Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 16 (19.4.1907)
- Date
- 1907-04-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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I I!־ ו!־ Seite 154 JÜDISCHE KUNDSCHAU Nb. 16 w°rde» ist, während doch das Judentum von ältersher von seinen Bekenner» strenge Vaterlandsliebe fordert ..Suchet das Wohl des Staates, wohin ich ,Euch führen licss, und bet׳ct für ihn zu Gott; denn in seinen! Wohlc ließt auch das Eure.“ Das Landesgesetz ist auch unser Gesetz.“ ״Bete flclssig für das Wohl der Landesobrigkcit; denn wäre nicht Furcht vor ihr. so würde einer den andern verschlingen.“ ׳ ״Mein Sohn, fürchte Gott und den König, mit Aufrührem lasse Dich nicht ein“ 11. s. f. u. s. f. Diese Pflege vaterländischer Gesinnung und die Erziehung zu treuen, selbstbewussten Juden sind mächtige Bindemittel zwischen den einzelnen indischen Verbänden, in welchen eine kräftige, an der Vergangenheit ihres Volkes sich erhebende Generation von Akademikern frei atmet und ihren Widersachern mit Stolz entgegentritt — wahrlich, eia Band, das durch keine kleinlichen Nuancierungen geschwächt werden' kann. — > So spricht ein Zionist? Keine Propaganda für die zionistischen Korporationen? Nein. Die zionistische Idee arbeitet tür sich allein. Wir müssen 1ms vorerst damit bescheiden, die jüdische Studentenschaft im Zeichen des Judentums zusamnienzuiassen. Es gibt heute keinen jüdischen Studentenverband, in welchem nicht der Zionismus schon jetzt ein mächtiger Faktor ist. Der Zionismus in ihnen ist heute ebensowenig tot zu machen, wie aller Gegenpropaganda ztitn Trotze das jüdische Verbindungswesen überhaupt errichtet werden konnte. Die rein zionistischen Verbindungen behalten trotzdem Ihre grosse Bedeutung; sie werdet! sich aber vorwiegend aus solchen Kreisen rekrutieren, die schon als Gymnasiasten in das Wesen des Zionismus einen Einblick,bekommen haben — dieser Kreis allein aber ist nicht gross genug, um hierüber die Propaganda für den grösseren Kreis zu vernachlässigen: die jüdische Korporation überhaupt. Unwille über die heut herrschende Generation Jüdischer Akademiker, welche den Ehebruch seitens des Freisinns wohl sieht, die Ehe aber nicht löst, um die Macht des Judentums auszunützen im Interesse der •jüdischen Gesamtheit — Wunsch und Hoffnung, dass die Der Rote bebte an allen Gliedern; er sperrte den Mund auf, als wollte er etwas sagen. * ־ ״Schweig’. Hund, höre zu! Verliere kein Wort von dem, was dir der Marwiehcr Rabbi.. Grossvater Pinte, sagt. Sofern du .in diese Schenke ziehst, in das Nest dieser armen Menschtn hier .... so schwöre ich dir bei Bart und Peies .... nicht bei den meinen, sondern bei dem Bart und den Peies dieses frommen Rabbiners hier . . . dass vor Ablauf zweier Wochen dieser lange schmutzige Ziegelhaufeu nebst deinen Siebensachen in Staub und Asche verwandelt sein werden: und wie der Herr den Nadah und Abilni verbrannt, so wird dich rösten mein, Freund Diabol. der so rot ist. w ie du. Und baut man dir eine neue Schenke, und du scherst dich nicht von dannen, so zünde ich auch diese an. Und solltest du noch Lust verspüren, in die dritte Schenke zu ziehen, so zertrete ich dich, dein Weib und deine ' Kinder wie ekliges Ungeziefer!