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Jüdische Rundschau · 1907-11-22 · Heft 47 (22.11.1907) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 47 (22.11.1907)
Date
1907-11-22
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Beilage Jg.XII, N0.47 JUED1SCHE Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen <fer Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. Wir beabsichtigen, vom I. Januar 190S ab in der ״JÜDISCHEN RUNDSCHAU“ ein Verzeichnis derjenigen Kaffees, Restaurants und Hotels abzudrucken, in tkiicn die ״JÜDISCHE RUNDSCHAU“ auslicgt. Die Aufnahme in dieses Verzeichnis erfolgt kostensfrei» Wir bitten daher die Ortsgruppen und Vertrauensmänner, uns ein möglichst vollständiges Verzeichnis der Lokale ihres Bezirks, in denen die RUNDSCHAU ausliegt, zu übermitteln. Es dürfte dies auch die beste Gelegenheit *sein, für Abonnements auf die RUNDSCHAU mit Erfolg Propaganda zu machen. 2. Wir machen die vcrehrlichen Ortsgruppen und 'Vertrauensmänner auf das im Inseratenteil dieser Nummer enthaltene Bücher- und Broschüren Verzeichnis aufmerk־ sam, das durch die neuesten Erscheinungen ergänzt ist. Wir bitten unsere Vertrauensmänner, ihre Bestellungen twrn Verlag ״JÜDISCHE RUNDSCHAU“ rechtzeitig auf-;fügeben, damit sie in, der,Lage sind, besonders bei den bevorstehenden Makkabäerfeiern eine umfassende Agifalk>n. zu entfalten. 3. Die RUNDSCHAU bringt ״unter dem Strich־‘ •C'änen Programmentwuri für Makkabäerfeiern und einen für diese Fcicrj» geeigenten Prolog, der von Herrn üLazariis Barth verfasst ist. A. In dem Prozess, welchen die Jüdische Kolonialbank ״Jewish Colonial Trust“ wegen der Abänderung der Statuten, wie sie der 7. Kongress beschlossen hat, in London iiihrt, ist vom Gericht eine möglichst umfangreiche Abstimmung der Aktionäre der Bank gefordert *worden. Zur Herbeiführung dieser Abstimmung sind .2 Stinmizettelfornmlare ausgearbeitet worden, von denen das eine für die Anhänger der Statutenänderung, das andere für deren Gegner bestimmt ist. Das A. K. und das Direktorium der Jüdischen Kolonialbank haben uns ersucht, dafür Sorge zu tragen, dass sich die Aktionäre der Bank in Deutschland möglichst vollständig an der Abstimmung beteiligen. Wir drucken daher untenstehend beide Formulare ab und bitten die verehrten ׳!Leser, soweit sie Aktionäre der Bank sind, das ihrer Ansicht entsprechende Stinimzcttelformular auszuiiillen xnd »ms in einem Kuvert mit unserer Adresse ״Zionistische Vereinigung für Deutschland, Zentralbureau, Charloltcnbiirg-Berlin, Bieibtreustr. 49“ zuzusenden. Wir bitten die vcrehrlichen Orlsgruppen und Vertrauensinfamer, auf Durchführung dieser Abstimmung Bedacht sein zu wollen. Die Formulare befinden sich aut der letzten Textseile der Beilage und sind auszuschneiden. Ostböhmischer Zionistentag Sonntag, den 1. Dezember, nachmittags 3 Uhr, findet in Kollin a. E. in den Sälen eies Kaffee Polacek der trsie oslböhrnische Ziouislentag mit folgender Tages- *Ordnung statt: I. Bcgrüssung. II. Referate: 1. Das zionistische Programm. 