Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 35 (30.8.1907)
- Date
- 1907-08-30
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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jODiaCHE RUNDSCHAU No.'35 י׳י וו ׳ I Rundschau — .— ...... ...........־־'-"7־״iv Judenunter den rückfälligen ZMchihausgefangenen in Preussen! '׳,•צ'!11 den Strafanstalten des Ministeriums des Innern wurden rückfällige Strafgefangene cingclicfcrt: ־י .1 : im ganzen Juden ‘ 1902 3234 28 1903 ' 3247 23 1904 3096 '׳־־־■ 25 *:• 1905 i 2957 17 1902-1905 12534 93=0.77 % Die Proz.entzahl bei den Juden ist als״ wesentlich geringer, als ihrer Prozentzahl in der Bevölkerung entspricht, und würde, wenn man das Verhöltnis zur Zahl der Strafmündigen herechnete, noch günstiger sein. Man sieht, dass die schweren Gewohnheitsverbrecher unter den Juden verhältnismässig selten sind. J u d c n 11 n t c r d c n Z w a n g s z ö g 1 i n g c n. a) Der Zwangserziehung wurden überwiesen an Jugendliehe nach § 51 des Strafgesetzbuches irn ganzen Juden 1904 1177 4 1905 975 5 1904 u. 1905 2152 9=0,48 % b) Der Zwangserziehung wurden überwiesen, soweit sie noch in Fürsorgeerziehung standen (auf Grund des Gesetzes vom 13. 3. 1878) im ganzen Juden 1904 9430 14 1905 809S 11 1904 u. 1905 17528 25=0.14 % zusammen a und b 196S0 34=0,17% c) Der Fürsorgerdielumg wurden überwiesen im ganzen Juden 1902 6196 23 1903 6325 16 1904 6458 15 * 1902—1904 19177 54=0.27% Die Zahl der Zwangs- und Fiirsorgczöglingc ist also unter den Juden etwa 4 mal geringer als ihrer Bevölkerungszahl' entspricht, dabei ist zu bedenken, dass die Juden verhältnismässig mehr Kinder unter sich haben, als die Nichtjuden. Von den 31 jüdischen Kindern in den Jahren 1903 und 1904 gehörten 9 dem Stadtkreis Berlin, je 5 den Provinzen Westfalen und Rheinland an. Hoppe. Austritte aus dem Judentum Nach dem von der Jüdischen .Gemeinde zu Berlin dem Bureau für Statistik der Juden zur Verfolgung der Austrittsbewegung zur Verfügung gestellten und bearbeitecn Akten sind in den Jahren 1873—1906 1869 Mitglieder der Berliner jüdischen Gemeinde — zu ihr gehören auch Chariottenburg, Schöneberg und die übrigen Vororte Berlins — aus dem Judentum ausgetreten. Von den 1869 Personen sind 1393 männlich und 476 weiblich. Die Austritten verteilen sich auf die einzelnen Jahre wie aus nachstehender Tabelle hervorgeht: Jahr männl weibl. zus 1873 4 — 4 1874 4 נ 5 1875 3 — 8 18711 9 1 10 1877 9 — 9 1878 9 — 9 1879 5 1 6 1880 5 — 5 1881 4 — 4 1882 7 1 8 1883 9 1 10 1884 4 1 5 1885 10 2 18 1880 11 1 12 1887 21 6 27 1888 19 2 21 1889 15 7 22 Jahr männl. weibl. zus. 1890 80 10 40 1891 21 8 29 1892 43 11 54 1893 70 18 88 1894 78 15 93 1895 89 21 110 1890 52 21 78 1897 54 29 83 1898 70 25 1«1 1899 01 28 89 1900 81 20 110 1901 109 43 152 1902 74 2'» 90 1903 88 89 127 1904 98 47 135 1905 115 42 157 1900 107 44 151 Juden in^Sachsen Die Zahl der Juden im Königreich Sachsen betrug am 1. 12. 1905 14 697 unter einer Gesamtbevölkerung von 4 508 601 Seite 367 stieg von 0,29 Prozent im Jahre 1900 auf 0.33 Jahre 1905, ihre absolute Zahl um 2281 gegen Volkszählung. Die Verteilung zelnen Kreishauptmannschaften Kreishatiptmannschaft Prozent im die frühere auf die ein- Juden 272 1561 3931 8093 840 i. 90/ Prozent sämtlicher Juden des in Städten, von diesen wiederum 12 470 ..-. sächsischen Juden) allein in drei Gross- Städter! Dresden, Leipzig und Chemnitz, in welchen nur 27.9 Prozent •Je nichtjüdischen Bevölkerung (1 253 125) lebten. Fs zählten 244 921 Einwohner, darunter 1280 Juden, ״ 3514 ״ .. 