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Jüdische Rundschau · 1908-01-24 · Heft 4 (24.1.1908) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 4 (24.1.1908)
Date
1908-01-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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-«*Nb״*. Seite 20 JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 4 ur!g und nationales Empfinden im Einklang sind. Aber der Zionismus ist vor allem auch Sache des Gefühls. In unsrer Brust regt sich Zionssehnsucht, als eine sichere Gewähr, dass wir das Rechte wollen. Dass wir c i n Volk sind, sahen wir iur aus der Bedruckung, unter der wir seufzten. Sehen wir cs jetzt aus dem Stolz, der in uns ist! — An diese mit Krossem Beifall aufgenommene Festrede schloss sich der gesanglichdeklamatorische Teil, der von Herrn Ernst Mcwcs vom Deutsehen Theater in Berlin mit dem Vorträge von Richard Huldschiners ״Delilas Tanz“ eingeleitet wurde, dem sich ״Juda Makkabbis (lebet“ von Zlocisti anscliloss. Der Vortragende erntete für seine ergreifenden Rezitationen den wohlverdienten Beifall der Anwesenden. Den Glanzpunkt dieses Teils des Programms bildeten jedenfalls die Vorträge des Herrn Oberkantor N. J. Siissklnd, der die Anwesenden durch den Vortrag eigener Kompositionen (Psalm 125 und ״Verlass mich nicht‘) erfreute und bewies, dass er mich nach wie vor im Vollbesitz seiner herrlichen Stimmittel ist. Iler Sänger wusste das hohe ״B“ mit einer Leichtigkeit herauszuschmettern, um die ihn mancher Jüngling beneiden durfte. Diesem folgte dann der ״Triumphgesang der Juden“ von Bdrries Freiherr von Münchhausen, sowie am Schluss eine Humoreske ״Aus dem jüdischen Vcrcinsleben“. beides vorgetragen von Herrn Mcwcs. (Unliebsam verspätet) Königsberg i. Pr. Dieser Tage ieierte die ״Jbriah* das Pflanzcnfcst (15. Scliebat). Es versammelten sich in dem grossen Saale des V. J. St. gegen fünfzig Herren und Damen (keine V. J. Ster ), die mehr oder weniger hebräisch kundig sind. eand. med. Staropolski hielt die Festrede, in weteher er hin wies, auf .die Symbolik zwischen ״Baum und Volk Juda“. Herr Klein las eine, zu diesem Abend verfasste, humoristische Zeitung ״Hacharnib'* (Johannisbrot) vor, die sehr gut gelungen war. Es wurden Früchte reichlich serviert und (Dr. Hoppe möchte seine Freude darin sehen) kein Tropfen Bier getrunken, einige Herren vom Nebenzimmer haben sich darüber gewiss sehr gewundert und nach dem welches von allen gesungen wurde, wurde die Versammlung um Mitternacht ges .....ו. — Die Vcrsanimhingen finden jeden ersten und dritten Donnerstag 1111 Monat ד תקרה Liede, Versammlung wird über sprechen. Absicht um. Offenbar ist hat die S. ein die die in 1m Kasino des V. J. St. Für die nächste Herr Klei das Referat dbernommen. Er Decadence in der ncuhcbräisclien 1-itcratur Die Wiener Zionisten gehen mit der jüdisches Tageblatt In Wien herauszugebeu. Umwandlung der gut redigierten JÜDISCHEN ZEITUNG, jetzt wöchentlich einmal erscheint, in eine Tageszeitung Aussicht genommen. ___ Jahfeskonferenz in Rumänien" Am 25. und 26. Dezember alten Stils (6. und 7. Januar) fand in Galatz die 10. Jahrcskmifcrenz der rumänischen zlonlstlsehen Föderation statt. Beschickt war die Konferenz von etwa 50 Delegierten aus der Provinz. Zum Vorsitzenden wurde in Abwesenheit des erkrankten Präsidenten der Föderation, Heinrich Rosenbaum. Hcnr Samuel Pineies gewählt. Ins Bureau werden noch liinzugewählt die Herren: Schein. Dr. Moscovici. Dr. Nacht, Dr. Rabinovici. Brocincr. Schönherg. Dr. Helfant. Kahanc und Mihailcscu. Als Schriftführer hingierten die Herren: Josef Marcus Ami. Henri Griinbcrg. Daniel Friedmann und Zissu. Es wurden'folgende Referate verlesen: Von Herrn M. A. Schein über die finanzielle Lage der Föderation, von Herrn Dr.