Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1907)
- Date
- 1907-03-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 10S ׳JÜDISCHE RUNDSCHAU Ko. 11 legere, »Euiilio frevK mit dem Mitarbeiter der .״!dustrazlotje ItaUan,'“ Pr. Andraotlf•, einen Sübclzweikampf ausZuteehufii. \vcil der י letztere ,sich;; über :.•Juden und Judentum .'ehreunitmg geäuSNert hatte.?. Dabei fst tu Italien die; Zahl der!Juden aüselieittend klein. Einen einigermaßen ׳wahrnehihbaren Bestandteil, der BeyCIkerung bilden sic höchstens. in •Venedig,'׳Mailand. Turin ■ und-Livorno,_allenfalls auch noch in Koni. Wie sich ,l!e Dinge-gestalten würdenי ״ •wenn? Italien verhältnismässig auch nur so \icl Juden zählen würde, wie Pteus^cih darüber seien besser keine* Vermutungen 'ankesteift: * Irf Spa^ücu'Telilt es. nicht cuV' Judqn die ״sich nicht zu erkennen geben.'‘ * Gcschlosseml Gemeinden haben sieb efst in Sevilla und Bare1־*ortä gebildet. Trotz der in die Verfassung eingesdmebciicn religiösen Uleichbcrcehtigfing bemühen sie sieb, möglichst wenig bemerkt zu werden״ und.ste, tun gut daran, de.n1L,..]u׳Jio־; ist nn Munde des Mannes aus tiern Volke noch immer kein ־ Kosename. Der Senator für' Salamanca;Dr. Angel' /Pulklo bat in. den letzieil Jahrui. mit. schauer״ Ucgei.s.te־. rung und regem!:iitr m Zeitungen und umiangrcielieu ־Biicjiem, w ein! nicht jür, die \\ iederansiedhuig der ve»'־• triebenen spanischen Juden in der ah. 11 Heimat, dach iiir die Anknüpfung neuer Beziehungen zwischen >panie« ’ und diesen ״esp;mo!cs sin patria“. Spaniern ohne , Vaterland, zu wirken.gesucht. Platonische Zustimmuugsschreiben־ einiger Spanier von Kamen sind bisher der einzige - sichtbare Frtolg seines Auitretcus in Spanien selbst, andererseits, bat dieses aber auch Aensserungui; in der Presse licrvoi gerufen. die beweisen, dass der Geist Torqncniadas im Reicht• Ferdinands und Isabelias der Katholischen imnifer noch am heile«! 'läge spukt: Die Lage der Juden in Frankreich ist durch das eine Wort Prcviussaifäre liinreicheud gekeiinzeiclmei. Der Pall hat blitzähnlich in Verhältnisse hineingeleuclhet, die voll den ■Befürwortern der restlosen Anpassung der Juden an ihre Umgebung immer in den rosigsten Farbei! gesellen und dargestellt zu werden pflegten. Gewiss, die gesetzliche Gleichstellung liess seit Jahrzehnten nichts zu wünschen übrig. Juden w aren Generale, hohe Richter, Präfckte, Minister. Gleichzeitig aber galt, w ie Rccbtsdnwalt Mornard in seinem Plaidoyer vor dem Kassationshofe in! Juli J90fi sagte, ״im grossen General- :) 4s ׳- I;stabe gilt jeder Jude seiner Natur.nach für einen Vcr- | Väter“ und vüten־!cr. Antisemitismus suehle mit 'Mitteln I 1gcsellsehahüchei• Verfolgung dns ‘.Oüizierknrps ״uideu- 'rein“ zti'"machen. Jämmerlich: Machwerke/ wie das Stück ״Die Wiederkehr ans Jerusalem“ von Mauripe Donnay verdankten Ihrem einfältig pöbcllr.ften Am istmitismus grossen und anhaltenden Erfolg‘und Öffneten ihrem Verfasser die Piortcn der., Akademien. ln den öffentlichen Schulen, namentlich c(cu Gymnasien. und ,der Pariser^ Ry^htstakultat. hatten und haben junge Jüdeif unter'‘Iler tückischen oder brutalen Feindseligkeit dej•• Mitschüler, und selbst;der Lehrer seit wer zu leiden. Viele jüdische Geschäftsleute verheimlichen ihre Abstarmnimg.