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Jüdische Rundschau · 1907-10-10 · Heft 41 (10.10.1907) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 41 (10.10.1907)
Date
1907-10-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 4\ JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 443 Im Namen der zionistischen Organisation hat eine Deputation an den ßcisctzungsfcierlichkeiten in Karisruhc teilgcnommen. Die Deputation bestand aus den Herren David W o I f f s o h n. President des zionistischen Aktionskomitees. Dr. H. Katze nclsohn. Präsident des Jewish Colonial Trust, und N. Sokolow. Generalsekretär des zionistischen Zcntralburcaus. Die Mitteilungen mit dem langen Namen und dem kurzen זברון nehmen sogar hierbei Anlass, dem Zionismus eins auszuwischen und wie dem Hanibal der Fabius ein Schach zu bieten: c ״Auch seine warme Sympathie für den Zionismus entsprang seiner allumfassenden Menschenliebe. Er empfand ein tiefes Mitleid mit den wegen ihres Glaubens verfolgten Juden des Ostens und bekundete es auch öffentlich dadurch, dass er bei der Sammlung für die Opfer der unmenschlichen Pogrome eine namhafte Summe zeichnete. Er glaubte also, dass der Zionismus fiir_ diese Unglücklichen eine dauernde Zuflucht schauen wird. Er beteuerte aber immer, für die deutschen Juden sei kein Zionismus nötig, namentlich nicht für die Israeliten seines Landes.“ : * w Armselige Mitteilungen! Es wird Euch nicht gelingen, die Tatsache aus der Welt zu schaffen, dass der Zionismus und insbesondere der der deutschen Juden an dem edlen dctit* sehen Fürsten einen verständnisvollen und warmherzigen Freund fand. Bayrisches Judengesetz Anlässlich des von der Regierung dem Landtag zugecaneeneu Entwurfs zur Kirchcngemeindcordtning wird jetzt die Revision des veralteten Judenedikts von 181.5 in der Presse lebhaft erörtert. Die orthodoxen jüdischen Vereinigungen zu München und Nürnberg haben bereits dem Staatsniinisteriurn des Innern eine umfangreiche Denkschrift unterbreitet. Nun schwellen z. Z.. Ausgicichsverliandlungcu zwischen Kultusgemeinde und den orthodoxen Vereinigungen, welch letztere darauf bestellen, dass unter allen Umständen ihre Selbständigkeit auch hinsichtlieh des Svnagogendienstes. der Religior.sschule und der sonstigen rituellen Einrichtungen anerkannt und ihnen die Berechtigung zugesprochen wird einen Vereinsrabbiner anzustellen, der befugt sein soll, im Kreise der VcrcbsmitglieJer die rabbinischen Funktionen auszuüben. Auf dieser Grundlage hin werden wohl Haupt- und Nebengemeindc ihren Zusammen- Schluss sich erhalten können. Hinsichtlich des finanziellen Teils dürfte der Ausgleich keine Schwierigkeiten bieten. Unabhängig davon liegen die Bestrebungen auf Revision des vorerwähnten Judenediktes im Interesse aller. Jüdischer Religionsunterricht in Deutschland Die Eingabe und persönliche Bemüh eng des Vorstandes des deutschen Rabbinervereins beim Kultusminister, welche dahinzielen, eine Acnderung der Bestimmungen über Erteilung von floh dem Schlosse, als behage ihm der Eigendünkel der Pans nicht, die in ihrer Wut wie in ihreyr Grossmut keine Grenzen kannten. Leise, unhörbar schlich der kalte, trübe Mond an dem!eicht mmvölkten Finnament einher; träumerisch blinzelten in der Ferne vereinzelte Sterne, als bereiteten sie sich für die Nachtruhe vor. Tiefe Stille lag über dem Städtchen und über der weiten, unabsehbaren, in einen undurchsichtigen Nebel gehüllten Ebene; nur selten wurde die Stille der Nacht unterbrochcn durch das schwerfällige, träge Gebrüll der Hofhunde aus den Dörfern und das Geheul, das aus den herrschaftlichen Hundcställcn kam. Doch nicht alles schlief in Zwantz und seiner Unigebung; im gutshcrrlichen Palaste wurde eine nachtliehe Orgie gefeiert mit Spiel und Tanz; auf das Iucullisehe Mittagsmahl war ein splendides Souper gefolgt. Pan Potocki, sonst unausgesetzt gelangweilt und mürrisch, war an diesem Abend ungewöhnlich lustig und’heiter; seine seelische Stimmung rief das Erstaunen der ganzen Gesellschaft hervor. Schliesslich wurden alle davon angesteckt. ״Mein Freund!