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Jüdische Rundschau · 1907-11-01 · Heft 44 (1.11.1907) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 44 (1.11.1907)
Date
1907-11-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 480 JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 44 gegenüber bemerke ich nur, dass der Redakteur der NEUEN NATIONALZEITUNG cs uns gegenüber eine Lüge nennt, wenn wir sie tcrritoriaiistisch nannten. Herr Dr. Jeremias empfahl sie ats das einzige in deutscher Sprache erscheinende Itoorgan. Ich war also bisher in einem Irrtum befangen, als ich die Ito für tcrritoriaiistisch ansah. Ausserdem war keineswegs von den Posener Zionisten die Rede, sondern ich nannte die Posener T e r r i 10 r i a l i s t en. Dass cs Herrn Dr. Jeremias sympathischer ist, mit einem Landau in literarischen Kontakt zu kommen als inPt mir, freut midi ausserordentlich. Ich weiss die Ehre zu schätzen, vom Redakteur der NEUEN NATIONAL- ZEITUNG als Lügner, und Pa r t e i sch m a r o t z e r bezeichnet zu werden, und werde weiter wie bisher Parteischmarotzrn, um noch reicher aus diesem Geschäft zu werden, und auch weiter wie bisher nach meinen, schwachen Kräften zu verhindern, dass die JÜDISCHE RUNDSCHAU zu einem antizionistischen Instrument werde. Es ist übrigens u nwahr, dass mir der Hilfsverein der deutschen Juden unsympathisch ist. Ich musste mich seiner Zeit gegen seine vom einseitig deutsclmationalcn, gegen den allgemefnifldischen Standpunkt gerichtete Gründung wenden. Grundsätzlich musste ihm damals jeder Zionist entgegentreten. Diesen Standpunkt hat der Hilfsvercin nicht beibehalten. Dass er unter dem Einfluss des in Palästina erwachsenden zionisti* scheu Lebens sogar besser wirkt als die Alliance, wenn wir auch immer noch viel zu kritisieren haben, habe ich stets freudig anerkannt. Die Vereinbarungen des Norddeutschen Lloyd mit Herrn Zangwil! haben wir unseren Lesern nicht vorenthalten, hielten uns alter für verpflichtet (in No. 11 Seite 119), auch die Bedenken vorzubringen, die THE JKW1SH HOPE, das zionistische• Organ in Texas, selbst liegt. Dass wir nicht dauernd die Rcklansekorrcspoiulenzcii abdrucken, mit denen •von London aus die Zeitungen bedient werden, ist im Interesse unserer Leser und der wandernden Juden durchaus notwendig. Dass ich die RUNDSCHAU persönlich gehässig redigiere, ist unwahr. Aber ich bin von Herrn Dr. Jeremias und seinen Prcurideti itt einer Weise persönlich angegriffen worden — dessen sind alle deutschen Zionisten Zeugen --. dass ein anderer mit weniger Interesse am Zionismus längst die ganze Arbeit attfgegeben haben würde. Und wenn schon persönliche Gehässigkeit erwähnt wird, so wollen wir doch einmal konstatieren. dass zu dem Stillstand des bereits so hoffnungsvoll aufblühenden Zionismus in der Provinz Posen die Gehässigkeit beigetragen hat. die es aus persönlichen Gründen mit allen Mitteln verhinderte, dass ich in der Provinz Posen für den Zionismus agitierte. Herr Jeremias schrieb an das deutsche Zcntralbureau. D r. Loe w e sei ihm zu schade dazu, in den kleinen Posenschen Orten zu reden. Alle diese Angriffe erfolgen, weil ich Herrn Ussischkin dagegen in Schutz nehmen muss, dass er sich ״mit Leuten zu umgeben weiss. die an sei ne nt Erfolg persönlieh interessiert sind“. . Dr. Heinrich Locwc-Sachse. Kleine Mitteilungen Berlin. Der Jüdische Turnverein ״Bar Kochba“ turnt: I. Männer-Abt.: Gr. Hamburgerstr. 27 Dienstag, Donnerstag &~10 Uhr; 11. Männcr-Abt.: Kaiserstr. 29/30 Montag 8—10 Uhr, Or. Hamburgerstr. 27 Sonnabend 8—10 Uhr; IV, Männcr-Abt.; Niederwallstr. 7 Dienstag und Donnerstag 8—10 Uhr; 1. Frauen- Abt.; Auguststr. 67/68 Montag und Donnerstag 8—9'-־ Uhr; II. Frauen-Abt.: Schleswigerufer 14 Montag und Donnerstag 8—9‘Z1 Uhr; III. Fraucn-Abt.; Ifilandstr. 9/11 Mittwoch und Sonnabend 8-^10 Uhr; Lehrlings-Abt.: Weissenbttrgor- Strasse 4a. Montag und Donnerstag 8-10 Uhr; Mädchcn-Abt.; Auguststr. 67/68 Montag 6 7'* Uhr; Alte Herrenriege: Gr. Hamburgerstr. 27 Dienstag und Donnerstag 8—10 Uhr. —- Im Sommer Spiele im Freien auf dem eigenen Spielplatz. Vorturuerkurse, Turnlehrerausbildungskurse. Fechtiibungeu, Santarlttrkurse, Schwimmen, Turnfahrten, Gesellige und wissenschaftliche UnterhalUingsabende, Bibliothek. Organ: Jüdische Turnzeitung. Gäste stets herzlich willkommen. Anmeldungen werden auf den Turnsälen cntgegengeumtimen. Berlin. Die Unterrichtskurse des Jüdischen Volksvcrelns, die während der akademischen Ferien geruht haben, haben vorige Woche wieder begonnen. Bis jetzt findet je ein Kursus im Deutschen und Englischen für Anfänger und für Fortgcschrlttenerc statt, und je ein solcher Kursus soll im Bedarfsfalle auch Im Französischen eingerichtet werden. Jegliche Auskunft wird in dem Büro ■i s Jüdischen Volksvcrcins, Dirckscnstr. 