Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1907)
- Date
- 1907-02-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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־ . Seite 67 No, 7 «» ־-* J JÜDISCHE RUNDSCHAU ■ ־! — _ — nן, - — - ״׳-״■׳- 11—na־5*1 1906 1905 Geistesgestörte 92 (92) Personen, die der Armenbehörde zur Last fallen worden . . . . . . 9 .־S9S (7898) Zur Auswanderung Unterstützte ... 19 (19) Verbrecher . : . .. 39 (39) Verschiedene Ursachen ...... 415 (445) Prostituierte .. 24 (24) Arbeiter mit Vorher eingegang. Kontrakt 1164 (1164) Personen, die wegen Betteins nach der Landung zurückgcwiescn wurden . 845 Kranke. 3198 (2198) Gesamtzahl der Zurückgewiesenen ini Jahre 1906: 1905: 15 724 1,43% 11 879 1,16% Gesamtzahl der Eingewanderten im Jahre 1906: 1 100 735 1905: 1026 499. % Nach bei uns eingelaufenen Berichten ist von einer milderen Handhabung des Einwanderungsgesetzes, a u f d i e in a n durch den neuen Hand eis minister Oscar S. Strauss hoffte nichts zu merken. Wie früher, klagen auch fetzt amerikanische Blatter über ungerechtfertigte Zurückweisungen. 4. Mitteilungen des Vorstandes: In Anbetracht der sehr verminderten Einnahmen des Vereins und der dadurch entstandenen Schulden, sicht sich der Vorstand gezwungen, die Vereinsausgaben bis aut weiteres nach Möglichkeit cinzuschränken. Demgemäss beschloss der Vorstand an die P. T. Mitglieder einen beiliegenden Aufruf zu erlassen. Auf Anregung des Herrn Wolf! beteiligt sich der Verein an der vom 16.- 22. März im Kgl. Opernhteater (Kroll) stattfindendcn Ausstellung für soziale Fürsorge. Auf Grund des von der Bahnhofswache gesammelten Materials, betreffend die M i s s 11 a n d I u n g.e n von Rück- Wanderern auf englischen Ochsenschiffen, deren Folgen sogar nach achttägiger Frist von unseren Aerzten noch konstatiert werden konnten, hat sich der Vorstand ln einem ausführlichen Bericht an einen englischen Juristen gewendet, dem es überlassen bleibt, durch die Presse, evt. bei den Behörden, Schritte zur Beseitigung dieser Zustände zu unternehmen. In derselben Angelegenheit hat die Jttcbrew Immigrant Aid Society״, in New York die Verfolgung der belasteten Agenten übernommen. Ferner haben wir einen englischen Journalisten veranlasst, die Angelegenheit in der dortigen Presse zu besprechen. Aus dem Sitzungsbericht der Bahnhofswache. Die Mitglieder der Bahnhofswache berichten, dass der Durchzug der Emigranten durch Berlin zurückgegangen ist, was auf zwei Umstände zurückzuführen ist. Erstens wird an den Grenzen das Gesetz von den deutschen Behörden strenger gehandhabt, zweitens lassen sich die zur Auswanderung bcreiten russischen luden durch die Hoffnung auf die zweite Duma ■von einem übereilten Verlassen des Landes zurückhalten. Da aber andererseits die Rückwanderung derart gestiegen ist, dass an manchen Abenden mit Extrazügen 60—100 Leute teils zurffekgewiesene, teils freiwillige Rückwanderer aus sämtlichen Hafenstädten auf dem Schlesischen Bahnhofe ankommen, so wird die Zahl der Wache hier verstärkt, dagegen auf den anderen Balmhöfen vermindert. Alsdann wurden folgende Kontrolleure gewählt: Auerbach, Hirsch, Lipschütz, Machmana, RoseubUUh. Statistik: Abgeholt 154, expediert 324, zusammen 378. Zahl de! Mitarbeiter: 41. Bericht über die Kurse. Die Kurse, die seit Mitte November vorigen Jahres bestehen, erfreuen sich eines ziemlich regen Besuches. Sie dienen dem Zwecke die Emigranten in der Sprache des Landes, in das sie auszirwandern gedenken, vorzubilden, oder sic weitcr zu bilden. . Die Kurse erstrecken sich über folgende Gebiete: 1. Englischer Unterricht (wöchentlich 2 Stunden). 