“ flüsterte Patina Oda, ״wüsstest du, wie schön du bist, wenn deine dichten Brauen nicht Zusammengezogen sind und auf dein männliches Gesicht jüdischem Religionsunterricht zu verhindern, hat in den Intcrcssentenkreisen grosse Erregung hervorgerufen. Der jüdifsehe Lehrerverband will in Gemeinschaft mit dem Deutsch- Israelitischen Gemeindebtind eine Gegenaktion einleiten .'׳und glaubt, dabei selbst auf die Unterstützung vieler Rabbiner rechnen zu können, die in dieser Angelegenheit mit der Vereins* leitung nicht übefeinstimmten. Der Kampf, den eine Reihe von jüdischen Lehrern gegen die Erteilung von Religionsunterricht seitens der nicht von Lehrcrseminarien ausgebildeten Kantoren führt, ist ein sehr falscher.. Denn diese Kantoren und Schächter, die in kleinen Orten oft die einzigen Kultusbeamten sind, haben zuweilen ein ebenso grosses jüdisches Wissen, wie cs an vielen am liberalen Geiste krankenden Lehrerseminaren nicht zu erreichen ist. Der jüdische Religionsunterricht soll aber Wissen vom Judentum verleihen und nicht ethische Sätze einbläucn. die abstrakt liberal die Jugend vom Judentum abstrahieren. Man braucht sich nur anzusehen. welche erbärmlichen Resultate jüdische Rcligionsschulcn in Mitteldeutschland zeitigen, von deren Lebrern dieser ungerechte Kampf mit ausgeht, um zu erkennen, dass cs nicht im Interesse des Judentums ist. wenn der Unterrieht seitens der Kultusbcamtcn ausgeschlossen wird. Aus Oesterreich Die Feinde des Hausierhandelshaben die Blatternkrankheit in Wien zum hochwillkommenen Anlass genommcti, die verhasste Konkurrenz, sich endlich ganz, vom Halse zu schaffen. In 7 Wiener Bezirken haben die Bezirksvertretungen ein Verbot des Hausierhandels beschlossen. Diesem Beispiel sind bereits mehrere Städte und Ortschaften Nieder- Österreichs wie Klosterneuburg, Bruck a. d. Leitha usw. gefolgt. Im Bezirk Bruck werden die Hausierer sogar in einzeinen Gemein.Jen durch die Ortsieuerwehr an dem Einzug gehindert. Dies ist nicht nur eine Rohheit, sondern auch eine Verletzung des Gesetz.cs. Denn dieses bestimm{, dass an den Orten, wo der Hausierhandel bisher gestattet war. nur durch Verfügung des Handelsministeriums’ ein Verbot cingcfiihrt werden kann. Natürlich zielt die Hetze gegen den Hausierhandel, die jetzt in Szene gesetzt wird, in erster Linie auf die jüdisehen Angehörigen dieses Standes. Es gibt zwar auch zahlreiche nichtjiidischc Hausierer. Diese finden aber, wenn ihnen das Hausieren unmöglich gemacht wird. leicht eine andere Beschäftigung, während die jüdischen Hausierer dadurch ins bitterste Elend gestürzt werden. Die Hausierer Wiens haben dieser Tage eine grosse Protestvcrsammlung einberufen. 1 ־ . . ־ , . . ״ i * Ignatz Brüll Die musikalische Welt hat nach Joachim und Grieg abermals einen schweren Verlust erlitten. Dienstag, den 17. v. M. starb im 61. Lebensjahre Ignatz Brüll. Die gesamte Weltpresse hat dem Verstorbenen ehrende Nekrologe gewidmet, die bedeutendsten Musikkritiker haben seine Bedeutung gekennzeichnet. Ignatz Brüll war aber nicht nur ein grosser 1 keine finsteren Schatten werfen; dn würdest dich be- I miihen, stets so .auszusehen. In diesem Moment tritt vor mein geistiges Angc jener schöne, kecke Mann mit seiner .majestätischen Haltung, der im .Finge!nein Herz eroberte. für alle Zeiten ....“. ״Für alle Zeiten? . . . Ö,da. d«1 gabst mir heute Veranlassung ..... an deiner Liebe und Treue ernstlich zu zweifeln.“ . . ״Du bist aber auch entsetzlich mit dcine.r Eifersucht, mein Lieber! Allein darum liebt? ich. dich umsomehr.“ ״So. Freund Stephan, so sollst du jenem Jüngling ähnlich, den wir — Ritter der Flasche — weisst du’s noch? — zu unserem Hetman erwählten,“ sagte Bolepolski, dem Hausherrn auf die Schulter klopfend. . ״Ich weiss selbst nicht, warum ich heute so froh bin,“ sagte dieser achscizuckciid. ״Kannst du cs mir erklären, mein weiser Freund Pedro? Du bist ja. allwissend.“ . .. ״Ihre Meinung. Pan Potocki, ist sehr schmeichelliaft für mich, nichtsdestoweniger aber unrichtig. Ich bin noch lange nicht so allwissend, wie Sie sich auszudrücken belieben, dennoch kann ich auf .Ihre. Frage, warum Sie so heiter gestimmt sind, mit vollem Selbstbewustssein antworten.“ ״' ׳'

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