Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 47 (22.11.1907)
- Date
- 1907-11-22
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 19S JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 47 hebräischen Sprache möglich sei: einige Bedenken, die er in bezug auf die wirtschaftlichen und klimatischen Verhältnisse Palästinas äussert. wurden vom Referenten eingehend widerlegt. Der Abend brachte unserer Ortsgruppe eine Reihe neuer Mitglieder, in erster Linie aber bedeutete er für den hiesigen Zionismus einen gewaltigen moralischen Erfolg. Dresden. Unsere Winteragitation wurde durch die öffentliehe Versammlung am Dienstag, dem 12. November, wirksam eingeleitct. Wie bereits in einer vorangehenden Nummer erwänht wurde, referierte in ihr Herr Lazarus Barth-Berlin über: .,Was hat der Zionismus bis jetzt erreicht״. Den Ausganspunkt seiner interessanten Ausführungen bildete ein kurzer Bericht über den Haager Kongress, dessen er sich bei uns insbesondere als Delegierter entledigte. Im Anschluss hieran besprach er eingehend unser vielseitiges Gegenwartsprogramm. — Eine Diskussion kam nach der mit grossem Beifall aufgcnotnnienen Rede leider nicht zustande. Auf eine Anregung des Vor- Standes hin wurden jedoch verschiedene Anfragen gestellt, auf die der Redner erschöpfende Aufklärung gab. ln seinem treffenden Schlussworte richtete er einen warmen Appell an die Anwesenden zum Eintritt in unsere-Reihen, der auch den schönen Erfolg der Anmeldung von 6 Mitgliedern zeitigte. — Am 3. Dezember veranstalten wir eine Makkkalnierfcicr in grossem Stile und hohen dann auf weiteren Zuwachs. II. Leipzig. Am 31. Oktober veranstaltete die Ortsgruppe Leipzig ein Lest zugunsten der hiesigen Zionistischen Lesehalle, das einen guten materiellen Erfolg brachte. — Am 12. November hielt der hier in weitesten Kreisen seltr beliebte 1) r. Schemarjahn Lcwin einen begeisterten und begeisternden Vortrag über ..Jüdische Kultur- und Er- 1 i c h u 11 g s f r a g e n in 1» a 1 ä s t i n a“. la. Cöthen I. A. Am Donnerstag, dem 31. Oktober d. J. hielt der akademisch-zionistische Verein ״Tehioh״ seine Antritts- Versammlung ab. in welcher Herr Rechtsanwalt Dr. Ascher und Herr Kantor Blitz Vorträge hielten. Die zu dieser Vcr- Sammlung cingeiaJenen jüuiscl.en Bürger Cöthcns waren zahlreich erschienen. Der eigentliche Zweck der Versammlung war, am Orte eine Zionistische Ortsgruppe zu bilden. Es gelang. Was den vielen Versuchen und Rednern bisher nicht möglich war. führte Herr Blitz durch. Er fasste die Sache auch richtig an. Er setzte sich zunächst mit hiesigen massgebenden Kreisen in Verbindung und verstand diese für den Zionismus und für Ucbernahme der Leitung zu gewinnen. Hierauf fand jene Versammlung statt. Es imponierte, dass in dieser Versammlung die Vorstandsmitglieder der Dessauer Zionistischen Ortsgruppe, die Herren Dr. Ascher. Dr. Moses und Kantor Blitz erschienen waren. Insbesondere geniesst hier Herr Dr. Ascher hohes Ansehen. In seinen; Referat wies er darauf hin. wie die ganze jüdische Geschichte eine Tendenz zur Konzentration zeigt, woraus sich der Zionismus von selbst ergeben muss. Hieraui sprach Herr Kantor Blitz über den VlfL Zionistcn-Kongress. In einer glänzenden hinreissenden Sprache, wie sie diesem begabten Redner eigen ist. entwickelte er an der Hand des Kongresses die zionistische Idee so überzeugend, dass er die ganze Versammlung gewann. Schonend behandelte er das deutsche, patriotische Gefühl der Anwesenden. Es sei. sagte er. nicht immer notwendig, dass die Architekten, die Häuser bauen, dieselben beziehen müssen und doch sind die errichteten Werke ewige Zeugen der Grösse ihrer Erbauer. 35 Personen meldeten ihren Beitritt zur Ortsgruppe. Der akademisch-zionistische Verein ״Tchioh" erklärte dabei seine Versammlung als geschlossen. Die Versammelten übertrugen dann den Vorsitz Herrn Kantor Blitz, der die Sache bis zu Ende führte. Er licss nicht locker, bis die Ortsgruppe sich noch an diesem Abend konstituierte und die neu gebildete Ortsgruppe einen Vorstand aus drei Mitgliedern wählte. Gewählt wurden: Erat! I)r. Scligkowitz, I ran Marcus und Herr Lcvinsolm. Der Vorstand will nächstens zur Statutenberatung zusammentreten und es sei zu erwarten, dass die ncugebiklete Gruppe sich gedeihlich entwickeln wird. Wir schlossen unser» Bericht mit einem kräftigen ,.Vivat. c r e s c a t. f I o r e a t!“ auf die C ö t h e n e r O r t s g r 11 p p e. P. K. P. S. Wie man hört, haben die Dessauer Herren auch in Zerbst einen Propaganda-Abend veranstaltet und ebenfalls mit llrfolg. denn die meistert der dort wohnenden Juden haben sic!: als Zionisten erklärt. - Strassburg. Atu Sonnabend, dem 30. November 9Vj Uhr begeht die hiesige Ortsgruppe int Restaurant Blum ihre Makkaltäerfcier, zu der Herr Julius Simon aus Mannheim die Festrede übernommen hat. Hieran werden sich Rezitationen *ud gemütliches Beisammensein mit Tanzkränzchen anschlicsscn. Eintrittskarten u 1 Mk. sind im Restaurant Blum zu haben. hn. Köln. Am verflossenen Samstag sprach in der Zionist!