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Jüdische Rundschau · 1907-05-17 · Heft 20 (17.5.1907) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 20 (17.5.1907)
Date
1907-05-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 20 w ״״▼׳־•—■״rr -־ JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 20t \v׳as hat daneben die Tatsache zu bfecleüten, da§s jetzt die Herren j a'coby; Lachmänn, Timendorier uttd Badt erklären, teil hätte in der zweiten und letzten Unterrecluug am 22. Februar die Niederschritt des Direktors ״ausdrücklich als richtig Und meinen Anschauungen entsprechend anerkannt.“ Was soll eine solche Erklärung besagen? Etwa, dass diese Niederschrift von mir als der adäquate Ausdruck meiner Oedanke.1 anerkannt sei? Dagegen steht doch mein eine Woche vorher au den Vorstand gesandter Brief, dessen Wortlaut Herr Lillcntfial seinen Lesern leider vorenthalten hat. in dein cs heisst, dass die Nieder- Schrift des Direktors ״eine verzerrte Wiedergabe meiner Gedanken Ist“. Soll aber dieser Erklärung bcfcageii! dass ich in der Niederschrift trotz der missglückten Fortn *״ auf die Mich Ja der Vorstand selbst nicht festlcge.1 will - meine Gedanken wiedetzucr« kennen vermag, nun so stimme ich Ihm fM, Warum dann hbör diese Irreführende Form der E r k I ä r U n g? Wie gesagt, meine Erläut׳.rting der Niederschrift des Herrn Direktors ist heute authentisch. Bleibt das Verfahren des Vorstands. Dieses Verfahren erscheint ,.!ach der Darstellung des Herrn Lilientliat in noch viel schlimmeren Lichte üU Vorher; Zum feisten Aiale habe ich Näheres (Iber die Anzeige der drei jüdischen Lehrer feriähfeh. Sie hatten das Gespräch erst aus zweiter, der Vorstand also erst aus dritter Hand. Was mir iibrigens jetzt auch ein Brief jenes jüdischen Oberlehrers vom MoimnSengymnasium berichtet, der von Prof. Schäfer» einem der drei jüdischen Lehrer, ahnungslos benutzt wurde, die Niederschrift des Direktors Zu erhalten, lind der heute jede Beteiligung aii dem tibien Handel zurück weist. Aus dritter Hand also! Ich \var aber bis jetzt der Meinung, der Vor- Stand hätte• sich wenigstens nachträglich mit de!11 Direktor in Verbindung gesetzt, um Sich die Niederkclitlft von ihm erläutern zu lassen, aber siehe dä, Was Stellt sich heraus? Eine Anzeige aus dritter Hand ln Sechs Sätzen über ein dreleinhalbstündig'cS Gespräch ohne Erläuterung. Und das nennen die Herren vöril Vorstand ein korrektes Verfahren. Sehr korrekt vor allein. haben die drei jüdischen Lei!rer Prof, Schäfer, Prof. Türk iind Lehrer Hanf! gehandelt. Ist denn kfeiUeni von ihnen der Gldauke gekommen, vor der Anzeige erst mich einmal zu hören? Nun, die Herren werden Ja ihre Gründe gehabt haben, dies nicht zu tun. Und sehr korrekt ging es weiter. Ich habe bcliauptet: Man hat mich ttfcltt gehört. Herr Lili'enthal behauptet: Wir haben Ihn gehört, so oft er es verlangte. Hier war Herr Lilientfial mehr als Inkorrekt. Er weiss selbst, dass diese seine Behauptung nicht den Tatsuchen entspricht. Ich habe den schriftlichen Beweis dafür in Händen. Es ist übrigens das dritte Mal, dass ich ihm so etwas nachweisen kann. Am 13. Februar schrieb ich an den Vorstand der Jüdischen1 Gemeinde einc.1 Brief, den auch Herr Syndikus Lilientliaf gelesen hat. Er zitiert• ihn wenigstens, in diesem Briefe heisst es (das zitiert er nicht): ״Es liegt mir alles daran, dass man erfährt, was ich gesagt habe. Ich will gehört werden von allen, die in diesem Falle mitzureden und mitzustiinmen haben, will ich gehört werden. Das ist ein Recht, auf dem Ich stehe.