Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1907)
- Date
- 1907-03-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Softe, 116 I mat * s OH B» R U N P S CH U t No. II gcbung von Maryland* wurde ein •Antrag •cingcbracht, gegen die Einwanderung von Neger«,.Chinesen und Juden gesetzliche Vorkehrungen zu treffen. Der. Antrag wurde zwar abgefeimt, doch erregte: di.* Zusammenj Stellung xler Juden mit Negern und Chinese« anschcin ct.d : weder Entrüstung :noch .auch nur Vcrwundcning. Dass : in vielen sogenannten feinen Gasthöfen Juden keine« Einlass finden und dass dies in Aufschriften angekündigt wird, ist bekannt. Die amerikanischen Juden konnten1 es durchsetzen, dass Dr. Deivey, der zugleich städtischer Bibliothekar iti New York und Mitbesitzer eines derartigen ,Judenreinen“ Gasthofes ist, wegen eines antisemitischci! Qeschüftsrundsohreibcns von der New Yorker Stadtverwaltung' in'seiner Bibiiothekareigenschaft eine, Rüge erhielt. Bei dieser'.Gelegenheit entstanden ihm aber leidenschaftliche Verteidiger und •mehrere einflnssreiche Blätter rieten den Juden in drohenden! Tone, sie sollten sMb hüten, den F»ogen allzu straff zu spannen, ein Wink, der auf nicht wenige amerikanische Juden un- : 'veritchhtrir־ cinerr• beängstigenden Riiidrttck tuachte־. Die; *meisten StndvMitenvefbiutlungeii der vornehmen ,Univur- J sUäten Versehlicssen stell gegen; •׳Jvideii','ebenso 'schroff, ן \vk• mir irgend ein deutsches Corps. Jüdisdterscits be-1 müht inan sich, allc Unterschiede zwischen christlichen und jüdischen Amerikanern zu verschleiern, oder wegznleugnci! und eine Eigenart zu unterdrücken, deren Vorhandensein man doch fühlt. Die Jahreskonferenz der Bne-Brith-Logen, die 1905 in New Orleans stattfand, beschloss einstimmig, aus den Satzungen dieses Judenbtmdcs die Ausdrücke ,.jüdische Rasse“ und' ,jüdischer Stamm“ überall zu streichen und sie durchweg durch ״jüdischer Glaub.*‘׳ zu ersetzen. Die Juden fühlen sich also im freien Amerika genötigt, dieselbe Politik zu befolgen, die in Deutschland zur Annahme der Bezeichnung ״deutsche Staatsbürger indischen ülaubciis“, in Polen zu der des Namens ״Polen jüdischer Konfession“ führte. Fassen wir zusammen. In allen Ländern der Freiheit, der jüdischen Vollemanzlpation besteht bei Völkern und Regierungen ein Judenhass, der zwar nicht mehr im Gesetze, ekler nur ln Gesetzen gegen fremde Juden, . aber in den. Sitten udverhüllt zum Ausdruck gelangt. Uelk*rall .wird der eingeborene selbst völlig assimilierte und mit fangen, dichten Augenbrauen wie mit Jalousieeil -weh. 2«.־ bedecken. Das. Köpfchen war von zwei langen, ..«ich• sC'hiöngeliuki»• keHwa 1*t;1Y .ZQpfen, die nach, f ihrer ’umfähgreiefku Stärke auf einen so jungen Kopf kaum passteil, um rankt. Wt ungewölinlicfie Schönheit des Oesichtchens und der Augen, die lebhaften Bewegungen der Anne und Schultern verliehen dein losen Kattun- Kleidchen auf dem Leibe des Mädchens, dem schwarzen schmalen, verschossenen Bündchen, das den runden rfals umfasste und sogar den groben Lcderschuhen, die den kleinen zierlichen Püsschen schlurrten, einen nen Reiz. Finige Minuten irrte der Blick des Mädchens auf ein verödeten Marktplatz umher. Als sie dort nichts Interessantes bemerkt, erhob sie den Blick zum Himmel. Da, auf dem reinen wolkenlosen reinen, blau-rötlichen Firmament schwang sich ein Geier — erst mit gewaltigem Fitigelschlage die Luft durchsclmeidend, dann wie auf Schlittschuhen einher־gleitend, machte graziöse Schwenkungen und zeichnete webe Kreise in der Luft. Mit jedem Kreise wuchs der Segler immer mehr, wurde er immer grösser, und je mehr