusammenkünfte finden in folgenden Gruppen statt: Elberfeld: Verein ״Ivria“, jeden 2. Sonntag Im Hotel Zentral, Bahnhofstr. Nürnberg-Fürth: Jeden Dienstag Abend 8 Uhr: D;skussionsabend im Nebenzimmer des Kaiiec Habsbu rg-Nürnberg. Mannheim: Jeden Montag Abend 81׳•’ Uhr Vortragsabend im Fcstsaale der August Lamey Loge, 6. 4. 12. München: Im Kaffee Reichshof, Sonnenstr., sind täglich um 2 Uhr Mitglieder der Verbndung ״Jord a n i a “ zu treffen, die Auskunft über die Ortsgruppe erteilen können. Purimflugblatt Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalionds hat ein Purim-Flugblatt erscheinen lassen. Die vcrchrl. Leitungen der Ortsgruppen werden gebeten, möglichst umgehend der Propaganda-Abteilung des Jüdischen Nationalfonds, Breslau VI, Kölligsplatz 3 b mitzuteilen, wieviel Exemplare dieses Flugblatts s«e zu erhalten wünschen, und gleichzeitig die Versendung desselben an ihren Orten vorzubereiten ,also evtl. Adressen ausschreiben zu lassen und dergl. Es wird sich vielleicht auch empfehlen, nachdem das Flugblatt einen Tag vor Purim versandt Ist, am Purimtage durch Kinder oder sonstwie bei den Flugblatt-Empfängern sammeln zu lassen. Bestellungen auf das Flugblatt, die nach dem 10. März eingchen, können nicht mehr herücksichtigt werden. Jüdische Frauen und Mädchen Die moderne denkende Frau hat erkannt, dass sic, als Glied der Gesamtheit, Pflichten gegen die Gesamtheit zu erfüllen hat. Sie fordert allerorten ihr Recht auf Arbeit und betätigt sich nutzbringend auf den verschiedensten Gebieten. .Auch Ihr, Jüdinnen, könnt hellen und sollt helfen! Eure erste und vornehmste Pflicht ist es, mitzuarbeiten au der Zukunft für das jüdische Volk. Pflichtvergessen ist die Jüdin, die über fremder Not die Not ihres eigenen Volkes vergisst. Pflichtvergessen ist die Jüdin, die sich gleichgültig zu der Not ihres Volkes verhält. Wie kann nun die Jüdin Ihrem Volke nützen? Die Einzelne ist machtlos. Nur die Gesamtheit kann etwas leisten. Darum, jüdische Frauen und Mädchen, schliesst Euch zusammen mit gleich gesinnten Frauen, die gleich Euch mit Stolz den Ehrennamen Jüdin tragen, die gleich Euch ein warmes Herz für die Not ihres Volkes haben und die gleich Euch aus ganzer Kraft mithclfen wollen an der Lösung der Judenfrage. Schliesst Euch der jüdisch-nationalen Frauen- Vereinigung an, der einzigen jüdischen Fraucnvercinigung, die ihre Mitglieder vor allem zu zielbewussten Kämpferinnen für die jüdisch-nationale Idee erziehen will. Jede Jüdin, die niclit nur planlos schwärmen, sondern die Idee fördern will, muss wissen, warum, wofür und mit welchem Erfolg gearbeitet wird. Darum hat die jüdisch-nationale Fraucnvercinigung 1. Diskussionsabende, an denen Fragen zionisti- .sehen und allgemein jüdischen Inhalts zur Debatte stehen.