Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1908)
- Date
- 1908-01-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Zionistisches Zentralbureau. Die Tätigkeit des Zionistischen Zentralbureaus in der Berichts2e.it war eine sehr ausgedehnte. Die Agitation für den Parteiionds und die Redaktion der ״WELT“, die jetzt vom Zionistischen Zen* tralbureau ohne Hinzuziehung neuer Kräfte selbst aus* geübt wurde, stellten an seine Arbeitskraft grosse Anspräche. Das Bureau stellte dasstenographische Protokoll für den 8. Kongress fertig und liess von den Eröffnungsreden einen Separatabdruck erseheinen, der den Föderationen als billige Agitationsbroschüre angeboten wurde. Das Progrombuch, das einen ausführlichen und sehr instruktiven Bericht über die russischen Progromc, ihre Ursachen und Wirkungen enthalten wird, ist leider noch nicht fertig geworden, wir hoffen jedoch, dass es demnächst erscheinen wird. Der Geschäftsverkehr des Zionistischen Zentralburcaus, dem auch die Geschäftsführung des Jüdischen Verlages und die Leitung der administrativen Arbeiten der ״WELT“ unterstellt ist. hat sich nach dem Kongress beträchtlich vergrössert. ״DIE WELT.“ ״DIE WELT •־ zeigt eine befriedigende Entwicklung. Ihr Abonnentenstand liat im Laufe des letzten Jahres beträchtlich zugenoinmen. Bemerkenswert ist der gute Erfolg der Kongrcss-Separatau.sgabe, auch die Ausgabe von Sonder- «!nd Festmtmnicrn hat sich bewährt. Im neuen Jahre dürften sich die Ausgaben der ״WELT“ ganz beträchtlich vermindern, so dass mit einer neunenswerten Verringerung ihrer Subvention gerechnet werden kann. ״HA’OLAM.“ Auch die Entwicklung des ״HA’OLAM“ ist normal* Die Ausbreitung dieses Organs, das dank dem Umstände, dass unsere nationale Sprache die einzige Sprache! ist, die überall in der Welt unter unsern Stammesbrüdern Verständnis findet, in den verschiedensten Ländern und in allen Kreisen unseres Volkes Zutritt gefunden hat, gibt uns die Möglichkeit, einen Ideenverkehr mit allen Parteien herzustellen. Jüdischer Verlag. Um die Reorganisation desJüdischenVeriags bleiben wir andauernd bemüht und sind bestrebt, dieses Unternehmen, das wir für unsere Zwecke sehr wertvoll erachten, der zionstischen Organisation zu erhalten. Abteilung Berlin des Zionistischen Zentralburcaus. Um vielfach geäusserten Wünschen entgegen zu kommen, haben wir für die Errichtung ej n e r Abteilung des Zionistischen Zentralbureaus in Berlin vorläufig für ein Jahr die Summe von 8000 M. und C00 M. für die Kosten der ersten Einrichtung bewilligt. An den Kosten des Bureaus beteiligt sich das Palästina-Ressort nach Massgabe der ihm bewilligten Mittel zu einem Viertel. Wir hoffen, dass das neue Bureau, das sich insbesondere mit agitatorisch'en Arbeiten, der Information der Presse und Erledigung der Geschäfte des Palästina-Ressorts befasst, der Organisation gute Dienste leisten wird. Parteiionds. Für den PaVteifor.ds haben wir eine umfassende Agitation eingeleitet. Wir haben sowohl an die Landsmannschaften und Funktionäre der Organisation wiederholt dringende Aufrufe und Mahnungen wegen der Sammlung für diesen Fonds gerichtet, als auch uns an .weitere Kreise unserer Gesinnungsgenossen dieserhalb direkt gewandt. Leider .entsprach bisher das Ergebnis nicht der aufgewendeten Mühe und der Dringlichkeit der Sachlage. __ Schekel. Die Schekelsammiung ist inzwischen in der ganzen Welt in die Wege geleitet. Über die