“ AVeh mir, was ist das? . . der Rote ־sich Mut zu machen, klapperten. , ״Schrei noch lauter. Stinkpflanze! -Ruf die •Häscher lerbei. . . Verrate mich! Man ist mir la schon seit zehn Jetzt herarrwachsende Generation Jüdischer Akademiker Männer in den Lebenskampf stellen wird, treu als Juden und nur dadurch zuverlässig als Deutsche. — das: sind die Momente, welche eine Beschäftigung mit de״ Studentenfrage rechtfertigen. Es war ein erhebendes Gefühl." nun schon־ zum zweiten Male in wenigen Monateir die iiidisehe Studentenschaft Berlins vereint kämpfen; zu sehen; bei den akademischen Wahlen und der Ansländerfrage. Die Früchte dieser Einigkeit werden goldene sein; denn zum ersten Male scheu unsere Gegner und die Machthaber, unter deren Schutze sie stehen, dass ein neuer Geist der Einigkeit der Juden im Erwachen ist. den gering zu schätzen sic sieh wohl hüten werden. Möge die Zukunft uns eine indische Akademikerschalt beschccrcn, welche treu zusammensteht in dem Grundgedanken der Liebe zum eigenen Volke. Sie ist die Haupibedingtmg für die Achtung der andern vor unserer staatsbürgerlichen Stellung: denn wer Treue nicht hält den eigenen Brüdern, dessen Treue׳ zun! Ganzen wird gar leiehr bewertet.. 1 1 L Rundschau Schöffen und Geschworene Wegen Zurücksetzung der Juden hei der Auswahl der• Schönen und (lesclivorer.en *mite der Verband der deutschen Juden sich an den Staatssekretär des Rcic',׳.$iustizamts Dr. Nicbcrdiiiß gewandt. Dieser hat nun dem Verbände unter dem 15. März folgenden Bescheid zugehen Inssei!.־ ״Euer llochw ulilgeboren haben in der Eingabe vom 25. v. Alts, der Auffassung Ausdruck gegeben, dass, in einzelnen Teilen des Reichs Staatsangehörige' indische־ti Cd.tiibrns wegen ihres Glaubens \om Schönenamt Gosch worcuemh'enst ausgeschlossen würden.. Wmigleicl: Ihre Anführungen mich nicht, davon überzeugt haben, dass!1 der Tat eine grundsätzliche• Ztmicksuzung von Juden bei der Auswahl der Schönen und: der Geschworene» stattfindet, so nehme ich doch keine» Anstand, zu sagen, dass nach meiner Meinung ein so'ches Ve» fahren rr.it t;cm (leiste der bestehenden Gesetze nicht im Ein*- klang sein würde. Im übrigen ist die Auswahl der Scholien und der Otschw orenen in das pfliditinässige Ermessen det hierzu ־berufenen Ausschüsse gestellt, denen eine bindende Anweisung über die Grundsätze, welche sie zu befolgen haben, von keiner Seite erteilt werden kann. Soweit etwa eine Einwirkut'.cf auf ihre' Etitscltticsstrngcn durch“ unverbindliche Be- Morde r!“ versuchte während ' seine Zähne ] Jahren auf der Spur! Nun. man wird mich hängerv ver-! brennen, vierteilen. w־as tut’s? Bin vogeltrei! Ich bin j schon alt, es ist Zeit zur Ruh’ . . . Doch wisse, ver- : dammtcr Hund! .... Sieh dir mal diese Jungen an ... .; Und hier ist nicht einmal der zehnte Teil meiner Bande j . . . Wisse denn, dass jeder von ihnen bereit ist. durch! Feuer und Wasser zu gehen für Grossvater!*rate, jeder; von ihnen wird aus der Erde hervorkriechen und dich j rolterqualcn überliefern, die weder Fans noch Pfaffen : zu ersinnen imstande sind. Nicht wahr, meine Kinder?“ / ״Jawf0hl, so ist es, Grossväterchen!“ ״Nim, warum schreist du nicht. Roter? Schlag’ Lärm, verrate mich doch! Du wagst es nicht? Nu mal heraus damit, wozu du dich entschlossen hast?“ ״ ־Mein Gott, mein Gott, was soll ich tun?“ Jammerte der Rote und rang die Hände. ׳־• .;Ha, ha, ha, fetzt rufst du Gott an und vorhin wolltest du von ihm nichts wissen! Du bist ein Ben- Talmid-Chocbom, ich — ein Marwiehcr; dein Vater schrieb gelehrte Bücher, der meinige leerte während seines ganzen Lebens die Taschen der Paus .... Und dennoch tausche ich nicht mit dir. denn Arme habe ich v י*•׳** **