Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1907)
- Date
- 1907-05-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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1 r ו 1' I F ו.־ ו 4 י .1 No. 18 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 179 achtet nur den, der einen geraden Rücken hat und sich seines Wertes bewusst ist. Der aber sein Ich vvegwirft und sein Stammcstum anderem hintansetzt, gilt ihnen nicht ehrenwert. Die Herren vom Vorstand haben sich als Juden blossgestellt, weil es galt, einem christlichen Gymnasialdirekter zu zeigen, dass man eine kernhaft deutsche Gesinnting habe. Dem Christen zu Lifcbe macht man ein Ende mit dem Liberalismus und der Toleranz. Um ihn zu befriedigen, wird man ztnn Fanatiker und Inquisitor. Der Christ ist der Götze, dem man opfert, der Moloch, dem man Kirchen baut und in dessen Namen man wohltätige Stiftungen macht, dem man' Rabbiner opfert und zu dessen Befriedigung man Existenzen vernichtet. Der Götze, den ihr euch erwählt habt und den ihr anruft, kann euch auch einmal ungnädig werden, der Moloch, den ihr anbetet, kann zum Gespenst werden, das euch verfolgt. Dr. O. W e i I. Bezalel Sehr geehrte Redaktion. Da ich von vielen unserer Briidci im Auslande Anfragen wegen des ״Bezalel“ und seiner Zwecke erhalte und cs mir unmöglich ist. einem jeden ausführlich zu antworten, ersuche ich Sie höflichst, diese wenige Zeilen in Ihrer werten Zeitung giitigst abdrueken zu wollen: Im ,.Bezalel“ bestehen zwei Hauptabteilungen, für K11 n s ז und K u n s t g e w e r b e. In der ersteti sind talentvolle Jünglinge, die im Auslande Kunstmittelschulen bereits besucht haben, aufgenommen worden und dazu ist eine vorbereitende Klasse für hiesige Jünglinge, welche Talent besitzen, aber keine Möglichkeit hatten, Kunstschulen zu besuchen, eröffnet w orden. Diese werden dann im ״B e - zalel“ und seinen Filialen, die er mit der Zeit in ganz Palästina eröiinen wird, als Lehrer und Musterzeichner angestdit werden. Die Zahl der Schüler dieser Abteihing ist komplett und cs werden daher vorläufig kbine neuen Schüler aufgenommen der erste Potocki seinen Olymp, umgab ihn mit tieien Gräben, hohen Wällen und Zugbrücken, schützte ihn durch hohe Türme mit zahlreichen Schiessscharten, und gab so Zeugnis von der Baukunst iener Zeit. — In früheren Zeiten hatte dieser hohe cddhcrrlichc Sitz die Bedeutung und den Charakter eines Forts und einer Ritterburg im Sinne des Mittelalters zugleich; allein im Laufe der Jahre keinerlei feindlichen Angriffen seitens der friedfertigen Nachbarn ausgesetzt, wurde Potocki vertrauensseliger. Und nach und nach verlor das Schloss sein ursprünglich wildes, erschreckendes Aeussere und nahm immer mehr das Aussehen eines prächtigen Magnatenschlosses an. Die Türme mit den Schiessscharten wurden tu Wolmkasernen für Hof- Kommandos verwandelt, die Arsenale in Quartiere für Haiducken und andere Domestiken, dei grosse Exerzierplatz in einen Park und der hohe Wall machte einem leichten Gitterzaun und einer Reihe schöner Linden und Pappeln Platz. Nur die Gräben und Zugbrücken wurden, zur Erinnerung an frühere Zeiten, beibehaltcn und wollten mit der dreistöckigen Fassade, die der gegenwärtige Besitzer nach dem Muster der neuen Paläste in der Residenz Polens errichten liess. durchaus nicht