er wuchs, desto enger,, kleiner wurden die von ilun gezeichneten Kreise... Das Kinn des Mädchens erzitterte, die Ober- Jude als Fremder; empfunden und der Sprachgebrauch Icgt-Ucm• NatHHialcamen ־ Franzose, Engländer usw. einen die: Juden :ansschlicsscnden ■Sinn bei. UcberaJ! sind die Juden; auch .wenn sie es nicht nur vor arideren, sondern sogar vor *ich selbst ־ verheimliclten wollen, unsicher!ind-verängstigt. machen sich klein und verraten in hundert bezeichnenden Zungen den demütigen Gedanken•: ״Vcrzeilten'-Sie. dass ich mir zu leben erlaubc.* י - ׳ ׳־ ■ — ־; ״ Or. Mak Nördati ‘ **'•״־ י. 1 . »• Rassenmischungen der Juden VeiV'Dr. 1! I i a s A 1t c r b a c h. :• •־, . ..... , ־..• .*!:••. ׳ Aut dein Ci<>tnc44k.dcr Rassenfrane begesrnet man de« wunderlichsten Extremen. Die liinen Klauben, dass angesichts der vielfachen, .gcgens'iiliKen nurchUriiiguiig der Kulturvölker in. moderner.Zeit .es ajisNi.*bisl«.׳.s ist, die Mensche« nach Körperliclicii Mc1k1'!i:dei!'nöcl1 scheide« /ti unllai.-ünd meiden,■ wenigstete» bei •Kulturvolkarn. überhaupt de« BeKriff der ״Rasse*‘.. Andere wieder, wittern ,;Rasse•' überall, ii: jeder körp'crlierieu Und geistige'!i'Eigeuliimiiciikeit des Einzelnen, in jeder durch die Statistik aufgcdeckteit Beyxidethci! eines VolksteHs: sie!!Ihren Standescliiclümig, wirtschaftliche Betätigung, Teilnahme: an Verbreche«, an bestiimntci! Kulttirgcbielcii. an 1>eS;tischen Bewegungen, ge־\vi.vse Kraukhcitsdispositioneu, kur/, s<> ziemlich alles auf unterirdisch, unerbittlich wirksame ״Ras>enan!agen‘• zu rück. Ebenso bunt sind die Ansichten 1:1*01־ die Ergebnisse der Rassenmischtiugcn. Die erste Ciattuug hält die Kuhurnatimien für einen durch Mischung entstandenen Mensch'idtshrel, innerhalb dessen die einzelnen ursprünglichen Rassenchurakterc wild durcheinander gewürfelt sind; die zweite vertritt die Anschauung, dass trotz aller Mischung die einzelnen Bestandteile' sich immer wieder, weil wesensverschieden, von einander sondern und ewig unvcnuischt neben einander hergehcii. Diese Meinung wird auch von einem so hervorragenden Forscher wie Fl v. Lttschau') energisch vertreten. Rin Musterbeispiel für die R a s s e 11 f r» r - schong bieten nun die Juden. Hier haben wir einen!) Mischung und Entmischung von Rassen. Frankiurtct Zeitung vom 25. Dezember 191 KJ. fippe bebte und bewegte sich, in den schwarzen Augen spiegelte sich der Gcdüinke Mieder: . ״Wozu ,lässt slJt üer. SvIiöhc.-YDgel hier inedcrj?“, Das * Mädchen lies's seine Blicke nach allen Seiten schweifen und erblasst;. Etwa 20 Schritte vom Steine entfernt, auf.dem Esther stand, gackerte eine krausköpfige Bruthenne, und santmelle gierig ausgestreutes Gcköru. Hiermit emsig bc« schäftigt und vertieft, schien sie sogar ihre armen Küchlein'vergessen zu.haben; und die winzigen, kaum flügge gewordenen Küchlein zerstreuten sich nach allen Seiten, sprangen sorglos umher und wühlten mit ihren winzigen Schnäblern in einem Haufen Kehricht. Das Mädchen verstand sofort die blutdürstigen Absichten des fliegenden Räubers, die törichte Sorglosigkeit der Henne und die gefahrvolle Lage der hilflosen Küchlein. ״Närrin! . . . Arme Tierchen! . . . Feiger MörderI rief das Mädchen laut, sprang vom Steine und eilte-zu dem Grossvater. Dann riss Esther dem Greise den Stock aus der Hand und lief zur Beschütztmg der Küchlein;, allein die törichte Hmne verstand die gute Absicht ihrer Retterin nicht und gackerte nur noch lauter als früher .lind ergriff die.,Flucht. Zwitschernd und mit ihren kurzen. Fiügelcheu schlagend, eilten ihr die Küchlein nach. Der Geier war schon ganz nah ־ -