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Jüdische Rundschau · 1908-01-24 · Heft 4 (24.1.1908) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 4 (24.1.1908)
Date
1908-01-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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e, <״,. ״.״.־. dUEDISCHE RUNDSCHAU^*,».«־.* Aus der zionistischen Bewegung MitteilungendesZentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. Wir haben, beschlossen, den verehrlichen Ortsgruppen und Vertrauensmännern von Zelt zu Zeit grössere Berichte über unsere Tätigkeit zu senden. Der erste Bericht ist in den letzten Tagen zum Versand gebracht. Wir bitten hierdurch nochmals, unseren Mittcilungen die grösste Aufmerksamkeit zuzuwenden. 2. Der Verlag JÜDISCHE RUNDSCHAU hat folgende Broschüren neu aufgenommen: Eröffnungsreden des 8. Kongresses: 10 Pf., bei Abnahme von 100 Stück 5 Mk. ״Was will und bezweckt der Jüdische Nationalfond?“, herausgegeben vom Hauptbureau des Jiidschen N.-F. in Köln: 10 Pf. Ferner machen wir aui die Broschüre 10״ Jahre Zionismus“ aufmerksam, die der Verlag zu dem bedeutend ermässigten Preis von 5 Pi. pro Stück, bei Abnahme von 100 Exemplaren für 3 Mk. abgibt. Wir bitten die verehrlichen Ortsgruppen imd Vertrauensmänner, Bestellungen auf diese Broschüren dem Verlag JÜDISCHE RUNDSCHAU Berlin N. 54, Auguststrasse *19 a, recht zahlreich aufzugeben. 3. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass in einer Mittelstadt Nordwestdcutschlands die Niederlassung eines jüdischen Rechtsanwaltes sehr erwünscht wäre. Wir sind zu näherer Auskunft gern bereit. , ־< ־ Einige Bemerkungen zum Sammeln von Postwertzeichen Die soeben erfolgte Ausgabe der österreichischen Jubiläums-Briefmarken, Postkarten, Streifbänder, Kartenbriefe und Kuwerts veranlasst uns, alle unsere Freunde zu bitten, recht viele dieser Jubiläumsmarken etc. zu sammeln und sie uns so schnell wie möglich zu senden; besonders bitten wir, auf die seltener vorkommenden Werte, wie 1 Heller, 2 H,3 H., 12 H., 20 H., 25 H., 30 H.. 50 H., 60 H. und die Kronen-Marke zu achten. Jetzt ist die Nachfrage nach diesen Postwert- Zeichen noch sehr rege. Die durch diese Neuausgabe erfolgte Ausscrkurssetzung der bisherigen österreichischen Marken lehrt uns, auch die gewöhnlichen Marken der grossen Kulturstaaten stets zu sammeln, die besseren Werte und die seltener vorkomrnenden natürlich getrennt von den ganz gewöhnlichen. Wir bitten deshalb um diese Trennung, weil wir die ganz gewöhnlichen Marken nach Gewicht an Händler verkaufen, während wir die besseren sorgsam In besondern dazu hcrgestellte Heftchen kleben und mit Preisen versehen, an Sammler ־ abgeben. Natürlich wird uns die letztere Art, die Marken zu vertreiben, für den Nationalfonds mehr einbringen, weshalb wir stets darum bitten, besonders bessere Marken zu senden. Dr. med. Loewensteln. —I Aus den Ortsgruppen ן— Berlin. Mittwoch, den 29. Januar d. J., findet eine öffentliche Volksversammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung, Neue Friedrich- Strasse 35, statt. Herr N. Sokolow wird über das n®r 0cbsrskG!t t)Cf Thema: ״Jüdische Kulturbestreb un gen" sprechen. Gäste willkommen. Berlin. (Verein jüdischer Handlungsgehilf e n.) Zwecks Gründung eines Vereins jüdischer Handlungsgehilfen findet am 25. Januar (Sonnabend), 9 Uhr abends, im Restaurant Simon, Gipsstr. 121, eine Besprechung statt. Thema: ״Warum und wie sollen sich jüdische Handlungsgehilfen organisieren?