Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 45 (8.11.1907)
- Date
- 1907-11-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 45 JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 491־ Zur gefl. Beachtung Von dem Prüsidium der Deutschen Konfcrenzgemcinschait der Alliance Israölite Universelle und von dem Präsidium ihres Zentralkomitees ist der Redaktion der JÜDISCHEN RUND- SCHAU ein gedrucktes Zirkular zum Abdruck zugegangen, das Herrn Professor D r. Martin P 11 i I i p 0 s o n wegen seiner Kritik der Alliance in seinem jüngsten Werke: ״Neueste Heschichte des Jüdischen Volkes“ zurechtweist. Wir halten uns nicht für befugt, in dieser Nummer bereits diesen Artikel zum Abdruck zu bringen, da wir cs für ein nobile officium der jüdischen Presse erachten, auch den Angegriffenen gleichzeitig zu Worte kommen zu lassen und nicht seine Antwort erst in der folgenden Nummer zu bringen, so dass wenigstens eine ganze Woche lang der Angriff ..sitzt“. In der nächsten Woche gedenken wir den Angriff zugleich mit der Antwort des Herrn Prof. Phiünwsoii zu bringen. Kleine Mitteilungen Jüdischer Volksvcrein Berlin. Auf viele in letzter Zeit וזה uns ergangene Anfragen bringen wir hiermit zur Kenntnis, dass wir stets gern getragene Kleidungsstücke zur Verteil׳:׳:.׳: an durchreisende arme Juden annehmen. Der jetzt eiligetretenen kalten Witterung wegen sind uns Zuwendungen dieser Art daher besonders erwünscht. Auf telephonische 1 ..־her schriftliche Mitteilung (Bureau: C. 25. Dirkwnstr. A(\ Amt 111. 3/57) werden die Sachen ahgeliolt. Der Hilisvereh! der Deutschen Juden hat gemeinsam mit dem Frankfurter ..Hilfskomitee für die notleidenden ostcuropGscheu Juden" für die durch Brand hciiugesuchte Staat Shwanez 5000 und für .M a i s c d, das abermals von einer Brandkatastrophe betroffen worden ist, weitere!ו•׳!■׳ Mark überwiesen. Berlin. Wie die Al.LG, ZTG. D. JUDIiNT. berichtet. Leabsicluigt die Regierung, .sämtliche } ii d i s c 11 e n Zwergschulen im Regierungsbezirk Kassel — d. 11. solche mit weniger als 12 Schulkindern — auf zu lösen. Nur bis zur anderweitigen Verwendung sollen die Stelleninhalier noch in ihrer jetzigen Stelle verbleiben. Gefühlsroheit. Die POSENER ZEITUNG schreibt am 2. November: ״Einer Gefühlsroheit sondergleichen macht sich die DEUTSCHE TAGESZEITUNG schuldig, indem sie an e;”c Mitteilung über die Schwierigkeiten, die sich bei Feststellung des Nachlasses eines bei der T rem essen er Katastrophe verunglückten Kaufmannes ergeben haben, die Bemerkung knüpft: ..Die Trauer der Erben wird durch diese Vcrdriesslichkciien gewiss ungemein verstärkt werden.‘‘ Was weiss denn die DEUTSCHE TAGESZEITUNG von dem Verunglückten und seinen Erben? Doch nur. dass er den Namen Julius Isaac trug. Dieser Umstand genügt ihr. die Gefühle der um den Verlust eines teuren Toten Trauernden zu verhöhnen. Denn aus dem Namen Isaac entnimmt di״ p1:MT<n־fE TAGES- ZEITUNG, dass der Verstorbene, der In freisinnigen Kremen allgemeine Achtung genoss, ein Jude war, und die Erben eines Juden grundlos zu verdächtigen, erscheint dem Biindlcrblatte. christlich, wie cs nun einmal Ist, als ein Akt reinster Nächstenliebe." Ja. was erwartet denn die POSENER ZEITUNG von der DEUTSCHEN TAGESZEITUNG? München. Der neue jüdische Friedhof, der im Auftrag der israelitischen Kultusgemeindc durch Baurat Hans Grässt unterhalb des neuen Nordfriedhofes erbaut wurde, ist nun vollendet. Er dürfte noch in diesem Jahre cingcweiht werden. Der nette Friedhof liegt unweit des Zollhauses au der Strasse nach Altfrcimann. Das ganze 15 Tagwerk umfassende Areal ist mit Anlage versehen und mit einer Mauer umgehen, in der nach Osten ein hohes gewölbtes Portal als Einlasspforte eingefügt ist. Inmitten des Grundstückes befindet sich das Ericdhofsgcbnude, I.cichcnli.uis mit Halle. Die Leichenhalle ist ein langgestreckter rechteckiger Bau. die Ausscgmmgshalle dagegen quadratisch angelegt. Die Eindockung der einzellten Bauten ist mit rotgriinen Ziegeln durcligeführt. Hohcnsalza. Die vor kurzem hier verstorbene Rentiere K a r 01 i n c K r ö 11 e r hat der hiesigen Synagogengemeinde ein Legat von 15 000 Mk. vermacht als GrndStock für die Erbauung eines jüdischen