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Jüdische Rundschau · 1907-03-29 · Heft 13-14 (29.3.1907) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 13-14 (29.3.1907)
Date
1907-03-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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lediglich gemeinnützige Zwecke und ist ttit Sommer des ver- . ■gUUigcneu Jahres ajis ׳ffflgemlen Erwägirfigenins Lebe» gerufen!.. Die, während, der uun füniumlz.wanzigjährigen Koloni- ר . sation Palästinas gemäclitcn Erfahrungen mul erzielten Ertolgo yhaben, die ausserordentliche, Eignung Palästinas zur üartenkaltur und deren holte Rentabilität in unumstösslichen Bej", weisen dokumentiert.**) v 2, Laut Bcrediung der Kmnmission zur Erforschung ^*Palästinas genügen schon fünfundzwanzig Dunam (ca. 24-j 11aJ, .Btt» eine in Palästina lebende Arbeiterfamilie bodenständig zu 1, machen, während die Bearbeitung von iünfzig Dunam (ca. 5 ha) einer neu zugewaitdcrtcn Familie den Lebensunterhalt .. ..ermöglichen könnte: es würde also, wie die landwirtschaftliche Praxis uns lehrt, der Lohn iiir die Bearbeitung von 25 Dunam Oliven- oder Mandelland genügen, um einer in Palästina bereits ansässigen, und in den Koloitieen mit Ackerbau bescltäf- .tigttn Arbeiterfamilie die Mittel zu verschütten, die ihr während . .der, gewöhnlich fünf Monate betragenden arbeitslosen Zeit fehlen, und ferner würde der Lohn iiir die Bearbeitung von fünfzig Dunam ausreichen, um einer Arbeiterfamilie die für ihren ganzjährigen Unterhalt erfoderlichen Mittel zu ver- , schaffen, ohne dass sie dabei auf anderweitigen .Nebenverdienst . angewiesen ist. , . : . 3, Da laut fachmännischer Berechnung Palästina ausser den Nebenliindcrii durch Gartenkultur inklusive Erlicht- und . Baimintlunzutigen mindestens eine Million Men- ,sehen ernähren kann, könnte bei energischer Inangriffnahme der Bepflanzung Palästinas ein Teil des osteuropäischen Etni- י gtatioiisstromes. und ganz besonders die jungen kräftigen ...Elemente, schon bald nach ־Palästina gelenkt werden. . ■I. Ungeachtet der grossen Ausdehnung, die die Gartenkiiltur in Palästina voraussichtlich erreichen wird, ist eine Überproduktion im mindesten nicht zu befürchten, weil die für Palästina in Betracht kommenden Triiciite grösstenteils nur in einer beschränkten Anzahl \0!j Ländern gedeihen, ausserdem aber das Absatzgebiet iiir dieselben durch die wachsende Bevölkerung Mitteleuropas und infolge der Verbesserung der : VerkchrsverhältniNse sich beständig atisdchnt. 5. Die Gartenwirtschaft ist auch der leichteste Übergang für Städter zur Bauernschaft und würde zweifellos aui die physische Regenerierung des jüdischen Proletariats segensreich wirken. 6. Die Erwerbung und Bepflanzung des palästinensischen Bodens erfordert gewaltige Kapitalien, die eine einzelne Orgsni&ation aus eigenen Mitteln in absehbarer Zeit nicht aufbringen könnte. Auch wird sich schwerlich so bald wieder ein Wohltäter finden, der gleich dem edlen Zionsircund Edmund von Rothschild grosse Summen für die Wiedergeburt Palästii.us opfern würde. Um sich einen Bcgrifi von den nötigen Summen zu machen, genügt wohl, wenn wir sagen, dass zur Erwerbung und Bepflanzung nur desjenigen Teiles Palästinas, der sich für Oliven. Mandeln und andere ßaumpflanzungen eignet, und dazu darf man ungefähr ein Drittel des Landes rechnen, bei den jetzigen Bodenpreisen ein Kapital von etwa achthundert Millionen Mark erforderlich wäre. Da etwa eine Million Menschen hierdurch ihren Lebensunterhalt finden würde, so würde diese Kolonisation achthundert Mark pro Kopf. resp. viertausend Mark pro Earnilic kosten. 