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Jüdische Rundschau · 1907-04-19 · Heft 16 (19.4.1907) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 16 (19.4.1907)
Date
1907-04-19
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite IW JÜDISCJtlü RUNDSCHAU No. 16 Band II. S. 311. Berlin, den 9. August 1895. . .Das Reklanicbild für ״Labradors•* ist sehr hübsch, aber psychologisch falsch, weil der Zeichner einen Juden als den Zuspätkommenden gewählt hat; ein richtiger Jude kommt aber nie zu spät , 1 Band II. S. 325. Berlin, den 15. Juli 1906. Berlin wimmelt von Russen. Australiern, Kaliforniern nud Illinois-men; auch viele ״Franzosen" sind da — alle hier •ufgezählteu s.nd aber Juden. Und dabei darf man nicht mal Antisemit sein, weil das wieder zu dumm und zu roh sein würde Band II. S. H. Norderney, den 12. August 1882. Bei Knyphausens erschien zur Kaffccstunde eine sehr reizende Baronin aus Stuttgart.Als sie fort war, fragte ich, wer die Dame gewesen sei. ״Das war die Freifrau von Bcriichingcn. und ihr sechsjähriger, ältester Sohn heisst üötz." Der junge Baron Dürnberg, der mit dabei wai. setzte hinzu: ״Wahrscheinlich ein skrofulöser kleiner Bengel, der nachher seinen Heldcnnainen verunziert.*‘ Aber enfin. er is* •loch immer ein christlicher, richtig getaufter üotz von Bcriichingcn; der wirkliche Schrecken iängt erst bei Pcrcy Heymann an- Band 11. S. 73. Norderney, den 12. August 1883. ״ Liebe Frau. Dass die katholische Köchin ausbleibt, ist vielleicht ein Glück. Ich bin in nichts ein Prinzipienreiter und •so recht einer, der ein Verständnis und meist auch ein liking iür Aus* nahmefälle hat. Das hebt aber den alten Satz auf: Besser ist besser. Je älter ich werde, je mehr bin ich für reinliche Scheidungen; Haar apart und Kotelett apart. Jude zu Jude, Christ zu Christ und natürlich auch Protestant zu Protestant. Geschieht das nicht, so heisst es immer einmal: ״Richtiger alter Jude, richtiger alter Katholik“ etc. Ich habe vieles erlebt, das mir eine tief-innerliche Freude gemacht hat: Die Herausreissung Deutschlands aus der politischen Misere, die Mündigwerdung des Volkes. Zu diesen Herrlichkeiten, an denen meine Seele lutscht wie an einem Bonbon, gehört auch der immer mehr zu Tage tretende Bankerott der After- Weisheit des 18. Jahrhundert. Das Unheil, das Lcssing mit seiner Geschichte von den drei Ringen angerichtet hat . . . . ist kolossal. Das ״seid umschlungen. Millionen'* ist ein Unsinn. Hoheitsaufgaben. die doch nicht gelöst werden können, verwirren die Menschheit nur. Ganz allgemein aufgestellt sind unerfüllbare Sätze wie ״liebet eure Feinde", gross und segensreich. Denn der Einzelne kann sich daran in den Hinmiel hincmstrampeln. Und ich bewundere cs dann. Aber sowie das praktische Leben für den Alltagsgcbrauch danach eingerichtet werden soll, geraten wir in die Nesseln und schreien ״au“. Kleine Mitteilungen Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums ln Berlin. (Llndenstrassc 48/50.) Verzeichnis der *tu Sommer-Sc mes tcr 1907 zu haltenden Vor- ׳ lesuneen. Herr Dr. Baneth wird lesen: l. Talmud babvl. Kidduschin. Cap. IV. 4 Stunden, Montags und Donnerstags 10—12 Uhr. 2. Talmud babyl. Nedarirn. Cap. III. 4 Stunden. Mittwochs und Freitags 10-12 Uhr. 3. Einleitung in den Talmud. 1 Stunde. Donnerstags 12—1 Uhr. 4. Joro De*a (Tur und Schulchan *Aruch. Fortsetz.). 2 Stunden. Mittwoclis 8—10 Uhr. 5. Eben ha'ezcr XVII (Forts.). 1 Stunde. Montas •12—1 Uhr. 6. Mischnc Thora. Buch 8. 2 Stunden. Montags und Donnerstags .״-׳ווו■ in Herr Dr. El bogen wird lesen; 1. Alte Pentateuch- Commentare (für Fortgeschrittene), 2 Stunden. Dienstags 12—2 Uhr. 2. Talmud babyl. Mofd Katon, Cap. Ul. Ende. 4 Stunden, Sonntags 8—10 Uhr und Dienstags 10 *12 Uhr. 3. Geschichte der Juden in Deutschland. 11. Teil 2 Stunden. Mittwoclis und Freitags 12—1 Uhr. 4. Geschichte der Schriftauslegung. 2 Stunden. Sonntags 10—12 Uhr. 5. Historische Uebungen. 1 Vi Stunden. Mittwochs •lOMr—12 Uhr. Herr Prof. Pr. May bäum wird lesen: 1. Midrasch Tanchuma. 1 Stunde. Dienstags 9-10 Uhr. 2. Homiletische Uebungen. 