2. PaHisti11aarbe.it. 3. Zionistische Arbeit in den czech. Gegenden. . (deutsch upd czeehisch.) —יי- - - III. Debatte. Es ergeht hiermit an alle Gesinnungsgenossen Ostböhmetts die Einladung zum Besuche dieses Zionisteitages, welclicr eine Verständigung durch persönliche Fühlungnahme und Aussprache, Informationen über de« Stand der Bewegung und Anbaluuing einer fester«» Organisation bezweckt. An der Tagung kann jeder bzv. jede Gesinnungsgtnissin teilnehmen. Gäste haben freien Zutritt. Die Namen der Referenten werden noch bekannt gegelten werden. Am Abend öffentliche Versammlung des Jüdischen Volksvcreins ״Zio:1“-Kolin ebendort, in der die Herren l)r. Ludwig Singer-Kolin, und Dr. Emil Margulies-Trauter.au sprechen werden. Trautcnau, im November 1907. Mit Zionsgruss! . ״Zionistisches Raüon-KoniUce für Ostböhmen“. Die Leitung: . < I. A.: Emil M a r g u 1 i e s —I Aus den Ortsgruppen,— Hamburg. In einer von der zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona einberufenen, von ca. 600 Personen bcsuchten öffentlichen jüdischen Versammlung sprach Dr. S c 11 e in a r j a Le w i n - \Y i 1 n a über jüdische Kutt u r - und Erzieh u!1 g s a u 1 g a b e n. Das Judentum der Diaspora» so iührt der Redner aus, befindet sich überall in einem Zustand halber Assimilation; eine vollständige Assimilation der jüdischen Massen ist unmöglich, denn sic ist gie.ickbedeutend •mit einem Selbstmord, den doch eine normale Gcistesaimassung ausschliessf. In den westlichen Länder« (und 1111 Osten nimmt die Entwicklung den gleichen Gang) sini die Juden gezwungen, an der Kultur der anderen Völker mitzuarbeiten und ihre Sprache zu reden. Die hebräische Sprache bleibt da nur ein Kunstprodukt. Gegenüber dieser Beteiligung an der allgemeinen Kultur erscheint vom national-historischen Standpunkt nicht etwa eine kulturelle Reaktion wiinschenswert, sondern nur die Forderung einer nationalen Kon- Zentrierung. Das Ansehen, dessen sich eine Nation in der Welt zu erfreuen hat, beruht auf der Produktion von kutturel’en Werten im Rahmen eines geschlossenen Volkstums. Den Juden versagt mau diese Achtung, weil sic angeblich nichts Eigenes zu bieten haben. Ihre Tragik liegt darin, dass sie gezwungen sind, ihre in ethischer und intellektueller Hinsicht reichen produktiven Krüitc in den Dienst anderer Nationen zu stellen, und dass ihre Leistungen nicht auf ihr eigenes Konto gesetzt werden. Ein Heine ist ein deutscher Dichter, ein Spinoza ein holländischer Philosoph, ein Liebermann ein deutscher Maler, der Glanz, der von ihren Werke« ausgeht, dient nicht dazu, die Ehre und das Ansehen ihres Stammes zu heben. Darum besteht bei dem heutigen Zustand im Verhältnis der Juden der Diaspora zu ihrer Umgebung keine wirkliche Harmonie; selbst in Amerika zeigt die Judenheit. da sie von ihrer Freiheit spricht, dass sic in Wirklichkeit nicht frei ist. Diese Harmonie, die darin besteht, dass die Volks- Zugehörigkeit ebenso wenig ständig empfunden wird wie das Vorhandensein eines gesunden Körperteils, kann mir dort zur Entfaltung gelange::, wo die Bccuv'jmgcn für die Entwicklung; eines selbständigen jüdischen Volkslebens gegeben sind. d. h. in Palästina. Hier ist das Hebräische die Umgangssprache, und nur hier kann eine neue jüdische Kultur entstehen, die wie von einem Brennpunkte aus ihre belebenden Strahle!» kt die Länder der Diaspora sendet. Grosses ist vom ״Hiltsverew der deutschen Juden" geleistet worden. Micr jeder Kulturfortschritt ist bisher mit Opfern erkauft worden, möge cs unter uns nicht an Opferwilligen fehlen. Die Ausführung Dr. Lewtos. mit zündender, fast prophetischer Beredsamkeit vorgetrage«* weckten stürmischen Beifall bei den Anwesenden. Der bckannte Hamburger Nationalükonom Herr Ernst Raphael Mav betonte in der Diskussion, dass eine günstige Entwicklung der palästinischen Juden nur auf der Basis der gemeinsam**• 1H. Debatte.

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