harmonieren. — Von den vergoldeten Balkons au dem cdellterrlichen Schlosse bot sich, besonders am frühen Morgen ein, wenn auch nicht ausgesuchtes, aber nichtsdestow eniger ent¬ Für die Kunstgewerbebranehc sind inzwischen drei Ateliers eingerichtet und zwar: Teppichk*1 üpfer e i für Frauen, Gipsgicssc rei und Steinhaucr ei für Männer. In der Teppichabteilurig gibt es keinen Platz mehr für neue Schülerinnen. Denn ausser den schon arbeitenden haben sich einige hundert Frauen und Mädchen für dieselbe gemeldet. Dasselbe ist der Fall auch mit der Gipsgicsserei. Für die Stcinhaucrei wird noch eine gewisse Zahl von Schülern nach folgenden Bedingungen aufgenommen werden; ־ Der Betreffende soll eine Summe von ISO Frcs. mitbringen, sow ie eiti Zeugnis von einem Arzte wegen Gesundheit und ein .Führungszeugnis etwa von einem Verein vorlegen. Es ist auch beschlossen worden, mit der Zeit neue Ateliers für mehrere verschiedene Kunstgewerbefächer einzurichten, wo neue Schüler und Schülerinnen Aufnähme finden werde׳.!. Dies alles aber hängt v o n den Mittel ח n n s e res Institutes ab. Wir werden auch, falls es die Mittel erlauben w erden, im ״Bezalel“ eine freie K u n s t a k a d e in i e einrichten, wo unsere jungen Talente eine europäische Kunsibüdung gemessen und dazu sich einen modernen jüdischen Geist aneigiien werde״.!, damit sie jüdische Künstler im vollen Sinne des Wortes sein sollen. Meine letzten Wort e s e!*reibe i c h als Antwort für die. welche mich anfragen, womit s i e (I e m ..B e z a l e I“ helfe n k ö n n •2 ii. Sie 111 ö g e 11 wissen, das s w i r nur eins benötigen und zwar Mittel. Mit Zionsgruss und vorzüglicher Hochachtung Prof. Boris Schatz. Aufruf Die Notwendigkeit der hebräischen Sprache für die jüdische N'atioiialhewcgung wird von niemandem bestritten. Sogar d'e. welche für das Jüdisch-Deutsche cintreten. geben die Wichtigkeit der hebräischen Sprache zu. zückendes Panorama. Bis zum äussersten Ende des Horizontes dehnt sieh eine Ebene aus, glatt wie ein Tisch. Am Ende des Horizonts tauchen, malerisch zerstreut, ganze Gruppen von Dörfern und Vo!werken aus dem zarten durchsichtigen Morgennebei. wie Emen auf einer spiegelglatten Wasserebene auf. Ein ganzes Meer von Achrcn, durch einen frischen Wind leicht 111 Wallung gebracht, überflutet die F'läche mit allerhand hellen und dunklen Blumen in allerhand Farben. Von allen Seiten strömen aut die weiten Wiesen und fetten Weideplätze zahllose Herden, ln mutwilligem Spiel, von Dutzenden von Hirten umgeben und getrieben, springen und jagen die feurigen Herden der Rosse einher. Tauseatle von Leibeigenen arbeiten und schäften, wie Ameisen, auf den Wiesen und Auen. Die Sonne taucht taufrisch empor und zerteilt den Nebel und überschwemmt dieses lünd־/ liehe Bild mit ihren w eichen, matten Goldstrahlc.1. Wie schön und licht sehen da die schmalen, krummen Gassen des Städtchens Zwatitz aus, die halbverfallenen Hütten, ja selbst die vom Morgentau gew aschenen Leibeigenen l Wohl ist eine üppige Vegetation am *ranze•.) Horizont nicht sichtbar, dafür geht das edelherrliche Schloss, gehe 1 selbst die steilen Wände des Hügels in Gärten und Bhmienheeten und frischem Grün auf. Was Wunder? Hunderte von Menschen mühen sich tun diese Pflanzen ab, bcgicsscn sie mit ihrem Schweiss und mit ihren i % ״״f* ׳?ויי־יוי