Krankenhauses. Die Zinsen eines weiteren beträchtlichen Kapitals sollen allwinter־ lieh zum Ankauf von Kohlen für Arme jeder Konfession verwandt werden. Pflaumloch. Durch den Tod der letzten jüdischen Einwohne rin Pflaumloclts. die heute hier beerdigt wurde, scheidet unser Ort aus der Reihe der jüdischen Gemeinden vollends aus. Der jüdische Friedhof samt Leichenhaus bleibt im Besitz der jüdischen OberkirchenbeliÖrde. da einzelne Familien sich das Beisetzungsrecht auf dem heimatlichen Friedhof vorbehalten haben. - Petersburg. Das Informations-Bureau gibt eine neue Halbmonatsschrift DER JÜDISCHE EMIGRANT heraus, von der eine Nummer bereits erschienen ist. Kiew. Es wird hier wieder stark gegen die Juden agätiert Jerusalem. Die orthod. Zentral-Katizlei in Budapest erhielt von der österr.-ungar. Gemeinde in Jerusalem eine Depesche, es sei eine ungewöhnlich grosse Teuerung der Lebensmittel, und man möge zur Hilfe umgehend zwei Waggons Mehl absenden. Südafrika. Wenn auch die Lage der Juden in Südafrika im allgemeinen nichts zu wünschen übrig lässt, so hat man doch in den letzten Jahren wiederholt Ursache gehabt, antisemitische Angriffe zuriickzuwcisen. Wie wir in unseren letzter! Nummern berichtet haben, hat sich die Zionistische Federation von Südafrika dieser Angelegenheit besonders tatkräftig angenommen. So hat sie erst neuerdings eine grosse o:'k-nt!!c!!e Versammlung in .lohatmesburg «!!gehalten, bei der fast alle jüdischen Vereinigungen vertreten waren, tmd in der 1 die Frage lebhaft diskutiert und über die erforderlichen Muss- rühmen beraten wurde. Es wurde beschlossen, das vor- 1 I1?,r..!ene .Material dem Jcwish Board 0; Depnties zur weiteren | Veranlassung zu übergeben. Dieser hat auch bereits Schritte ־ deswegen eingelcitet und hat insbesondere der schlechten Bei har.dlung und der Entlassung jüdischer Angestellter der; städtischen Straßenbahn in Johannesburg seine Aufmerksami kei; zugewendet. Die Verwaltung der Strasscnbahn hat denn auch z׳egesagt, dieser berechtigten Klage ahzuhelien. I f-w.l —■Willi —Hl'" ו.:— l.l.ll l.lll II 11.1■ ■I ‘ 7!l.lf L-.J i——I— ,,dl ■-.* ■ "l״l "1 ןן י ־ 1' Briefkasten der Redaktion —1 —י 1n r־.״״ . S. in S. Jawohl. Sie haben durchaus recht: Wenn Mulcy Hand Erfolg hat. haben die marokkanischen Juden die schlimmsten Exzesse zu erwarten. — Zionsgruss. . Zur Beachtung. Die Firma M. F o r e I & Komp, in Breslau fordert uns auf. zu berichtigen, dass die von uns der DEUTSCHEN KONFEKTION entnommene Mitteilung unrichtig sei, wonach einer der Chefs der Firma dem Reisenden Schönknecht empfohlen habe, ״siel! dem Lokalkolorit anzupassen, und ebenfalls auf die Juden zu schimpfen. Machen Sie Rischus, so viel Sie wollen, aber machen Sie Geschäfte." wären nach der DEUTSCHEN KONFEKTION seine Worte gewesen. Die Firma schreibt hierzu: ״Die Ausführungen der DEUTSCHEN KONFEKTION sind von A bis Z unwahr, ein Ausdruck wie der inkriminierte. ist niemals gefallen; dazu ist der älteste Inhaber unseres Geschäftes. Herr Sachs, dem eine derartige Acusserung in den Mund gelegt wird, viel zu vornehm gesinnt und hat stets Farbe bekannt, wofür er hier allgemein bekannt ist." Ohne auf den Ton der Zuschrift, in der uns die Firma dies mitteilt, einzugehen, halten wir uns für verpflichtet, unseren Lesern diese Berichtigung der Firma mitzutcilen. die zugleich angibt, ״dass sic gegen die DEUTSCHE KONFEKTION die Beleidigungsklage cingcreicht bat". Die von uns angeknüpfte Kritik fällt natürlich, wenn die Tatsache entfällt, an die sie anknüpfte. Es heisst nicht ״das Kommentar“, sondern ״der Kornmentar“. Die Sicherheitsfonds der deutschen Lebcnsversfcherungs- Gesellschaften, die für die Erfüllung aller Verpflichtungen aus der Kapital- und Rentenversicherung mit Ausschluss der Volks- und Militär-Versicherung haften, haben sich in 1905 bei 25 Aktien-GcseUschaftcn auf 1S6S.2 Millionen Mark 17 Gcgenseitigkcits-Gcs. auf 1516,4 ״ ״ bei 42 Gesellschaften also auf 33S4.6 Millionen Mark erhöht. Von diesen Sicherheitsfonds fallen auf die 6 grössten Gesellschaften: ,, Germania In Stettin gegründet 1857 : 329,1 Millionen Mark. Gothaer ״ . ״ 319,6 :1827 ״ Alte Leipziger ״! . . . ״ 286,9 :1830 ״ Viktoria , , 1861: .283,0 . .. : r. ״