- sehen Vereinigung Köln Herr Bankier L e v y über .,Meine Reise nach Palästina". Der Redner, der die seinerzeit v׳m dem Zionistischen Zentral verein in Wien veranstaltete Reise nach Palästina mitgemacht hatte, verstand cs. in tcsseluder Weise seine Eindrücke vorzutragen. Das überaus zahlreich erschienene Publikum folgte den Darlegungen mit gespannter Aufmerksamkeit. In der Diskussion vertrat ein Anhänger der Poalß-Ziön den sozialdemokratischen Standpunkt. Herr Berger erwiderte ilun in einigen sachlichen Bemerkungen, die sich mit der Meinung der grossen Mehrheit der Erschieneneu deckte. Der zweite Abend innerhalb des hier eingerichteten Kursus für Jüdische Volkskunde fand am Mittvoch, dem 6. d. Mts. statt. Herr Sokolow behandelte dieses Mal die Samaritaner. Er brachte seine Atistiilmmgew in novellistischer Eorm vor, indem er an eine Unterredung anknüpfte, die er seinerzeit mit dem Erzpriester der Satuaritarier in London gehabt hat. Es lag eine eigentümliche Stirnmutig über der Versammlung, die den nicht mir interessanten, sondern auch pccEsch schönen Schilderungen des Referenten mit ungeheuerer Teilnahme•, iolgte. Es ist jetzt schon erwiesen, dass dieser Kursus nicht zum wenigsten dank der ausgezeichneten Qualitäten des Vortragenden siel! einen festen Platz in der jüdischen Gemeinde Kohis gesichert hat. An! Dienstag Abend fand der erste Untemcktsabeiid des im Zusammenhaug mit dem oben erwähnten Kursus stellenden hebräischen Sprachkursus statt. Der Leiter des Kursus, lieft Dr. E r a n k 1 u r t c r. gab zunächst einige Erklärungen über die von ihm für diesen Kursu> angenommene Ber!üz-Meth׳>J•־. und führte in einigen. Beispielen an, wie einfach diese Met!!•!Je gegenüber der bisherigen auch für die Erlernung der hebräischen Sprache ist. Dem ersten Abend wu’mtcn schm: ca. 20 Personen bei. cs ist zu erwarten, dass sich diese Zahl noch vergrössern wird. In Zukunft wird der Unterricht M 0!11 a g Abend p u n k t 9 U h r im Schulgebäude der Neuen Synagoge. Roonstrasse. stattfinden. Bemhcn O.-S. Die hiesigen Gesinnungsgenossen treffen sich jeden Sonnabend Abend von 9 Uhr au im Kaffee Lichte nstein. Gäste willkommen. d. Rybnlk. Sonntag, den 17. d. M.. nachm. •Pä Uhr hielt ir« der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe Herr Rechtsanwalt Dr. Dobrzynski aus Beuthen O.-S. einen Vortrag über de« VIII. Zienistcnkongress in Haag. Er schilderte denselben tv. sehr anschaulicher Weise und erntete für denselben grossen Beifall. In der sich darauf anschliessenden Diskussion machtet: zwei Herren Bedenken gegen den Zionismus geltend, weiche Herr Rechtsanwalt Dr. Dobrzynski und Referendar B r a u e r - Loslau mit grossem Geschick w iderlegte. Nachdem der Vorsitzende dem Redner den Dank der Versammlung erstattete, wurde die Versammlung geschlossen. M. Prag. Verein Jtid,scher Hochschiiler Bar Kochba In Prag. Der Verein der jüdischen Hochschiiler Bar Kochba in Prag feiert am IS. Januar 190S das Ecst seines 30 semestrigeu Be- Standes. Da bei diesem Anlasse eine Zusammenkunft aller ehemaligen Mitglieder beabsichtigt wird, ersuchen wir hiermit alle alte Herren und alle ehemaligen Btmdeshriider des Studemcnvereins Makkabäa, des Vereins der jüdischen Hochscluiler Bar Kochba in Prag, ihre derzeitigen Adressen dem gefertigten Festausschuss in kürzester Zeit bekannt geben zu wollen. Der Festausschuss des Vereins Bar Kochba, Prag. Elisabethstr. 0. Makkabäerfestnumme r Unser Zcntralorgan DIE WELT gibt zum diesjährige;׳ Clianukafestc eine Makkabäerfestmmimer heraus, die durch textliche Beiträge und Illustrationen eine der Bedeutung umf dem Charakter dieses nationalen Festes entsprechende Eorm tragen wird. Es ist der WELT gelungen, ihre hervorr a g e n d s t c u Mitarbeiter zu veranlassen, ihr Beiträge für diese Nummer einzusenden. Es erübrigt sicii. zu betonet!« dass die Makkabäernummer der WELT auch in agitatorischer Beziehung für jeden Zionisten von Wert sein wird. Alle Gesuuuuvgsgeuosseu und Leser sollte» daher für eine u'öghchst grosse Verbreitung der Bcsminmuer bemüht sein. Die Nun»- mer erscheint am 29. November d. J. Bestellungen werden (gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages) bis spätestens 22. November d. J. cntgegeugenommeii. Die Einzelnummer kostet -10 Pfennig. Organisationen erhalten 25 Exemplare für 7,50 Mk., 50 Exemplare für 12.50 Mk... 100 Exemplare für 20.— Mk.