“ Mm höre man: Ueberhaupt nicht geschert und nicht gehört haben mich vom Vorstande die Herren: Netter, Ei’sriefV Oliven. Dr, Felichenfcld, Seligsohn. Von der Repräsentanz die Herren: Löwenthal, Bodenstein, Hans Friedländer, Manhelmef, Minden, Veit-Simon, Dr. Wefgert, Lcvy, Pincus; macht zusammen über die Hälfte der Vorsteher und Repräsentanten. Die Niederschrift des Direktors mit mir besprochen haben nur die Herren Jacobs׳, Tlmcndorfcr, Lach mann. Badt und Syndikus LfHc nt ha I. Und angesichts dieser Tatsachen, die doch ein Holm sind auf den Ruf nach Gerechtigkeit in meinem Briefe, wagt cs Herr Lilienthal emphatisch zu verkünden: ״Wir haben ihn gehört so oft er es verlangt hat“? Ich überlasse es dem Leser, diese Behauptung des Herrn Lilienthal mit dem rechten Namen zu benennen. Und dann noch eins: Herr Lilienthal sagt: Wir haben ihn gehört, so oft er cs verlangt hat. Da möchte ich doch noch eine Gegenfrage tun: Und wie oft haben die Herren verlangt, mich zu hören? Ein einziges Mal. am Tage nach meiner Suspension: Herr J a c 0 b y. Aber, sagt Herr Lilienthal, wir haben Herr.1 Dr. Cohn Ja Gelegenheit gegeben, an Vorstand und Repräsentanz ״eine ausführliche Verteidigungsschrift zu versenden“. Diese Behauptung ist eine Verdrehung der Tatsachen/ Zu nichts hat man mir Gele¬ Allein geblieben, schwankte Chmicfnlcki’ feinen Augenblick und näherte sich dann der Panna Oda. Diese schielte von der Seite nach jeder seiner Bcwegunngn, und als sie sah, dass er sich ihr nähern wollte, wandte sie den Kopf nach der entgegengesetzten Richtung. ״Daniello!“ winkte Parma Oda einem stattlichen Jüngling, der sich gerade mit einigen Backfisch'ai Unterhielt, zu. ,,Kommen Sie doch einmal her, mein Lieber! * Dieser machte seinen Nachbarinnen eine entschuld!- -gendc Verbeugung und wandte sich dann graziös zu Panna Oda. Es war ein hübscher, sechzehnjähriger Knabe mit klugem, ernsten Gesichte und tiefschwarz-en Augen, einfach, aber überaus geschmackvoll gekleidet. ״Daniello,“ sagte Panna Oda mit einem mildem Lächeln, wahrend ihre Finger liebkosend das Kinn de Jünglings berührten. ״Fiir die am morgigen Tage stattfindende Jagd ernenne ich Sie zu meinem Pagen. Sind Sle's zufrieden?“ ״Zu meinem tiefsten Bedauern, erlauchteste Panna, kann ich von dieser Ehre keinen Gebrauch machen.“ ״Warum, mein Lieber?“ ״Mein Vater hat mir verboten, an der Jagd, die jeh rrich gestehe es —- über alles liebe, nicht allein unmittelbaren Anteil zu nehme, 1, sondern selbst zugegen zu sein, wo andere jagen.** ״Pfui f Welch ein Despotismus! Welch eine unverzeihlictic Launef“ ״Mein teurer Vater, edle Panna, ist weder despotisch noch launisch!“ ״Aber was gäbe es für einen vernünftigen Grund, um einem Kinde das allerunschuldigstc Vergnügen zu rauben und ihn in seinen ritterlichen Neigungen zu stören?“ ״Ich bin von der Vernünftigkeit der Gründe meines klugen, guten Vaters in solchem Masse überzeugt, dass ich mich auf Grübeleien erst gar nicht cinlasse, und mich bedingungslos unterordne.“ ״Sie sind ein trefflicher, lieber Sohn, Danlello! Wenn ich einen Sohn hätte, ich würde gewünscht haben, er gliche Ihnen.“ Der Jüngling verbeugte sich graziös tmd küsste die ihm dargercichte schöne Hand. (Fortsetzung folgt.)

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