-uüi nicht in Verruf zu geraten. Sie entfeniui ihre Namen von den SJsifdem oder lassen nur die Vor* iiameii stehen, die ihren Ursprung nicht verraten. Ais .einJ,yfv>״vL Antisemit >■)»! Adressbuch der jranzösjseheii Juden iiermisgab. erzwangen viele darin anfgefiilirt*:. Juden.■die Entfernung ihres Namens ans dem Verzeichnis .durch. gCi't/htJiejif Kjage jind .begründete!: ihre ־..Be~ schwerde damit, dass es ihnen schweren geschäftlichen־ Nachteil zu/ielic. wenn bekannt., sei. dass, sic Juden sind. Franz.ösisclie .!!!den gaben sieh den Anschein, nicht 2u bemerken, dass mau sie auch im Land: der \,Erk!;1rung der'Menschen und Bürgerrechte“ nur als Staatsbiirgcr zweiter Klasse ansieht. Aber im Grunde ihres Herzens Tülilen sie es wohl,’und mituiiier verrät sicli ihre hänge Uniuhe und ihr (|t1:'ile)1dcs Gefühl von Unsicherheil. Bis zur gesetzlichen Trennung von Staat und Kirche war es Brauch, dass bei Reisen des Staatsober־ hauptes oder der Minister aller staatPch organisierten Kulte in gesetzlich bestimmter Ordnung. Juden zuletzt, den Gast begrüssten. Die Rabbitier iinterliesscn ‘nie, in ihren Ansprachen demütig iiir den ihnen gewährten ״Selmt?” nid die gegen sie geübte ״Duldung“ zu danken, was natürlich den protestantischen Pastoren und nun gar den katholischen Bischöfen• oder Pfarrern nie in deti Sinn kam.. In Algerien hat die französische Vorwaltimg blutige antisemitische Betzen nicht zu vertundem gewusst, wenn sic sic nicht zeitweilig im Geheimen etwa gefördert hat. und in Tunesien zeichnet die tränzösisehc. Selmtzlierrschaft sich durch eine ausgesproeheue antisemitische Färbung aus. Sie liefert die ' * ־ •Nachdruck verboten.) Spinnen und Fliegen ' Roman von Bagroif. Aus d. Russ. übersetzt Erstes Kapitel. * Ein imgewölmliclies Geschenk. . . (Fortsetzung.) . Dem Mädchen, dem hier soviel Lob gespendet w urde, ward das harten auf den Grosspapa zu lange, es riss wieder das Fenster auf, beugt: sich vornüber nach der Strasse, sprang aber, als es das Nahen des Greises bemerkte,.hurtig fort, schlüpfte durch die Haustür und lief dem Grossvater entgegen. ״Esther, du folgst deinem Grossvatcr nicht!” verwies der Rabbi seine Enkelin weich. ״Grossvülerelien, goldenes ürossvütercheii. sei mir nicht böse! Mir wurde die Zeit zu lang und ich liei dir entgegen. Sollte ich cs nicht tun?“ zwitscherte das Mädchen, schlang die kleinen runden Arme um den Nacken des Gro.ssvaters und presste die rosigen L ippeu auf die welken des Rabbi ,,Wildiang! Nicht gelangweilt hast du dich, sondem. 1!e»crterie warst du. nicht wahr. Etfa‘ wO, die Neuigkeit kenne ich schon! Grossvatcrdien; die habe icli auch schon ohne dich' erfahren.‘״ ״Was denn'“ j.Dass die Pans einen Wald gemacht.“ ״Woher liast du es erfahren?" t,Grossmiitterehe11 sagte cs mir. Aber jetzt will ich dir etwas Nettes erzählen.‘4 ' ״Ich bin gespannt.“ ״Heute ist bei unserem Pan ein grosses Fest; viele Gäste sind schon;»״gekommen. Herren und Damen und Kinder, und wie man sagt, alle in Silber und Oold. Und Musik wird gemacht werden.Wirst du mich hinführen, Grossväterchen, dass ich es sehen und hören kann?“ ״Ha ha, befiehlst du vielleicht, dich in die Geniächcr des Pan zu führen, kleine Närrin?“ ״Lache, mich doch nicht aus! Dnliiu wurde ich ia selbst nicht gehen: da hätte ich gehörige Angst. Aber führe mich nur au das herrschaftliche Schloss: ich werde da durch ein Spültehcn gucken und die Musik hören. Ich habe ia die Musik so sehr gern! Wirst du mich iiinfFihrcn, Orossvätcrclicn?“ . ״bju nu, schon gut, ich werde diel! *iiufüh»׳** “ 1 I i ו