2. Französischer Unterricht (wöchentlich 2 Stunden)’. 3. Deutscher Unterricht (wöchentlich 3 Stunden). Die Schülerzahl betrug durchschnittlich: im Französischen und Englischem 3—5, im Deutschen 6—10. Die Leitung der Kurse, die Herr Rosenblütfi vortrefflieh vorbereifet hatte, hatte mit dem 1. Januar der Vorsitzende der kulturellen Abteilung, Herr Arnold Hildesheimer übernommen, der auch im Falle der Behinderung eines der Lehrer für dessen Vertretung zu sorgen hat. S tatis t ik: 53 Stunden, durchschnittliche Schülerzahl 12, Zahl der Lehrer 6. Bericht über Kranko'.Iürsorge. Schriftführerin Frl. Witt ko wer erstattete den Bericht, dem wir folgendes entnehmen: In den wenigen Wochen der Tätigkeit dieser Abteilung sind 26 Patienten in!2 verschiedenen Anstalten laut unserer statistischen Kurte insgesamt 248 mal besucht worden. Bis jetzt haben sich 15 Damen in auiopfernster Weise ihren Schützlingen gewidmet. Sie haben ihnen Gänge, Besorgungen und Korrespondenzen abgenornmen, sie aui Spaziergängen begleitet, ihnen bei Piiegerin und Ärzten manche Vergünstigung, wie z. B. längerem Aufenthalt im Krankenhaus, bessere Zimmer etc. erwirkt! Sie haben sich auch der bereits entlassenen Patienten noch angenommen. Der Volksverein hat dafür Sorge getragen, dass die Damen jederzeit jüdischdeutsche, hebräische und russische Bücher und Zeitungen für ihre Patienten erhalten können. In kurzer Zeit wird sich der Volksverein eine eigene Bibliothek zu diesem Zwecke anlegen. Die Damen haben es sich nicht nehmen lassen, die Patienten durch Erfrischungen etc. zu erfreuen. Vielfache Bitten der Damen um Überweisung weiterer Patienten und zahlreiche Dankschreiben geben Beweis für die Befriedigung, die die Krankenbesuche bei den Patienten gewähren. Bericht der juristischen Abteilung. Die Abteilung wird geleitet von Herrn D r. Martin Friedländer, der allwöchentlich Sonnabend von 6—7 Uhr Sprechstunden abhält. In Verbindung steht die Abteilung mit den hiesigen Rechtsanwälten Dr. H a n t k e und Dr. Leszynsky. Aus der Abteilung ist zu berichten: In den Monaten Dezember 1906 und Januar 1907 ist die juristische Abteilung besonders in Anspruch genommen worden. Ausser hier nicht registrierten Anfragen in einzelnen unbedeutenden Angelegenheiten kamen in der Abteilung zur Erörterung und Bearbeitung; 32 Ausweisungssachen, 5 Steuersachen, Passangelegenhciten, 5 Strafsachen, sowie 6 Fälle bürgerlichrechtlicher Streitigkeiten, darunter insbesondere Micts- und Darlehnssachen, auch eine Ehcschcidungsangelegenheit. Diverse Angelegenheiten 18. Zusammen 66. Die ärztliche Abteilung \ in der die Herren Doktoren Mühsam, א amlot und \V i 11 k o w s k i in allen Fällen intervenierten, wurde in diesem Monat von plötzlich erkrankten Durchwanderern besonders viel in Anspruch genommen. Statistik: 82 Fälle. Gesamtstatistik vom Monat Jaunar: Fälle Mitarbeiter Bahnhofswache: Abgeholt 154, expediert 224 378 41 Kurse: Stunden 53, Schülerzahl durchschn. 12 6 Krankenfürsorge: Besuche 348 20 Juristische Abteilung 66 2