allgemeine finanzielle Lage des A. K. werden wir Ihnen noch zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung näheres berichten. Wir geben uns der Hoffnung hin, dass unsere Beratungen eine gesunde Entwicklung unserer Arbeiten fördern werden. Oie Tagung des Grossen Aktionskomitees Am Montag, dem 6. Januar begann die Sitzung des Grossen Aktionskomitee» im Savoy-Hotel zu Berlin.. Um halb 11 Uhr eröffnete der Präsident Wolffsohn die Sitzung und e! teilte dem Generalsekretär N. So ko low das Wort zur Verlesung des (oben wörtlich abgedfuckten) Berichtes •des Engeren A. K. Böhm-Wien fragt an, warum kein Belicht des Nationalfonds gegeben sei. Der Präsident machte darauf aufmerksam, dass dieser Bercht für eine spätere Sitzung vorbenaltcn sei. Es wird darauf zunächst die Diskussion über cie Einrichtung des Palästinaarates begonnen. Professor W a r b u r g als Vorsitzender des Palä»tinaressorts erstattete den Bericht über den Stand der Frage. Der Sekretär des PaLsunaamtes Dr, J a c 0 b T h 0 n ist bereits in Palästina mit der Einrichtung des Amtes beschäftigt, der Leiter Dr. Ruppin geht demnächst wieder hinüber. Professor W a r b u r g bringt darauf einen Brief der palästinischen Mitglieder des Grossen A. K. zur Verlesung, worin sie den Wunsch aussprechen, das Paiästinaamt möge sich bei seinen Aktionen stets in Verbindung mit den in Palästina an.-ässigen A. K-Mitgliedern halten. Nach sehr lebhafter Diskussion, an der sich last alle Mitglieder beteiligen, wird allseitig der Meinung zugestimmt, das Paiästinaamt solle fortdauernd den Rat Sachverständiger einholen, in seinen Entschliessungen jedoch sich von jeder Beeinflussung durch unverantwortliche Ratgeber freihalten. Ueber einzelne Beschlüsse werden Berichte noch in der folgenden Nummer gebracht. ln der NachmittagssiUung wird insbesondere die Frage der Föderationenbildung besprochen. Die Schwierigkeit, den Kongressbeschluss über die Bildung der Föderationen durchzuführen ohne völlige Durchbrechung der statutarischen Grundlage der Landsmannschaften führt zu mannigfachen Misshelligkeiten und es fragt sich besonders, wer die Schekelblocks in solchen Fällen auszugeben hat, das E. A. K. oder die Landesorganisationen. Nach langer, die ganze Frage der Organisation erschöpfenden Debatte wird eine Resol ution vereinbart und angenommen folgenden Inhalts: Die Verteilung der Schekelsblocks bleibt den Landesorganisationen überlassen. Im Falle der Verweigerung durch die Landeskomitees ist das Engere Aktionskomitee berechtigt, zu entscheiden, um das Erforderliche zu veranlassen. Im Weiteren empfiehlt B. Goldberg dem Palästina״ ressort, den Palästinarat als beratende Körperschaft zu hören• Es wird dies dem Palästinaressort überlassen. Es folgt der Nationalfondbericht des Dr. M. J. Bodenh e i m e r, für den wir in erster Linie auf die Berichte über die Versammlung des Direktoriums und die Generalvcrsamm* lung des Nationalfonds verweisen können. Gegen die langfristigen Kredite an Achuzatt habbajit und ähnliche Unternehmungen liegt ein Schreiben der Wiener Poald Ziön vor. Dr. Friedemann wünscht einen Zwang auf Achuzat habbajit auszuüben, dass die Häuser in einem jüdischen Baustil aufgeführt werden sollen, zu dem jüdische Maler die Fassaden zeichnen sollen. Böhm ist für Verwendung eines Teiles der Nationalfondgelder zwar grundsätzlibh, hält aber die Palestine Land Developement Company für die bei vvci'em