7 ־..Es ist• klar., dass nur wenige Emigranten über so grosse Summen verfügen: ausserdem ist cs allgemein bekannt, dass ... vorläufig in Palästina sowie in der gesamten Türkei einen regulären Bodepkrcdit noch nicht gibt, j 8. Ferner darf cs nicht verhehlt werden, dass der nicht- . Jüdische Wettbewerb um den Boden Palästinas unablässig grössere Dimensionen annimint; auch ist der Preis des Bodens des heiligen Landes int fortwährenden und schnellen Steigen btgtiften.•) . •״) Wie schnell die Kultur von Baumpflanzungcn seitens der jüdischen Bevölkerung in Palästina zunimmt, geht daraus hervor, dass beispielsweise die jüdischen Koloniccn jetzt schon ca. viertausend Dunam Orangen (im Werte von fünf Millionen Francs) und fünftausend Dunam Mandeln angelegt haben. Der Reingewinn selbst minderwertiger Orangcngärteri betrug im vorigen Jahre 15%, derjenige der Mandergärten 8%; die gleichfalls in grossen Mengen angelegten Olivenkulturcn sind vorläufig noch zu Jung, um Erträge zu bringen: jedoch rentieren sich die älteren in arabischem Besitz befindlichen Pflanzungen ausgezeichnet; als Beweis hierfür mag dienen, dass ein deutscher Kolonist bei Haifia, der kürzlich einen solchen Oliven- . garten erworben, hat. hierfür von den arabischen Pächtern pro Baum I Medschidic *1.25 Frcs. als jährlichen Pachtpreis: «rliült (gewöhnlich rechnet man 10 Olivenbäume pro Dunam! .. v *)., In der Gegend.von Jaffa kostete früher ein Dunam Land : *!. bis 40 Fracs., während er jetzt 506 F.fcs. pro'׳Dunam kostet. Das Land der-;Kolonie ..Petach Tikwa" .wurde für zehn Francs AH diese Gründe führen uns zur Folgerung, dass die Er- Werbung .und•׳•BcpHaifzung *tos paUiStineiisisciien Bodens tlas W'eik «er: ge saht ten J u de uh ci t we'rocn müss. ln utesent Sinne üt•‘auch• •der auf altgemc!n־jihhschcr Basis berunenae Pi1u11zungsvt*reiü ״Palästina4' entstanden ü. O Ir g ä n i s ä t i o n. Die t)1 gäüisation des Pflanzungs* Vereins ist lolgcndcrmasscn gedacht: 1 . 1. Mitglied des Hlanzungsvercins kann eine Jede unbescheitelte jüdische Person werden. 2. Wer achtzig Mark, das heisst den Gegen wert des angenommenen Landmitiimums von. einem bepflanzten Dunam (/״ ha) entrichtet, wird ordentliches Mitglied. 3. Wer achthundert Mark, das heisst den Gegenwert von bepflanzten zehn Dunam erlegt, erwirbt sich־ die immerwährende Mitgliedschaft. 4. Wer viertausend Mark, das heisst den Gegenwert von bepflanzten fünfzig Dunam einzahlt, dem wird das Vorschlagsreeht betrefls der zu wählenden Arbeiterfamilie eilige* räumt werden. 5. Mitglieder, die sich uni den Verein besondere Verdienste erworben haben, werden vom Vorstände zu Ehrenmitglieder ernannt und auf dem Eigentum des Vereins wird ihnen vom’ Verein eine Gedenktafel errichtet. 