“ Alle, die sich dafür interessieren, werden gebeten, bestimmt zu erscheinen. Eberswalde. Das von der Ortsgruppe Eberswalde- Messingwerk im Zusammenhang mit der Makkabäerfeier veranstaltete Stiftungsfest war von ca. 100 Personen besucht. Die reichhaltigen Darbietungen des Abends, um die sich besonders die Vorstands-Damen Frau Lindemann und Frl. Schwarz verdient gemacht hatten, fanden den ungeteilten Beifall der Anwesenden. Die Festrede hielt der Vorsitzende. Herr Erich Lewy. Der Tanz hielt die Festteilnchmer noch bis In früher Morgenstunde in gemti i!:chcr Stimmung zusammen. Von den Einnahmen wurden 30 Mark an den Nationalfond abgeführt. Hamburg. Am 16. Januar fand ein Jüdischer Unterhaitu ngsabend im Versammlungslokal der zionistischen Ortsgruppe statt. Anwesend waren über 200 Personen. Herr S. Goldfaden, früher Schauspieler am Jüdischen Theater in Odessa, trug unter lebhaftein Beifall Deklamationen und * Kuplcts in jüdischer Mundart vor. I rl. F.rna L c vv a n d o vv s k y bot künstlerische Leistungen au: den Klavier. Hamburg. Die Zionistische Ortsgruppe von Hamburg- Altona veranstaltete im Logenhaus. Wclckerstrassc. eine Makkabäerfeier, die sich eines sehr zahlreichen Besuches er* freute. Nachdem Frl. H. G 0 1 d sc h m i d t einen von Herrn S. Goldschmidt verfassten poetischen ־ Prolog gesprochen, hielt Herr Dr. Richard 11111 d s c h i 11 e r die Festrede und führte Folgendes aus: Des Menschen schuldiger Tribut an das Andenken grosser Helden ist die Ehrfurcht vor ihrem Namen. Ein solcher Held Ist Juda Makkabbi gewesen. Zu der Zeit, ate er als Befreier auftrat, war Judäa von einer schweren Gefahr bedroht, nämlich von dem Eindringen fremder Sitten und Bräuche, von der Entnationalisierung, die einen Auflösungsprozess bedeutete. Aber die schwere Zeit findet die rechten Männer; es musste zum Kampf kommen, nicht nur well der Druck, unter dem die Juden lebten, unerträglich war, sondern vor allem, well die notwendige Entwicklung auf einen Gegeneinanderprgll griechischer und jüdischer Kultur bindrängte. Ein solcher Kampf ist eben der Ausdruck eines zu Recht bestehenden Welt- und Kriegsgesetzes, das sich in alles Geschehen organisch einffigt. Um aber das Psychologische dieses Vorgangs zu verstehen, muss man sehen, ob es nicht möglich ist aus der Summe ähnlicher Erscheinungen Im Buch der Weltgeschichte das Schema herauszuschälen. In einem unterdrückten Volk scheinen drei Typen immer wlederzukehren. Das sind erstens die. die sich freiwillig zu Heloten hergeben, indem sie sich, äusserlich wenigstens, beugen und ihre nationale Eigenart vor den gebietenden Herrn ängstlich verbergen. Zweitens solche, die liebedienerisch eine Assimilation anstreben, ohne doch aus ihrer Haut herauszukönnen. Und endlich die Stolzen und Bewussten, die ihre nat'onale Bedingtheit wie ein Banner vor sich hertragen. Diese drei Typen sind auch in unserer Zeit unter dem jüdischen Volk zu finden. Freilich waren die Formen des Kampfes in der Makkabäerzclt andre, dem herorischen Charakter Jener Jahrhunderte angemessenere. Aber heroisch ist im Grunde auch die moderne zionistische Bewegung, und in ihrem bedeutend sten Vorkämpfer, in Theodor Hcrzl, war die ganze Glut des Juda Makkabbi. Herzl ist tot. aber der Gedanke, dem er mit der Macht seiner Persönlichkeit Geltung verschafife. lebt und wirkt durch die Ihm inne wohnende, natürliche Kraft. Nur der Zionismus kann den Auflösungsprozess, unter dem heute die Judenhclt leidet, in sein Gegenteil umwandeln. In eine starke, frohe Renaissance. Assimilation ist Selbstmord. Die Emanzipation hat nicht gehalten, was sie zu versorechen schien. Kein Volk kann auf die Dauer unveränderten fremden Einschlag vertragen; es verdaut ihn oder es stösst ihn ab. Anerkennung erringt nur. wer einen Rückhalt hat an eine sichere, gefestigte Stätte des Nationalen. Nur dann werden wir Mensehen ohne Sprung und Zerrissenheit sein, wenn Wcltanschau- \ Parteifonbs! I

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