Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1907)
- Date
- 1907-02-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 68 JÜDISCHE RUNDSCHAU ——————- ׳ -׳—״׳ — — ■ ■ . - ■ - ^-*- T- - - ■ _ ~ __ע_ N 0.7 rillen. Mitarbeiter. Ärztliche Abteilung: 82 ׳ Ärzte 3 Diverse Angelegenheiten Im Bureau: 653 36 Insges. wurden wir in Anspruch genommen in 1438 108 Vereins Mitteilungen. Über die kleine Schrift unseres Vereinsbruders Herrn Samuel L i p s c 11 ä־ t z mit dem Titel ״Erinnerung an die Bahnhofswache des Volks Vereins“ schreibt uns Herr Dr. Moses Friedländer: Sie bildet ein bedeutungsvolles Dokument fiir die Bestrebungen und die bisherige Tätigkeit des Volksvercins. Ich halte diese Skizze ffi’r eine höchst willkommene Aufmunterung und Wegweisung für alle, denen das Wohl der Flüchtlinge am Herzen liegt und namentlich für die Mitglieder der Bahnhofswachc. Auch wir empfehlen unseren Mitgliedern und Mitarbeitern die Lektüre dieser Broschüre aufs wärmste. Der Vortrag von Fr!. Baneth über ״Soziale Fürsorge einer modernen Jüdin“ im Jüdisch-nationalen Fraucnvcrcin, worin hauptsächlich von der Tätigkeit unseres Vereins die Rede ist, wird dieser Tage im Verlage Louis Lamm herausgegeben. In diesem Monat hatten wir Besuch von Herrn Alex H a r k a v v, Rcpres. Hehr. Immg. Aid.?ocy, New York, und von Herrn Jacob Mark. Vorstandsmitglied der Ika, Libati, die sich über die Einrichtungen und Erfolge des Vereins loblieh aussprachen und den Wunsch äusserten. dass der Volksverein mit den von ihnen vertretenen Organisationen Hand in Hand arbeiten möge. Ebenso wurde jüngst in zwei osterreichischen lüttem, der BLOCHSCHEN OSTFPPFICHISCHEN WOrHRN'SCHRIPT IN Wien ׳״יי* dCm ז fmupdopo Ta nF- BLATT, unser Verein als vorbildlich für Emigrantenfffrsorgc lobend erwähnt. Sitzungen finden statt: Bahnhofs wache: Fo״nt?(r. den 24. Februar, II Uhr. Anschhesscnd InstmWionsstimde. K rankenfürsorere• prn-»<;r»;tr»g. den?1. FeVimr. 6 Uhr. B u ז ea n m i t a r b e i t e r: Mittwoch, den 13. FeMtnr. 7 Uhr. Zur Ausbildung unserer Mitarbeiter veranstalten wir einen Vortragszyklus über jüdische Wohlfahrtspflege. Für Nichtmitgiieder kostet der Zyklus von 4 Vorträgen 3 Mark. Der erste Vortrag findet am Mittwoch, dem 27. Februar, Uhr, statt und zwar spricht Herr Dr. Moses Friedlön de rüber: ״Die Hauptformen der jüdischen Wohlfahrtspflege“. Eskursloncn finden statt: am Donnerstag, dem 14. Februar. Versammlung 7 Uhr im Bureau: In Volks-Kaffee und Speiseanstaiten und ln das Israelitische Heimathaus, Kochschule, Volksküche und Mädchenheim. Besondere F.inladungen zu diesem Zwecke ergehen nicht. Spenden sind cingcgangen: Gesammelt von Frl. Glaser 14 Mark. —־ S t r e n g c r 50 Pi. — Louis Becker I Mk. — Frau Pürstenberg 50 Pf. — Fr. Zilinskl 7 Mk. Frau Dr. Soskin 2 Mk. ״־ Frau Steinfeld 1 Mk. — Frau B rom be׳r g 50 Pf. — Frau GI a s e r 6 Mk. — G u 11 - mann gefunden I Mk. — Skatgewinn Dr. N a וזו i 01 2 Mk. — Rosenblum 5 M. —* Gesammelt auf der Hochzeit Dr. Carlebach-Pcrsitz 100 Mk. — Frl. Cohn 5 Mk. — Summa 141,50 Mark. Es sind 8 neue ausserordentliche Mitglieder beigetreten, ein ordentliches Mitglied. Als lebenslängliches Mitglied ist Herr Dr. Mühsam beigetreten mit einem Beitrag von 150 Mark. J.