Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1907)
- Date
- 1907-02-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Sfit• SO JÜDISCHE RUNDSCHAU Nd. S Zionisten im Österreichischen Wahlkampf Die NEUß FREJE PRESSE schreibt: In Kol0111 ca hat chte zahlreich besuchte Versammlung von Zionisten. Sozialdemokraten und radikalen Ruthenen 4 beschlossen, nur solche Mandatswerber zu unterstützen, welche sich verpflichten werden, dein Polenklub im Reichsrate nicht beizutreten, Die Vcrtrauensmftnucr der z i o n i s t i s c h e n Pa r t e! haben in einer in b c m b c re abgehaltenen Versammfltnsc eine Resolution angenommen. nach welcher den Reichsratskandidaten dieser Partei die Verpflichtung auserlegt werden soll, die .Bildung eines jüdischen Klubs im R c i c h s r a t c anzustreben und den parlamentarischen Klubs anderer Nationalitäten in keinem Fall beizutreten. Die zion'stiseheii Abgeordneten dürfen mit anderen nationalen Parteien . Bündnisse und Kompromisse, in welcher Form immer, nur ohne Beeinträchtigung der jüdischnationalen Individualität, abschliessen. Pie z:omst;sc!;e Vcrirnuensmännerversamnilung beschloss, nicht nur in den sogenannten jüdischen Wahlbezirken, sondern auch in allen Bezirken .mit kompakter jüdischer Bevölkerung eigene Kandidaten aufzustellcn. ' In einer Zuschrift an den WIEK NOWY erklärt M i nis te r 0 r a i P z i e d u s 7. v c k i. dass die Nachricht, er habe der zionistischen Partei in Galizien fünf Reichsratsmandate iiir den Fall des Eintrittes ihrer Abgeordneten in den Polcnklub engeboten, unbegründet sei. Wohl habe er aber in privaten Unterredungen mit Züv.isten betont, es müsse als Bedingung was immer iiir einer Verständigung der zionistischen Partei mit der polnischen Wahlorgunisation als Verpflichtung der Zionisten .angesehen werden, dass die aus ihren Reihen etwa zu wählen- .־. ikn Abgeordneten dem Polenklub beitreten und daselbst allen Bestimmungen der Klnbstntutcn sich u’nterordnen. Die Mandate haben die Wähler und nicht die Regierung zu verteilen. Wer sich um die Unterstützung irgendwelcher Reichsratskandidaturen durch die Polen bewirbt, habe sich an den Nationalrat zu wenden. Sterblichkeit in Rumänien Die Mortalitäts Verhältnisse der Juden sind günstige. Sie haben, wie die inchstehende Tabelle zeigt, unter allen Konfessionen die niedrigste Sterbeziifer. wobei hervorzuheben ist, dass die Sterbeziffer der Juden auf dein Land noch niedriger ist als bei den Juden in den Städten. Die Sterbefälle betrugen: 1 Stadt and La־׳d zisammen e 1 - - »■ o C ן c Ifil ^■8 ״a 1 x> סי auf dem . •C t> J -י. ״ *■* יי X> p ,p €1 f *> £ t! s te Lande » e © ס¬ וחר ' כ S״; י״0־! in den Stadien שי •, ״ u w •» ej c <% » c O־O C כי _ ׳ < 5 _ 3• ~ ס o m «־־<£ J£C־ X ZC lSSO-18^4 1333SI 5170 100075 U04 2730*5 4ÖW» 18S5—18S0 148161 5500 115170 1040 102־28 4454 18*10-1894 109212 5511 1:58083 1047 30,529 4404 1894-1899 102 •'>78 5011 132212 4 90 י 30300 4047 1898 150358 5519 125022 930 29730 4013 1899 10 5881 5207 13.’9.'5 902 30*80 4305 Von je 1000 Einwohnern .der nachbczeiclineten Konfession . starben: Stidt Land und zu«. auf dem Lande in den Städten 1898 1899 1898 1899 1893 1899 orthodox 2.7 I 2.8 2,7 28 2,8 2.9 katholisch 2.5 2,5 27 20 2.3 2,3 protestantisch 2.1 2.5 2,4 2,3 2,0 2,0 armenisch 35 31 2,3 2.8 3,0 3.8 lipowanisch 35! 34 2 9 2,9 7.1 0,5 jüdisch 0 •> 1 2.0 1,8 1.7 23 2,1 muhamtned misch 3,0 , 38 2,5 3,4 4,0 5.0 Zieht man ׳Jie Sterbeziffer von der Geburtenziffer ab. so erhält mau die jährliche natürliche Zunahme, die sonach betrug: 1898 1899 bei den Orthodoxen.10,0 14,7 ״ Juden ... . 18.5 20,8 . ״ , ״ Katholiken und Protestanten . 8,6!0.8 .. M sonstigen Konfessionen . ... 