Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1907)
- Date
- 1907-06-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU ץ No. 24 Seile 242 engen Parteiansichten. Aber dafür war ja die Diskussion da. Der Widerspruch, der aus den Reihen der Versammlung dem Redner entgegenkiang, Iiess sie erwarten. Und es erfolgten solche Wortmeldungen. Aber nachdem Herr Professor Senator einige gleichgiltige Worte gesprochen und nun die andere Meinung zum Ausdruck hätte kommen sollen, da trat plötzlich der bekannteLiberalismus in die Erscheinung, i n d e in J u s t i zrat Breslauer als Vorsitzender Diskussion un,d Versammlung für geschlossen erklärte. Von einer Resolution, wie es geplant war, nahm man Abstand; denn trotzdem unter allen erdenkliehen Vorsichtsmassregeln jeder etwaige Gegner von vornherein ausgeschlossen sein sollte und obwohl die ganze Versammlung nur etwa 200 Köpfe zählte, war man doch in berechtigtem Zweifel, ob nicht eine gegen Dr. Cohn gerichtete Resolution sogar noch von dieser Versammlung zurückgewiesen würde. So tagten die Liberalen, von denen der liberale Robert P r u t z so prophetisch dichtete: Pereant die Liberalen, Die nur reden, die mir prahlen, Nur mit Worten stets bezahlen, Aber arm an Taten sind; Die bald hier-, bald dorthin sehen, Bald nach rechts, nach links sich drehen, Wie die Lalme vor dem Wind: Pereant die Liberalen. Der deutsche politische Liberalismus könnte grossen Schaden leiden, wenn er weiterhin Gelegenheit gib!, sich mit diesem jüdischen Pseudo-Liberalismus verwechseln zu lassen. Denn diese Kat’exocheii-Liberalen in den Jüdischen Gemeinden sind vielfach nur deshalb liberal, weil sie aus bestimmten Gründen zu ihrem Bedauern nicht konservativ sein können. Judaeo-Borussus. Bericht über Handel und Derbebr Palästinas für das Jahr 1906 Erstattet von Generalkonsul Freemann (Jaffa). Per Gesamtwert des Imports und Exports (der sich tatsächlich mit dem von ganz. Palästina etwa deckt) betrug im Jah.׳c 1901» ungefähr 1 1600 090 i.str., was gegen das Jahr 1905 eine Zunahme von 33000(1 Lstr. oder •10 Prozent ausmach:. Per Wert des Imports stieg vo» •16-1000 I.str. atif 660 000 Lstr. und der des Exports von nicht ganz 370 000 auf 500000 Lstr. 1 (Bezieht man die Zahlen für Gaza mit ein, so belaufen sich Import und Export je auf ungefähr 700 000 Lstr.) Der Durch* schnitt der vorhergehenden Jahre war für Jaffa etwa 300 000 Lstr. für Export und ebensoviel für Import und neigte für den Import häutiger denn für den Export zu höheren Zahlen. Diese ausserordentlich günstigen Ausweise sind (mit Ausnahme der weniger günstigen Gerste-Ernte in» Bezirk utu Jaffa) hauptsächlich den guten Ernten und den daraus erzielten grossen Gewinnen zu danken. Die Mehr-Einfuhr erklärt sich grossenteils durch den Bedarf der ständig zunehmenden Zahl von Einwanderern, Pilgern und Touristen. 