Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1907)
- Date
- 1907-06-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 23 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 235 sehen Blättern erschienen sind. Qestatten Sic mir. tm Hinblick auf diese Veröffentlichungen meine wiederholte Erklärung zu erneuern, dass ich für alle mir von anderen zugeschriebener! Äusserungen Jede Verantwortlichkeit auf das entschiedenste ablehne. In Unterredungen, die nachzuprüfen Ich keine Cielegenhclt gehabt, erkenne Ich weder meine AusdruckswelcS noch selbst meinen Gedankengang wieder. Sie wimmeln von Missverständnissen und subjektiven Auffassungen meines Gesprächspartncrs. Ich stehe nur für das ein, was Ich selbst geschrieben und unterzeichne. Um gefällige Veröffentlichung dieser Zeilen bittend, bin ich Hochachtungsvoll und ergebenst Paris, 19. Mai 1907. Dr. Max Nordau. Verband für Statistik der Juden Am 13. Mai d. Js. fand im Lokal des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu Berlin die *I. ordentliehe Generalversammlung des Verbandes für Statistik der Juden statt. Aus dem vom Vorsitzenden des Verbandes Dr. Alfred Nossig erstatteten Berichte über die Tätigkeit des Kuratoriums, des Vorstandes und des Bureaus für Statistik der Juden ergab sich, dass der statistische Verband seit vorigem Jahre wieder einen bedeutenden Aufschwung genonmien hat. Das Bureau stellte im Fcrichtsjalire eine Reihe statistischer Arbeiten her: Im Aufträge der Grossloge des U.O.B.B. für Deutschland wurde eine in! wesentlichen auf Originalerhebiingcn beruhende Untersuchung über ..Die sozialen Vcrhältnisse der Juden im Grosshcrzogtuiu Hessen'4 vollendet. Die von Dr. Arthur Ruppin. dem Leiter des Bureaus ierfasstc Arbeit wird voraussichtlich noch im Laufe des Jahres 1907 im Druck erscheinen. Mit Unterstützung der ..Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums“ wurde eine vom Mitgliedc des Bureaus Dr. Jakob Thon verfasste Schrift ״Die jüdischen Gemeinden und Vereine in Deutschland“ mit einem wertvollen Beitrag von Paul Drev in München veröffentlicht. ..Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Oesterreich“ wird sich ein drittes statistisches Werk betiteln, dessen Druck bereits begonnen, und das ebenfalls Dr. Thon zum Verfasser hat. Demnächst erscheinen auch «Die sozialen Verhältnisse der Juden in Rumänien“ und ״Tabellarische Uebcrsicht über die Verhältnisse der Juden in Deutschland“. Neben diesen Puhl!• kationcn iiess das Bureau wie im Vorjahre die ZEITSCHRIFT FÜR DEMOGRAPHIE UND STATISTIK DER. JUDEN erscheinen, die eine Reihe neuer Mitarbeiter aurweist und im ..Statistischen Archiv“ wertvolle Materialien fiir eine künftige Gcsaintstatistik der Juden aufstapclt. Das Kuratorium, dessen Vorsitzende Sanitätsrat Dr. M a ־ retzki und Geh. Sanitätsrat Dr. Blumenthal waren, setzte einen Arbeitsausschuss ein. dem neben dem ersten Vor• sitzenden der Schatzmeisetcr Herr Benno Braun und Di. Nossig angehörten. Auf Grund der neuen Satzungen des Kuratoriums, die den subventionierenden Körperschaften die Entsendung eines Vertreters anheimstellen, traten zwei hervorragende jüdische Organisationen dem Verbände mit namhaften Subventionen bei: die deutsche Konferenzgerneinschaft der A.I.U.. die im Kuratorium durch Geh. Kommerzienrat M. L. Goldberger und der Hilfsverein der deutschen Juden, der durch Herrn Oscar Berlin vertreten wird. Der Vorstand des Verbandes teilte sich in eine wissenschaftlichc Kommission (Vors. Dr. I. Rotiiliolz) und eine Propagandakommission (Vors. Herr Richard Cassel). Die wissenschaftlichc Kamission beriet das Arbeitsprogramm für das Bureau und bemühte sich um Gewinnung und Heranbildung neuer Mitarbeiter. Als erfreuliche Erscheinung ist der Ausbau der statistischen Organisationen im Auslande zu verzeichnen. Zu den bereits bestehenden Vereinen ist jüngst eine ״Verccnigung voor Statistik eil Demographie der Joden in Ncdcrland“ hinzugetreten, die sich dem gemeinsamen Verband für Statistik der Juden angeschlossen hat. Die finanziellen Grundlagen des Verbandes haben sich bedeutend gebessert. Im Vorjahre subventionierten ihn nur nachstehende Organisationen und Gemeinden: Der Zentralverein deutscher Staatsbürger J. Gl., die Grossloge des U.O. B.B.. der Deutsch-israclitischc Ocmeindcbuitd und die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, die Gemeinden Berlin. Breslau. Franksurt a. M.. Hamburg. Köln, Mainz, Posen. Stettin, Wiesbaden. Im Laufe des Berichtsjahres traten hinzu: Die deutsche Konfcretiz-Gcmeinscliaft der A.I.U.. der Hilfsverein der deutsehen Juden, die Baronin Cohn-Oppenhcim-Stiftung. die Gemeindc Adass-Jisroel in Berlin, die Synagogengemcinden Danzig. Kassel, Hannover, Beuthcn. Elberfeld, Kattowitz. Strassbürg, Glchvjtz, Hohcnsalza. Erfurt. Königsberg. Hildesheim, Konstanz. Dresden, Tilsit, Thorn. Von