6. Ordentliche, immerwährende und Ehrenmitglieder erholten lebenslänglich jährlich vpij. ihren bereits Früchte, trasenden Parzellen eine Palästinagabe in Gestalt von Landes- Produkten (Mandeln, Rosinen, Oliven. Wein. Ethrogim. Konserven usw.), sofern sie nicht hierauf zu guusten des Vereinszwecks verzichten. 7. Die ordentlichen, immerwährenden und Ehrenmitglieder erhalten ferner Diplome über ihre Zugehörigkeit zum Verein. Ausserdem empfangen die ersten Tausend ordentlichen Mitglieder je eine, mir für Zwecke des Vereins ׳geschauene und von dem Kims!.er dem Yen.in geschenkte Original-Radicrung von Hermann Struck, während dt•;: hundert eisten Immerwährenden Mitgliedern die erste״ mmrr.vrieitcn Drucke mit eigenhändiger Unterschrift des Künstlers ׳,serviert werden. S. Damit auch die Minderbcgüterteti unserem Verein mögliehst zahlreich beitreten, kann der Vereins! citrag in zwölfjährigen Ratenzahlungen entrichtet werden; in zwei Jahresraten ä zehn Mark und zehn Jahresraten A sechs Mark pro Dunam. Nach Entrichtung der ersten zwei Jahresraten von je zehn Mark erwirbt sich die betreffende Persn die ausserordentliche Mitgliedschaft. 9. Die Geschäfte des Vereins werden vom Vorstand geleitet. Den Vorstand wählt der Ausschuss aus seiner Mitte, während die Wahl des Ausschusses auf der Geiieralvcrsammlung der ordentlichen Mitglieder geschieht.*) Die Generalver-!0. Bcitrittsanmcldungen laut beifolgenden Karten sind an das Bureau des Pflanzungsvereins. Berlin W. 15. Ulilaud- Strasse 175, zu richten, während Zahlungen zu gunsten des Vereins dem Bankhau sc A. H. Hey mann & Co״ Berlin N. W. 7. Unter den Linden 59. zu übersenden sind. II. Weitere Auskünfte erteilt das genannte Bureau des Vereins. ■-י ־'־׳ " ' Überall, wohin bisher die Kunde von unserem Verein gelangte, fand er zahlreiche Anhänger, und besonders'erfreulich Ist cs.-dass die dem Pflgnzu'ngsvereln zugrunde liegende Idee in der jüdischen Prat1enw־clt lebhafte Zustimmung gefunden pro Dunam erworben, während es Jetzt für zweihundert Francs per Dunam verkauft wird. Das gleiche gilt von der Kolonie ״Recboboth“ etc. *) In den Berliner Ausschuss sind u. A. hervorragende Persönlichkeiten, die in den grossen jüdischen Organisationen die leitenden Ehrenämter bekleiden, gewühlt worden und zwar: Herr Prof. Dr. Martin P h i l i p p s o n, gescliüitsiührcndcf Vorsitzender des Deutsch - Israelitischen - Gemeindebutidcs: Herr .Geheimrat Ludwig Max Goldberger. Vorsitzender der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der •Alliance Israc'lite Universelle: Herr Dr. Paul Nathan, gcschäftsführender Vorsitzender des Hilfsvereins der Deutschen Juden; Herr Siegmund Bcrgel. Mitglied der Grossloge der Bnci Biith: die Herren Bert hold Israel und Dr. Moritz S obern heim, Mitglieder des Zentralkomitees des Kolonisationsvereins ..Esra'*: Rabbiner Dr. E s c h e I b a c h e. r und Dr. H. H iTd e s h e I m e r, Vertret. der Orthodoxie: Herr Kunstmaler Hermann Struck,. Mitglied der Misracht• Gruppe und dip Herren Fabrikbesitzer S. Heprver, Dr. Fr anz Oppenheimer. Ur.■ S.^S o s.k i n. .und Prof. Di. 0. \V a r b'u r g. Vertreter.dar, zionistischen Organisation. * Sammlung wählt auch z!\ei Revisoren sow ie zwei ^SteJk.ertreter.

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