1905: Import •173320 Lstr., Export 295 300 Lstr. Im Ganzen 76S620 Lstr. Import. Die Zunahme der Einfuhr im Berichtsjahre macht sich bei allen Artikeln bemerkbar, hauptsächlich aber he: Baumwollwarcn, ״Hardware", Petroleum, Bauholz und sonstigen Baumaterialien. Nach Zucker und nach Kaffee war auch grössere Nachfrage, denn seit langen Jahren. Nur die hohen Preise fast aller Manufakturwaren in Europa hinderten ein noch gewaltigeres Anwachsen des Imports. Bauinwüllware. Die bedeutendste Einnahme zeigt Baumwollwarc. Die Einfuhr dieses Artikels hat sich im Verlaufe der letzten sieben Jahre betreffs der Quantität mehr als ve» - doppelt, im Werte sogar vervierfacht. Die ansässige Bevülkertmg ist von der Ari>cit atu Webst»hl abgekommen und man ersetzt überall die Wollstoffe durch farbigen Baumwollilancll, den man von Deutschland und Italien bezieht. F.inen grossen Teil (etwa 30 Prozent) des Handels in Baumwolle- Kleidungsstücken haben die italienischen Fabrikanten cinerseit* durch ihre billige Hcrstclluiigsweisc, andererseits durch ihre entgegenkommenden Geschättsusancen an sich gezogen. Zahlen: 1901: 160Ut'O I.str., 1905: ISO000 Lstr.. 1906: 259 000. Durchschnitt 1901 19t'6: 16-1600 Lstr. Baumaterial. Infolge des Anwachsens der Bevölkerung durch den ständigen Zufluss jüdischer Imigranteu aus Riisslaud und anderen Ländern nimmt die Einfuhr von Baumaterial, wie Eisentmd Stahlträger, Eisenwellblech, Ziegeln, Brettern und Zement, beträchtlich zu. Eine bemerkenswerte Veränderung geht jetzt mit Jerusalem und anderen Städten vor sich, indem Ziegeldächer mit Eisenträgern die altehrwürdigen Kuppeldüeher verdrängen. Alle diese günstigen Ausblicke haben deutsche, französische und belgische Exporteure sogleich in Rechnung gezogen und es dürfte auch für britische Exporteure und Dampfschitiahrtsgcsellsehaftcn lohnend sein, gleich billige Frachtsätze aufzustellen. wie sie '/wischen Hamburg oder Antwerpen und Jaffa bestehen. Die Spezialsätze der deutschen Eisenbahn und der ..Deiusclien Levante-Linie" ermöglichen es. Waren aus dem Innern Deutschlands mit nur ganz geringem Preiszuschlag auf den hiesigen Markt zu bringen. Ruck stehen blieb und sich dann der Länge nach ausstreckte, erklang von dein Balkon ein stürmischer Applaus und ein Chor freudig jubelnder Ausruf. ״Das ist ein Pferd!" ״Ein Fürst aller kein Pferd!‘־ ״Ein Held!“ ,Ein wahrer Pegasus!“ ״Pan Stephan, dreihundert Bauern iiir das Pferd “ sagte Pan Botcpolski, dem Gastgeber iremidsehartlLli aut die Sclmluter klopfend. 1)״ilt*s?" ״Die Bauern mehren sielt ohnehin schon bei mir. wie die Schweine, und dreihundert mehr oder weniger spielen keine Rolle." antwortete Potocki. dem das Entzücken des als Pferdekenner bekannten Botcpolski im höchsten Grade schmeichelte. ״Meinen Hundestall noch als Zugabe! Mein Hundestall ist doch kein Spass!" ״Nein, Freundchen!“ 1 ״Wähle eines meiner Güter, Bruder, aber gicb mir ן den Konrad!“ j ״Pan Jan! Bauern,׳ Hunde und Güter habe ich in ן Menge, aber Konrads mir einem Indes, ich will dir i einen Vorschlag zur Güte machen, Wirginski. Ich haee , ein Fass Ungar versprochen, wenn du Kourad Iw 1 steigst; reite nun .noch einmal mit ihm über den H<>־ 1 und Konrnd ist dein. Auf Ehrenwort!“ ״Halialia, auch ne grosse Sache, dein Konrad! Ich | habe schon Pierdc geritten, gegen die war dein edler! Konrad ein waltrcs Kälbchen . . .“ j; Diese Prahlerei wurde mit anhaltendem Applaus 1 und grossem Gelächter begleitet. 1 . (Fortsetzung folgt.)