• M osc o v i c i über Organisation und Propaganda, von Herrn Dr. N i e ni i r o w e r über den 8. Kongress, von Herrn Dr. Nacht über die Verpflicl־:imeen der rumänischen Zionisten gemäss den Beschlüssen des S. Ziouistenkongresses. von Herrn M. Schwa rzfe Id über praktische Tätigkeit in Palästina, von Herr Dr. Rabinovici über Kulturfragen. An beiden Konferenztagen fanden unter Beteiligung der jüdischen Elite musikalische und literarische Soiröen statt. Auf die einzelnen Verhandlungen kommen wir in der nächsten Nummer zurück. Am Schluss der Konferenz wurden ins Präsidium der Föderation die folgenden Herren gewählt: Schein. Rosenbauni. Dr. Moscovici. Dr. Helfant. Fcldmann. Brocincr. Agent. Schönherg und Schwarzfeld. In die Kulturmission wurden gewählt die Herren: Rabbiner Dr. Nacht. Niemirower und Schwarzfeld. Massenmeeting in Toronto Aus Montreal wird uns von unserem Korrespondenten geschrieben: Eine seltene Kundgebung erlebten die Juden in Toronto vor einigen Tagen. Am 27 Dezember fand dort eine zionistische Massenversammlung statt, die dadurch ein bcsondercs Gepräge erhielt, dass der rührige Präsident der Kanadischen Federation. Herr Clarcnce de Sola, eigens von Montreal hcriibergckoinmcii war und die weite Reise nicht gescheut hatte, um auf dieser Versammlung kanadischer Zionisten Agitation für den P a r t e i f o n d s zu entfalten. Tiefen Eindruck machte auf die Versammlung ein Telegramm des Präsidenten SV 01 ff so h 11. in dem er an die Opferfreudigkeit der Zionisten Kanadas appellierte und unter Beufung auf die politische Lage die tatkräftige Unterstützung des Parteifonds verlangte. Herr de Sola betonte in seiner eindrucksvollen Rede die Bedeutung der längsten politischen Erfolge der Leitung. Eingehend behandelte er das V e r ־ hültnis der türkischen Regierung zum Ziou i s m u s lind kam zu dem Schlüsse, dass eine Beriicksichti* gung der zionistischen Wünsche im eigensten Interesse der Türkei liege. Sein Appell fiir den Partcitnnds hatte einen grossen Erfolg. Pie imposante Versammlung war auch hemerkenswert durch die grosse Zahl jüdischer Notabel!:, die an ihr teilnalimen. Sämtliche Rabbiner Torontos Sassen am Vorstandstisch. Die ..United Ziouists 01 Toronto Ltd.“ bähen soeben ein prächtiges Gebäude in einer der schönsten Strassen Torontos zum Preise von 12 00(1■ Dollars gekauft. Dieses soll als Vcrsnnmtlungs- und Klubhaus der verschiedenen zionistischen Vereine dienen und wird in einigen Tagen feierlich cingeweihJ werden. ־ Die jüdischen Kolonien in Pa'äsiina Utbcr die jüdischen Ackerhaukolonien in Palästina hat Dr. Ruppin auf einer Reise durch Palästina im Herbst 1*>:7 einige statistische Angaben gesammelt, die in der iolgenJcu Tabelle niedergelegt sind. Die Angaben stammen von zuverlässigen Personen in den einzelnen Kolonien oder von Beamten der Administration. Absolute Vollständigkeit und Genauigkeit war nicht zu erreichen, insbesondere ergaben sich Schwierigkeiten dadurch, dass in einzelnen Kolonien das Areal noch nicht genau vermessen ist. und dass die grösseren Kolonien, insbesondere Petach-Tikwah. Sichron-Jakob und Roscli-Pinah neben den Kolonisten auch eine erhebliche Zahl von jüdischen Arbeitern. Handwerkern und Händlern beherbergen, die stark fluktuiert und deshalb nicht genau bekannt ist. Immerhin kann• als sicher angesehen werden, dass die Zahlen in der Tabelle bis aut unbedeutende Abweichungen der Wirklichkeit entsprechen. Die Gesanitseelenzahl der Kolonien beträgt hi.*:־ nach rund 6500 und die Gesamtfläche ca. 25 500 ha. Hierbei sind die Ackerhauschule der Alliance Brachte Universelle in Mikweh Israel und verschiedene im Eigentum von Juden Lcfindlichc. aber nicht von Juden bewirschaitete grössere L-vuIstiieke nicht mitgerechiiet. Die Kolonien in Judäa sind (mit Ausnahme von Ekron. Artut und Kastinie. wo Körnerhau getrieben wird) vorwiegend Wein- und Obstbau-Kolonien. In Samaria beschäftigen sich die Kolonisten sowohl mit Körnerhau wie mit Reben- und Ptlanzungskiiltur. während in den Kolonien in Galiläa fast allein Körnerhau herrscht. Die Körnerbaiikolonicn entwickeln sich günstig: auch die hauptsächlich von Orangcnkultur lebende Kolonie Pctach-Tikwali nimmt einen grossen Aufschwung, dagegen haben die Weinbau-Kolonien unter der Schwierigkeit des Weinabsatzes zu leiden. I. In Judäa: Risclwn le Zion . . Kolon.- Famil. Sonst. Famil. Gesamt- Seelenzahl 800 Areal in ha. 920 Xcss Zioua .... Wadi Chaniti . .‘ . . . 14 . . 8 ו¬ 150 300 Teil Owiw .... Rechoboth .... . . 8 . . 51 59’ 550 1300 Ekron. IS .300 830 Katra. . . 17 5 140 450 Kastinie. . . 15 a* / 100 460 Artuf. . . 10 2 60 450 Mozah . . . 7 — 28 60 *) Darunter 14 Handwerker. .1 5 Arbeiter und 10 Beamte (Lehrer. Kultusbeamte **) Einschliesslich IISW.). 150 lediger nicht zu einer Familie gc• höriger Arbeiter.

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