4,4 6,3 ilso bei den Juden grösser war als bei allen anderen Kontesslonen. Die ״echt russischen“ Geistlichen Im Kreise Mclitopol agitieren die ״echt russischen'‘ Popen sehr eifrig für den Verband des russischen Volkes. Jeder Gottesdienst wird von zwei bis drei Predigten begleitet, in denen auf den nationalen Antagonismus, als dns Hauptdogma des ״Verbandes des russischen Volkes“, besonderer Nachdruck gelegt wird. Am 3. Dezember sprach z. B. der Pope Much in in der Kirche zu seiner Herde: ״Unsere Feinde verbreiten unter Euch das Gerücht über bevorstehende unentgeltliche Landverteiimig. Das wird niemals geschehen, denn es würden sonst grosse Wirren entstehen. Wenn man das Land zu gleichen Stücken teilen würde, so müsste mm auch ebenso das Gewissen und alles übrige (V!) teilen. Da die Teilung des Gewissens unmöglich ist, so muss auch das Land unteilbar sein und in den Händen der wohltätigen Gutsbesitzer bleiben, welche die Stütze unseres Vaterlandes sind.“ Nachdem der Dope die Agrarfrage so einfach gelöst hatte, ging er zu den ״Freiheiten■‘ filier: ״Die Freiheit ist das Werk des Teufels, denn auch der Teufel schwärmte einst fiVr Freiheit, wofür er vom Himmel in die Hölle verjagt wurde. Wer das Los des Teufels nicht teilen will, der muss demütig den geistlichen und weltlichen Behörden gehorchen.“ Nachdem Much in so das Himmelreich zum Lohne fiir Gehorsam und Demut in Aussicht gestellt batte fing er an. auf ״die Revolutionäre“ zu schimpfen. ״D i e R e v 1111 ח i ״ n h a b e n die Juden und die Studenten geschaffen. Sie loszuwerden ist schwer; den Teufel kann mau mit Hilfe des Kreuzzeichens loswerden, 11 v. d die R e v 1111 ״ i o 11;i r c mit Hilfe e in es K n ii t t c 1 s“. Eire nicht weniger interessante Prcd'gt hielt den 6. Dezemher der P!;ne Stanislawski;. ״Die Revolutionäre bereiten Rus>hml Verderben. Wir müssen urs vereinige:! unter dem Btmner des heiligen Verbandes des russisehen Volkes und alle zusammen gegen die Feinde ziehen und sie nRdermaehen. Darin liegt die einzige Refung Russlands.“ Kleine Mitteilungen W'rsitz. Heute iard die Neuwahl des jüdischen KorroraDönsvorsiandc«' statt. Gewählt wurde Rechtsanwalt Tftdt e n k o p.i. Kaufmann Michaelis Israel, beide von hier und Kaufmann R. Da n i c I ־ Netzthal. Kcir?i°shütte. Ö.-S. Die SvnagogeiWcmcinde hielt unter dem Vorsitz des von der Regierung zum Wahlkommis^ar ernannten Oberbiireenreisters Stalle ei״e Ergänzim/swahl ab. in der für die Herren Am»sg״r:c!bsrat Kcnipner fversetzt) und Juwelier Glück (verstorben) die Herren Dr. Kaiser als Mitglied und Kaufmann M a r k i e w i t z als Stellvertreter in den Vorstand gewählt wurden. Budanest. Eine Deputation der ungarischen Z:on!sten unter der Führung Dr. Alevartder Gruber’s ersetzen beim Bürgermc'stcr Dr. Stefan B ä r c z v. Der Zweck dieses Bcsuches w״r. den Bürgermeister über u»c Ziele und den der- ■zeitigen Stand der Zümistenbewegmur zu imortmeren. damit der Bürgermeister in der Lame «e׳ de eben letzt ciupereicMen S»aä1tm1 der Ziomstenorganisntion mit der richtigen Einbegleihu»׳ der Regierung zu uiderbreitcii. Hauptzweck der On'ap'sata״! «ei cs. der :n den Staaten des Auslandes in Gang erlangten Jwknauswanderun.g die angemessene Richtung zu geben. Fs sei auch ein hervorragendes Interesse Ungarns und der ungarischen Judenschaft. der .111 d e n e i!1 w a n d e r u »1 g a :u s R 1! s s - 1 a n d u 11 d R 11 in ä n ie n einen Damm zu setze 11. Der Bürgermeister erklärte, die Bitte der Denutation Cr! Erwäguitg ziehen zu wollen. (PESTER LLOYD). Wir geben diese merkwürdige Mitteilung nur mit allem Vorbehalt wieder. . ־ - ־ ׳ Moskau. 23. Januar. Es fst gestattet worden, zeitweilig hiesigen jüdischen Kaufleuten Gewerbescheine für das Jahr 1907 ohne den polizeilichen Nachweis der Berechtigung zum Aufenthalt und zum Betreibe״ eines Handels auszuhändigen. Die Annrdnuiiu bleibt in Kraft bis die Entscheidung über diese Frage int Senat gefüllt sein wird. Warschau. Der Herausgeber der in polnischer Sprache erscheinenden zionistischen Zeitung GLOS ZIDOWSKI. Welzma n n. halte sich dieser Tage, wegen der Beschuldigung, durch entstellte Berichte über den Pogrom in Bia!ys*ok Polizei und Militär beleidigt zu bnhen zu voranwortcu. . Weizrtiann hatte geschrieben, das Militär und die Polizcibeamteu seien den Huliganen bei Ihrem Wüten nicht nur nicht entgegengetreten, sondern■ hätten sie sogar unterstützt und die Selbstwehr an der Verteidigung gehindert. Weizmann und sein Anwalt erbrachten