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Jüdische Rundschau · 1908-01-10 · Heft 2 (10.1.1908) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 2 (10.1.1908)
Date
1908-01-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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feite 10 I JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 2 Berliner Sitzungen stehen, sein Antt in Palästina anzutreten.! Berichte des Herrn Dr. Ruppin. Herr Dr. Ruppin hat auf der in unserm Aufträge gemachten Palästinareise die Gelegenheit wahrgenommen, die Aussichten und Erfordernisse des Landes zu studieren und hat uns mehrfach darüber Berichte erstattet, die wir zur Grundlage unserer auf Palästina bezüglichen Beschlüsse gemacht haben. ־ Aufgaben des Palästina-Amtes. Mit der Schaffung des Palästina-Amtes hoffen wir, eine Institution gegründet zu haben, die als Zentralstelle aller zionistischen U n t e r n e h in u n - g e n i 11 P a 1 ä s t .i!1 a. m i t A ti s n a 11 in e d e r j c n i g e n der Bank, die natürlich in ihrer Selbständigkeit nicht eingeengt werden darf, und als Beratungsstelle f ii r alle P r i v a 11111, t e r 11 c h m 11 n gen, soweit diese sich an das Amt wenden, dienen soll. Für den B.ezalel, das Hebräische Gymnasium, die Häuse rbaugesc Ilse haiten usw־., wird auf diese Weise ein 0 r g a 11 i s a t i 0 nsz cn t r 11111 geschaffen, dessen Mangel bisher oft unangenehm empfiinden wurde. Vor allem aber wird der א a t i 0 11 a 1 f o 11 d s aus dieser Einrichtung Nutzen ziehen und dadurch überliaupt erst in den Stand gesetzt weiden, seinen Landbesitz in Palästina dem eigentlichen Zweck des Nationalfonds dienstbar zu machen. Im Zusammenhang damit steht der Plan der Errichtung einer L a 11 d ־ D c v e 10 - pement Company, über den Ihnen das Pal ästina־R essort nähere Einzelheiten unterbreiten wird. Das gleiche gilt von der Angelegenheit der Achuzat Bafit in Jaffa, für deren Errichtung unter der Aufsicht der Anglo-Pälestine Company der Sitzung des Nationalfonds, der der Bank die erforderlichen Mitte! zu diesem Zwecke vorst recken soll, ein Vorschlag 1111terbreitet werden wird. Auch die Angelegenheit der in Palästina aus den Mitteln des russischen Hilfsfonds zu erziehenden Pogrom waisen, die Ölbaum spende, die Pflanzung des Herzlwaldes, die Herausgäbe der Zeitschrift ״PALÄSTINA“, kurzum die gesamtc zionistische Tätigkeit in Palästina, die rein bankgeschäftlichen Fragen ausgenommen, fallen in die Obliegcnheiten des Palästina-Amtes, das auf diese Weise dn ausgedehntes Arbeitsfeld vor sich hat• Über alle Einzelheiten in dieser Hinsicht wird Ihnen seitens des Palästina-Ressorts näheres unterbreitet werden• Subvention des Palästlnnrats. Dem Palästinarat in Jaffa haben wir als Beitrag zu seinen Verwaltungskostci für das abgelautene Jahr Fcs. C>50 bewilligt und ihm zugleich mitgeteilt, dass diese Subvention nach Errichtung des Palästina-Amtes unsererseits nicht weiter gezahlt werden kann. Natlonalfonds. An der endgültigen Einrichtung des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds, die nach dem Kongresse stattfand, nahmen wir tätigen Anteil. In den letzten Tagen wurden unsere Bureaus mit denen des Nationalfonds In gemeinsamen Lokalitäten vereinigt. Wir versprechen uns davon eine wesentliche Vereinfachung und Sicherung des beiderseitigen Geschäftsganges. In besondern Sitzungen wird der Nationalfouds seine spezidien Vorschläge und Anträge