996 516 ,, 840 ״ ,, 2)6 503 9 sächsischen Städten hatte Plauen 401», Bautzen Chemnitz Dresden Leipzig Zwickau 13 246 Juden, d. Königreichs wohnten (=84,9 Prozent aller der Bevölkerung war folgende: Einwohner 426420 851 130 1 2M 397 1 146 423 800 231 90/ Prozent sämtlicher den am I 7676 De- Chemnitz Dresden Leipzig Von den übrigen Zwickau 124, alle anderen weniger als 100 jüdische Einwohn er. Staatsangehörigkeit und Familienstand. Von (1008 männlichen und 366s weiblichen) Juden, die zemher 1905 in Leipzig anwesend waren, waren :ibl. sächsische Staatsangeh. and. deutsche ösicrreich. ., , ungarische t> ,. russische ״ sonstige Familienstande nach waren von je 10•׳ jüdischen d Ges.-Bcv. 1214: 576 männl., 63 s 1619: s87׳ t• 7.32 :0!«׳3 1539 tt 1471 117: 76 «I 41 1101 746 »• 655 312: 184 J• 131 Dem M. K. M. F. M F leJig 2550 2074 63 92 5655 59,70 5524 verheirat. 1363 1293 34.61 35,25 37 52 35,17 getrennt lebend 12 10 03* 0.27 0,62 0,90 verwitwet 79 27 * 1,97 7.44 1,88 8,06 geschieden 4 18 **»10 049 0,28 1.63 zusam. 40 •8 3)68 l«ü.ü> י lu0 1.׳־ 0,00 ׳11 100 OÜ (Die Ergebnisse der Volkszählung vom 1. 12. 1905 in der Stadt Leipzig, II. Teil, Leipzig 1907). Erziehung der Kinder In jüdisch-christlichen Mischehen. Nach dem vom Statistischen Amt der Stadt Leipzig herausgegebenen Ergebnissen der Volkszählung (Leipzig 1907) gab es am 1. Dezember 1905 unter 88 387 Ehepaaren, deren beide Ehegatten anwesend waren, ferner 5486 Ehepaaren, mit ahwesendem (oder getrennt lebendem) Mann und 4451 mit ab• wesender Frau. 1134 rein jüdische Ehepaare, 66 Mischehen mit jüdischem Mann, 21 Mischehen mit jüdischer Frau, ferne» 175 Fälle, in denen auf den Volkszählungslisten nur ein jiidischer Ehegatte ohne Frau, und 14S Fälle, in denen nur eine jüdische Ehegattin als anwesend oder getrennt lebend verzeichnet w־ar. In den Mischehen, war die Frau 56 mal cvangelisch-lnthcrisch, 2 mul evangclisch-rcformiert. 7 mal römischkatholisch und I mal einem anderen christlichen Bekenntnis angehörig; der christliche Mann war IS mal evangelischlutherisch und 2 mal evangelisch-rcformicrt (I mal unbekannt). Die Verluste des Judentums infolge der Mischehen ergeben sich aus folgenden Zahlen, lieber die Erziehung der Kinder liegen Angaben von 36 Mischehen mit jüdischem Vater und 15 mit jüdischer Mutter vor. In letzteren 15 folgten die Kinder (22 Knaben und 22 Mädchen) sämtlich der Religion des christlichen Vaters und in 28 Ehen mit jüdischem Vater wur* den die Kinder (28 Knaben und 35 Mädchen) in der Religion der chiistlichen Mutter, mir in 5 Ehen (mit 18 Knaben und 8 Mädchen) jüdisch nach dem Vater, in 3 Ehe» (mit 4 Knaben und 3 Mädchen) in keines der beiden Eltern Bekenntnis, also immerhin nichtjüdisch erzogen. Somit erfolgte nur in 5 Mischehen miter 51 (=9,8 Prozent) eine jüdische Erziehung der Nachkommenschaft und von 130 Kindern aus Mischehen verblieben nur 16 ( 12,3 Prozent) beim Judentum. Sabbatruhe Die antisemitische DEUTSCHE TAGESZEITUNG schreibt Eine bemerkenswerte Durchbrechung der allgemeinen Sonntagsruhe ist in Posen eingeführt worden. Es ist nämlich den jüdischen Geschäftsinhabern, welche völlige Sabbatruhc wahren, gesattet worden, ihre jüdischen Angestellten an den Sonntagen von 7—7H> Uhr morgens und von 1—2 Uhr nachmittags, also während des allgemeinen Gcseluittssdhlusses. bei verschlossenen Türen zu beschäftigen. Etw׳a 60 jüdische