׳ W. Nachruf Gottes Werk ist vollkommen. — Ob der Tod eine zarte Menschenknospe bricht, noch ehe sie zur Entfaltung gelangt ist, ob er den gereiften Mann fällt, immer ist des Schöpfers Werk ein in sich abgeschlossenes, vollkommenes. Ein solch kurzes, aber abgerundetes, ich mochte sagen, vollkommenes Leben hat dieser Tage seinen Abschluss gefunden. Am. 20. Schebat verschied im Alter von 21 Jahren in Meran Georg Struck. Wir wollen nicht davon sprechen, welch selten braver Sohn er seinen Eltern gewesen, welch liebevoller Bruder seinen Geschwistern, auch nicht davon, dass er uns alten ein verlässlicher Freund, dass er eit! warmer, mitfühlender Mensch und vor allem• ein guter überzeugungstreucr Jude gewesen. Nur den Gesinnnnggenosscn mochten wir in wenigen Worten skizzieren. Und in dieser Beziehung dürfen wir es getrost aiissprechen, dass wir in ihm mit innigem Bedauern eine edle Mcnschenblütc dahin sinken sehen, viel versprechend fiir unsere Bewegung. Von frühester Kindheit an unseren Idealen von ganzem Herzen ergeben, in ihnen allein denkend und sich lU'ch bester Kraft betätigend, gehörte er denjenigen Edeltcilen unseres Heranwachsenden jüdischer. Geschlechts an, das in seiner unerschütterlichen Überzeugung von der Wahrheit unserer Bewegung, keinen Zweifel kennt an der Durchführbarkeit ihrer Probleme, dem der endliche Erfolg daher ein durchaus gesicherter erscheint. Eine stets zarte Gesundheit gestattete ihm freilich nicht, fiir die Propagation unserer Idee in der Öffentlichkeit zu wirken, ich glaube, sein bescheidenes Wesen hätte ihn nie als offenen Kämpfer in die Arena geführt, aber in seinem stillen Kämmerlein hat er seiner engeren Umgebutig oft Einblick gewährt in seine tief durchgeistigte Auftassting unserer Arbeit und sein echt zionistisches Empfinden. Nichts bereitete ihm mehr Freude, als wenn er die künstlerische Begabung, die ihn auszeichutte. in den Dienst unserer Sache stellen konnte. Wahrhaft erfinderisch wir er in der Aufcrtigung von Arbeiten, deren Erlös unserem Nationalfonds zu gute kommen sollte. Dem engeren Kreis csines Wirkens ist diese Art seiner flcissigcn Arbeit oft Gegenstand der Bewunderung gewesen. Gewiss war es recht sinnig, dass die grosse Anzahl seiner Freunde ihm das Schmerzenslager dadurch zu erheitern trachtete, dass sic als Liebeszeichen seine Eintragung in das ..Goldene Buch“ vcranlasstcn. Wir bedurften dieses äusseren Zeichens nicht. Er war längst mit goldenen, unauslöschlichen Lettern eingetragen in die Tafel unseres Herzens. Wir werden sein gedenken, so lange wir selber denken können, in Liebe und Dankbarkeit. _ Lübeck. ...... .. Dr. E. Adler. r Rundschau e&ic Jüdisches Krankenhaus Ein Ausschuss, an dessen Spitze der Stadtverordnete Louis Sachs steht, versendet in Berlin den folgenden Aufruf: Aufruf zur Begründung einer gynäkologischen Abteilung nebst Entblndungs- Anstalt bei dem Neubau des jüdischen Krankenhauses zu Berlin. Die Berliner jüdische Gemeinde rüstet sich zu einer bedeutsainen Feier, der Grundsteinlegung eines neuen grossen und mit allen Eimichtungen der Neuzeit versehenen Krankenhauses. Z w׳ c i Jahrhunderte sind verflossen, seit der Verein für Krankenpflege (Chebrath gcmiluth chassodim) begründet und in der Schmalen Gasse ein bescheidenes Krankenhaus zur Aufnähme von armen Gcmcindemitgliederii und fremden Glaubensgenossen errichtet wurde. Am 18. August des Jahres 1803 wurde in der festlich geschmückten Synagoge unter zahlreicher Teilnähme von Gcmeindcmitgliedern und in Anwesenheit der Behörden die Jubelfeier des hundertjährigen Bestehen s der Krankenpflege in der Berliner jüdischen ucrneinde begangen. Bei d'eser Veranlassung traten die Vorsteher und angcscheue Mitglieder der Gemeinde zusammen, um in einem Aufruf für Sammlung von Mitteln zum Unterhalt eines z.citgemäss erweiterten und verbesserten Krankenhauses eiuzutreten. Der Erfolg konnte als t׳־n fiir damalige Verhältnisse glänzender bezeichnet werden, denn etwa 300 00 Taler wurden für den ..J u b e I f o n d s" zusamnieriKebracht. dessen Zinsen zur Erhaltung des in der O r u n i c n b u r g e r s t r. 7/8 neuerbauten Jüdischen l.aznrets. des seinerzeit vornehmsten Wohltätigkeits-Instituts unserer Gemeinde, dienten und noch heute für Zwecke unserer Krankcnptiegc Vcrwcndüng finden.