2 Stunden. Freitags 8—10 Uhr. Herr Dr. Yaliuda wird lesen: 1. Das Buch Hiob, 2 Stunden. .Dienstags und Freitags 10—II Uhr. 2. Die Bücher Samuelis und der Könige mit Ouellemmtersuclmugen. unter Heran- Ziehung der Bücher der Chronik ncl>st archäologischen und historischen Excurseii. Montags 10—12 Uhr und Freitags 1112 Uhr. 3 Hebräische Grammatik mit stilistischen Ue!1ungen. 3 Stunden. Montags. Dienstags und Freitags 12—1 Uhr. 4. Maimuni’s Einleitung in die 13 Glaubensartikel (arabisch). 1 Stunde. Dienstags 11—12 Uhr. 5. Lektüre arabischer Texte für Fortgeschrittene (prtvatissime). 2 Stunden. Mittwochs abend 8-10 Uhr. Herr Dr. Freund wird lesen: Die Gruudziicc des preussisehen Schulrechts unter besonderer Berücksichtigung de jiidischeu konfessionellen Verhältnisse. 2 Stunden. Montags und Donnerstags 5—6 Uhr. Die Eröffnung des Sommer-Semesters findet am 23. April um 11 Uhr vormittags statt Als Zuhörer für die Vorlesungen -sind in erster Linie die rite innnatrikulierteu Studierenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen.׳ Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen tcilnchincn. Die Anmeldung erfolgt bei dom zeitigen Vorsitzenden des Lehrer-Kollegiums. Herrn Rabl». Prof. Dr. Maybaum. in seiner Wohnung. Steglitzerstr. 68. täglich (mit Ausnahme der Sabbathe und jiidisciien Festtage) *von 11-12 Uhr. ,Berlin, im März 1907. Das Kuratorium. Der 1 s r a e l i t i s c 11 e F o r t b i I d 11 n g s v e r c i 11 Monte- Höre (Vereinslokal: Dtrckscnstr. 46) nimmt für das Sommer- Halbjahr 1907 in Aussicht: Dienstag. 9-10 Uhr abends: Dr. Ed. Biber! cid: Miselmali i: Traktat Sehabboth. (Beginn am 9. April. — Sonnabend. 1-•I2 1 eI Uhr vormittags: Mitgliedcr-Schiur: ..Diiiim“ (Chaje Odom). (Beginn am 13. April.) — Sonnabend. 4—5 Uhr nachmittags: Dr J. Wohlgemut!!: ״Hiob‘•. (Beginn am 13. April.) Berlin. Nachdem die ürosslogc U.O.B.B. für Deutschland beschlossen hat. sich mit 40 000 Mark an der vom Deutsch- Israelitischen Genieiiidcbunde beabsichtigten Errichtung einer Erziehungsanstalt für schwachsinnige jüdische Minderjährige zu beteiligen, ist damit die nötige Bausumme vervollständigt. Der Ausschuss des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes hat demgemäss beschlossen, in Gemeinschaft mit der Grcssloge den Bau baldmöglichst in Angrifi zu nehmen. In Berlin hat sich eine territorialistische Vereinigung, unter dem Namen .JL a ״ g w i 11 - K l u b". gebildet, deren Zweck es ist, neben der Pflege jüdischer Kultur .im allgemeinen, unter seinen Mitgliedern das Interesse an den territorialistisehen Bestrebungen wachzurufen und zu vertiefen. Vorsitzen der Dr. E. Simonsohn. Die Adresse des Vereins beim 2. Vorsitzenden. Herrn Arthur Brunn. NW. 23. Cuxhavener- Strasse 17. A. B. Berlin. Im Krankenhause der jüdischen Gemeinde wurde neben den bereits bestehenden Polikliniken *für äussere und innere, sowie für Hals-, Nasen-, Ohren- und Fraucn-Krankhciten am 1. April er. auch eine augenärztliche Poliklinik eingerichtet, welche von S1•-־ bis 9Va Uhr vormittags geöffnet ist. Berlin. Nachdem das Projekt der jüdischen Gemeinde, in der Nähe von Lankwitz ein grösseres Gelände für die Anlage eines Friedhofes anzukaufen. gescheitert ist. hat man mit der Gemeinde Stahnsdorf Verhandlungen angeknüpft, um sich dort in der Nähe des Berliner Zentralfriedhofes ein grösseres Terrain zu sichern. Ein umfangreiches Gelände ist der judisehe« Gemeinde in Stahnsdorf bereits zur Verfügung gestellt vvofden; die Entscheidung über die Annahme der Offerte soll bis zum 1• Juli zu erfolgen haben. Berlin. Ein Rückblick auf das verflossene Semester gewährt ein erfreuliche Bild über den Aufschwung, den die Vereinigung jüdischen Akademiker genommen hat. Zunächst zeigte sich dieses innere Erstarken des Vcrcinslcbens an der regen Arbeit sämtlicher Mitglieder auf geistigem Gebiete. Von der Annahme ausgehend, dass für den gesetzestreuen, jüdischen Studenten in der heutigen Zeit die Behandlung wichtiger Fragen der Gegenwart von besonderer Bedeutung ist, hat der Verein seinen Mitgliedern die Möglichkeit gegeben, in freier Aussprache modern-wissenschaftliche Fragen im Lichte indischer Weltanschauung zu beleuchten. Berlin. Eine neue 4proz. Anleihe von Millionen Mark will die Jüdische Gemeinde zu einem Tilgungssatzc von 1 % aufnehmen.

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