ausländischen Gemeinden: Wien. Prag, Lemberg. Warschau. Im ganzen subventionieren den Verband 31 Gemeinden und 3 Organisationen mit Beiträgen bis 1000 Mark. Dank der regen Beteiligung der jüdischen Körperschaften ist das Bureau gegenwärtig in der Lage, ein umfassenderes Arbeitsprogramm durchzuführen, und insbesondere das Material zu einer Weltstatistik der Juden svstema'tiscip'ztf bearbeiten. Es wird dies teils in Form der bisherigen ״Veröffentlichungen“, teils in der kürzeren tabellarischen Zusammenstellungen erfolgen. Aus den» Berichte des Schatzmeisters Herrn Bruno Braun geht hervor, dass der Etat im Jahre 1906/07 9381,23 Mark bctrug, im Vorjahre 1905/06 9685,75 Mark. Auf Antrag der Ptvjsionskommission (Herr Richard Cassel und Ing. S. Eliasberg) wurde für die Finanzgebarung Dechargc erteilt. Bei den darauffolgenden Wahlen entsandte die General- Versammlung statutengcnüiss fünf Mitglieder in das Kuratorium, und zwar: San.-Rat Dr. Maretzki. Gchcinirat Prof. Blumenthal. Prof. Philippson, Justizrat Dr. E. Fuchs. Benno Braun (i. F. Joelsohn 6; Braun). In den Vorstand des Verbandes wuren gewählt: D.\ Brun״ Blau. Benno Braun. Dr. Bcrnh. Kahn. Dr. H. G. Heymann. Dr. Walter Munk. Dr. Alfred Nossig. Dr. Julius Rotiiliolz. Dr. Theodor Zlocisti. Zu Revisoren wurden die Herren Richard Cassel und Leopold Domnauer bestellt. An der regen Debatte, die sich über die ferneren Arbeiten des Verbandes und seine finanzielle Ausgestaltung entwickelte, beteiligten sich die Herren Benno Braun. Richard Cassel. Dr. Nossig. Dr. Utymann und Dr. Blau. In einer am 27. Mai stattgefundenen Hauptversammlung wurden die von Justizrat Dr. Mar Horwitz neuredigierteir Satzungen nach eingehender Diskussion einstimmig angenommen. Diese Satzungen gelten nur für den deutschen ״Verein iiir Statistik der Juden“, der zudleich die Zentralstelle des ״Verbandes für Statistik der Jucdn“ bildet. Die Satzungen des Verbandes sollen im Einverständnis mit den dem Verbände angehürenden auswärtigen Vereinen neu entworfen werden. Mit einem Dank an Herrn Justizrat Dr. Horwitz schloss die Versammlung. Gemeindebund Berlin. An der Spitze der soeben erschienenen MIT- TEILUNGEN No. 6$ vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde findet sich ein Artikel erfrculiclien Inhalts: Die als dringendes Bedürfnis empfundene Errichtung einer Erziehungsanstait für schwachsinnige jüdische Minderjährige ist gesichert. Mehr noch, die vorbereitenden Schritte zur Ausführung des Baues zur Schaffung eines Vereins, dem der Anstaltsbetrieb übergeben werden so!!, haben begonnen. Der mächtige Fortschritt, den diese wichtige Angelegenheit gemacht hat. ist dem hochherzigen Entschluss der Grossloge für Deutschland U. O. B. B. zu verdanken, gemeinsam mit dem D. I. G. B., als dessen gleichberechtigte Partnerin das Unternehmen auszuführen. iiir das sic die Summe von •10000 Mark zur Verfügung stellt. Eine gleiche Anzahl von Vertreten! beider Körperschaften, deren Namen grösstenteils in der jüdischen Öffentlichkeit wohlbekannt sind, bilden das vorbereitende Komitee. Er erscheint bereits an der Zeit, vorläufige Anmeldungen fiir die Anstalt dem Bureau des D. I. G. B., Berlin \V.. Steglitzerstr. 85. cinzureichen. — Die Kommission zur Ausarbeitung eines Organisationsgesetzes fiir die preussisehen Juden hofft bis zum Beginn der Sommcrfericn die erste arbeitsvolle Lesung des Gesetzes abzuscliliesscn und so die Reisezeit fiir die Vorbereitung der zweiten Lesung, an der die auswärtigen Komniissionsmitglieder besondere Gelegenheit zur Beteiligung finden sollen, nutzbar machen zu können. — Der Tätigkeit des den! D. I. G. B. nahestehenden ״Verbandes der Vereine zur Förderung des Handwerks und der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" ist ein umfangreicher Artikel gewidmet. Auf die Geschichte dieses Verbandes folgt ein Bericht über das Ergebnis einer, bei allen für das jüdische Handwerk in Betracht kommenden Institutionen veranstalteten Rundfrage. Dieses scheint geeignet. Interessenten eingehend über den derzeitigen Stand der mannigfachen Bemühungen aus diesem Gebiete zu orientieren. Es ist zu wünschen, dass der Verband, der sich eine Aufgabe gestellt hat. die für die körperliche und soziale Hebung unserer Glaubensgenossen von hohem Wert ist. auch ausserhalb des D. 1. G.B. die verdiente Unterstützung findet. In einem ferneren Artikel wird die langjährige und umfangreiche Tätigkeit des Gemeindebundes selbst auf den verschiedensten mit Handwerk und Bodenkultur zusammenhängenden Gebieten dargestellt. — Die Tätigkeit des Gcsanitarchivs der deutschen Juden weist wiederum erfrculiciic Fortschritt auf. Als Vorlage für Kommissionen, die. i! 1 1 1■ I I . I % j ' i יייייייך■" '*•־'#״9** ודו TW” יי׳ייי*־