46 (12—2 und 5—7), bereitwilligst erteilt. Der Hilfsvercin der Deutschen Juden hat zur Unterstützung des Hilfswerks in Marokko der Alliance Jsraelite Universelle in Paris 12 500 Frcs. überwiesen. Hilfsvercin der Deutschen Juden. Die Organisation des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Deutschland hat einen weiteren Ausbau erfahren, der infolge der Ausbreitung des Vereins und des ständig sich erweiternden Arbeitsgebietes sich als notwendig erwiesen hat. Durch Zttwähl einer Anzahl hochangesehener Persönlichkeiten aus allen Teilen Deutschlands, die sieh bereits in hohem Ma&so um die Bestrebungen des Hilfsvereins verdient gemacht haben, sind der gcschäftsfiihrcndc Ausschuss und das Zentralkomitee des Hilfsvereins verstärkt worden. Dem gcschäftsführeiide» Ausschuss sind die Herren Bezirksrabbiner Dr. Salvcndi (Dürkheim). Prof. Dr. Schaefer (Berlin) und Manfred Berliner (Hannover) beigetreten; dem Zentralkomitee die Herren: Rechtsanwalt Eugen Beer (Milneben). Salomon Bergei (Posen). S, Bergmann (Fürth). Ernst Carlebach (Heidelberg). Landtagsabgeordneter Rechtsanwalt Dr. Colin (Dessau), Justizrat C״lm (Tilsit), Snl. Epstein (Eraukiurt a. M.), Dr. W. Feilehenfeld (Berlin-Chtirlotteubnrg), Dr. G. Feldmann (Stuttgart), Rechtsanwalt Gunzenhauser (Stuttgart). Kammergerichtsrat Hammerschlag (Berlin), Gideon lleymann (Berlin), Sicgir. Jacob (Berlin). Rechtsanwalt Dr. Jarecki (Posen). Dr. A. Klee (Berlin). Rabbiner Dr. Kopfstein (Beuthen), Eugen Laascr (Tilsit), Gustav Levinstein (Berlin), Max Lcvy (Worms), Simon Marx (München), Rabbiner Dr. Münz (Gleiwitz), Kommerzienrat Siegtmmd Pincus (Berlin), Sally Reiss (Mannheim), Sartorius RheinhuUI (Hannover), Stadtverordneter Max Salinger (Berlin). Stadtrat Schleyer (Posen). Dr. P. Schottländer (Breslau), Moritz Simon (Wiesbaden). Dr. Moritz Sobtrnhcim (Berlin). Geheimer Kommerzienrat Sonnenthal (Dessau), Rabbiner Dr. Stein (Schveiniurt), Justizrat Voss (Ostrovo). Hermann Wahl (Barmen), Emil Wcill (Karlsruhe i. B.), Landtagsabgeordneter Justizrat Dr. Wolfi (Lissa). D. Wolti (Thorn), Dr. Wolpe (Thorn). Julius Zadig (Beuthen). Audienz. Der Präsident des zionistischen Aktions-Komitees, Herr David Woliisohn wurde vorige Woche von dem Grossherzog Friedrich II. von Baden und der G r.o ssh c r z o g i n - W i t w c In Audienz empfangen. Beide Persönlichkciten gaben die Versicherung, das Interesse des verstorbenen Grossherzogs i t'i r den Z i 0 n I s in u s b c - wahren zu wo11 cn. Präsident W01f fsoh n wurde zur Hoftafcl geladen. Nürnberg. Wegen der Benachteiligung jüdischer Reisettder in Russland ersucht der Vorstand der hiesigen Handels- Kammer die bayerische Regierung, sie möge die Rcichsregierung veranlassen, Erhebungen über die Behandlung jüdischer Reisender deutscher und anderer Nationalität anzustellen und auf Grund des deutsch-russ'chcn Handelsvertrags Russland gegenüber den Anspruch durclizusetzcn. dass die ungerechte Behandlung deutsch-indischer Reisender aufhöre. Nikolsburg. Nach dem amtlichen statistischen Ausweis wird die Schule der Nikolsburger politischen J 11 d c n g c itt c i n d e zusammen von 358 Schülern besucht, von denen 267 k a t!101 i.s eher und 91 jüdischer Konfession sind. Darmstadt. Die amtliche DARMSTÄDTER ZEITUNG verteidigt die durch das Ministerium des Innern verfügte Erschwerung der Aufnahme russischer: Studierender an der hiesigen technischen Hochschulo mit dem Hinweis auf Preussen timl Sachsen, an deren Technischen Hochschulen dieselben Bedingungen für die Aufnahme gestellt würden, wie sie jetzt für Darmstadt gefordert werden. In Bayern seien die Aufnahme- und Priifebcdinguugcn noch mehr erschwert, während die Technische Hochschule in Stattgart russische Studenten überhaupt nicht aufnehme. Das mag wohl richtig sein, aber das ist noch kein Grund zu dem Vorgehen der hessischen Regierung, da bis jetzt nicht verlautete, dass sich in Darmstadt durch den starken Andrang russischer Studenten Unzuträglichkeitett ergeben hätten. Im Grunde genommen richtet sich die Massrcgel mir gegen jüdische Studierende, da diese in Russland nur in beschränkter Anzahl I י

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