behandeln. Relief-Fonds. Wie Sie wissen, haben wir gemäss Ihrem Aufträge, die Angelegenheit des russische n Hilfsfonds zum Abschluss zu bringen, und im Sinne früher gcäusserter Beschlüsse und Wünsche der Jahreskonferenz, den Beschluss gefasst, aus den Mitteln des Hilfsfonds russische Pogrom waise!1 in Palästina erziehen zu lassen. Wir haben beschlossen, zunächst ca. 12 Kinder in drei verschiedenen Anstalten unterzubringen und haben die einleitenden Schritte hierfür so weit geför dert, dass die endgültige Bestimmung der Kinder und ihre Unterbringung jetzt erfolgen kann. Abänderung der Bankstatuten. In bezug auf die Abänderung der Ba!1kstatut*en hat der Kongress folgenden Beschluss gefasst: ״Der Kongress stellt nach wie vor auf dem Standpunkt, dass das Memorandum nach dem Be- Schluss des dritten Kongresses geändert werden soll, insofern diese Änderung durchzufiihren ist, ohne die Interesse׳! des L C T zu schädigen. Fiir alle Fälle soll das E. A. K. durch Ergänzung der Statuten Vorsorge dafür treffen, dass der .1. C. T. nirgends in der ganzen Welt, mit Ausnähme von Palästina, Syrien und den Nachbarländern, kolonisatorische Tätigkeit vorn :Innen darf. Die endgültige Entscheidung über die Fortführung des Prozessverfahrens überlässt der Kongress dem E. A. C. und einer vom Kongress gewählten Kommission von drei Fachleute!!.** Da eines der Mitglieder der vom Kongress gewählten juristische״ Kommission noch vor Schluss der Kongress- Verhandlung-.!! Haag verlassen musste, war es der Kornmission unmöglich, dort zu einer Sitzung /.usa.mucuzutreten, auch später war bisher eine Zusammenkunft der Herren unmöglicli. Indessen haben wir, um nichts zu versäumen, die vom Richter vorgeschriebenen Anzeigen in den Zeitungen erlassen, worin die Aktionäre aufgefordert werden, ihre Stimme für oder gegen die Ahänderung abztigeben und haben auch selbst durch Bekanntmachimgen in der ״WELT“ die Aktionäre zur Stimmabgabe aufgefordert. Sobald das Gutachten der juristischen Kommission vorJiegen wird, wird das E. A K• seinen endgültigen Beschluss fassen. Unsere Banken. Die Lage unserer beiden Banken ist andauernd befriedigend. Die Geschäfte haben sich, trotz der schweren Wirtschaftskrise, dieses Jahr in bester Weise entwickelt, so dass die Jüdische Kolonialbank voraussichtlich in der Lage sein wird, auch für das Jahr 1907 eine Dividende zu verteilen. Auch der Geschäftsgang der A n g 1 o - P a i e s ti!1 e C o m ־ pany war im abgclaufenen Jahre ein befriedigender. Sowohl bei der Zentrale in Jaffa, wie bei *cn Filialen in Jerusalem, Beirut und Hebron ha. sich der Umfang der Geschäfte, bedeutend vergrössert. In Jerusalem fand vor wenigen Wochen infolge unwahrer Gerüchte und ungeschickter Zcitungsmeldungeu ein Run auf unsere Bank statt, der aber irgendwelche Nachteile für sie nicht im Gefolge hatte. Filiale in Konstanüuopel. Gelegentlich der Anwesenheit des Präsidenten des \. K. in Konstantinopel, war er gemeinsam mit dem Präsidenten der Jüdischen Kolonialhank, der ihn begleitete, für die Errichtung einer Filiale in Konstantinopel tätig. In seiner am 17. Dezember a. c. in Paris abgchaltcncn Sitzung hat das Direktor!- um der Errichtung dieser Filiale auf Grund der Vorschlüge der Herro!! Woliisolm und Dr. Katzenelson zugestimmt und wird der im Anschluss an unsere Sitzung .stattfindend:״Sitzung des Aufsichtsrats seine äicsbezligliehen Beschlüsse unterbreiten.

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